Archive for the ‘Berlin’ Category

Ritterstraße

Freitag, April 8th, 2022

Die verkehrsgünstige Lage zwischen Anhalter- und Görlitzer Bahnhof führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts in der Ritterstraße zu zahlreichen Gewerbeansiedlungen, die ein hohes Transportaufkommen mit der Pferdekutsche nach sich zog. Aus diesem Grund wurde der Kiez um die Ritterstraße im Volksmund auch als „Rollkutscherviertel“ bezeichnet. In seiner Blütezeit werden hier 1391 Fabrikanten mit 1344 Vertretungen ausländischer Firmen gezählt. Heute zeugen nur noch der Ritterhof sowie das Pelikan-Haus vom einstigen Glanz der Straße.
(Wikipedia)

Einfahrt
Einfahrt Ritterhof

Pelikanhaus
Pelikan-Haus

Pelikanhaus

Wühlen im Kunstspaziergangsarchiv (5)

Mittwoch, März 9th, 2022

Bei einem Spaziergang am Wochenende ist mir die Attikafigur des Herkules Musarum am Schloss Charlottenburg aufgefallen.

Herkules Musarum
Statue des Herkules Musarum (Karl Bobek, 1971/72)

Beim Wühlen im Archiv habe ich noch eine Skulptur des Musagetes in Berlin gefunden (hier der Bericht in den Kunstspaziergängen):

Herkules mit (ohne) Lyra
Herkules mit Lyra (Georg Franz Ebenhecht, 1745)

(Etwas mehr zur Deutung der Skulptur des „Herkules Musagetes“ findet man hier.)

Am Perelsplatz in Friedenau

Mittwoch, Februar 9th, 2022

Perelsplatz

Perelsplatz 1

Am Ostrand des Perelsplatzes hat Hans Altmann 1909 eine eingeschossige Bedürfnisanstalt als Fachwerkpavillon mit geschwungenem Bohlenbinderdach errichtet.
Das kleine Bauwerk weist im Osten und im Westen je einen Zugang auf. Der Vorraum im Westen war ursprünglich eine offene Vorlaube, die heute geschlossen ist. Auf dem Dach sorgt eine Laterne für die Entlüftung. Der Pavillon wird heute als kleines Café genutzt.
(Denkmaldatenbank)

Perelsplatz 3
Sintflutbrunnen (Paul Aichele, 1895)

Perelsplatz 5
Der Sintflutbrunnen steht seit 1932 auf dem Maybachplatz, seit 1961 Perelsplatz.

Perelsplatz 2

Immer am Bücherregal entlang (23)

Montag, Januar 17th, 2022

Alter St. Matthäus-Kirchhof 06

Auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof liegen inmitten monumentaler Mausoleen von Ministern und Bankiers in seltsamer Bescheidenheit die Grabstätten von Jakob und Wilhelm Grimm.

Alter St. Matthäus-Kirchhof 04

Alter St. Matthäus-Kirchhof 05

Geboren wurden Jacob Ludwig Karl und Wilhelm Carl Grimm 1785 bzw. 1786 in Hanau. Nach dem Studium in Marburg und mehrjährigen Aufenthalten in Kassel – hier entstand die berühmte Märchensammlung, die vom Berliner Verleger Georg Andreas Reimer herausgegeben wurde – und Göttingen, zogen die Brüder im Jahr 1840, einer Einladung des neuen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. folgend, nach Berlin.
(mehr hier)

Märchen
Märchen der Gebrüder Grimm

Das größte Wahrzeichen, mit dem Berlin an ihre berühmten Bürger erinnert, ist jedoch das im Jahr 2009 eröffnete Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität – eine Bibliotheks- und Forschungseinrichtung, die in Architektur und Ausstattung bundesweit einzigartig ist.

Xaver Scharwenka

Samstag, Januar 15th, 2022

Theophil Franz Xaver Scharwenka (geboren 6. Januar 1850 in Samter bei Posen; gestorben 8. Dezember 1924 in Berlin) war ein deutscher Komponist, Pianist und Musikpädagoge polnisch-tschechischer Herkunft.

1910/12 ließ er sich in Bad Saarow eine Villa in Holz-Rahmen-Bauweise als Sommerhaus (seine „Musenhütte“) bauen, die seit 2005 als Scharwenka-Haus unter Denkmalschutz steht.

Seine letzte Ruhe fand er in einem Familiengrab auf dem Alten St-Matthäus-Friedhof im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Seit 2014 ist es laut Senatsbeschluss nicht mehr „Ehrengrab Land Berlin“. Es wurde danach vom Förderverein EFEU e.V. restauriert und gereinigt – auch mit Spenden der Scharwenka Stiftung.

Grabstätte Scharwenka

Die Grabstätte des Komponisten Scharwenka befindet sich auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Schöneberg. Der Architekt Ernst Kopp entwarf die Figur für das Grab um 1925.

Das Mausoleum Langenscheidt

Freitag, Januar 14th, 2022

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Ende der 1930er Jahre wurden im Zuge von Speers hypertrophen Planungen für den Aus- und Umbau Berlins in „Germania“ rund 15.000 Särge und Aschenurnen nach Stahnsdorf überführt.

Die meisten Särge und Urnen aus dem Bezirk Schöneberg wurden nach dem Südwest-Kirchhof in Stahnsdorf überführt, der 1909 als eine neue, landschaftlich gestaltete Hauptbegräbnisstätte für elf evangelische Gemeinden aus Charlottenburg, Schöneberg und dem Südwesten Berlins angelegt wurde. Dazu gehörten auch rund 120 Erbbegräbnisse vom als „Prominentenfriedhof“ bekannten Alten Matthäus-Kirchhof, die zunächst kartiert und vermessen und dann auf der S-Bahnstrecke Wannsee – Stahnsdorf zum Südwest-Kirchhof gebracht wurden. Dort wurden sie an der Nordgrenze zur Alten Potsdamer Landstraße, heutige „Alte Umbettung“, wiedererrichtet. Im Bereich Umbettungen-Erbbegräbnisse finden sich u.a. das komplette Mausoleum Langenscheidt, die Erbbegräbnisstätte von Richthofen und die Grabanlage der Kaufmannsfamilie Reichelt.

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Mausoleum Langenscheidt in Stahnsdorf

Alter St. Matthäus-Kirchhof 01
Fassadengestaltung zur Erinnerung an das Langenscheidt-Mausoleum auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Schöneberg

Gustav Langenscheidt wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof unweit seines Verlagshauses beigesetzt. Der Architekt Johannes Lange entwarf im Auftrag der Witwe Pauline Langenscheidt ein repräsentatives Mausoleum mit einem gewölbten Mittelbau und flankierenden Flügelmauern für die Inschriftentafeln. Die verglaste Front wird durch ein schmiedeeisernes Gitter aus der Kunstschlosserei Ferdinand Paul Krüger beherrscht. Der Wahlspruch des erfolgreichen Bürgers „per aspera ad astra“ – Durch Mühen zu den Sternen – ist auf applizierte Messingtäfelchen graviert. Lilien verweisen auf die Reinheit des Glaubens, Mohnkapseln auf den ewigen Schlaf. Alpha und Omega stehen für Gottes Unendlichkeit, die Rosen deuten das Paradies an, das der Fleißige sich auf dornigem Weg verdient. Im Zentrum der Tür ist das Langenscheidt-Wappen angebracht, im Giebel ein von Palmwedeln gerahmtes Mosaik mit einer das ursprüngliche Firmenlogo variierenden Darstellung ineinandergelegter Hände zwischen Wolken unter göttlichen Strahlen.

Wegweiser mit Wegzeit

Dienstag, Dezember 7th, 2021

Wegweiser

Keines [der] Schilder zeigt ein Längenmaß an, stattdessen immer die Wegzeit, mit der zu rechnen sei, wollte einer von A nach B, also von da nach dort. Was aber, fragt sich Sobek, wenn er Mountainbike führe oder Flügelschuhe trüge oder einen Klotz hinter sich herziehen müsste. Und einmal angenommen, er beamte sich hin und her … Immer bräuchte er anderslang, an ein Ziel zu gelangen, hätte er überhaupt eines. Außerdem fragt er sich, ob es sich bei den Zeitangaben um die höchste je gemessene Geschwindigkeit handelt, in der ein Fußgänger die Wegstrecke bewältigt hat, eine Art örtlichen Weltrekord, oder das Durchschnittstempo eines gewöhnlichen Menschen, von Zeitnehmern sorgsam gestoppt oder bloß über den Daumen gepeilt. Es machte, so denkt er sich, wohl einen Unterschied, ob einer die Strecke im Eilschritt oder im Schnelllauf nähme, etwa aus sportlichen Gründen oder um einer Gefahr zu entgehen, oder ob er kröche, weil verletzt oder müde oder schwach auf den Beinen, aus Lust an der Langsamkeit oder zu einem anderen Zweck, etwa etwas zu suchen, Maronen oder Schwämme. Oder ein Kriegsrelikt. Oder einen verlorenen Freund. Ja, den verlorenen Freund!
(Anna Baar, NIL)

Das tieranatomische Theater

Donnerstag, September 23rd, 2021

Charite 07

Villa
La Rotonda in Vicenza von Andrea Palladio

Für seine Pferdestudien ging Schadow auch in die neue Tierarzneischule, für die Langhans im Nordwesten auf dem Gelände eines ehemaligen Gartens Ställe, Wohnungen und ein Anatomisches Theater errichtet hatte. Dieses war eine herrliche Frechheit, denn es imitierte die Villa Rotonda des Andrea Palladio, an der sich schon Knobelsdorff für sein Opernhaus orientiert hatte. Die höchsten Formen der Prachtbaukunst wurden für ein Gebäude aufgeboten, in dem man zu Ausbildungszwecken Gäule sezierte und Pferdeskelette aufbewahrte. Das ist ein wenig so, als würde man das Gezänk zweier Sackträger in Hexametern wiedergeben. Ebendeshalb entsprach das Anatomische Theater dem Geist jener Jahre, der neuen Aufmerksamkeit fürs Alltägliche und Niedere und der Hochschätzung für Wissenschaft, Bildung, Kunst. Das Innere zierten Freskogemälde. Die Zeitgenossen bewunderten am Anatomischen Theater von Langhans technische Raffinessen. Die Kuppel war eine Bohlenbinderkonstruktion, die Materialersparnis verhieß. Der runde Tisch im amphitheatralischen Hörsaal konnte dank einer speziellen Vorrichtung in die Tiefe hinabgelassen, dort mit dem Kadaver belegt und wieder hinaufgewunden werden. Er ließ sich drehen.
(aus Jens Biskys BERLIN – Biographie einer großen Stadt)

Charite 11

Übung am anatomischen Theater

Tagsüber – erzählte Demokrat Peregrinus – seien im Anatomicum wissenschaftliche Vorlesungen abgehalten worden. Der Raum gleiche einem Amphitheater, rundum im steilen Winkel seien die Pulte der Studenten übereinander angeordnet, unten in der Mitte stehe ein langer und breiter Tisch, dort referiere der Professor. An der Wand hinter ihm seien die Prospekte mit anatomischen Darstellungen aufgehängt, auf die er mit einem Rohrstock weise.
Am Tisch aber wird seziert. Tiere werden seziert, tote Tiere. Ihr Inneres wird freigelegt, analysiert, kategorisiert.
(aus Michael Köhlmeiers MATOU)

T AM 04

T AM 07

T AM 01

Hygieia, Tochter des Asklepios

Freitag, September 10th, 2021

Hygieia 1

Des Asklepios Tochter ist Hygieia (Valetudo), die Personifikation der Gesundheit; sie wird als Jungfrau mit sanftem Blick dargestellt, häufig mit einer Schale in der Hand, aus der sie das heilige Tier ihres Vaters, die Schlange, trinken lässt.

Hygieia 2

GRABSTÄTTE MOEHSEN (Friedhof I und II der Jerusalems- und Neuen Kirche, Zossener Strasse)
In einer rundbogigen Nische aus verputztem Mauerwerk steht durch einen zweifach gestuften Unterbau leicht erhöht der sandsteinerne Kenotaph für den Kinder- und Militärarzt Johann Carl Wilhelm Moehsen (1722-1795). Die Grabanlage liegt heute um eine Stufe vertieft vor der ehemaligen Außenmauer des Friedhofes. Den Scheinsarkophag des königlichen Leibarztes krönt eine anmutige Liegefigur. Dargestellt ist Hygieia, Tochter des Heilgottes Asklepios, dessen Attribut, die Heilschlange, auch sie charakterisiert. Der Entwurf zu diesem raren Werk des Frühklassizismus in Berlin stammt von Christian Bernhard Rode (1724-1797), die Ausführung könnte durch Christian Friedrich Heinrich Sigismund Bettkober (1746-1809) oder durch Leo Friedemann (? – 1802) geschehen sein. Das Grabdenkmal ist 1864 und 1986-87 grundlegend saniert worden. 2005 wurde der Kopf der Hygieia gestohlen, jedoch wieder aufgefunden.
(aus: Gartendenkmale in Berlin FRIEDHÖFE, Michael Imhof Verlag, 2008, Text von Jörg Kuhn)

Kommunale Galerien in Berlin (22)

Montag, August 30th, 2021

Heredia1

Eliana Heredia in der
Galerie Historischer Keller Spandau
mit
Unter meinem Sofa befindet sich eine Säule

Heredia4

Heredia2