Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (III)

August 4th, 2025

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Bianca Kennedy hat aus 250 Filmen Badewannenszenen extrahiert, zusammengeschnitten und präsentiert das Ergebnis auf drei Bildschirmen. Von geruhsamer Entspannung, Waschritualen, Liebesszenen und Mord ist alles dabei. Wir sind beim Anschauen von Videoarbeiten oft nicht sehr geduldig, aber diesmal haben wir die gesamten 14’ durchgehalten vielleicht auch, weil wir Spaß daran hatten, die Filme zu erkennen, aus denen zitiert wurde.

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Die Künstlerin Bianca Kennedy entführt uns in eine Welt, in der die Badewanne nicht nur ein Ort der Entspannung und Hygiene ist, sondern auch zur Bühne für eine Vielzahl von Handlungen und existenziellen Themen wird. Im Video inszeniert sie die Badewanne als Symbol für Geburt, Sexualität, Tod und mehr. Körperpflege wird zur Nebensache.
Die Badewanne wird in Kennedys Werken zu einem Raum, in dem ein ganzes Leben stattfinden kann. Hier wird nicht nur gebadet, sondern auch gelesen, geschrieben, getrunken, geraucht, gekifft, geküsst, gelacht, gesungen, geweint, getrauert, gestritten, geschlafen, geschossen, getötet und geliebt. Bianca Kennedy zeigt, dass die Badewanne ein Ort der Vielfalt und der Möglichkeiten ist, in den unterschiedlichsten Handlungen und Emotionen Platz finden.

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Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (II)

August 3rd, 2025

DOUBLE DOUBT (Neuroses) von Erwin Wurm

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Double Doubt (Neuroses)

Und das steht dazu im Begleitheft zur Ausstellung:

Seit Jahrzehnten treibt Erwin Wurm eine Kernfrage um:
Wie könnte die Idee des Skulpturalen genutzt werden, um den Alltag und unsere Zeit zu verarbeiten, um eine neue Perspektive oder zumindest eine neue Interpretationsmöglichkeit zu gewinnen? Im Laufe seiner Karriere hat Erwin Wurm seine Vorstellungen von Skulptur, Raum und menschlicher Form zunehmend in verschiedene Richtungen radikalisiert und erweitert.
Slapstick und Absurdität sind dabei potente Strategien der gesellschaftskritischen Beobachtung.

Erwähnungen von Erwin Wurm in den NEUEN KUNSTSPAZIERGÄNGEN (hier)

Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (I)

August 2nd, 2025

Was bleibt / Eine Rückschau aus der Zukunft (Roland Boden)

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Wie aus einer Mitteilung des für gewöhnlich gut informierten Raum-Anzeigers Rochlitz hervorgeht, wurden kürzlich bei einer erdnahen Passage des Asteroiden (50000) Quaoar Spuren der lange im All verschollenen Raumsonde Hyperion entdeckt. Auf der Oberfläche des Kleinstplaneten entdeckte man tiefgefrorene Überreste der Astronauten in merkwürdigen, Kopulationshaltungen gleichenden Positionen.

Die Raumsonde Hyperion mit einer Besatzung von fünf Astronauten (m/w/d) sollte im Orbit der erdfernen Riesenplaneten Neptun und Jupiter nach Spuren organischer Materie suchen.

Nach einer ausführlichen Untersuchung des Vorfalls muss nun von folgendem Szenario ausgegangen werden:
Nachdem der Flugkörper den Kuiper-Gürtels passiert hatte, erfolgte offensichtlich eine nicht vorhergesehene Zunahme baryonischer Emissionen. Diese plötzlich einsetzende, unerwartet heftige kosmische Strahlung führte dann wohl zu einer Reaktion mit der Azetat-Innenverkleidung der Sonde, die aus Kostengründen aus minderwertigen Baumarkt-Material zweifelhafter Herkunft bestand. Dabei wurde eine erhebliche Quantität von hochkonzentriertem (2,4)-Phenol-Desoxyphtalein-Säure-Ester in gasförmiger Form freigesetzt. Diese Substanz führt bekanntlich zu einer enormen Steigerung des Libido-Verhaltens und wird aus diesem Grund gelegentlich in stark verdünnter Form in Kaninchen- zuchtanlagen und Bullendeckstationen zur Umsatz- optimierung eingesetzt. Bei der errechneten hohen Konzentration in der beengten Raumsonde erfolgte jedoch ein Potenz-Anstieg um den Faktor 18.500, welcher aber in leicht zeitlicher Verzögerung zur Geltung kam. Deshalb gelang den Astronauten beim Aufkommen von gewissem Unwohlsein offensichtlich noch die Notlandung auf dem sich gerade in der Nähe befindlichen Asteroiden, bevor das Gas dann zur vollen Effektivität kam. Mit der nach der Landung nun schlagartig einsetzenden Wirkung kam es zu einer ungehemmten Abfolge intergalaktischer Penetrationen. Durch die damit einhergehende punktuelle Zerstörung der Raumanzüge erfolgte dann innerhalb von Sekundenbruchteilen ein abrupter Druckabfall und eine drastische Verminderung der Temperatur auf etwa -270°C, was die Körper der Astronauten schlagartig gefrieren ließ und diese in der nun aufgefundenen Situation fixierte.
Eine Bergung musste aus Kostengründen verworfen werden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass das bizarre Ensemble weiter für Äonen durchs All reist, auch dann noch, wenn die Menschheit einst in einer fernen oder nicht so fernen Zukunft exterminiert sein wird, so lange, bis schließlich alles im Big Bang endet.
Womöglich ist dies so das einzige Übrigbleibsel, was schließlich von der vormaligen Existenz des Homo Sapiens kündet.

Prison Paintings

Juli 27th, 2025

Das ehemalige Gerichtsgebäude Lehrter Straße steht seit 2012 leer und wird im Rahmen der 13. Berlin Biennale erstmals als Ort für zeitgenössische Kunst in Berlin zugänglich gemacht.

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Prison Paintings von Htein Lin

Prison Paintings

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von Zeichen

Juli 22nd, 2025

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Karla Sachse in der Galerie Pankow

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Zottelmonster

Juli 12th, 2025

Der „CHANEL Culture Fund“ arbeitet mit unterschiedlichen Museen auf der ganzen Welt zusammen. Die CHANEL Commission im Hamburger Bahnhof in Berlin ist eine jährliche Initiative, die ein neues Kapitel in der Geschichte des Museums aufschlägt und Künstler*innen ermöglicht, großformatige Projekte umzusetzen.

CHANEL Commission:
KLára Hosnedlová
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C the Unseen – DOPPELDENK

Juli 8th, 2025

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Seit Mitte Juni 2025 setzt das Kunstprojekt „Fürchtet euch nicht“ ein markantes Zeichen am Hauptbahnhof Chemnitz – ein Auftakt, der kaum übersehen werden kann: riesige, neongelbe Leuchtbuchstaben empfangen die Ankommenden mit einer der häufigsten und eindringlichsten biblischen Ermutigungen. Dieses Zitat, das bereits in der Zeit der friedlichen Revolution 1989 in Kirchenräumen als Leitspruch Hoffnung stiftete, wird nun in den öffentlichen Raum getragen – mit großer Sichtbarkeit und leuchtender Präsenz. Das Chemnitzer Künstlerduo DOPPELDENK, bestehend aus Andreas Glauch und Marcel Baer, hat mit dieser Intervention nicht nur ein atmosphärisch starkes, sondern auch historisch und gesellschaftlich vielschichtiges Statement geschaffen.

C the Unseen – Odyssee in C

Juli 8th, 2025

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Bei der Odyssee in C begibt man sich auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt, wenn an 18 Stationen ein Tanz-Spektakel stattfindet, inspiriert vom Jahrhundertroman »Ulysses« von James Joyce.

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Als ich auf dem Weg zum Bäcker bin, komme ich zufällig an der Station 4 der Odyssee in C vorbei. Dort ist eine Fleischerei. Das passt, denn das erste, was man im »Ulysses« über Bloom erfährt, ist, dass er eine kulinarische Vorliebe für die inneren Organe von Vieh und Geflügel hat. Besonders schätzt er gegrillte Hammelnieren, die seinem Gaumen einen feinen Beigeschmack schwachduftigen Urins vermitteln.

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C the Unseen – Richard Long in Freiberg

Juli 7th, 2025

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Heute, am 26. Juni fahren wir nach Freiberg, einmal, weil wir das Städtchen noch nicht kennen und zum anderen, weil ich im Freiberger Dom den Petrified Wood Circle von Richard Long, Teil des Purple Path, sehen will. Irgendwo in Freiberg liegt auch der Trashstone 689 von Wilhelm Mundt. Das erfahre ich erst später, es muss also die Erinnerung an die Steine mit den Nummern 306, 412, 486, 493, 572, 720 reichen.

Trashstone 306
Trashstone 306 (Haus am Waldsee, Berlin 2006)

Trashstone 412
Trashstone 412 (Haus am Waldsee, Berlin 2010)

Trashstone 486
Trashstone 486 (Georg-Kolbe-Museum, Berlin 2011)

Trashstone 493
Trashstone 493 (Georg-Kolbe-Museum, Berlin 2011)

Trashstone 572
Trashstone 572 (Messehallen am Gleisdreieck, Berlin 2017)

WUP 042
Trashstone 720 (Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal 2023)

Seven Springs

Juli 6th, 2025

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Michail Pirgelis bei Sprüth Magers

Pirgelis3

Der malerische Aspekt in den skulpturalen Werken von Pirgelis zeigt sich auch in den roten Streifen, die z.B. auch an Werke von Daniel Buren erinnern, der auf seine Weise damit experimentierte, die Malerei in den Raum zu erweitern.

Gate
Eine Arbeit von Daniel Buren (Münster, 2007)

Chemnitz 49
Daniel Buren (bemalter Schornstein, Chemnitz 2018)