Rohkunstbau Nr. 30 in Altdöbern (I)

August 2nd, 2025

Was bleibt / Eine Rückschau aus der Zukunft (Roland Boden)

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Wie aus einer Mitteilung des für gewöhnlich gut informierten Raum-Anzeigers Rochlitz hervorgeht, wurden kürzlich bei einer erdnahen Passage des Asteroiden (50000) Quaoar Spuren der lange im All verschollenen Raumsonde Hyperion entdeckt. Auf der Oberfläche des Kleinstplaneten entdeckte man tiefgefrorene Überreste der Astronauten in merkwürdigen, Kopulationshaltungen gleichenden Positionen.

Die Raumsonde Hyperion mit einer Besatzung von fünf Astronauten (m/w/d) sollte im Orbit der erdfernen Riesenplaneten Neptun und Jupiter nach Spuren organischer Materie suchen.

Nach einer ausführlichen Untersuchung des Vorfalls muss nun von folgendem Szenario ausgegangen werden:
Nachdem der Flugkörper den Kuiper-Gürtels passiert hatte, erfolgte offensichtlich eine nicht vorhergesehene Zunahme baryonischer Emissionen. Diese plötzlich einsetzende, unerwartet heftige kosmische Strahlung führte dann wohl zu einer Reaktion mit der Azetat-Innenverkleidung der Sonde, die aus Kostengründen aus minderwertigen Baumarkt-Material zweifelhafter Herkunft bestand. Dabei wurde eine erhebliche Quantität von hochkonzentriertem (2,4)-Phenol-Desoxyphtalein-Säure-Ester in gasförmiger Form freigesetzt. Diese Substanz führt bekanntlich zu einer enormen Steigerung des Libido-Verhaltens und wird aus diesem Grund gelegentlich in stark verdünnter Form in Kaninchen- zuchtanlagen und Bullendeckstationen zur Umsatz- optimierung eingesetzt. Bei der errechneten hohen Konzentration in der beengten Raumsonde erfolgte jedoch ein Potenz-Anstieg um den Faktor 18.500, welcher aber in leicht zeitlicher Verzögerung zur Geltung kam. Deshalb gelang den Astronauten beim Aufkommen von gewissem Unwohlsein offensichtlich noch die Notlandung auf dem sich gerade in der Nähe befindlichen Asteroiden, bevor das Gas dann zur vollen Effektivität kam. Mit der nach der Landung nun schlagartig einsetzenden Wirkung kam es zu einer ungehemmten Abfolge intergalaktischer Penetrationen. Durch die damit einhergehende punktuelle Zerstörung der Raumanzüge erfolgte dann innerhalb von Sekundenbruchteilen ein abrupter Druckabfall und eine drastische Verminderung der Temperatur auf etwa -270°C, was die Körper der Astronauten schlagartig gefrieren ließ und diese in der nun aufgefundenen Situation fixierte.
Eine Bergung musste aus Kostengründen verworfen werden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass das bizarre Ensemble weiter für Äonen durchs All reist, auch dann noch, wenn die Menschheit einst in einer fernen oder nicht so fernen Zukunft exterminiert sein wird, so lange, bis schließlich alles im Big Bang endet.
Womöglich ist dies so das einzige Übrigbleibsel, was schließlich von der vormaligen Existenz des Homo Sapiens kündet.

Prison Paintings

Juli 27th, 2025

Das ehemalige Gerichtsgebäude Lehrter Straße steht seit 2012 leer und wird im Rahmen der 13. Berlin Biennale erstmals als Ort für zeitgenössische Kunst in Berlin zugänglich gemacht.

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Prison Paintings von Htein Lin

Prison Paintings

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von Zeichen

Juli 22nd, 2025

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Karla Sachse in der Galerie Pankow

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Zottelmonster

Juli 12th, 2025

Der „CHANEL Culture Fund“ arbeitet mit unterschiedlichen Museen auf der ganzen Welt zusammen. Die CHANEL Commission im Hamburger Bahnhof in Berlin ist eine jährliche Initiative, die ein neues Kapitel in der Geschichte des Museums aufschlägt und Künstler*innen ermöglicht, großformatige Projekte umzusetzen.

CHANEL Commission:
KLára Hosnedlová
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C the Unseen – DOPPELDENK

Juli 8th, 2025

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Seit Mitte Juni 2025 setzt das Kunstprojekt „Fürchtet euch nicht“ ein markantes Zeichen am Hauptbahnhof Chemnitz – ein Auftakt, der kaum übersehen werden kann: riesige, neongelbe Leuchtbuchstaben empfangen die Ankommenden mit einer der häufigsten und eindringlichsten biblischen Ermutigungen. Dieses Zitat, das bereits in der Zeit der friedlichen Revolution 1989 in Kirchenräumen als Leitspruch Hoffnung stiftete, wird nun in den öffentlichen Raum getragen – mit großer Sichtbarkeit und leuchtender Präsenz. Das Chemnitzer Künstlerduo DOPPELDENK, bestehend aus Andreas Glauch und Marcel Baer, hat mit dieser Intervention nicht nur ein atmosphärisch starkes, sondern auch historisch und gesellschaftlich vielschichtiges Statement geschaffen.

C the Unseen – Odyssee in C

Juli 8th, 2025

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Bei der Odyssee in C begibt man sich auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt, wenn an 18 Stationen ein Tanz-Spektakel stattfindet, inspiriert vom Jahrhundertroman »Ulysses« von James Joyce.

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Als ich auf dem Weg zum Bäcker bin, komme ich zufällig an der Station 4 der Odyssee in C vorbei. Dort ist eine Fleischerei. Das passt, denn das erste, was man im »Ulysses« über Bloom erfährt, ist, dass er eine kulinarische Vorliebe für die inneren Organe von Vieh und Geflügel hat. Besonders schätzt er gegrillte Hammelnieren, die seinem Gaumen einen feinen Beigeschmack schwachduftigen Urins vermitteln.

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C the Unseen – Richard Long in Freiberg

Juli 7th, 2025

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Heute, am 26. Juni fahren wir nach Freiberg, einmal, weil wir das Städtchen noch nicht kennen und zum anderen, weil ich im Freiberger Dom den Petrified Wood Circle von Richard Long, Teil des Purple Path, sehen will. Irgendwo in Freiberg liegt auch der Trashstone 689 von Wilhelm Mundt. Das erfahre ich erst später, es muss also die Erinnerung an die Steine mit den Nummern 306, 412, 486, 493, 572, 720 reichen.

Trashstone 306
Trashstone 306 (Haus am Waldsee, Berlin 2006)

Trashstone 412
Trashstone 412 (Haus am Waldsee, Berlin 2010)

Trashstone 486
Trashstone 486 (Georg-Kolbe-Museum, Berlin 2011)

Trashstone 493
Trashstone 493 (Georg-Kolbe-Museum, Berlin 2011)

Trashstone 572
Trashstone 572 (Messehallen am Gleisdreieck, Berlin 2017)

WUP 042
Trashstone 720 (Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal 2023)

Seven Springs

Juli 6th, 2025

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Michail Pirgelis bei Sprüth Magers

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Der malerische Aspekt in den skulpturalen Werken von Pirgelis zeigt sich auch in den roten Streifen, die z.B. auch an Werke von Daniel Buren erinnern, der auf seine Weise damit experimentierte, die Malerei in den Raum zu erweitern.

Gate
Eine Arbeit von Daniel Buren (Münster, 2007)

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Daniel Buren (bemalter Schornstein, Chemnitz 2018)

Face your fear

Juli 4th, 2025

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Noah Becker in der Galerie Deschner

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I started painting as a way of soothing my thoughts that seemed to clash together in a mish-mash of topics and textures. On the canvas, I paint the maps of these growing processes. Maps of surroundings I frequent, people I meet and ideas I’ve formed. The maps were not necessarily of existing places, but more of feelings and experiences, of memories and smells, and especially of music.
(artist statement)

C the Unseen – Karl Schmidt-Rottluff Haus

Juli 3rd, 2025

Endlich – Ein Künstlerhaus für Chemnitz im verschlafenen Rottluff

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Chemnitz hat ein neues Künstlermuseum. Nach langjährigen Initiativen und Vorplanungen hat die Stadt Chemnitz im Februar 2023 beschlossen, das ehemalige Elternhaus Karl Schmidt-Rottluffs denkmalpflegerisch zu sanieren. Das Haus wurde von den Kunstsammlungen Chemnitz eingerichtet und im April 2025 als ihr sechstes Haus eröffnet. Zusammen mit der benachbarten Wohnmühle, in der Karl Schmidt-Rottluff seine Kindheit verbrachte, gilt das Ensemble als weiterer Hotspot des Expressionismus in Chemnitz. Beide Gebäude liegen an der Limbacher Straße 380/382 in Rottluff (Chemnitz).

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