Ausflug nach Wedel (III) – Rudolf Höckner

Oktober 21st, 2021

Hamburg 065

Bei manchen ist ein Schuss Heimatstolz dabei, bei anderen ein Stück melancholische Erinnerung an ein Wedel, das vergangen ist. Und dritte finden sie einfach nur schön – die Bilder des Malers Rudolf Höckner (1864 bis 1942). Wohl kein anderer Künstler genießt bei so breiten Schichten der Bürgerinnen und Bürger der Rolandstadt so einmütige Anerkennung wie dieser Maler, der auf seinen Bildern ein zauberhaftes Wedel guter, alter Zeiten festgehalten hat. In vielen guten Stuben der Bürger hängt „ein Höckner“, in den Räumen der Stadt sind es gleich 272, ein Gutteil davon wird im Rathauskeller verwahrt – klimatisiert und kontrolliert.

Hamburg 068

Hamburg 070

Hamburg 077

Ausflug nach Wedel (II) – Roland

Oktober 21st, 2021

Hamburg 057

Seit über 500 Jahren steht die Roland-Statue als Zeichen der Marktgerechtigkeit auf dem Wedeler Marktplatz.

Hamburg 059

Liste der Rolandstatuen
Rolandstatuen in Deutschland

Rolandstatuen in den Kunstspaziergängen: Magdeburg, Brandenburg und Halle

Roland
Roland in Bremen

Vor der Kopie
Roland in Berlin (Kopie des „Roland von Brandenburg“)

Ausflug nach Wedel (I) – Johann Rist

Oktober 20th, 2021

Hamburg 036

Hamburg 037

Vor der Kirche steht ein Denkmal von Johann Rist. Er gilt neben Paul Gerhardt als der bedeutendste protestantische geistliche Dichter des 17. Jahrhunderts.

Hamburg 038

Höhren sie / das man bald von diesen / bald von jennen schönen und nützlichen Wissenschafften eine Unterredung anstellet / so sitzen sie da / wie die unvernünfftigen Rinder und Schöüsen / sperren Nase und Maul weit auff / höhren es zwahr an mit Verwunderung / wissen aber / wie andere / das allergeringste dazu nich zu sagen / oder derogleichen etwas fürzubringen
Die Jugend ist also ohne eine fundierte rhetorische Ausbildung mit gleichzeitigem Wissenserwerb in den relevanten Wissenschaften nicht konversationsfähig.
(aus: Johann Rists Monatliche Unterredungen als rhetorische Konversationsanleitung)

Hamburg 039

Der Opferstein am Riesenkamp

An der Ringelnatztreppe

Oktober 19th, 2021

Hamburg 013

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.
(Joachim Ringelnatz, 1933)

Hamburg 015

„Ein mir immer verlockender erscheinendes Jenseits“, hatte Rühmkorf in seinem 1995 erschienenen Tagebuch „Tabu I“ ausgemacht und sich vorgestellt, sich dort mit Joachim Ringelnatz und George Grosz beim Skat die Zeit zu vertreiben.
(hier)

Hamburg 014

Hamburg 016

Das Schicksal

Oktober 18th, 2021

Kunstwerke auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg, z. B.
Das Schicksal (Hugo Lederer, 1905)

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Friedrich Wilhelm I.

September 27th, 2021

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In Königs Wusterhausener Tiergarten gibt es einen Skulpturenpfad (schau z.B. hier).

Jetzt – endlich – kann man auch Friedrich Wilhelm I. in seinem Jagdrevier begrüßen.

Friedrich Wilhelm I. in seinem Jagdrevier

Fair Game

September 26th, 2021

The Tourist

Alexandra Bircken im Kesselhaus des KINDL Zentrum für zeitgenössische Kunst

Bircken 01

Wo endet die Haut, wo der Körper? Wo beginnt Kleidung? Und könnten die Schnittstellen und Schnittmengen zwischen beiden nicht ganz anders ausfallen und betrachtet werden? Bildhauerisch nährt [Alexandra Bircken] die Frage, was den menschlichen Körper eigentlich zusammenhält und wie er sich den neuen Herausforderungen einer technoid geprägten Umwelt stellt. Gipsmodellagen, Körperabgüsse, Schaufensterpuppen, Klei-dungsstücke verwandeln sich in menschliche Körperfragmente, aufgerissene Motorradkluften in körperartige Häutungen.
(„Alexandra Bircken – Was kommt, was bleibt“ von Sabine Maria Schmidt, Kunstforum International, Heft 277)

Bircken 06

Ein zentrales Thema in der künstlerischen Arbeit von Alexandra Bircken (*1967 in Köln, lebt in Berlin und München) ist die Haut – als zellulare Membran, als Organ und als Bekleidung, aber auch als Grenze zwischen Innen und Außen. Aus textilen Materialien, Maschinenteilen, Holz, Stahl oder auch Latex schafft die Künstlerin Skulpturen und Installationen, in denen sie das Verhältnis von Körper und Hülle und die Schnittstellen von Mensch und Maschine untersucht. Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin realisiert Alexandra Bircken im Kesselhaus des KINDL eine raumgreifende ortsspezifische Installation.

HR Giger & Mire Lee

September 24th, 2021

Die Ausstellung «HR Giger & Mire Lee» im Schinkel Pavillon zeigt ikonische Skulpturen, frühe Malereien und Zeichnungen des Alien-Schöpfers HR Giger im Zusammenspiel mit kinetischen Installationen der Künstlerin Mire Lee

Giger & Lee 03
HR Giger

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Mire Lee

Das tieranatomische Theater

September 23rd, 2021

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Villa
La Rotonda in Vicenza von Andrea Palladio

Für seine Pferdestudien ging Schadow auch in die neue Tierarzneischule, für die Langhans im Nordwesten auf dem Gelände eines ehemaligen Gartens Ställe, Wohnungen und ein Anatomisches Theater errichtet hatte. Dieses war eine herrliche Frechheit, denn es imitierte die Villa Rotonda des Andrea Palladio, an der sich schon Knobelsdorff für sein Opernhaus orientiert hatte. Die höchsten Formen der Prachtbaukunst wurden für ein Gebäude aufgeboten, in dem man zu Ausbildungszwecken Gäule sezierte und Pferdeskelette aufbewahrte. Das ist ein wenig so, als würde man das Gezänk zweier Sackträger in Hexametern wiedergeben. Ebendeshalb entsprach das Anatomische Theater dem Geist jener Jahre, der neuen Aufmerksamkeit fürs Alltägliche und Niedere und der Hochschätzung für Wissenschaft, Bildung, Kunst. Das Innere zierten Freskogemälde. Die Zeitgenossen bewunderten am Anatomischen Theater von Langhans technische Raffinessen. Die Kuppel war eine Bohlenbinderkonstruktion, die Materialersparnis verhieß. Der runde Tisch im amphitheatralischen Hörsaal konnte dank einer speziellen Vorrichtung in die Tiefe hinabgelassen, dort mit dem Kadaver belegt und wieder hinaufgewunden werden. Er ließ sich drehen.
(aus Jens Biskys BERLIN – Biographie einer großen Stadt)

Charite 11

Übung am anatomischen Theater

Tagsüber – erzählte Demokrat Peregrinus – seien im Anatomicum wissenschaftliche Vorlesungen abgehalten worden. Der Raum gleiche einem Amphitheater, rundum im steilen Winkel seien die Pulte der Studenten übereinander angeordnet, unten in der Mitte stehe ein langer und breiter Tisch, dort referiere der Professor. An der Wand hinter ihm seien die Prospekte mit anatomischen Darstellungen aufgehängt, auf die er mit einem Rohrstock weise.
Am Tisch aber wird seziert. Tiere werden seziert, tote Tiere. Ihr Inneres wird freigelegt, analysiert, kategorisiert.
(aus Michael Köhlmeiers MATOU)

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T AM 07

T AM 01

Thinking in Dark Times

September 20th, 2021

Die Aktivitäten des Neuen Berliner Kunstvereins im urbanen Raum werden ab September 2021 durch das neue Format „n.b.k. Billboard“ erweitert. An der Straßenkreuzung Friedrichstraße / Torstraße, nur zwei Gehminuten vom n.b.k. entfernt, befindet sich der Standort der großen Präsentationsfläche – eingebettet in ein zentrales, spannungsvolles und hochfrequentiertes urbanes Umfeld.

Billboard Trockel
Rosemarie Trockel, Thinking in Dark Times

The work is titled ‘Thinking in Dark Times’ and depicts a standard, white, almost industrial window surrounded by and offering a view of a pitch black background. When considered in isolation, the piece feels sinister and cold, the sterile window showing the viewer only darkness. However, when presented amid the urban surroundings of Mitte, it appears less like an omen and more like a chameleon, gently weaving its way into the architecture and nooks of the city. A presentation like this, intended to be viewed outside, feels like a nod to the (dark) times we’ve been through over the past 18 months. It serves as a reminder that art can be found and celebrated anywhere, even when its institutional frameworks are closed and our lives on lockdown.
(Gallery Weekend Walkabout)