Archive for Januar, 2010

Aufforderung

Sonntag, Januar 31st, 2010

Aufforderung

Während ich mich nun über dies alles lustig machte, entwich mir unversehens ein so grausamer Leibesdunst, dass wir beide, ich und der Sekretär, darüber erschraken. Augenblicklich meldete er sich sowohl in unseren Nasen als auch in der ganzen Schreibstube so kräftig an wie einer, den man vorher nicht hat klopfen hören. „Troll dich, du Sau“, sagte der Sekretär zu mir, „zu den anderen Säuen in den Stall. Das passt besser zu dir, du ungehobelter Klotz, als dich mit ehrbaren Leuten zu unterhalten.“ … So habe ich mein gutes Ansehen … wie die Redensart lautet, auf einen Schlag vergeigt.
(aus: von Grimmelshausen Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch
aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts übersetzt von Reinhard Kaiser)

korrekt und anarchisch

Samstag, Januar 30th, 2010

„Ach knallige Welt, du Lunapark,
Du seliges Abnormitätenkabinett.
Paß auf! Hier kommt Grosz,
Der traurigste Mensch in Europa.“
George Grosz

korrekt und anarchisch

Erstmals stellt die Akademie der Künste die Fülle an Material, das sie zu George Grosz in Kunstsammlung und Archiv bewahrt, in großem Umfang vor. 200 Skizzenbücher, Zeichnungen aus seiner Jugend bis in die Zeit der Neuen Sachlichkeit, darunter so bekannte Blätter wie „Friedrichstraße“ und „Christus mit Gasmaske“, Mappenwerke, Zeitschriften, Collagen, Fotografien und schriftliche Dokumente erlauben einen Einblick in sein Leben und sein künstlerisches Werk.
(Website der Ausstellung)

Ma’Claim in Berlin

Freitag, Januar 29th, 2010

Nicht viele Graffiti-Formationen können behaupten, sich innerhalb von kurzer Zeit an die Spitze einer weltweiten Bewegung gearbeitet zu haben. „Ma’Claim“ kann das, und dieses Buch zeigt warum. Mit ihrem Mix aus klassischen Graffitischriftzügen und Fotorealismus, waren sie bereits Anlass zahlreicher Diskussionen innerhalb der Graffitiszene. Gleichzeitig finden sie immer mehr Anhänger und Nachahmer.

Maclaim Berlin

Bilder und Video und ein Buch

Wasserturm Ostkreuz

Donnerstag, Januar 28th, 2010

Wasserturm

Zwischen den Gleisen der Bahnanlage Ostkreuz befindet sich der 50 m hohe Wasserturm, den die Bauabteilung der preußischen Staatsbahn unter Leitung von Carl Cornelius 1909 bis 1912 realisierte. Der Turm diente u.a. der Wasserversorgung der Dampflokomotiven. Um das Bauwerk vor Ruß zu schützen, erhielt der runde Schaft eine Verblendung aus glasierten violetten Klinkern.
(aus: Baudenkmale in Berlin – Bezirk Friedrichshain, 1996)

Liste der Berliner Wassertürme
Ostkreuzblog – Das Onlinetagebuch zum Ostkreuz-Umbau

Friedrich Althoff

Mittwoch, Januar 27th, 2010

Althoff
Friedrich Althoff (Büste von C. F. Hartzer, 1902 auf dem Charitegelände, Eingang Schumannstr.)

Althoffs Bemühungen verdankt die Charité in Berlin die Bewilligung der Kosten für ihren Neu- und Umbau an der Wende zum 20.Jahrhundert. Er schuf damit die Voraussetzungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Berliner Medizinischen Fakultät.

Althoffs Grab
Althoffs Ehrengab im Botanischen Garten (Hans Krückeberg, 1911)

Friedrich Althoff vom Ministerium erteilte dem Interimsdirektor des Botanischen Gartens, Ignaz Urban, den Auftrag für eine Verlegung des Gartens, fragliche Gelände auf der Feldmark um Berlin zu untersuchen und zu bewerten. Mit der 41 Hektar großen Feldmark der Königlichen Domäne Dahlem, bis dahin Kartoffelacker, ermittelte Urban ein in jeder Hinsicht geeignetes Gelände.

Schneedecke

Dienstag, Januar 26th, 2010

Fröstelnd
Dietrich Grünig, 1986

Auf den Plätzen gaben uns fröstelnde Statuen Fragen auf, die wir nicht zu beantworten wußten.
(Mircea Cartarescu in Nostalgia)

A long way from home

Montag, Januar 25th, 2010

OBI2

Tools

Bis März 2010 ist in den Räumen von Arndt & Partner Berlin, in der Halle am Wasser, noch die Bestandausstellung „A Long Way From Home“ mit Arbeiten von Jules de Balincourt, Khosrow Hassanzadeh, Jonathan Hernandez, Jitish Kallat, Vik Munit, Aya Uekawa und Wang Du zu sehen.

Aurelia Sellin in Andersen’s Contemporary

Sonntag, Januar 24th, 2010

Aurelia Sellin

Italienische Bergdörfer mit dicht gestaffelten Fassaden; Kähne, die unter hängenden Zweigen malerisch im Wasser dümpeln; ein Sonnenuntergang am See, erhabene Berggipfel oder bloß plätschernder Wellengang im Gegenlicht: Für einen Gutteil ihrer Malerei greift Aurelia Sellin auf den Motivfundus der Postkartenidyllen zu und macht sich eine darin angelegte Stilisierung des Blicks zunutze. Der ist im Fokus des Touristischen bereits auf bestimmte Weise gefiltert und verdichtet: Ansichtskarten zeigen, was in Erinnerung bleiben soll, was das Schöne, was das Eigentliche eines Ortes oder einer Landschaft sei – eben das, was „bildwürdig“ oder wenigstens dafür zu halten ist.
(Jens Asthoff, hier)

... und Nacht im Wald

It is a great pleasure for Andersen’s Contemporary to present LAGO, Aurelia Sellin’s second solo exhibition with the gallery and the artist’s first solo exhibition in Berlin. The exhibition displays 12 new paintings.

Sellin’s paintings seem to connect two contradictory tendencies. On the one hand they reduce elemental parts of nature i.e. a landscape, a beach, the sea, a sunset, the moon, a mountain, to their most refined essences. The motives are refined to a degree, where they render natural phenomena in what one might call its most primitive, pure or primal form. Sellin thus touches upon a possible human collective unconsciousness and memory, investigating images that seem almost universal, embedded in all human beings.

Tierwelten

Samstag, Januar 23rd, 2010

Walton Ford 7

Walton Fords Bestiarium im Hamburger Bahnhof

Walton Ford 5

Was soll man mit diesem vergifteten Paradiesgarten anfangen? Ist das Kitsch oder Illustrationskunst, große Kunst oder virtuose Augentäuscherei? … Fords Bilder sind süffig und in ihrem Perfektionswahn ziemlich streberhaft. Aber sie machen auch Spaß, das können die allgegenwärtigen, knäckebrottrockenen Konzeptkunstaufgüsse nicht von sich behaupten.
(Das vergiftete Paradies – S. Preuss in der Berliner Zeitung)

Walton Ford 2

Walton Ford 1

Büsten am Neuen Museum

Freitag, Januar 22nd, 2010

ALOYS HIRT
Aloys Hirt

1782 ging er nach Rom, wo er sich ab 1785 als Cicerone etablierte und als wissensreicher Antiquar galt.
Wohl wegen der napoleonischen Kriege ging er 1796 zurück nach Deutschland und wurde Königlich Preußischer Rat und Mitglied der Akademien der Wissenschaften und der Künste in Berlin. Er entwickelte Pläne für die Errichtung eines Museums aus Kunstbeständen des Königshauses, die letztlich in der Gründung des Alten Museums mündeten.

Franz Kugler
Franz KuglerDeckname Lessing

Gustav Waagen
Gustav Waagen und die Gesetzlose Gesellschaft zu Berlin

… und dann sind da noch die Büsten von August Kiss und Friedrich Drake.