Posts Tagged ‘Hamburg’

Ernst-Barlach-Haus Hamburg

Freitag, August 28th, 2020

HH Lina 112

Zum Ernst-Barlach-Haus muss man in Klein Flottbek aussteigen.

HH Lina 115

HH Lina 116

In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne daß ich es mir vorgenommen hätte. Hätte ich sowas gewollt, wäre es mir wahrscheinlich mißglückt.
(Ernst Barlach an Reinhard Piper, 1928)

Auf der Trostbrücke in Hamburg

Donnerstag, August 27th, 2020

Die heutige Brücke, Nachfolgerin ungezählter Bauwerke seit 1266, wurde 1881-82 erbaut und zeigt die steinernen Statuen (Engelbert Peiffer) des heiligen Ansgar und des Grafen Adolf III. zu Schauenburg, Stormarn und Holstein. Ansgar stand für die bischöfliche Altstadt, der Graf für die prosperierende Neustadt mit dem Hafen als Handelszentrum.

HH Lina 100
Statue des Grafen Adolf III. zu Schauenburg, Stormarn und Holstein

HH Lina 099
Statue des heiligen Ansgar

Der Teufel sinniert über des Hasen Seele

Dienstag, August 25th, 2020

HH Lina 042

HH Lina 043

De Düvel sinneert över sien Karninken (Teufelsbrück)

HH Lina 046

St. Nikolai in Hamburg

Montag, August 24th, 2020

HH Lina 041

Die Ruine der Hauptkirche St. Nikolai am Hamburger Hopfenmarkt ist als Mahnmal St. Nikolai „den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945“ gewidmet. Die Kirche wurde 1195 begründet und in ihrer letzten neugotischen Ausführung 1874 fertiggestellt. Ihr 147,3 Meter hoher Turm war von 1874 bis 1877 das höchste Bauwerk der Welt.

HH Lina 026

HH Lina 035

HH Lina 037

Sammlung Falckenberg

Donnerstag, Februar 6th, 2020

Endlich! Bei meinen vielen Hamburg-Aufenthalten habe ich es immer wieder versucht, die Sammlung Falckenberg in den Phoenix-Hallen in Harburg zu besichtigen. Jetzt hat es endlich geklappt. Aktuell ist die Ausstellung Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg zu sehen. Ich konnte an einer Sammlungsführung mit Zugang zum Schiebelager und den Meese-Räumen teilnehmen.

Falckenberg 04
Im Schiebelager

Jon Kessler (*1957 Yonkers, USA)
The Palace at 4 A.M., 2005/07
Bilder aus Magazinen, Büchern und dem Internet bilden zusammen mit rund 180 Röhrenmonitoren, kleinteiligen kinetischen Apparaturen sowie kilometerweise Draht und Kabel eine spektakuläre Kulisse. Alles und jede*r wird zum Objekt der Überwachung und Gegenstand der Installation. Die Invasion des Iraks, den Sturz Saddam Husseins, aber auch die verheerenden Auswirkungen des Hurrikans Katrina und das danach herrschende administrative Chaos bringt Jon Kessler in The Palace at 4 A.M. in Zusammenhang mit der Politik des »Kriegs gegen den Terror«, den die Bush-Administration nach dem Attentat des 11. September 2001 ausrief. Herzstück der Arbeit ist One Hour Photo. Die Apparatur überträgt Postkartenansichten der Twin Tower auf Monitore im Raum. Ausgeworfen werden Bilder von bebenden Türmen, die an die TV-Bilder des Attentats erinnern. Andernorts finden sich Live-Bilder von einer Kamera, die Kessler auf dem Dach des Sammlungsgebäudes befestigen ließ. Sie ist zur nicht weit entfernt liegenden Marienstraße ausgerichtet, in der einer der Terroristen wohnte, und verankert Kesslers Arbeit inhaltlich auch auf konkreter geografischer Ebene mit dem Ausstellungsort. Wie Menschen unter dem Regime globaler Unterhaltung und imperialer Politik zurechtkommen, ist das vielleicht drängendste Problem, das Kessler hier aufwirft.
(Text von Isabel Abele)

Falckenberg 17

Falckenberg 01

Falckenberg 15

Jonathan Meese (*1970, Tokyo, Japan)
La Chambre secrète de BALTHYS par Jonathan Meese, 2001
Der Vaterraum (Daddy), 2000
Die Ordensburg »Mishimoendk« (Toecutters Mütze), 2000
Das Werk des Künstlers Jonathan Meese umfasst Malerei, Collage, Zeichnung, Text, Installation, Skulptur, Performance und Bühnenbild. Der Künstler setzt sich darin zumeist mit deutscher Geschichte, Heldensagen und Mythen sowie seiner These der Diktatur der Kunst auseinander. Überfiguren aus Literatur, Philosophie und den Künsten wie Hegel, Wagner, Nietzsche, Hagen von Tronje sind bei Meese omnipräsent, dienen ihm als imaginäre. Daneben reihen sich Persönlichkeiten der Popkultur genauso wie Diktatoren der Weltgeschichte ein – auch der Künstler selbst setzt sich in endloser Wiederholung ins Bild.
Was bei Jonathan Meese einst als adoleszente Raumkoje mit Messie-Charakter begann (Ahoi de Angst, 1998), findet in den mit unzähligen Materialien und Referenzebenen bestückten, begehbaren Environments des Künstlers einen Höhepunkt. Hierfür stehen die sogenannten Meese-Räume der Sammlung Falckenberg, ein wuchernder Komplex aus mehreren Raumsystemen. 2001 widmete Meese dem umstrittenen Maler Balthasar Klossowski de Rola, genannt Balthus eine ganze Bilderserie, die in dieser metaphorischen Wohnung des Künstlers aufgeht. Das Zentrum des Ensembles bildet das Chambre secrète de BALTHYS par Jonathan Meese, eine Art Salon, der von dem 2001 entstandenen Gemälde Schach dem Balthys (Saalmüde Balthys) gekrönt wird, den gealterten Balthus beim Schachspiel mit seinem Bruder und Schriftsteller Pierre Klossowski zeigend. Nur wenige Schritte weiter geraten wir beim Gang durch die Räume in den Vaterraum, ein nicht weniger komplexer Organismus, der gespickt ist mit assoziationsreichen, biografischen Dokumenten und Erinnerungen des Vaters des Sammlers Harald Falckenberg. Sachlich wirkt dagegen der schwere Schreibtisch mit Telefon. Einige Stufen tiefer trifft man schließlich auf Die Ordensburg »Mishimoend« (Toecutters Mütze). Bezeichnet ist damit eine Installation aus Waschbecken und Spinden, die wie Schreine Personen wie Fritz Lang, Nero, Hitler, Alex DeLarge oder Caligula gewidmet sind und den Bogen zum früheren, ersten Ausstellungsort der Sammlung spannen: Dem Pump Haus, aus dem heraus Die Ordensburg entstand, als Meese für eine Ausstellung dort das bestehende Mobiliar des Gebäudes direkt mit einbezog. Die Meese-Räume bilden somit den Kosmos Jonathan Meese nicht nur in all seinen Facetten ab. Sie führen auch zurück zu den Anfängen der Sammlung Falckenberg.
(Text von Isabel Abele)

Falckenberg 12

Falckenberg 11

Falckenberg 08<

Zitronenjette

Dienstag, Februar 4th, 2020

Zitronenjette

Ein Denkmal in Form einer Bronze-Plastik des Bildhauers Hansjörg Wagner in der Ludwig-Erhard-Straße erinnert an die Zitronenjette. Auf der Gedenktafel steht in Plattdeutsch:
„Dien Leben wer suur as de Zitroonen, sall sick dat Erinnern an di lohnen? Dien Schiksol wiest op all de Lüüd, for de dat Glück het gor keen Tiet.“
(In Hochdeutsch: „Dein Leben war sauer wie die Zitronen, soll sich das Erinnern an dich lohnen? Dein Schicksal weist auf all die Leute, für die das Glück hat gar keine Zeit“)
Der Finger von Zitronenjette am Denkmal ist blank gerieben, denn ihn anzufassen soll Glück bringen.
(Wikipedia)

Jettes Finger

An der Alster

Montag, Februar 3rd, 2020

Seit vierzig Jahren richtet Lawrence Weiner rätselhafte Botschaften an alle Welt. Seit dem 22. Juli [2004] wendet sich der Künstler mit einem seiner Werke an die Passanten auf den beiden Jungfernstiegen an der Alster in Hamburg:

Lawrence Weiner

Unübersehbar, aber zwanglos wartet die Botschaft Weiners darauf, die Passanten in ihre Phantasie zu entführen. Läßt man sich darauf ein, könnte im ziel- und zwecklosen Lesen ein Gedankenspiel mit möglichen Bedeutungen und Assoziationen beginnen. Es wäre möglich, daß das Unbestimmte der Worte und das Unbewußte über ihre Umgebung unwillkürlich in eine besondere Bewußtheit von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, Erleben, Erinnern und Erwarten versetzt. Die Freiheit der Gedanken hätte sich einen Augenblick in unserem Tag erstritten.

Ein Weiner für Hamburg von Michel Liebelt
(Artikel beginnt auf S. 47)

HYPER!

Sonntag, Mai 26th, 2019

A personal journey into art and sound (Deichtorhallen Hamburg)

Hyper 06

Der Konzeptkünstler Rutherford Chang unterkellert die Massenmarkt/Unikat-These … durch seine Sammlung von 2173 Exemplaren des White Album der Beatles, die Hyper! zum Anfassen und Anhören ausstellt in einem nachgebauten Plattenladen, diesem Relikt. Eine Art Museum im Museum. Millionenfach wurde das Album 1968 gepresst, und doch sind Changs Schallplatten , die er seit Jahren in der ganzen Welt aufkauft, nicht nur wegen der Seriennummer unterschiedlich, sondern individuell abgegrabbelt, mit Kaffeeflecken verziert oder von ihren Vorbesitzern bekritzelt; die Rillen verzogen, die Klänge jeder Platte einzigartige Derivate eines längst nicht mehr zu bestimmenden Originals.
(hier)

Corinth porträtiert Carl Hagenbeck

Donnerstag, Juni 21st, 2018

Reise im Mai 2018 277

Reise im Mai 2018 283
Porträt Carl Hagenbeck (1844-1913) mit dem Walroß Pallas (Lovis Corinth, 1911)

Reise im Mai 2018 279

Reise im Mai 2018 269

Reise im Mai 2018 268
Carl Hagenbeck mit dem Löwen Triest (Rudolf Marcuse, 1926)

„… UND EINE WELT NOCH“

Samstag, April 30th, 2016

"... und noch eine Welt"

Im Kunsthaus findet „… und eine Welt noch“ statt. Es werden künstlerische Strategien im Umgang mit Wissenssystemen und Zeitgeschehen gezeigt. Ausgangspunkt ist das Werk von Hanne Darboven. Die Ausstellung ist sehr anregend. Eine Art bzw. mehrere Arten von Kunsttagebüchern schweben mir auch vor. Ansätze gibt es ja schon: Da ist die morgentliche Sitzplatzverteilung in der S-Bahn am Bahnhof Bundesplatz (2013) und auch mein SiebenUhrBleibtreustraße-Twitterprojekt (2014-2016). Einen „Rolling Stone“ habe ich auch schon einmal beim Verwittern beobachtet (2014-2015).
In der Ausstellung ist eine interessante Arbeit von Daniela Comani. Sie gibt in ihrem Tagebuch vor, persönlich an den wesentlichen Ereignissen des vergangenen Jahrhunderts teilgenommen zu haben und sogar für viele verantwortlich gewesen zu sein.

"... und noch eine Welt"

Banu Cennetoglu

Daniela Comani

Daniela Comani