Archive for the ‘Promenadologie’ Category

Stiller Spaziergang

Samstag, Juni 16th, 2018

Fernsehturm

In bestimmten lichten Augenblicken des Nachdenkens, wie jene am frühen Nachmittag, wenn ich beobachtend durch die Straßen schlendere, bringt mir jeder Passant eine Nachricht, lehrt mich jedes Haus etwas Neues, enthält jedes Plakat eine Mitteilung für mich.
Mein stiller Spaziergang ist ein beständiges Gespräch, und wir alle, Menschen, Häuser, Steine, Plakate und Himmel, sind eine große freundschaftliche Menge, die sich mit Worten anrempelt in der großen Prozession des Schicksals.
(Pessoa)

Zeichen

Köpenick 1

Liebesschmerz in Berlin

Donnerstag, Mai 3rd, 2018

Amor é um fogo que arde sem se ver;
É ferida que dói, e não se sente;
É um contentamento descontente;
É dor que desatina sem doer.
(und weiter hier)

Amor e fogo que arde sem se
Amor e fogo que arde sem se (Luiz de Camoes)

Die Liebe ist ein unsichtbares Feuer;
Ist eine Wunde, deren Schmerz verborgen;
Zufriedenheit, die Streit gebiert und Sorgen;
Ein Schmerz, der schmerzlos schmerzet ungeheuer.
(und weiter hier, 11. Widerspruch)

Lisboa 017
Das ist der Dichter. Wir lernten Luiz de Camoes in Portugal kennen, z.B. in Lissabon und in Cascais.

Zeichnungen in Teer

Mittwoch, Juni 28th, 2017

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„Weißt du, man kann alles von Menschenhand Gefertigte für Kunst halten. Kennst du Die Form der Zeit von Kubler?“

„Nein? Dann lass mich dir etwas vorlesen.“

„Wie die falsche Schildkröte rät, beginne ich mit dem Anfang.

Nehmen wir einmal an, die Idee der Kunst könnte dahin erweitert werden, dass sie alle von Menschen geschaffenen Dinge umfasste, einschließlich aller Werkzeuge und alles Geschriebenen, das zu den nutzlosen, den schönen und poetischen Dingen der Welt hinzukäme. Unter diesem Blickwinkel würde das Universum der vom Menschen geschaffenen Dinge ganz einfach mit der Geschichte der Kunst identisch sein.

(aus: John Wray Das Geheimnis der verlorenen Zeit)

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Dörferblick

Samstag, März 4th, 2017

Gestern unternahmen wir einen Spaziergang zum Dörferblick. Heute soll wieder schönes Wetter werden, also Leute, nichts wie los!

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Dieser 86 m hohe Berg ist in der Nachkriegszeit entstanden und bietet bei klarem Himmel einen hervorragenden Blick über die Felder bis nach Großziethen, Waßmannsdorf und Schönefeld. Man nennt die Anhöhe daher auch Drei-Dörfer-Blick.
(mehr hier)

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DORF: dort, wo sich die Bauern sammeln, um zu Hause nicht wie die Einsiedler zu leben, sondern zu mehreren, dass sie sich wechselseitig ausborgen, in allem helfen und bei einem Unglück schauen können, was sie machen, und der Pope predigt ihnen, sie sollen friedfertig und gehorsam sein.
(Bopra Cosic, Die Tutoren)

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Die Dörfer stellten sich beim Näherkommen tot.
(Werner Herzog, Vom Gehen im Eis)

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DAS NÄCHSTE DORF ein leerer Platz, schnell gefüllt mit Gedanken. Die Leute waren ohnehin schon alle weg.
(Hans Thill, Das Buch der Dörfer)

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Böcklerpark

Freitag, Februar 10th, 2017

Spaziergang 050 am 10. Februar 2017

Heute haben wir einen kurzen Spaziergang am Landwehrkanal unternommen. Losgelaufen sind wir am S-Bahnhof Treptow. Bis zum Halleschen Tor waren es weniger als 6 km.
Die Böckler-Büste von Karl Trumpf wurde 2011 gestohlen. Inzwischen ist eine Neufassung der Büste angefertigt worden (Betonguss von Ute Hoffritz, 2013).

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Der Uferweg von Baumschulenweg nach Treptow

Donnerstag, Februar 2nd, 2017

Ich flaniere gern in den Berliner Straßen, meist ohne Ziel und Zweck, wie’s das richtige Flanieren verlangt. Aber zuzeiten erfaßt mich doch auch ein Studienhang und läßt mich nach allem möglichen Alten und Neuen, was über die Stadt verstreut liegt, auf Inspektion und unter Umständen selbst auf die Suche gehen.
(Theodor Fontane)

Spaziergang 049 am 2. Februar 2017

Gestern abend wurde im Wetterbericht geweissagt, dass heute am Vormittag die Sonne scheinen würde und erst nachmittags das übliche graue Winterwetter die Stadt umhüllen wird. Mein Spaziergang an der Spree entlang von Baumschulenweg bis Treptow dauerte 90 Minuten. Die Sonne schien die ganze Zeit, der Schnee glitzerte und erst auf dem Nachhauseweg zogen Wolken auf. Der Wetterbericht hatte recht, das muss ja auch einmal erwähnt werden. Hier findet ihr alle Bilder.

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Die Fähre F11 zwischen Baumschulenweg und Oberschöneweide ist trotz Eisberggefahr unterwegs.

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Im Gegenlicht ist die Baustelle der Mathilde-Rathenau-Brücke zu erkennen.

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Urban Art im Plänterwald

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Unter diesem Gespräche waren sie bis über die Breitung der Spree hinausgekommen und fuhren wieder in das schmaler werdende Flußbett ein. An beiden Ufern hörten die Häuserreihen auf, sich in dünnen Zeilen hinzuziehen, Baumgruppen traten in nächster Nähe dafür ein, und weiter landeinwärts wurden aufgeschüttete Bahndämme sichtbar, über die hinweg die Telegraphenstangen ragten und ihre Drähte von Pfahl zu Pfahl spannten. Hie und da, bis ziemlich weit in den Fluß hinein, stand ein Schilfgürtel, aus dessen Dickicht vereinzelte Krickenten aufflogen.
»Es ist doch weiter, als ich dachte«, sagte Melusine. »Wir sind ja schon wie in halber Einsamkeit. Und dabei wird es frisch. Ein Glück, daß wir Decken mitgenommen. Denn wir bleiben doch wohl im Freien? Oder gibt es auch Zimmer da? Freilich kann ich mir kaum denken, daß wir zu sechs in einem Eierhäuschen Platz haben.«
»Ach, Frau Gräfin, ich sehe, Sie rechnen auf etwas extrem Idyllisches und erwarten, wenn wir angelangt sein werden, einen Mischling von Kiosk und Hütte. Da harrt Ihrer aber eine grausame Enttäuschung. Das Eierhäuschen ist ein sogenanntes ›Lokal‹, und wenn uns die Lust anwandelt, so können wir da tanzen oder eine Volksversammlung abhalten. Raum genug ist da. Sehen Sie, das Schiff wendet sich schon, und der rote Bau da, der zwischen den Pappelweiden mit Turm und Erker sichtbar wird, das ist das Eierhäuschen.«
(Fontane, Der Stechlin)

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Das Eierhäuschen ist eingerüstet, Bauausführung bis 2. Quartal 2018.

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Das Riesenrad im Spreepark soll wieder in Gang kommen.

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Auf der Insel der Jugend ist Das Boot (1995) von Lutz Kommalein gestrandet.

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Am gegenüberliegenden Ufer sieht man die Stralauer Dorfkirche mit dem etwas schiefen Turm. Auf dem Kirchhof ist Manfred Bofinger beerdigt.

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Und schon bin ich am S-Bahnhof Treptow. Aus der Ferne grüßt der Fernsehturm. Die Molecule Men sieht man auch.

Am Teltowkanal (Abschnitt 7)

Sonntag, Januar 29th, 2017

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Es ist geschafft. Heute liefen wir den letzten Abschnitt unserer Teltowkanalwanderung von der Schleuse Kleinmachnow bis nach Babelsberg. Hier findet ihr die Bilder, hier die gelaufene Gesamtstrecke.

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Am Griebnitzsee mussten wir leider auf die Straße ausweichen. Der Uferweg ist größtenteils gesperrt (die roten Abschnitte auf der Karte). Dort heißt es auch: „Die Landeshauptstadt Potsdam wird alle ihre Möglichkeiten nutzen, den Uferweg wieder durchgängig für alle Potsdamer und ihre Gäste erlebbar zu machen.“
Versucht man auf der angegebenen Website etwas Näheres zu erfahren (Der Uferweg am Griebnitzsee – Die wichtigsten Fragen und Antworten), wird man als nicht berechtigter Nutzer abgewiesen.

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Das Mauerdenkmal am Griebnitzsee

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Hungrige Kormorane, bauwütige Biber und eine überbordende Bürokratie: Brandenburgs Binnenfischer blicken einer unsicheren Zukunft entgegen.

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Am Teltowkanal (Abschnitt 6)

Sonntag, Januar 22nd, 2017

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Heute liefen wir Abschnitt 6 unserer Teltowkanalwanderung. Hier findet man alle Bilder.

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Schleuse Kleinmachnow

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Wir haben unterwegs Nordahl Grieg kennengelernt.

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Am Teltowkanal (Abschnitt 5)

Dienstag, November 29th, 2016

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Das ist Abschnitt 5 der Teltowkanalwanderung. Hier sind alle Bilder und hier kann man die gelaufene Gesamtstrecke ansehen.
Unser Weg führte auch am Otto-Lilienthal-Denkmal (Peter Breuer, 1914) im Bäkepark vorbei.

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Am Teltowkanal (Abschnitt 4)

Freitag, November 25th, 2016

Das ist Abschnitt 4 der Teltowkanalwanderung. Hier sind alle Bilder und hier kann man die gelaufene Gesamtstrecke ansehen.

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Heute habe ich in der Galerie Michael Fuchs in der Ausstellung „Exhibitions are the best excuses“ ganz andere Wegepläne gesehen. Die gefallen mir viel besser als meine stur aufgezeichneten GPS-Tracks, allerdings sollte sich Fernando Palomar (?) interessantere Wegstrecken aussuchen, denn als Kunstspaziergänger möchte man ja nicht nur hässliche Skulpturen sehen. Nun, vielleicht ist die Skulptur mit den tanzenden Hunden sehenswert.
Ausstellungen sind die besten Entschuldigungen Galeriepersonal zu beanspruchen, deshalb wäre es auch ein leichtes gewesen, zu den Wegeplänen den richtigen Künstler zu nennen. Vielleicht ist F. Palomar ja richtig.

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Der Weg am Teltowkanal entlang ist bis jetzt allerdings auch nicht sehr spannend. Immerhin habe ich Fische auf einer Rasenfläche gesehen und einen künstlerisch gestalteten Balkon.

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Ansonsten merkt man oft nicht, dass man in einer Großstadt spazieren geht. Im nächsten Abschnitt geht es dann ins Brandenburgische Land.

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