September 2nd, 2010

Grabstätte Hulke

Kriegerehrenmal von Hermann Möller, 1923
Trauer-Ordnung
(aus Johann Gottfried Gädicke Berlin 1806, hier)
Nach dem Circulare an sämmtliche Inspectores der Churmark vom 8 Juli 1802, ist das öffentliche Ausstellen der Leichen, so wie überhaupt die Öffnung der Särge bey den Begräbniß-Ceremonien, als der Gesundheit nachtheilig, allgemein verboten. Das Singen der Schulkinder bey den Leichen ist ebenfalls untersagt.
Tags: Friedhof
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September 1st, 2010
Es gibt zwei Meleager-Statuen in Berlin. Die Künstler sind unbekannt.

Tierpark

Eber von Fritz Behn im Zoologischen Garten
Meleager und die Eberjagd
…
Jetzt legte Atalante einen Pfeil auf ihren Bogen und sandte ihn dem Tier in das Gebüsch nach. Das Rohr traf den Eber unter dem Ohr, und zum erstenmal rötete Blut seine Borsten. Meleager sah die Wunde zuerst und zeigte sie jubelnd seinen Gefährten: »Fürwahr, o Jungfrau«, rief er, »der Preis der Tapferkeit gebühret dir!« Da schämten sich die Männer, daß ein Weib ihnen den Sieg streitig machen sollte, und alle zumal warfen ihre Speere; aber gerade dieser Schwarm von Geschossen verhinderte die Würfe, das Tier zu treffen. Mit stolzen Worten erhob jetzt der Arkadier Ankaios die doppelte Streitaxt mit seinen beiden Händen und stellte sich, zum Hieb ausholend, auf die Zehen. Aber der Eber stieß ihm die beiden Hauer in die Weichen, ehe er den Streich vollführen konnte, und er stürzte, von Blut gebadet, mit entblößtem Gedärmen auf den Boden. Dann warf Iason seinen Speer; allein diesen lenkte der Zufall in den Leib des Keladon. Endlich schoß Meleager zwei Speere hintereinander ab. Der erste fuhr in den Boden, der zweite dem Eber mitten in den Rücken. Das Tier fing an zu toben und sich im Kreise zu drehen. Schaum und Blut quoll aus seinem Munde, Meleager versetzte ihm mit dem Jagdspieß eine neue Wunde in den Hals, und nun fuhren ihm von allen Seiten die Spieße in den Leib. Der Eber, weit auf der Erde ausgestreckt, wälzte sich sterbend in seinem Blute. Meleager stemmte seinen Fuß auf den Kopf des Getöteten, streifte mit Hilfe seines Schwertes die borstige Hülle seines Rückens vom Leibe des Tieres nieder und reichte sie mitsamt dem abgehauenen Haupte, aus dem die mächtigen Hauer hervorschimmerten, der tapferen Arkadierin Atalante.
…
(… und die ganze Geschichte steht hier bei Gustav Schwab)

Schlossinsel Köpenick

Tags: Mythologie
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August 31st, 2010

Die Temporäre Kunsthalle Berlin hat nach Ansicht von Gerald Matt, dem Direktor der Wiener Kunsthalle, ein wichtiges Zeichen für zeitgenössische Kunst gesetzt: “Es geht um das Grundsätzliche, nämlich eine Diskussion auszulösen über die Rolle zeitgenössischer Kunst für Berlin und in Berlin.” Das Projekt habe bewiesen, dass neben den großen “Museumstankern” auch eine Art “Schnellboot”, mit dem man flexibel reagieren könne, für die Kunstszene der Stadt von großem Nutzen ist.
(mehr hier)


Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat grundsätzlich seinen Willen kundgetan, eine Kunsthalle in Berlin zu ermöglichen – die konkreten Umsetzungsfragen werden die Stadt aber noch eine Weile beschäftigen, naturgemäß ist die Frage des künftigen Standorts sehr umstritten. Ein weiteres Provisorium ist deswegen nicht auszuschließen, und die Pessimisten schließen schon Wetten darüber ab, was sich länger verzögern wird: der Neubau des Stadtschlosses in seiner historischen Fassade oder die Errichtung einer Kunsthalle für Berlin.
(mehr hier)

Tags: Kunsthalle
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August 30th, 2010


Für immer?
Als stolzes Paar kamen sie her,
Liebend, vertrauend, verbunden.
Der Glanz in den Augen erscheint nicht mehr,
Die Kränkungen sind nicht verwunden.
Wo und wann lief es denn schief?
Tanz der Liebe, Jahr um Jahr?
Wollten hoch hinaus und fielen tief,
Sind in der Krise, aber immer noch Paar.
(Jürgen Berlin)




Tags: Jürgen Berlin, Lyrik
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August 29th, 2010
Die Berlinische Galerie zeigt das vielfältige Schaffen der Bildhauerin Ursula Sax.

Ursula Sax, Looping
Zu verstehen ist das kaum. Da präsentiert die Berlinische Galerie das Lebenswerk einer Berliner Bildhauerin – vielfältig, eindrucksvoll, selbst im fünfzigsten Jahr ihres Schaffens frisch und überzeugend. Und doch hat man von ihr noch nie gehört oder höchstens zufällig Arbeiten gesehen. Die dynamisch geschwungene Stahlskulptur „Looping“ in der Nordkurve der Avus, gleich hinter dem Messegelände, kennt in Berlin wohl jeder motorisierte Ankömmling aus dem Westen, hat sie aber eher als Stadtmobiliar abgetan, als gefällige Kunst im öffentlichen Raum.

Ursula Sax (rechts neben Jörn Merkert und Mercedes Vostell), Extremadura Okt. 2007
Die zweite prägende Kraft im Werk stellt Hans Uhlmann dar. Die Einkreisung des Raums, die Bändigung auseinanderstrebender Kräfte, die der Berliner Bildhauer machtvoll in Stahl zwang, erprobte die junge Künstlerin im ihr gewohnten Material. Statt mit Metall arbeitete sie mit Holz, statt mit dem Schweißgerät mit Fugen und Zapfen. Das Archaische stählerner Skulpturen verflüchtigt sich bei ihr, ein spielerisches Moment, ja Bewegung kommt hinein. Plötzlich ist das fliegende Haar von Sambatänzerinnen in einer Figurengruppe zu erkennen, die fortschreitende Silhouette des Duchamp’schen „Aktes, eine Treppe hinabsteigend“ oder der kollektive Flügelschlag von Zugvögeln. Die Reihenfotografie eines Eward Muybridge erscheint umgesetzt in die dritte Dimension. Der Besucher soll selbst die Skulptur in Bewegung versetzen, einen Drehmechanismus betätigen, sodass er das Auf und Ab der Flügel real vor sich hat.
(Zitate aus dem Tagesspiegel von Nicola Kuhn, mehr hier)

Vogelflug, 1975
Tags: "Berlinische Galerie", Ursula Sax
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August 28th, 2010
Lange Nacht der Museen,
wie wäre es z.B. mit der klassizistischen Skulpturensammlung in der Friedrichwerderschen Kirche ?

Johann Gottfried Schadow von Hugo Hagen, 1869

Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow, 1795
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August 27th, 2010
Die wegen ihrer NS-Symbole bekannte Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Mariendorf öffnet ab 21. August als temporäre Kunsthalle. Zu sehen seien Werke von sieben modernen Künstlern, die den Kirchenraum kommentieren und sich so im weitesten Sinne mit der NS-Zeit auseinandersetzen, sagte Horst Pfander von der Stadtentwicklungsgesellschaft Stattbau am 12. August in Berlin.
(hier mehr)

SOOKI Koeppel

Ute Faber
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August 26th, 2010
Adolf Brütt
Der Fischer ist wieder da

Komisch. Eigentlich müsste der Fischer doch weg sein, aber wir haben es selbst gesehen: Er trägt auch in Flensburg immer noch schöne nasse Frauen durch die Gegend.
Tags: Adolf Brütt, Flensburg
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August 25th, 2010

“Einsamer nie als im August”,
Ich habe, bin verloren,
Suche Rausch und suche Lust,
sterbe dahin und werde geboren.
Träge Nächte, mild und reich,
Wo vieles sich vereint im Glück,
Meeresrauschen, Süden, weich
sich gebend, Blick zurück.
Schlaflosigkeit und Schwüle,
Flüchtiger Wünsche Häufung,
Warten auf des Nordens Kühle.
Glaube, Hoffnung, Täuschung.
(Jürgen Berlin,
nach einem Gedicht von Gottfried Benn)
Tags: Jürgen Berlin, Lyrik, Streetart
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August 24th, 2010
Als Spaziergänger kommt man nur sehr schwer zum Nolde-Atelier (Nolde-Stiftung Seebüll). Danke an Lina und Markus, die uns dorthin chauffierten.

Nolde-Garten, hinten sein Atelierhaus

Landschaft am Nolde-Atelier
Die Nolde Stiftung Seebüll läßt das historische Fischerboot von Emil Nolde originalgetreu nachbauen. Vor den Augen der Besucher werden am historischen Hof Hülltoft, nur wenige Schritte von Noldes Haus Seebüll entfernt, nach alter Bootsbauertradition Planken zugeschnitten und über offenem Feuer geformt, werden Nägel getrieben und das Boot kalfatert. „Mit dem Nachbau des Nolde-Bootes können wir neben dem historischen Noldehaus und dem Garten des Malers einmal mehr die Alltagswelt Emil Noldes lebendig werden lassen“, freut sich Prof. Dr. Manfred Reuther, Direktor der Nolde Stiftung Seebüll

… ein anderes Boot
Tags: Emil Nolde
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