Harald Metzkes

Dezember 14th, 2018

Ein musisches Kabinett zum 90.

Glaucus
Glaucus, 2009

Weiland war ich indes ein Sterblicher; aber schon damals
Wohl mit dem Meere vertraut und stets in den Fluten beschäftigt.
Denn bald zog ich daher die fischumfangenden Netze,
Bald, auf Felsen gesetzt, bewegt‘ ich am Rohre die Angel.
Eine grünende Wiese begrenzt die Gestade des Meeres,
Daß hier Wogen den Rand und dort ihn gürten die Kräuter,
Welchen nie ein gehörnetes Rind mit der Zunge verletzt hat;
Noch das friedsame Schaf und die struppige Ziege gerupfet,
Nie dort trug die geschäftige Bien‘ aus würzigem Kelche;
Nie auch wand man dem Haupt hochfestliche Blumen und niemals
Mähete dort mit der Sichel die Hand. Ich selber der erste
Setzt‘ auf den Rasen mich hin, bis die triefenden Garne getrocknet.
Um nach der Ordnung indes die gefangenen Fische zu mustern
Goß ich im Grase sie aus, die sowohl in die Netze der Zufall,
Als leichtgläubiger Sinn zur gebogenen Angel geführet.
Scheinen mag’s wie erdichtet; allein was frommt mir Erdichtung?
Kaum war berühret das Gras, so beginnt mein Fang sich zu regen,
Wirft sich von Seite zu Seit‘ und strebt, wie im Meer, auf dem Lande.
Während ich dies anschauend bewundre, fliehet der ganze
Schwarm in die Flut, den Eigner zugleich und das Ufer verlassend.
Und ich erstaun‘, und forsche des Dings Ursache mit Zweifel,
Ob dies irgendein Gott, ob der Saft es gewirket des Krautes.
Was hat aber das Kraut für Tugenden? sprach ich und rupfte
Grüne Gewächs‘ in der Hand und kaute sie zwischen den Zähnen.
Kaum noch hatte die Kehle die seltsamen Säfte gekostet,
Als ich empfand, daß plötzlich die innerste Brust mir erbebte,
Und nach andrer Natur mein Herz aufwallte vor Sehnsucht.
Stillstehn konnt‘ ich nicht länger: O Land, nie wieder besuchtes,
Lebe mir wohl! so rief ich und tauchte den Leib in die Wogen.
Götter des Meers empfahn mich würdigend gleicher Verehrung;
Und zu Ozeanus flehn sie und Tethys, daß sie mir nehmen,
Was ich noch Sterbliches trage.
(Ovid, Glaukus und Scylla)

Beatrice hatte nun die Augen ganz und gar auf die ewigen
Sphären gerichtet; und ich, der ich die meinen nun doch wie-
der von dort oben zurücklenken musste, sah fest auf sie.
Als ich sie so anblickte, wurde mir innerlich zumute wie
Glaucus, nachdem er von dem Kraut gekostet hatte, das ihn
den Göttern im Meer gleich werden ließ.
(Dante, Die Göttliche Komödie – Paradies)

Kunst in Marzahn und Hellersdorf (17)

Dezember 5th, 2018

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Eisenholzstämme (Elisa Bracher, 2000)

Spaz20181205 05

“My Favorite Verb is to Build”: The majestic minimalism of Elisa Bracher

Kommunale Galerien in Berlin (19)

Dezember 5th, 2018

Ausstellungszentrum Pyramide

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aktuelle Ausstellung: VISIONEN 2.2

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Figur I (Marc Pospiech)

Max Beckmann

Dezember 2nd, 2018

Das Vermächtnis Barbara Göpel

Im März 2018 erhielten die Staatlichen Museen zu Berlin durch letztwillige Verfügung der Kunsthistorikerin Barbara Malwine Auguste Göpel (1922–2017) ein bedeutendes Konvolut aus zwei Gemälden, 46 Zeichnungen und 52 druckgraphischen Werken Max Beckmanns.

Max Beckmann

Barbara Göpel war die Witwe des Kunsthistorikers Dr. Erhard Göpel, dessen Rolle im Nationalsozialismus zutiefst ambivalent erscheint: Zwar war er seit Februar 1942 für den „Sonderauftrag Linz“ aktiv am NS-Kunstraub beteiligt, doch schützte Göpel zugleich seinen als „entartet“ diffamierten Künstlerfreund Max Beckmann vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Nach 1945 machte sich das Ehepaar Göpel um die Forschung zur Kunst der Klassischen Moderne verdient.

ABC des Reisens

Dezember 1st, 2018

Wo fahre ich hin und was gucke ich mir an? – Fragen, die permanent auf Reisen gestellt werden und die auch die Reiseliteratur beschäftigen. Die Kunstbibliothek in Berlin zeigt ein Panorama der Geschichte des Reisens, in der es auch immer um das Zeigen von Erlebnissen ging.
(mehr hier)

ABC des Reisens

In den Neuen Kunstspaziergängen gibt es z.B. folgende Reiseberichte (eine Auswahl):

Aarhus
Apulien
Azoren
Bad Frankenhausen
Bornholm
Breslau
La Palma
Fuerteventura
Franken, insbesondere Bamberg
Halle (Saale)
Istanbul
Konstanz und Heidelberg
Kopenhagen
Krakau
Lanzarote
Lissabon
Liverpool
Lübeck
Madeira
Magdeburg
Malta
Marseille
Oslo
Urlaub an der Nordsee
Paphos (Zypern)
Prag
Rom
Sachsen
Sardinien
Südengland
Stockholm

Evoking Reality

Dezember 1st, 2018

Konstitution von Wirklichkeit in Fotografie und Videokunst

Evoking Reality

Divine Territory

November 30th, 2018

JV

Jorinde Voigt

Jorinde Voigt in der St.-Matthäus-Kirche Berlin

„… und des Menschen Größe“

November 28th, 2018

Ein Mappenwerk mit Grafiken und Fotografien zu Gedichten von Johannes R. Becher
Grafikkmappen sind Ausstellungen im Kleinen. Zwischen Deckel und Boden schwebt das Potenzial, ein Thema, eine ldee tiefgehend und facettenreich in Bildern zu fassen. Massenorganisationen und politische Institutionen der DDR haben im Laufe ihrer 40 Jahre zahlreiche Grafikkmappen in Auftrag gegeben. lm Kunstarchiv Beeskow liegt ein aussagekräftiger Bestand solcher Mappenwerke mit Beispielen aus allen vier Jahrzehnten. Daran abzulesen ist die Entwicklung der Themenproduktion der DDR-Kulturpolitik, aber auch wie unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler mit diesen Setzungen umgegangen sind, wo die Grenzen des Sagbaren verliefen, wo Spielräume gewährt wurden.

Auch die Mappe „… und des Menschen Größe. Grafiken und Fotografien zu Gedichten von Johannes R. Becher“ (1988) ist in diesem Zusammenhang zu sehen. „Schritt der Jahrhundertmitte“ (1958), der letzte Gedichtband den Becher vor seinem Tod schuf, diente 21 Künstlerinnen und Künstlern als Ausgangspunkt ihrer Arbeit.
(Ausstellungsinformation)

Biesdorf 3

Einundzwanzig namhafte Künstler der DDR setzten sich intensiv mit Gedichten Johannes R. Bechers (1891–1958) auseinander – und damit auch mit der widersprüchlichen, ja geradezu zerrissenen Person dieses sensiblen Poeten auf der einen und des linientreuen Sozialisten und hohen DDR-Kunst-Funktionärs nach den Exiljahren in der UdSSR auf der anderen Seite.
(Mehr hier)

Biesdorf 4

Künstlerräume

November 25th, 2018

Hinter dem Giesshaus 1
Januar 2007

Bastion Bastian
September 2007

Unsere letzte Ausstellung Am Kupfergraben stellt in Räumen, die den Werken einzelner Künstler gewidmet sind, divergierende, motivische Denkbilder vor. Der Dialog zwischen den Arbeiten von Joseph Beuys und Anselm Kiefer ist eines der wesentlichen Motive der Ausstellung.
(mehr hier)

Kiefer
Anselm Kiefer (ich halte alle indien in meiner Hand, 1990)

White Mannheim II
Mark Alexander (White Mannheim II, 2010)

Im Museum Nikolaikirche

November 24th, 2018

Museum Nikolaikirche 5

Hannah-Höch-Preis 2018: Christiane Möbus

Museum Nikolaikirche 4
et maintenant, 2018

Museum Nikolaikirche 3
memories of tomorrow, 2018

Hannah-Höch-Förderpreis 2018: Sunah Choi

Museum Nikolaikirche 2
Fenster, 2018