Das Wunder in der Schuheinlegesohle

November 28th, 2014

Das Wunder in der Schuheinlegesohle ist die größte Berliner Präsentation der Sammlung Prinzhorn seit 35 Jahren. Mit einer Auswahl von rund 120 Meisterwerken gibt die Ausstellung einen beeindruckenden Überblick der von Hans Prinzhorn zusammengetragenen Sammlung, auf deren Grundlage er 1922 sein Buch “Die Bildnerei der Geisteskranken” publizierte.
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Wunder

1882 erschien Carl Robert Lange (1852-1916) Gott und sagte ihm, er, der Danziger Kaufmann, sei Christus.
Lange sah sich fortan in göttlicher Mission, verfasste Pamphlete, plante Attentate. Doch er zeichnete auch. Wundersame Werke, voll praller Bilderwelten. Als er um 1900 in den Schweißabdrücken seiner Schuheinlegesohle Szenen und Gesichter entdeckte, brachte er sie sofort zu Papier. Zu dieser Zeit hatte man ihn längst in einem Hospital untergebracht.
Seine Zeichnung “Das Wunder in der Schuheinlegesohle” gibt nun einer großartigen Ausstellung in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, kuratiert von Kyllikki Zacharias, den Titel. Zu sehen sind 120 Werke von 42 Künstlern. Bilder über sexuelle Fantasien, über Gewalt und Beklemmungen, über Ängste, Visionen und Wahnvorstellungen.

Wahnsinnig schön – Schizophrenie und Kunst (kostenfreier Download aus Spektrum der Wissenschaft)

Es geht voran

November 26th, 2014

Bahnhof KW

Die Bahnsteige des Bahnhofs Königs Wusterhausen sind jetzt auch von der Storkower Straße zu erreichen. Der neue Fußgängertunnel ist geöffnet. Die Bauarbeiten dauern an.

Quer zur Faser
Nanne Meyer, 2001 (aus der Postkartenmappe Quer zur Faser)

Balkon Nr. 45

November 25th, 2014

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Trabrennbahn Karlshorst

November 24th, 2014

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Auf dem nahen Vorwerk Carlshorst wurden schon seit 1862 Armee-Jagd-Rennen durchgeführt. Die hierfür genutzte Rennbahn diente auch als Ausweichparcours für die in Charlottenburg vorhandene Hindernisbahn. So fand in Karlshorst 1884 das erste öffentliche Pferderennen statt.

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Lichtenberger Kunstspaziergang

November 23rd, 2014

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Friedrichsfelder Stadttor

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Hermann Duncker(Walter Howard)

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Brunnendetail (Heinrich-Dathe-Platz)

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Mutter mit Kind (Manfred Strehlau, 1986)

Nichts als der Moment

November 22nd, 2014

NM1

Nanne Meyer ist Hannah-Höch-Preisträgerin

NM5

NM6

NM7

Eine Ausstellung im Kupferstichkabinett, hier der Katalog.

Am Karlsbad – Haus der Feuersozietät

November 20th, 2014

Kopf

Feuer

SIE

Bernhard Bleeker

José de San Martin

November 18th, 2014

José de San Martin

José de San Martin (Carlos Maria Toto, 2001)

José de San Martin

Goldener Herbst

November 17th, 2014

Goldener Herbst

Herbst

Eine trübe, kaltfeuchte Wagenspur:
Das ist die herbstliche Natur.
Sie hat geleuchtet, geduftet, und trug
Ihre Früchte. – Nun, ausgeglichen,
Hat sie vom Kämpfen und Wachsen genug. -
Scheint’s nicht, als wäre alles Betrug
Gewesen, was ihr entwichen?!

Das Händesinken in den Schoß,
Das Zweifeln am eignen, an allem Groß,
Das Unbunte und Leise,
Das ist so schön, dass es wiederjung
Beginnen kann, wenn Erinnerung
Es nicht klein machte, sondern weise.

Ein Nebel blaut über das Blätterbraun,
Das zwischen den Bäumen den Boden bedeckt.

Wenn ihr euren Herbst entdeckt:
Dann seid darüber nicht traurig, ihr Frauen.

Joachim Ringelnatz (*7. August 1883 in Wurzen; †17. November 1934 in Berlin)

Goldiger Herbst

Minotaurus im Schloss Britz

November 16th, 2014

Schloss Britz

Marie-Therese als weiblicher Torero

Am S-Bahnhof Hermannstraße steigen Gertrude Stein, Alice B. Toklas und ihr riesiger schwarzer Pudel in den Bus. In der Tragetasche von Frau Toklas sieht man einen zusammenklappbaren Campingstuhl. Täglich um diese Zeit machen die zwei Damen sich auf, um in der Umgebung nach Kühen zu suchen. Frau Stein setzt sich dann auf den Klappstuhl und skizziert die Kuh, die ihr die mutige Alice vor den Bleistift treibt. Benimmt die Kuh sich nicht so, wie sie sich Frau Stein am Morgen vorgestellt hat, wird der Stuhl wieder eingepackt und sie nehmen den nächsten Bus, eine anmutigere Kuh zu suchen.
Aber zurück zum Pudel, groß wie ein Pferd. An der Haltestelle wurde ihm, also dem Pudel, gut zugeredet, denn ohne Maulkorb darf er nicht im Bus mitfahren. Man sieht den Damen an, dass sie ihrem Liebling diese Folter gern ersparen würden, aber sie wollen ja zu den Kühen. Ihr Ford ist wahrscheinlich in Reparatur. Der Bus ist zum Glück sehr, sehr lang und ganz hinten kann man dem gequälten Tier die Maulbinde unbemerkt abnehmen. Nicht ganz unbemerkt, denn Gabi und ich sitzen ja auch ganz hinten. Kaum ist der Hund befreit, beginnt eine wahre Orgie. Der Hund wird geherzt, liebkost und zungengeküsst. Meine Damen, sie sind hier in einem Berliner Bus und nicht in einem dänischen Pferdstall.
Zum Glück müssen wir aussteigen und denken dabei an Pasiphae.
Es hat leicht geregnet, deshalb haben wir nicht versucht, das Schloss Britz auf Stierwegen zu erreichen. Drawstrolling heißt diese neuartige Fortbewegungsart für Kunstspaziergänger, ja richtig, es heißt eigentlich Drawrunning, aber Rennen oder gar Joggen ist doch nichts für Flaneure. La Taromaquia heißt die Ausstellung mit Originalgrafiken von Picasso und Goya. Picasso ist fasziniert von Stieren und der Minotaurus hat es ihm besonders angetan: “Wenn alle Wege, die ich beschritten habe, auf einer Landkarte mit einer Linie abgesteckt würden (Heh, Picasso, dieses Genie, ist auch der Erfinder von Drawrunning), so würde sie wohl einen Minotaurus ergeben.” Auf dem Weg zur Ausstellung sehen wir in einem Britzer Vorgarten einen Stier weiden.

Stier