{"id":9309,"date":"2023-08-13T15:09:06","date_gmt":"2023-08-13T14:09:06","guid":{"rendered":"https:\/\/mitue.de\/?p=9309"},"modified":"2023-08-13T15:11:45","modified_gmt":"2023-08-13T14:11:45","slug":"rohkunstbau-28-in-altdoebern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mitue.de\/?p=9309","title":{"rendered":"Rohkunstbau 28 in Altd\u00f6bern"},"content":{"rendered":"<p><em>Ich war schon seit je \u00fcberzeugt, da\u00df jeder Augenblick, den ich erlebe, den ich vertue und der unn\u00fctz verstreicht, irgendwo gespeichert wird und mir irgendwann zugute kommen w\u00fcrde, sobald ich diese selbstlosen Ersparnisse brauchte. Und selbst wenn ich es dauernd hinausschob, die Unmengen von Sekunden, Tagen und Jahren, die sich dort ohne mein Zutun angesammelt hatten, von der Zeitbank abzuheben und zu nutzen, war mir doch nicht unwichtig, da\u00df es jene Bank gab. Schlie\u00dflich ist der reichste Mann der Welt nicht der, der am meisten i\u00dft oder sich am besten kleidet, sondern der, dem dies jederzeit freisteht.<\/em><br \/>\n(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ana_Blandiana\">Ana Blandiana<\/a>, Auf dem Lande)<\/p>\n<p>Leider ist es nicht so wie es Ana Blandiana beschreibt. Nutzlos vertane Zeit bleibt vertan. Man kann sie eben nicht auf ein Konto bringen und bei Bedarf abheben. Zweimal haben wir schon Anlauf genommen, um die Rohkunstbau-Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.rohkunstbau.net\">Endlich Frieden!<\/a> in Altd\u00f6bern zu besuchen, zweimal machte uns die Regionalbahn mit Ausf\u00e4llen und Versp\u00e4tungen einen Strich durch die Rechnung. Heute hat es endlich geklappt. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53112267707\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 09\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53112267707_8eae497f50.jpg\" width=\"500\" height=\"500\" alt=\"Altd\u00f6bern 09\"\/><\/a><\/p>\n<p>In der Ausstellung \u00e4rgert mich das Banksy-Werk. Ein von ihm bespr\u00fchter st\u00e4dtischer Elektroverteilerkasten wurde dem urbanen Raum entnommen und in einem Schlosssaal platziert. Schwachsinn! <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53113351913\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 10\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53113351913_1b3c9c5bc8.jpg\" width=\"500\" height=\"500\" alt=\"Altd\u00f6bern 10\"\/><\/a><\/p>\n<p>Es sind die Arbeiten von <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/olena_pronkina\/?hl=de\">Olena Pronkina<\/a>, bei denen wir l\u00e4nger verweilen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53112269842\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 18\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53112269842_6fba1998e8.jpg\" width=\"500\" height=\"349\" alt=\"Altd\u00f6bern 18\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53113266890\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 19\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53113266890_bbb7718a11.jpg\" width=\"500\" height=\"355\" alt=\"Altd\u00f6bern 19\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53112271437\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 29\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53112271437_b6669b762f.jpg\" width=\"500\" height=\"500\" alt=\"Altd\u00f6bern 29\"\/><\/a><\/p>\n<p><em>Olena Pronkina wurde 1988 in Taschkent (Usbekistan) als Kind ukrainischer Eltern geboren. Bis zum Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine arbeitete sie in Kiew. Von dort floh sie nach Lwiw und im Juni vergangenen Jahres nach Berlin. Pronkina malt Parallelwelten von sich ver\u00e4stelnden Traumlandschaften in ged\u00e4mpften Farben. Eindeutig sind ihre Reminiszenzen an die Florentiner Freskomalerei der Renaissance. In diesen Maltechniken wurde sie einst ausgebildet. Ihre Bilder verweisen auf vergangene Zeiten im sowjetischen Einflussbereich \u2013 zum Teil mit direkten Referenzen auf die DDR. Seit ihrer Flucht haben sich ihre Arbeiten ver\u00e4ndert. Die bereits in Berlin entstandene Serie \u201eDew to the Sun\u201c, die beim 28. Rohkunstbau zu sehen ist, referiert auf eine Zeile der ukrainischen Hymne und stammt aus einem Gedicht von Tschubynskyj aus dem Jahr 1862. Auf ihren Gem\u00e4lden sind K\u00f6rperfragmente zu sehen, H\u00e4nde, K\u00f6pfe in die Welt geworfen zwischen Resten von Pflanzen \u2013 viel Schwarz ist den Farben beigemischt. In ihren Tonplastiken formt sie Gesichter, die an Totenmasken erinnern &#8211; in sich gekehrt. Schauen sie den Betrachter noch an oder sind sie im Gebet versunken? Endlich Frieden!\u00a0<\/em><\/p>\n<p><ahref=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53112270237\/in\/dateposted\/\" title=\"Altd\u00f6bern 21\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53112270237_0da507f533.jpg\" width=\"500\" height=\"336\" alt=\"Altd\u00f6bern 21\"\/><\/a><\/p>\n<p>Uns war bewusst, dass es nicht leicht wird, in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altd\u00f6bern\">Altd\u00f6bern<\/a> essen zu gehen. In der Orangerie des Schlosses ist zwar ein Restaurant, aber ein Schild am Eingang weist uns darauf hin, dass es nur f\u00fcr solche G\u00e4ste etwas zu essen gibt, die vorher reserviert haben. Wahrscheinlich hat man vor 33 Jahren vergessen, das Schild abzunehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53113263655\/in\/photolist-2oUoCK4-2oVmhYU-2oVmgWd-2oVrQ88-2oVmgTT-2oVropM-2oVmgPV-2oVpgam-2oVro4r-2oVmgxC-2oVmgxc-2oVmgqo-2oVrnNS-2oVrPxW-2oVmgeb-2oVrnFs-2oVpfse-2oVrnq2-2oVrP5M-2oVrP5g-2oVrngj-2oVmfMz-2oVrnbQ-2oVmfDU-2oVrmR6-2oVrmQj\" title=\"Altd\u00f6bern 01\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53113263655_916ef3d2ea.jpg\" width=\"500\" height=\"352\" alt=\"Altd\u00f6bern 01\"\/><\/a><\/p>\n<p>Am Rand der kleinen Ortschaft entdecken wir das ehemalige Kulturhaus. Darin befindet sich jetzt ein <a href=\"https:\/\/kultberg.com\">Restaurant KULTBERG<\/a> mit einem gro\u00dfen Veranstaltungssaal und einem Biergarten. Es ist ge\u00f6ffnet! Gabi isst den Burger des Monats, einen Spreewald-\u00d6si. Der Wirt wirbt f\u00fcr ein Archie Lee Hooker-Konzert im September. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53112275092\/in\/photolist-2oUoCK4-2oVmhYU-2oVmgWd-2oVrQ88-2oVmgTT-2oVropM-2oVmgPV-2oVpgam-2oVro4r-2oVmgxC-2oVmgxc-2oVmgqo-2oVrnNS-2oVrPxW-2oVmgeb-2oVrnFs-2oVpfse-2oVrnq2-2oVrP5M-2oVrP5g-2oVrngj-2oVmfMz-2oVrnbQ-2oVmfDU-2oVrmR6-2oVrmQj\" title=\"Altd\u00f6bern 32\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53112275092_662642973d.jpg\" width=\"500\" height=\"494\" alt=\"Altd\u00f6bern 32\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/mitue\/53113263610\/in\/photolist-2oUoCK4-2oVmhYU-2oVmgWd-2oVrQ88-2oVmgTT-2oVropM-2oVmgPV-2oVpgam-2oVro4r-2oVmgxC-2oVmgxc-2oVmgqo-2oVrnNS-2oVrPxW-2oVmgeb-2oVrnFs-2oVpfse-2oVrnq2-2oVrP5M-2oVrP5g-2oVrngj-2oVmfMz-2oVrnbQ-2oVmfDU-2oVrmR6-2oVrmQj\" title=\"Altd\u00f6bern 03\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/live.staticflickr.com\/65535\/53113263610_7b06f72f16.jpg\" width=\"500\" height=\"373\" alt=\"Altd\u00f6bern 03\"\/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war schon seit je \u00fcberzeugt, da\u00df jeder Augenblick, den ich erlebe, den ich vertue und der unn\u00fctz verstreicht, irgendwo gespeichert wird und mir irgendwann zugute kommen w\u00fcrde, sobald ich diese selbstlosen Ersparnisse brauchte. 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