{"id":873,"date":"2009-12-14T17:49:47","date_gmt":"2009-12-14T16:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/mitue.de\/?p=873"},"modified":"2009-12-14T17:58:31","modified_gmt":"2009-12-14T16:58:31","slug":"haltestellen-furs-sehen-und-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitue.de\/?p=873","title":{"rendered":"Haltestellen f\u00fcrs Sehen und Denken"},"content":{"rendered":"<p>(Der Kunsthistoriker <a>Hans Dickel<\/a> \u00fcber Trends im \u00f6ffentlichen Raum, <a href=\"http:\/\/www.zitty.de\/\">Zitty<\/a> 25\/2009)<\/p>\n<blockquote><p><em>Ist Berlin f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum eine besondere Stadt?<\/em><br \/>\nDie Stadt hat viel \u00f6ffentlichen Raum, viel Kunst und eben auch viel Kunst im \u00f6ffentlichen Raum. F\u00fcr Touristen ist sie so etwas wie ein historischer Themenpark, daran k\u00f6nnen K\u00fcnstler ganz gut andocken.<br \/>\n<em>Sind wir nicht l\u00e4ngst \u00fcbers\u00e4ttigt von dieser Kunst?<\/em><br \/>\nNein, denn die Ans\u00e4tze haben sich ge\u00e4ndert. F\u00fcr die 60er Jahre hat man scherzhaft von einer &#8222;Invasion aus den Ateliers&#8220; gesprochen. F\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum stand \u00f6ffentliches Geld zur Verf\u00fcgung, das haben die K\u00fcnstler auch ausgesch\u00f6pft.<br \/>\n<em>Kann die Kunst der Kommerzialisierung des Stadtraumes etwas entgegensetzen oder ist sie dazu verdammt, Teil des Spektakels zu sein?<\/em><br \/>\nDie Kunst war schon immer Teil des Spektakels und in der Geschichte wurde sie auch deswegen in Auftrag gegeben. <strong>Heute kann gute Kunst im \u00f6ffentlichen Raum das Tempo drosseln, eine Art &#8222;Haltestelle&#8220; bieten f\u00fcr eigenst\u00e4ndiges Sehen und Denken.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><a title=\"DB-Gaul von mitue bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/528099709\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm2.static.flickr.com\/1097\/528099709_16d946085e.jpg\" border=\"0\" alt=\"DB-Gaul\" width=\"500\" height=\"335\" \/><\/a><br \/>\nEine der h\u00e4sslichsten Skulpturen Berlins. Wie wird man so etwas los? (Zitty, Kito Nedo)<br \/>\nVolksbegehren gegen die Deutsche Bahn halte ich f\u00fcr aussichtslos. (Dickel)<\/p>\n<blockquote><p><em>Hat Kunst im \u00f6ffentlichen Raum kein Verfallsdatum? Sollte man bei manchen Werken nicht eine Deinstallation bedenken? <\/em><br \/>\nNein, ich finde es im Gegenteil wichtig, dass Kunstwerke im \u00f6ffentlichen Raum vertraglich gesichert sind. Viel zu oft muss man die Kommune dr\u00e4ngen, ihrer Verpflichtung zum Erhalt nachzukommen. Denken sie etwa an die &#8222;Orte des Erinnerns&#8220; von Renata Stih und Frieder Schnock im Bayrischen Viertel, ein international bekanntes Denkmal, das an die Repressionen und Deportation der Sch\u00f6neberger Juden in der Nazizeit erinnert. Seine vielen Bild- und Texttafeln wurden in den letzten Jahren besch\u00e4digt oder verfielen, ohne dass sich die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden darum gek\u00fcmmert h\u00e4tten.<br \/>\n<em>Also ist grunds\u00e4tzlich alles erhaltenswert?<\/em><br \/>\nJa, fast alles, bis auf eine Sache: die bunten Berliner &#8222;Buddy-B\u00e4ren&#8220;. Die geh\u00f6ren tats\u00e4chlich kollektiv entsorgt.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Der Kunsthistoriker Hans Dickel \u00fcber Trends im \u00f6ffentlichen Raum, Zitty 25\/2009) Ist Berlin f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum eine besondere Stadt? Die Stadt hat viel \u00f6ffentlichen Raum, viel Kunst und eben auch viel Kunst im \u00f6ffentlichen Raum. F\u00fcr Touristen ist sie so etwas wie ein historischer Themenpark, daran k\u00f6nnen K\u00fcnstler ganz gut andocken. 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