{"id":18,"date":"2008-01-15T17:10:34","date_gmt":"2008-01-15T16:10:34","guid":{"rendered":"http:\/\/mitue.de\/?p=18"},"modified":"2008-01-16T10:39:29","modified_gmt":"2008-01-16T09:39:29","slug":"willi-und-kurt-muhlenhaupt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitue.de\/?p=18","title":{"rendered":"Willi und Kurt M\u00fchlenhaupt"},"content":{"rendered":"<p>Der lange Jahre in der Bl\u00fccherstra\u00dfe ans\u00e4ssige H\u00e4ndler, Kneipier, Drucker und Malerpoet <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurt_M%C3%BChlenhaupt\">Kurt M\u00fchlenhaupt <\/a>(1921 &#8211; 2006) besch\u00e4ftigte sich 1977 mit der Emailletechnik. Es entstanden 4 auf Edelstahlstelen montierte Emaillebilder f\u00fcr die Grabst\u00e4tte M\u00fchlenhaupt. Die Grabst\u00e4tte auf dem Gottesacker der Br\u00fcdergemeinde wurde anl\u00e4sslich des Todes des Malers und Allesmachers Willi M\u00fchlenhaupt (1907 &#8211; 1986, Bruder von Kurt) erworben. Die Stelen wurden irgendwann geklaut.<br \/>\n1988 schuf Kurt M\u00fchlenhaupt die\u00a0Betonstelen. Die waren bis jetzt zu schwer zum Stehlen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/2194644495\/\" title=\"Grabst\u00e4tte M\u00fchlenhaupt by mitue, on Flickr\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2256\/2194644495_f1f62df110.jpg\" alt=\"Grabst\u00e4tte M\u00fchlenhaupt\" height=\"238\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>Mein Bruder [Willi] war sechzehn Jahre \u00e4lter als ich, und doch war ich f\u00fcr ihn der Vater, und er war f\u00fcr mich das gro\u00dfe Kind. Manchmal hatte ich es schwer mit ihm. Es kam schon mal vor, da\u00df ich ihn aus irgendeiner Kneipe mit der Schubkarre nach Hause bringen mu\u00dfte. Aber er war kein Trinker. Er lie\u00df sich nur allzugern verladen. Seine Possen, die er trieb, geschahen stets un\u00fcberlegt und ungewollt. Er war wirklich ein wahrhaftiger Naiver. Da mein Bruder unentwegt asthmatische Anf\u00e4lle bekam, hatte er st\u00e4ndig Angst, zu ersticken. Er pumpte und pumpte mit seinem Ball, wuselte nachts umher und schlief am Tage beim Laufen, im Sitzen und beim Essen, wahrscheinlich vom hohen Zucker. Aber es war immer nur ein kurzes Nicken. Ich gab ihm Farbe und Papier, damit er seine Krankheiten vergessen sollte. Von nun ab malte er unentwegt. Alle um ihn herum nahmen ihm die Bilder ab. Er malte immer schneller. Was er gebraucht h\u00e4tte, waren K\u00e4ufer, die richtig ein paar Mark daf\u00fcr zahlen. Es waren Hampelm\u00e4nner, Hampelfrauen, Hampelpferde, die auf den Bildern strampelten. Auch Dinosaurier hampelten, lange bevor sie in Mode kamen. Ein anderes Mal faszinierten ihn die M\u00e4rchen. Er bastelte <em>Esel streck dich <\/em>und <em>Kn\u00fcppel aus dem Sack<\/em>. Es verstand sich von selbst, da\u00df er Pfennige, Groschen und Markst\u00fccke in seinen Bildern verarbeitete, die schon aus diesem Grund einen gewissen Wert hatten. Am liebsten malte er <em>Hans im Gl\u00fcck<\/em>, bei dem man nie das Gef\u00fchl los wurde, da\u00df er sich selbst darstellte.<br \/>\n(aus: Katalog <em>Kurt M\u00fchlenhaupt zum 80. Geburtstag<\/em>, 2001)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der lange Jahre in der Bl\u00fccherstra\u00dfe ans\u00e4ssige H\u00e4ndler, Kneipier, Drucker und Malerpoet Kurt M\u00fchlenhaupt (1921 &#8211; 2006) besch\u00e4ftigte sich 1977 mit der Emailletechnik. Es entstanden 4 auf Edelstahlstelen montierte Emaillebilder f\u00fcr die Grabst\u00e4tte M\u00fchlenhaupt. 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