Posts Tagged ‘Georg-Kolbe-Museum’

Zauber des Aktmodells

Samstag, Januar 12th, 2013

Künstler wie Georg Kolbe und seine Bildhauerkollegen stellten überwiegend nackte Menschen dar. Die Modelle, die sie zu diesen Kunstwerken anregten, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Der an sich schon geheimnisvolle Akt des künstlerischen Schaffens war für Außenstehende nochmals anregender, wenn man wusste, dass es dabei um die Auseinandersetzung mit einem nackten Menschen geht. Fotografische Dokumente aus diesem Zusammenhang, die durchaus rar sind, werden präsentiert; hinzu kommen schriftliche Zeugnisse, in denen Modelle von ihrer Tätigkeit berichten.
(Zauber des Aktmodells im Georg-Kolbe Museum)

In Zsofia Bans Abendschule – Fibel für Erwachsene ist eine wunderbare Geschichte vom Verhältnis Edouard Manets zu seinem Modell Victorine Meurent. Unbedingt besorgen und lesen! Köstlich!

Olympia

Erinnerung: Victorine liegt auf dem Kanapee und schaut. Sie schaut, das kann diese kleine Frau. Dieses Frauchen. Dieses Weib. Diese Victorine Meurent, eventuell Meurend oder Meurand, wer weiß das bei so einer, wie sie genau heißt, obwohl, was rede ich da, ich werde auch ständig durcheinandergebracht mit dem Aas Monet (warum ändert der nicht seinen Namen und verschwindet von der Erdoberfläche?).

Frühstück im Freien

Worauf Victorine wie eine Furie aus dem Gras hochfuhr und sich sämtliche Kleider vom Leib riss, während sie, so laut, dass der ganze Park davon echote, brüllte: „Na komm, du Abschaum, mal mich, da hast du dein verfluchtes Licht!“ … Worauf sie sich, nackt wie sie war, wieder ins Gras plumpsen ließ, zwischen die beiden verblüfften Männer.

BIOS

Sonntag, September 23rd, 2012

Styx
Brandon Ballengée

BIOS – Konzepte des Lebens in der zeitgenössischen Skulptur

Body without body

Dienstag, Januar 31st, 2012

„Body without Body“ ist eine Gruppenausstellung mit Werken zeitgenössischer israelischer Künstler, kuratiert von dem in Tel Aviv lebenden Künstler Liav Mizrahi. Zu seinen Motiven, ein Ausstellungskonzept zu entwickeln, das den speziellen Kontext des Georg-Kolbe-Museums berücksichtigt, nimmt er folgendermaßen Stellung: „Das persönliche Erlebnis während meines Aufenthaltes in Berlin und die Erfahrung vor den Plastiken Georg Kolbes brachten mich dazu, über die Repräsentation des Körpers in der zeitgenössischen Kunst nachzudenken. Die Ausstellung ‘Body without Body’ lenkt die Aufmerksamkeit auf abstrakte Skulptur, die vom Körper oder von den mit ihm verbundenen Gegenständen inspiriert wurde. Der Körper kann als Fragment erscheinen oder gänzlich verschwinden. Der Körper ist ein sich erinnerndes Organ, es ruft globale und lokale, private und kollektive Ereignisse ins Gedächtnis. Die Ausstellung eröffnet einen Raum für diese miteinander verschlungenen Körperbilder.“
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Hemd
My Angel von Danny Yahav-Brown, 2010

Das kleinste Werk der Ausstellung … ist eine angebissene Tafel Schokolade, eine Arbeit des israelischen Künstlers Danny Yahav-Brown. Das goldfarbene Verpackungspapier ist so gefaltet, dass eine Art Hemdkragen entsteht. So wirkt der gezackte Rand des Zahnabdrucks, als habe jemand einer Schokoladenfigur den Kopf abgebissen. Der Titel »My Angel« (2001) nimmt Bezug auf eine israelische Süßigkeit, die gern als Betthupferl aufs Kopfkissen gelegt wird. Der Künstler stellt dem Begriff Engel die kindliche Bosheit, einer Figur den Kopf abzubeißen, gegenüber, dokumentiert durch die Bissspuren.
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Damenbesuch

Montag, Oktober 17th, 2011

GK1

Rebecca Thomas gestaltet die Kunstkammer Nr. 12 im Georg-Kolbe-Museum

Der „Damenbesuch“, Rebecca Thomas‘ Kunstkammer-Installation, könnte vielleicht auch als Akt durchgehen. Glücklichweise ist es in der Kammer zu dunkel, um zu zeichnen. Es dauert eine Weile, bis die Dame – mit Unterleib, aber ohne Kopf – zu erkennen ist. Sie hat einen ausgestopften Stoffkörper, an dem hell glänzende Füße, Brüste und eine Hand aus Acrylharz auffallen. Die Figur steht auf einem Erdklumpen-Sockel, wobei ihr rechter Fuß auf einem sichelförmig gekrümmten Karpfen steht. Ihres rechten Arms ist sie verlustig gegangen. Immerhin bleibt ihr die linke Hand, mit der sie sich an die rechte Brustwarze fasst.
(B. Werneburg in der taz)

GK2

Noch wärmt die Herbstsonne

Sonntag, Oktober 16th, 2011

Wärmende Herbstsonne
Hermann Blumenthal, Großer Stehender (Römischer Mann), 1936/37

Feuer, der Löscher brennt!

Freitag, Oktober 14th, 2011

Der Löscher brennt

Fabian Marcaccio und seine Paintants im Georg-Kolbe-Museum

Die Wortneuschöpfung „Paintant“ ist eine Verschmelzung der Begriffe „painting“ und „mutant“ und findet sich bei Marcaccio seit 1995 in Werk- und Ausstellungstiteln. Die biologisch konnotierte Bezeichnung einer „mutierten Malerei“ dient ihm als Oberbegriff für diverse künstlerische Praktiken, die die Natur des Tafelbildes sowohl inhaltlich als auch formal entgrenzen. Er selbst spricht im Zusammenhang der installativen und plastischen Tendenzen seines Werks auch von einem „expanded field of painting“, in dem eine aktive, räumlich und zeitlich bezogene Partizipation der Betrachtenden vorausgesetzt wird. Seine Arbeiten seien gedacht als „action painting for the beholder“, so wie das „Action Painting“ von Jackson Pollock einen auf die Bewegungen bezogenen dynamisch-dialogischen Malakt beschreibt.

Vivi, Bobby, Elli und Herr Fuhl

Sonntag, Juli 12th, 2009

Vivi und Bobby
Vivi und Bobby

Elli
Elli

Herr Fuhl
Herr Fuhl

Christina Doll hat sich mit ihren monumentalen Porträtfiguren Vivi, Bobby, Elli und Herr Fuhl ganz bewusst in Bereiche der Körperlichkeit begeben, die Abseits des gängigen Schönheitsideals liegen.

Nach eigenem Bekunden war der kreative Ausgangspunkt dieser Werkgruppe beeinflusst durch visuelle Erfahrungen im Stadtbild Berlins. Auf der Frankfurter Allee im Ostteil der Stadt sind an einigen Stellen noch Gesimsfiguren aus den 1950er Jahren zu finden. Diese überlebensgroßen Darstellungen von Bauern und Arbeitern, die das Prestigebauobjekt der noch jungen DDR zieren, beeindruckten die Künstlerin in ihrer alltäglichen Thematik und verbanden sich mit dem bereits geweckten Interesse für den sozialkritischen Realismus der 1920er Jahre, wie er sich beispielsweise im Werk des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) zeigt. Christina Doll behandelt mit ihren monumentalen Porträtfiguren ein Menschenbild, das sich an den Rändern der Gesellschaft befindet und das sie mit den auf Stand- und Dauerhaftigkeit angelegten Betonplastiken in ihre Mitte holt.
(Marc Wellmann hier)