{"id":485,"date":"2009-06-02T18:59:16","date_gmt":"2009-06-02T17:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/mitue.de\/?p=485"},"modified":"2009-06-02T18:59:16","modified_gmt":"2009-06-02T17:59:16","slug":"der-bildhauer-reinhold-felderhoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitue.de\/?p=485","title":{"rendered":"Der Bildhauer Reinhold Felderhoff"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Eines der letzten gr\u00f6\u00dferen Werke Reinhold Felderhoffs war der \u201eStralauer Fischer\u201c von 1916 f\u00fcr das neue Rathaus Treptow (Neue Krugallee\/Ecke Bulgarische Stra\u00dfe) in Berlin. Die zwei Meter hohe Skulptur aus Marmor auf einem 1,50 Meter hohen Sockel aus Granit steht seit 1925 in dem Fischerbrunnen, den noch Felderhoff als rechteckiges Bassin entworfen hatte. Der als Aktfigur modellierte athletische Fischer zieht leicht nach vorn gebeugt kraftvoll ein Netz empor.<\/p>\n<p>Historischer Hintergrund der Figur sind die Stralauer Fischer und ihr ber\u00fchmter \u201eStralauer Fischzug\u201c, der seit 1574 allj\u00e4hrlich am 24. August, dem Bartholom\u00e4ustag, stattfand. Der Zug beging feierlich das Anfischen nach der j\u00e4hrlichen Schonzeit zwischen Ostern und Bartholom\u00e4us, die Kurf\u00fcrst Johann Georg von Brandenburg in einem Edikt vom 22. Februar 1574 verf\u00fcgt hatte. Am 23. August 1873 verbot der Stralauer Amtsvorsteher das Fest, da es in immer w\u00fcstere Saufgelage und Schl\u00e4gereien ausartete. 1923 lebten die Feierlichkeiten nochmals kurzzeitig auf.<br \/>\n(mehr <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reinhold_Felderhoff\">hier<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p><a title=\"Fischerbrunnen by mitue, on Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/278395370\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm1.static.flickr.com\/88\/278395370_70e3dd9523.jpg\" border=\"0\" alt=\"Fischerbrunnen\" width=\"500\" height=\"345\" \/><\/a><br \/>\nFischerbrunnen, 1916<\/p>\n<blockquote><p>Diana ist in klassischer Nacktheit dargestellt und durch ihr Attribut, den K\u00f6cher, den sie sich umlegt, als G\u00f6ttin der Jagd ausgewiesen.<br \/>\nIn Schleswig steht eine Dauerleihgabe der Nationalgalerie Berlin aus dem Jahre 1910. Eine leicht verkleinerte Wiederholung in Marmor entstand 1917. Sie soll bis 1940 im Besitz der Nationalgalerie gewesen sein und kam sp\u00e4ter nach Brandenburg, wo sie heute im Theaterpark aufgestellt ist. Ein weiterer Bronzeabguss entstand f\u00fcr den Kunstbesitz Hermann G\u00f6rings in Karinhall. Dieses Exemplar steht seit 1963 im Wr\u00f6hm\u00e4nnerpark Spandau.<br \/>\n(aus: Katalog <em>Ethos und Pathos &#8211; Die Berliner Bildhauerschule 1786 &#8211; 1914<\/em>)<\/p><\/blockquote>\n<p><a title=\"Diana by mitue, on Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/3586576088\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3617\/3586576088_0359af674d.jpg\" border=\"0\" alt=\"Diana\" width=\"500\" height=\"380\" \/><\/a><br \/>\nDiana im Schlosspark Gottorf in Schleswig, Erstfassung 1898<\/p>\n<blockquote><p>Die Siegesallee-Auftr\u00e4ge waren in der Berliner Bildhauerschule wegen der Bezahlung und des Renommees \u00fcberaus begehrt; um einen Auftrag zu erhalten, \u201everleugneten die meisten [Bildhauer] ihre k\u00fcnstlerische \u00dcberzeugung [&#8230;].\u201c Reinhold Felderhoff erhielt seinen Auftrag ohne Bewerbung. Sein Schwager Robert Baerwald hatte den Zuschlag f\u00fcr die Denkmalgruppe 15 mit Kurf\u00fcrst Friedrich I. bekommen und verstarb noch vor Beginn der Arbeiten. Daraufhin verhandelte Felderhoff mit dem Kaiser um den Nachfolgezuschlag. Den erhielt dann zwar Ludwig Manzel, aber Felderhoff bekam den Auftrag f\u00fcr die Denkmalgruppe 6 mit Markgraf Johann II. (1237 (?) \u2013 10. September 1281), dem die historische Kommission der Siegesallee unter Leitung von Reinhold Koser die beiden Nebenfiguren Graf G\u00fcnther I. von Lindow und Ruppin (? \u2013 1284) sowie den Berliner Fernh\u00e4ndler und Ratsmann Konrad Belitz (? {Ersterw\u00e4hnung 1288} \u2013 1308) zuordneten.<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reinhold_Felderhoff\">hier<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p><a title=\"Markgraf Johann II by mitue, on Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/3589087943\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2424\/3589087943_e0a1d0f54c_o.jpg\" border=\"0\" alt=\"Markgraf Johann II\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><br \/>\nMarkgraf Johann II im Lapidarium<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.unterwegs-in-berlin.de\/figuren-von-der-ehemaligen-siegesallee-auf-der-zitadelle-spandau\/\">Skulpturenreste von der Siegesallee<\/a> sind jetzt nicht mehr im Lapidarium zu sehen. Sie werden nach Restaurierung in der Spandauer Zitadelle ausgestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der letzten gr\u00f6\u00dferen Werke Reinhold Felderhoffs war der \u201eStralauer Fischer\u201c von 1916 f\u00fcr das neue Rathaus Treptow (Neue Krugallee\/Ecke Bulgarische Stra\u00dfe) in Berlin. Die zwei Meter hohe Skulptur aus Marmor auf einem 1,50 Meter hohen Sockel aus Granit steht seit 1925 in dem Fischerbrunnen, den noch Felderhoff als rechteckiges Bassin entworfen hatte. 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