Drei Momente aus dem Leben der Elisabeth hat der Leipziger Maler ausgewählt. Das erste Fenster zeigt die junge Frau im Moment des Abschieds von Ludwig IV., ihrem Ehemann. Ein letzter Händedruck, dann schreitet der Kreuzfahrer seinem Verhängnis entgegen.
Das Ableben des geliebten Gatten hatte für Elisabeth Folgen: Am Landgrafenhof fehlte ihr nun der Rückhalt für ihre barmherzigen Taten der Armen- und Krankenpflege. Fenster Nummer Zwei und Drei zeigen die junge Frau als hemdsärmelige Samariterin. Zunächst kann man beobachten, wie sie einem Bedürftigen in einer unwirtlichen Gegend ihren Mantel überlässt.
Das dritte und größte Fenster zeigt die Heilige schließlich im Marburger Hospital, das sie 1228 gegründet hatte. Dort pflegte Elisabeth bis zu ihrem Tod Aussätzige.
(mehr hier in der WELT vom 14.12.2007)
Naumburg – Neo Rauchs Kirchenfenster im Dom
April 20th, 2017Kommunale Galerien in Berlin (16)
April 12th, 2017In der Galerie im Saalbau Neukölln zeigen uns Ingo Gerken und Florian Neufeldt das Maß der Dinge.

Luft nach oben (Ingo Gerken, 2017)

Bibliosculpture XVII (Ingo Gerken, 2017)
Ingo Gerken begreift das Buch als Objekt und nimmt sich die Literatur der Kunstgeschichte als künstlerisches Material direkt aus den Regalen. … [Er] nutzt die Seiten von Monografien und Katalogen als formales Terrain wie auch als gedanklich offenes Gelände zur Erweiterung und Kommentierung, und er flaniert dabei auf einem schmalen Grat zwischen Hommage und Subversion. Seine minimalen Alltagsinterventionen begegnen hier den repräsentativen Hochglanzmustern der Werkbetrachtung, haben aber dabei nicht allein die kanonisierte Kunst im Auge: der Künstler beobachtet auch sich selbst, seine eigene Situation und deren Bedingungen.
(Jan Ketz, Kurator, Berlin
im Katalog INGO GERKEN – OFFENES BUCH, Künstlerhaus Schloss Balmoral, 2012)

2 As 3 And Some Too (Liz Larner, 1997/98)
in: Skulptur Heute, Phaidon Verlag, 2008
Rot-weißes Flatterband (Fortsetzung)
April 10th, 2017Nach mehr als 5 Jahren folgt eine kleine Flatterbandverlängerung:
Im Kunsthaus Achim Freyer
April 9th, 2017Aktuelle Ausstellung:
Endlich hat es geklappt. Wir sind mit dem Förderverein der Berlinischen Galerie im Kunsthaus Achim Freyer. Das ist in Lichterfelde, Kadettenweg 53. Achim Freyer, 83 Jahre alt und erfrischend lebendig, führt uns selbst durch sein Haus. Er sammelt, was ihm gefällt. Ich habe sogar ein Gesicht auf einem Farbeimerdeckel, das ist bestimmt vom 6en-Maler, entdeckt. Ist der eigentlch noch aktiv? Ich habe lange keine frischen 6en mehr gesehen. Freyer erzählt, dass er vor langer Zeit das Bühnenbild der Clavigo-Aufführung am Deutschen Theater gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass ich Clavigo am DT als Jugendlicher gesehen habe, aber an das Bühnenbild kann ich mich nicht mehr erinnern. Das muss vor 1972 gewesen sein, denn danach hatte sich Freyer in den Westen, äh Süden (Italien) abgesetzt. Freyer erzählte vom Streit wegen des abstrakten Bühnenbilds, der Absetzung und Wiederaufnahme des Stückes nach einer Klage und der Unterstützung durch Freunde und Kollegen.
Wunderlich! Mich dünkt doch, man lebt nur einmal in der Welt, hat nur einmal diese Kräfte, diese Aussichten, und wer sie nicht zum besten braucht, wer sich nicht so weit treibt als möglich, ist ein Tor.
AF/CH in der Galerie Nord
April 8th, 2017Adib Fricke trifft Christian Hasucha
Christian Hasucha, den Namen kenne ich. War da nicht 2006 diese grüne Rollraseninsel mitten in Neukölln?
Ein flacher, grasbewachsener Hügel schwebt – von einigen Stützen gehalten – in 3 m Höhe über dem Straßenpflaster. Ein Mann, der aus der Nachbarschaft zu kommen scheint, packt jeden Morgen dort oben sein Frühstück aus. Auch abends ist er da. Ab und zu bekommt er Besuch.
(findet man hier)
Christian Hasucha hat sich mit dem Wortkünstler Adib Fricke zusammengetan. In der Galerie Nord des Kunstvereins Tiergarten sind einige anregende Installationen zu sehen.
Angenehm sinnfrei (Karl Hübner)
Gabriele-Münter-Preis 2017
April 7th, 2017Eine Ausstellung zum Gabriele-Münter-Preis 2017 in der AdK am Hanseatenweg. Die Preisträgerin in diesem Jahr heißt Beate Passow.
Vor einem Bild von Günter Fruhtrunk
April 5th, 2017The Haus
April 4th, 2017Dem leerstehenden Gebäude in der Nürnberger Straße unweit des Kurfürstendamms und direkt neben dem Crowne Plaza Hotel wird mit dem Streetart-Projekt The Haus ein letztes Mal neues Leben eingehaucht und richtet sich mit der Ausstellung an alle Kunstinteressierten in der Hauptstadt. Das Besondere an The Haus ist auch: Das Gebäude wird im Juni 2017 mitsamt der Ausstellung abgerissen.
(mehr hier)
Seht ihr die Schlange Kunstinteressierter? Das war heute gegen 11.30 Uhr am The Haus. Anstehen ist nichts für uns. Wir versuchen es ein anderes Mal und trösten uns mit einigen in Berlin, Eberswalde und Leipzig gesehenen Arbeiten.
In der, laut Kollektiv, „größten Urban Art Gallery der Welt“, verteilen sich die Künstler_innen über die Stockwerke, erobern sich ihre „Spaces“. Von diesen gibt es, auch für die Presse, keine Fotos, nur kleine „Teaser“. Die Besucher_innen sollen sich von den Raumkonzepten selbst ein Bild machen. Auch in der Ausstellung, die am 1. April eröffnet wird, gibt es ein absolutes Fotografier-Verbot. Alle Geräte werden eingesammelt – „digitales Fasten“ nennen es das Kollektiv. Dokumentiert wird das Projekt mit THE BOOK, dessen Veröffentlichung zeitgleich mit der Eröffnung geplant ist und ebenfalls der Refinanzierung dienen wird.
(mehr hier)
Hankels Ablage
April 3rd, 2017Große gleichmäßige Stille
April 2nd, 2017Es dämmerte zusehends, und ein leichter Wind hauchte vom Meer, dessen Gegenströmung eingesetzt hatte, auf das niedrige Vorgebirge. Den ganzen Tag über hatte das Meer sich zur großen gleichmäßigen Stille weiter geglättet, unter einem Schirokko, der ohne die geringste Veränderung seit dem Aufbruch von Neapel angedauert hatte: aus Ost, aus West und Ost, gestern, heute und morgen, dazu das mattmatte Wogen der grauen, der silbernen oder der ehernen Welle, die sich wiederholte, so weit das Auge reichte.
(Stefano d’Arrigo in HORCYNUS ORCA)



































