{"id":6896,"date":"2018-12-14T18:17:03","date_gmt":"2018-12-14T17:17:03","guid":{"rendered":"http:\/\/mitue.de\/?p=6896"},"modified":"2018-12-14T18:21:26","modified_gmt":"2018-12-14T17:21:26","slug":"harald-metzkes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitue.de\/?p=6896","title":{"rendered":"Harald Metzkes"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><a href=\"https:\/\/kunstforum.berlin\/2119-2\/\">Ein musisches Kabinett zum 90.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/32442507948\/in\/dateposted\/\" title=\"Glaucus\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm5.staticflickr.com\/4870\/32442507948_8a00deacef.jpg\" width=\"500\" height=\"464\" alt=\"Glaucus\"><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/DamenConvLex-1834\/A\/Glaukos,+Glaukus+(Mythologie)\">Glaucus<\/a>, 2009<\/p>\n<blockquote><p>Weiland war ich indes ein Sterblicher; aber schon damals<br \/>\nWohl mit dem Meere vertraut und stets in den Fluten besch\u00e4ftigt.<br \/>\nDenn bald zog ich daher die fischumfangenden Netze,<br \/>\nBald, auf Felsen gesetzt, bewegt&#8216; ich am Rohre die Angel.<br \/>\nEine gr\u00fcnende Wiese begrenzt die Gestade des Meeres,<br \/>\nDa\u00df hier Wogen den Rand und dort ihn g\u00fcrten die Kr\u00e4uter,<br \/>\nWelchen nie ein geh\u00f6rnetes Rind mit der Zunge verletzt hat;<br \/>\nNoch das friedsame Schaf und die struppige Ziege gerupfet,<br \/>\nNie dort trug die gesch\u00e4ftige Bien&#8216; aus w\u00fcrzigem Kelche;<br \/>\nNie auch wand man dem Haupt hochfestliche Blumen und niemals<br \/>\nM\u00e4hete dort mit der Sichel die Hand. Ich selber der erste<br \/>\nSetzt&#8216; auf den Rasen mich hin, bis die triefenden Garne getrocknet.<br \/>\nUm nach der Ordnung indes die gefangenen Fische zu mustern<br \/>\nGo\u00df ich im Grase sie aus, die sowohl in die Netze der Zufall,<br \/>\nAls leichtgl\u00e4ubiger Sinn zur gebogenen Angel gef\u00fchret.<br \/>\nScheinen mag&#8217;s wie erdichtet; allein was frommt mir Erdichtung?<br \/>\nKaum war ber\u00fchret das Gras, so beginnt mein Fang sich zu regen,<br \/>\nWirft sich von Seite zu Seit&#8216; und strebt, wie im Meer, auf dem Lande.<br \/>\nW\u00e4hrend ich dies anschauend bewundre, fliehet der ganze<br \/>\nSchwarm in die Flut, den Eigner zugleich und das Ufer verlassend.<br \/>\nUnd ich erstaun&#8216;, und forsche des Dings Ursache mit Zweifel,<br \/>\nOb dies irgendein Gott, ob der Saft es gewirket des Krautes.<br \/>\nWas hat aber das Kraut f\u00fcr Tugenden? sprach ich und rupfte<br \/>\nGr\u00fcne Gew\u00e4chs&#8216; in der Hand und kaute sie zwischen den Z\u00e4hnen.<br \/>\nKaum noch hatte die Kehle die seltsamen S\u00e4fte gekostet,<br \/>\nAls ich empfand, da\u00df pl\u00f6tzlich die innerste Brust mir erbebte,<br \/>\nUnd nach andrer Natur mein Herz aufwallte vor Sehnsucht.<br \/>\nStillstehn konnt&#8216; ich nicht l\u00e4nger: O Land, nie wieder besuchtes,<br \/>\nLebe mir wohl! so rief ich und tauchte den Leib in die Wogen.<br \/>\nG\u00f6tter des Meers empfahn mich w\u00fcrdigend gleicher Verehrung;<br \/>\nUnd zu Ozeanus flehn sie und Tethys, da\u00df sie mir nehmen,<br \/>\nWas ich noch Sterbliches trage.<br \/>\n(<a href=\"https:\/\/www.textlog.de\/35376.html\">Ovid, Glaukus und Scylla<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>   Beatrice hatte nun die Augen ganz und gar auf die ewigen<br \/>\nSph\u00e4ren gerichtet; und ich, der ich die meinen nun doch wie-<br \/>\nder von dort oben zur\u00fccklenken musste, sah fest auf sie.<br \/>\n   Als ich sie so anblickte, wurde mir innerlich zumute wie<br \/>\nGlaucus, nachdem er von dem Kraut gekostet hatte, das ihn<br \/>\nden G\u00f6ttern im Meer gleich werden lie\u00df.<br \/>\n(Dante, Die G\u00f6ttliche Kom\u00f6die &#8211; Paradies)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein musisches Kabinett zum 90. 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