HERBST

Oktober 12th, 2025

10 Jahre lang hat Ruprecht von Kaufmann keine Werke mehr in Berlin gezeigt. Im Herbst kehrt er zurück.

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Herbstabend

Das Haus am Lützowplatz (HaL) zeigt als Partner der Berlin Art Week 2025 die Einzelausstellung HERBST von Ruprecht von Kaufmann. Speziell für die Räume des Kunstvereins konzipiert, umfasst sie bis auf eine Ausnahme ausschließlich Arbeiten, die seit Ende 2024 entstanden sind. Unter Bezugnahme auf Werke von Otto Dix (1891-1969) verschränkt von Kaufmann unsere Gegenwart mit den politischen und gesellschaftlichen Phänomenen der Weimarer Republik vor einhundert Jahren. Die Parallelen sind zahlreich und oft beunruhigend: Erneut befinden wir uns in einer Zeit großer Umbrüche, geprägt von wirtschaftlichen und politischen Krisen, dem Wiedererstarken rechtspopulistischer Kräfte und einer wachsenden Bedrohung durch einen Krieg in Europa. Ruprecht von Kaufmann malt unsere Gesellschaft am Rande einer neuen Zeit.

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Hauptstadt

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
Im Moment mit Otto Dix. Ich habe mit den Arbeiten, die ich für das Haus am Lützowplatz gemalt habe, einen sehr intensiven imaginären Dialog mit Dix über seine Bilder, seine Welt und seine Weltsicht geführt und ich hätte mich gerne einmal in Wirklichkeit mit ihm unterhalten.

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Altbau-Idylle

Erinnerung: Ruprecht von Kaufmann 2014 im Georg-Kolbe-Museum

Dioskuren: Der geschenkte Tag

September 19th, 2025

Im Neuen Museum
Dioskuren – Der geschenkte Tag

Die beiden ungleichen Zwillinge Kastor und Polydeukes – Söhne der schönen Königstochter Leda – wurden in einer Nacht von unterschiedlichen Vätern gezeugt, Kastor von Ledas Gemahl, dem spartanischen König Tyndareos, Polydeukes hingegen vom Gott Zeus, der Leda in Gestalt eines Schwanes erschienen war. Während Kastor als Sohn zweier Menschen sterblich ist, verleiht Polydeukes´ göttlicher Vater ihm Unsterblichkeit. Die als Dioskuren bezeichneten Zwillinge bestehen gemeinsam Heldentaten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies und beim Kampf des Herakles gegen die Amazonen. Als der sterbliche Kastor getötet wird, bittet Polydeukes seinen Vater Zeus, ihm die Unsterblichkeit zu nehmen, damit er mit seinem Bruder gemeinsam in den Hades gehen kann. Zeus, gerührt von der über den Tod hinausgehenden Liebe der Zwillinge, stellt Polydeukes vor die Wahl, ewig jung zu bleiben, oder gemeinsam mit seinem Bruder einen Tag im Hades und einen auf dem Olymp zu verbringen, dabei aber zu altern und letztendlich auch zu sterben. Polydeukes wählt die Sterblichkeit und fortan wechseln beide täglich zwischen Tod und Leben.

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„Der geschenkte Tag“, das raumfüllende malerische Werk des deutsch-britischen Künstlers Michael Müller greift das Kernstück des Mythos, die das Sterben überwindende Verbundenheit der Zwillinge auf. Der Künstler hält die immer wiederkehrenden 24 Stunden der die Welt durchwandelnden Brüder in bildgewaltiger Form fest: vom hellen Tag auf dem Olymp steigen beide in die Düsternis des Hades hinab. Das Besondere an diesem Kunstwerk ist, dass der Künstler jeden Abschnitt in der entsprechenden Tages- bzw. Nachtstunde gemalt und damit die sich immer wiederholende Reise selbst intensiv durchlebt hat.

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Vorarbeiten in der König Galerie: Fragmente der Zeit

PETRI Berlin

September 10th, 2025

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Brüderstraße mit Petrikirche (Eduard Gärtner, 1863)

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PETRI Berlin
Entdecke die Archäologie

In einem „Ossarium“, einem nach den Plänen des Architekten Florian Nagler entstandenen, aus dunklen Ziegeln gemauerten Regallagers für Kisten, liegen die Knochen der Menschen, die hier auf dem Friedhof der einstigen Petri-Kirche ausgegraben wurden.

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Und dann ganz oben die Dachterrasse mit einem Panoramablick über die Hochhäuser an der überbreiten Leipziger Straße und auf der Fischerinsel gegenüber. Und die vor deren Türmen stehende eher mediokre Randbebauung an der Stelle des unvergessenen Ahornblatts, weit zum Fernsehturm, zu den Hochhäusern an der Gruner Straße, zum Molkenmarkt, der noch eine Ausgrabungsstätte ist.

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Jörg Plickat

September 8th, 2025

NordArt Eintrittskarte

Bei der NordArt 2025 – ein neues Werk von Jörg Plickat (weitere Plickat-Arbeiten)

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Phönix und Drache

Wunderbild

September 6th, 2025

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Katharina Grosse in den Deichtorhallen

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Katharina Grosse in Berlin und in Aarhus

Kunstsammlung Claassen

August 29th, 2025

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Kunstsammlung Henning J. Claassen in Lüneburg

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Wie kommt Mark Twain vom Mississippi River, wo er seine Kindheit verbrachte, an die Ilmenau? Natürlich mit dem Schiff. Es ist der Lüneburger Unternehmer Henning J. Claassen, der dem Viertel in den vergangenen Jahrzehnten ein neues Gesicht verliehen hat. Der Mann hat einen Blick für Schönes: „Ich habe die Skulptur auf einer meiner Reisen entdeckt. Auf dem Weg nach Australien gab’s einen Zwischenstopp in Bangkok. Dort ist sie mir sofort aufgefallen.“

Vor mehr als 10 Jahren kaufte er den Mark Twain in Bronze, doch der Transport von Thailand an die Ilmenau war nicht einfach: „Es war ein langer Weg per Schiff, unter anderem durch den Suezkanal.“ (mehr hier)

Lüneburger Heide
Lüneburger Heide (Christopher Lehmpfuhl)

Der Rufer von Lauenburg

August 26th, 2025

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Der Rufer (Karlheinz Goedtke)

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Graniticum XV
Graniticum XV – Alter Schwede in Lauenburg (Ludwig Vöpel)

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Skulpturenpfad Biangibudiburg

August 25th, 2025

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Bahnhof Bienenbüttel

Skulpturenpfad in Bienenbüttel, ehemals Biangibudiburg.

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Wegweiser 1
Rahel Schröder (Wegweiser 1)

Ana Anonyma: Die Ilmenau
Astrid Clasen (Die Ilmenau)

Äolsharfe
Jutta Kelm (Äolsharfe)

Der Augenblick
Thomas Friedrich Glink (Der Augenblick)

Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (III)

August 4th, 2025

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Bianca Kennedy hat aus 250 Filmen Badewannenszenen extrahiert, zusammengeschnitten und präsentiert das Ergebnis auf drei Bildschirmen. Von geruhsamer Entspannung, Waschritualen, Liebesszenen und Mord ist alles dabei. Wir sind beim Anschauen von Videoarbeiten oft nicht sehr geduldig, aber diesmal haben wir die gesamten 14’ durchgehalten vielleicht auch, weil wir Spaß daran hatten, die Filme zu erkennen, aus denen zitiert wurde.

Roh 06

Die Künstlerin Bianca Kennedy entführt uns in eine Welt, in der die Badewanne nicht nur ein Ort der Entspannung und Hygiene ist, sondern auch zur Bühne für eine Vielzahl von Handlungen und existenziellen Themen wird. Im Video inszeniert sie die Badewanne als Symbol für Geburt, Sexualität, Tod und mehr. Körperpflege wird zur Nebensache.
Die Badewanne wird in Kennedys Werken zu einem Raum, in dem ein ganzes Leben stattfinden kann. Hier wird nicht nur gebadet, sondern auch gelesen, geschrieben, getrunken, geraucht, gekifft, geküsst, gelacht, gesungen, geweint, getrauert, gestritten, geschlafen, geschossen, getötet und geliebt. Bianca Kennedy zeigt, dass die Badewanne ein Ort der Vielfalt und der Möglichkeiten ist, in den unterschiedlichsten Handlungen und Emotionen Platz finden.

Roh 07

Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (II)

August 3rd, 2025

DOUBLE DOUBT (Neuroses) von Erwin Wurm

Roh 14

Double Doubt (Neuroses)

Und das steht dazu im Begleitheft zur Ausstellung:

Seit Jahrzehnten treibt Erwin Wurm eine Kernfrage um:
Wie könnte die Idee des Skulpturalen genutzt werden, um den Alltag und unsere Zeit zu verarbeiten, um eine neue Perspektive oder zumindest eine neue Interpretationsmöglichkeit zu gewinnen? Im Laufe seiner Karriere hat Erwin Wurm seine Vorstellungen von Skulptur, Raum und menschlicher Form zunehmend in verschiedene Richtungen radikalisiert und erweitert.
Slapstick und Absurdität sind dabei potente Strategien der gesellschaftskritischen Beobachtung.

Erwähnungen von Erwin Wurm in den NEUEN KUNSTSPAZIERGÄNGEN (hier)