Posts Tagged ‘Hamburger Bahnhof’

PEQUOD

Sonntag, Mai 10th, 2015

Es kommen verschiedene Zeitungen, und wir sehen in den Berliner Theaternachrichten, daß man Seeungeheuer und Walfische auf die dortige Bühne gebracht.
(Eckermann, Gespräche mit Goethe, 31. Januar 1830)

Moby-Dick 05

Moby-Dick 15

Michael Beutler mit Moby Dick im Hamburger Bahnhof

Moby-Dick 01

Und weg mit den Minuten

Samstag, Mai 9th, 2015

Ihm war auch Hundegebell Musik

HB Dieter Roth

Was für ein herrlich nervtötender Dada-Mix aus Bach, Schubert, Beethoven, zwölftönendem Schönberg, aus Rock – und dazwischen, auf Zimpelchen intoniert, auf der Kinder-Triola und Mundharmonika gespielt, „Alle meine Entchen und „Hänschen klein, ging allein …“ So etwas erklang in den Rieckhallen am Hamburger Bahnhof nun wirklich noch nie. Eine faszinierend schräge, skurrile, verspielte Kakophonie aus Sinfonie-Fetzen, verballhornten Klavierstücken und Geigensolis, schrillen Riffs, sinnlichen Beats, tiefen Orgeltönen, aus Bässen, Trommel-, Paukenschlägen – und Kinderliedchen
(mehr hier)

HB Dieter Roth

HB Dieter Roth

Dieter Roth und die Musik im Hamburger Bahnhof

Parergon (2)

Montag, September 29th, 2014

Die Ausstellung PARERGON von Mariana Castillo Deball vermittelt in einem dicht geknüpften Bedeutungsgewebe vielerlei kleine Geschichten.

Das in monatelanger Arbeit entstandene Gesamtkunstwerk namens „Parergon“ (Altgriechisch für Beiwerk) ist eine Paradebeispiel für Konzeptkunst. Wer aber nun gleich an Papierstaub, kryptische Artefakte, knäckebrot-trockene Archivalien und enigmatische Theorien denkt, darf sich nun wundern und freuen über die feinen Ariadne-Fäden, die Deball zwischen den erwählten Museums-Dingen und damit zwischen Kunst, Wissenschaft, Geschichte, Philosophie spannt.

Mädchen
Mädchen im Neuen Museum, 2011, nach seinem Fund am Roten Rathaus

Und es ist eben nicht mehr bloß Geschichte, es wird auch Erkenntnis und Poesie, wenn man für sich selbst herausfindet, was das bronzene „Stehende Mädchen“ des Bildhauers Otto Baum, kürzlich im 1945er-Trümmerschutt unterm Platz vor dem Roten Rathaus ausgegraben, zu tun hat mit dem Foto vom Fragment einer „Knienden“ Wilhelm Lehmbrucks, 1911. Dieser Steinguss ist im Krieg verbrannt.

Stehendes Mädchen
Otto Baum, Mädchen im Hamburger Bahnhof, 2014

Ergon versus Parergon – Das Potential des Nebensächlichen

The Right to be Lazy

Samstag, September 27th, 2014

Lass uns faul in allen Sachen, nur nicht faul zu Lieb
und Wein, nur nicht faul zur Faulheit sein.
(Gotthold Ephraim Lessing)

John Knight

John Knights Arbeit ist nach „The Right to be Lazy“ (1883) von Paul Lafargue benannt.

Knight greift in die Gestaltung des Museumsvorgartens ein. Das Recht auf Faulheit bezieht sich auf das ungehinderte Wachstum der Pflanzen: Während die rahmenden Hecken ihre institutionelle Erscheinungsform beibehalten, können die Pflanzen im Inneren des Rondells maschen, was sie wollen. Das Werk verändert sein Aussehen im Lauf der Zeit.

John Knight 1

Paul McCarthy

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

HB02

„Michael Jackson and Bubbles“ von Paul McCarthy in der Ausstellung Body Pressure im Hamburger Bahnhof.

HB01

Knallrote Graffiti

Donnerstag, Januar 16th, 2014

WW6

Knallrote Graffiti! Eine Dose Farbspray in der Hand, schreitet Nasan Tur tatbereit auf eine weisse Wand zu. Dort landen nun eins ums andere Wörter, die der 1974 in Offenbach geborene und an der Frankfurter Städelschule ausgebildete Künstler als polyglotter Wanderer in der städtischen Wildnis Berlins gesammelt hat: «Sandra ich liebe Dich», «PKK PKK», «Massakka», «Understand?», «Du bist Deutschland», «Tarik seni seviyorum», «Dream Survive». Weil der Platz nicht ausreicht für all die Flüche, Seufzer, Liebeserklärungen und Polit-Slogans, schichten sie sich bald übereinander; schon weiss man nicht mehr, was da türkisch oder deutsch sein soll. Leere Spraydosen sammeln sich am Boden, die Wand leuchtet röter und röter, dem Künstler wird warm. «Vorsicht Krisengebiet»: Da ist die Fläche bereits ganz bedeckt mit Farbe – ein hitziges Feld mit von Schriftzeichen ausgefransten Rändern, in dessen kunsthistorischer Ahnenreihe man Alexander Rodschenkos monochrom rotes Tafelbild «Chistyi krasnyi tsvet» (1921) aus dem Moskau der heroischen Jahre kurz nach der Oktoberrevolution erahnt.
(mehr hier)

WW7

Leergeschrieben

Ein bestimmter Typus von Arbeiten kann durchaus von einem Ort zum nächsten wandern, vorausgesetzt, er gehorcht bestimmten präzisen Regeln oder Gebrauchsanweisungen. Das ist der Fall bei den Arbeiten, die sich „wiederaufführen“ lassen, wie sich zum Beispiel ein Musikstück wiederaufführen lässt. Das bedeutet auch, dass die konkrete Auslegung die ursprüngliche Anordnung modifizieren kann. Diese neue Ausdeutung, diese Veränderungen … kommen schlicht durch den neuen Ort zustande, an dem das Werk wiederaufgeführt wird.
(Daniel Buren)

WW8
Nurs Arbeit spiegelt sich im Hamburger Bahnhof in einem Scherben von Michelangelo Pistoletto

Das Kapital (oder Kapitahl, oder Khaphithal, oder auch Kaapitaal) überrascht einen eben immer wieder.
(hier)

Das Universum des George Widener

Dienstag, Februar 12th, 2013

GW6

Secret Universe IV.
George Widener

GW7

Widener [ist] davon überzeugt, dass im Jahre 2045 die Verschmelzung von Hochleistungsrechnern und menschlichen Gehirnen stattfindet und das Bewusstsein in Software verwandelt wird. Mit seinen geheimen Algorithmen folgenden Bildern will Widener diesen Supercomputern intelligente Unterhaltung bieten und sie dazu bringen der Menschheit freundlich gesinnt zu sein. Die Zahlen und Daten sind für Widener nicht intellektuell reflektierte Muster, sie sind Teil seiner inneren Struktur, das grundlegende System seiner Wahrnehmung von Welt. Denn Widener ist ein Savant, das heißt ein Mensch mit einer außergewöhnlichen Inselbegabung für Zahlen und Kalender.
(hier)

GW1

Kinderkreuzzug

Sonntag, Februar 10th, 2013

Martin Honert im Hamburger Bahnhof

Foto

Wo der Wackelpudding diffuse Geräusche macht, wo Stühle von innen heraus leuchten und lebensgroße Playmobil-Ritter in die Schlacht ziehen, ist mit einiger Sicherheit Martin Honert am Werk. Vorausgesetzt, die Objekte stehen, wie jetzt in der Ausstellung „Kinderkreuzzug“ im Hamburger Bahnhof, in einem Museum. Hier irritieren Honerts an Riesenspielzeug erinnernde Skulpturen und Installationen nachhaltig, weil sie fern aller Moden am Gegenstand bleiben. Egal ob „Straßenlaterne“, „Haus“ oder „Messdiener“: Der Betrachter bekommt exakt zu sehen, was der Titel verspricht.
(mehr im Tagesspiegel)

Laterne 1

Laterne 2

Laterne 3

Die Puppen des Morton Bartlett

Sonntag, Juli 29th, 2012

Die merkwürdigen Puppen des Morton Bartlett im Hamburger Bahnhof.

Als Morton Bartlett im Alter von 83 Jahren stirbt, finden Verwandte in seinem Haus in Boston, Massachusetts 15 Kisten mit halb lebensgroßen Puppen und Zubehör: zwölf Mädchen und drei Jungen, selbst genähte Kleider, schwarz-weiß Fotografien der Puppen sowie unzähliges Studien- und Archivmaterial.
(hier)

Puppe

Bartlett, der sein Studium in Harvard abbrach, um als freier Werbefotograf zu arbeiten, begann Mitte der 1930er Jahre diese Puppen so naturidentisch wie möglich zu gestalten.

Er studierte Anatomiebücher und Kostümgeschichte, lernte nähen und mit Ton zu modellieren. Für jede Puppe, an der er bis zu einem Jahr arbeitete, entwarf er diverse Kostüme, fertigte Perücken und inszenierte sie dann in lebensechten Situationen. Er deklinierte verschiedene Momente von Wirklichkeit durch und hauchte seinen Geschöpfen mittels der Fotografie Leben ein. Sein Werk entstand zu rein privaten Zwecken und wurde zu Lebzeiten nie gezeigt.
(hier)

Five Minutes of Pure Sculpture

Freitag, Juli 27th, 2012

HamburgerBahnhof02

Erstmals werden die Werke des in New York lebenden Künstlers Anthony McCall in einer Einzelausstellung in einem deutschen Museum präsentiert. McCalls einzigartige Lichtprojektionen, die er seit den 1970er Jahren entwickelt hat, existieren an den Grenzen von Kino, Skulptur und Zeichnung: animierte Linien werden in einen dunklen, mit leichtem Dunst gefüllten Raum projiziert, so dass der Betrachter in die Lichtkegel eintreten und ihre Gestalt verändern kann.
(hier)

HamburgerBahnhof01

HamburgerBahnhof03