Bildaltäre von Justyna Koeke auf der Aquamediale in Lübben
Archive for the ‘Berliner Umgebung’ Category
Bildaltäre
Dienstag, Juli 10th, 2012Geh aus mein Herz
Donnerstag, Juli 5th, 2012Geh aus mein Herz und suche Freud
In dieser schönen Sommerzeit
An deines Gottes Gaben
Schau an der schönen Gärtenzier
Und siehe wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben
Mach in mir Deinem Geiste Raum,
Daß ich Dir werd ein guter Baum,
Und laß mich Wurzeln treiben;
Verleihe, daß zu Deinem Ruhm,
Ich Deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleibe
Paul Gerhardt in Lübben
Krieg und innerer Frieden – Die Welt des Paul Gerhardt (Teil 1, Teil 2) von H. Neubacher
LiUBA-Ehrung in Lübben
Mittwoch, Juli 4th, 2012Einer Sage nach soll sich einst eine junge Wendenprinzessin im Hain an die Göttin gewandt haben. Der Liebste der Prinzessin war in den Kampf gezogen. Als ihr in der Nacht des Abschieds im Traum eine weiße Frauengestalt mit wallendem Haar, die Wehklage, erschien, deutete sie dies als ein Vorzeichen des baldigen Todes ihres Geliebten.
Sie flehte daher die Göttin Liuba, die Beschützerin aller Liebenden an, sie bald wieder mit ihrem Verlobten zu vereinen und opferte ihr ein kostbares Diadem sowie eine Halskette, die ihr der junge Fürst geschenkt hatte.
Auf dem Weg nach Hause versank die Prinzessin samt ihrer goldenen Kutsche und ihrem Gefolge im grundlosen Morast, den es damals vielerorts im Spreewald gab. Auf dem weit entfernten Schlachtfeld wurde ihr Liebster zur selben Stunde von einem vergifteten Pfeil ins Herz getroffen – die Göttin hatte beide wieder vereint.
(hier)
Aquamediale in Lübben
Sonntag, Juli 1st, 2012
Das ist Teil einer Installation von Peter Lowas. Es fehlen einige Flaggen.
Warum eigentlich immer nur Richtung Berlin? Das war heute ein spontaner Entschluss: Wir fahren nach Lübben, dort findet die 8. Aquamediale statt.
Aqua, das klingt gut bei dem Wetter. Das Bier (Aqua, Hopfen, Malz, Hefe) im Schlosshotel hat dann auch geschmeckt, das war nach dem dürftigen Kunsterlebnis allerdings auch nötig. Neun Werke internationaler Künstler sind zu besichtigen, zwei waren schon arg lädiert und alles zusammen ergab tatsächlich nur einen wässrigen Sinn.

Die Installation von Valentina Torrado haben wir nicht entdeckt. Sollten dort die Reste schwimmen?

Hier lesen wir, dass dieses Werk von Gregor Krampitz schon vor der Eröffnung der Ausstellung zerstört war. Dieses überdimensionale Wassermolekül soll übrigens auf die Quellwasserverschmutzung zwischen Luckau und Lübben hinweisen.
Neuruppiner Bilderbogen
Mittwoch, Juni 13th, 2012Begründer der lokalen Tradition ist der Buchdrucker Johann Bernhard Kühn, der von 1750 bis 1826 in Neuruppin lebte. Seine ersten Bilderbogen, von Holzschnitten gedruckt, entstanden vor 1800. Sein Sohn Gustav Kühn (1794–1868), ein intelligenter und zeichnerisch begabter junger Mann, absolvierte 1812/1813 in Berlin eine Fachausbildung für Holzschnitt, Stahl- und Kupferstich. 1819 trat er als Teilhaber in das Unternehmen des Vaters ein und leitete es von 1822 an beinahe 40 Jahre lang. Kühn handelte kaufmännisch geschickt und hatte ein verlässliches Gespür für aktuell gefragte Motive. Er zeichnete viele seiner Bilder selbst und versah sie mit eigenen Texten und Gedichten – immer königstreu und als Verfechter von Ordnung und Moral.
(hier)

Keramische Bodengestaltung in der Bilderbogenpassage von Ursula Zänker
Kronprinz Friedrich in Ruppin
Montag, Juni 11th, 2012Das Rheinsberger Schloß schmückt und erweitert sich mehr und mehr, der Tag der Übersiedelung jedoch ist noch fern und die bescheidenen Ruppiner Räume müssen zunächst noch genügen. Die Stadtwohnung läßt viel zu wünschen übrig, aber es bedrückt nicht, denn wenigstens die Sommermonate gehören dem »Garten am Wall«. Hier lebt er heitere, mußevolle Stunden, die Vorläufer jener berühmt gewordenen Tage von Rheinsberg und Sanssouci. Allabendlich, nach der Schwere des Dienstes, zieht es ihn nach seinem »Amalthea« hinaus. Der Weg durch die häßlichen Straßen der alten Stadt ist ihm unbequem, so hat er denn für ein Mauerpförtchen Sorge getragen, das ihn unmittelbar aus dem Hofe seines »Palais« auf den Wall und nach kurzem Spaziergang unter den alten Eichen in die lachenden Anlagen seines Gartens führt. Da blüht es und duftet es; Levkojen und Melonen werden gezogen, und auf leise ansteigender Erhöhung erhebt sich der »Tempel«, der Vereinigungspunkt des enthält eine Küche, der »Tempel« selbst aber ist Freundeskreises, den der Kronprinz hier allabendlich um sich versammelt. Das Souterrain einer jener oft abgebildeten Pavillons, die auf sechs korinthischen Säulen ein flachgewölbtes Dach tragen und sich in den Parks und Gärten jener Epoche einer besonderen Gunst als Eßzimmer erfreuten. Der Mond steht am Himmel, in dem dichten Gebüsch des benachbarten Walls schlagen die Nachtigallen, die Flamme der Ampel, die von der Decke herabhängt, brennt unbeweglich, denn kein Lüftchen regt sich, und keine frostig abwehrende Prinzlichkeit stört die Heiterkeit der Freunde. Noch ist kein Voltaire da, der seine Pikanterien mit graziöser Handbewegung präsentiert, noch fehlen die Algarotti, d’Argens und Lamettrie, all die berühmten Namen einer späteren Zeit, und Offiziere seines Regiments sind es zunächst noch, die hier der Kronprinz um sich versammelt: von Kleist, von Rathenow, von Knobelsdorff, von Schenkendorff, von Gröben, von Buddenbrock, von Wylich, vor allem – Chazot.
Das Leben, das er mit diesen Offizieren führte, war frei von allen Fesseln der Etikette, ja ein Übermut griff Platz, der unseren heutigen Vorstellungen von Anstand und guter Sitte kaum noch entsprechen dürfte. Fenstereinwerfen, Liebeshändel und Schwärmer abbrennen zur Ängstigung von Frauen und Landpastoren, zählte zu den beliebtesten Unterhaltungsmitteln. Man war noch so unphilosophisch wie möglich.
(hier)
Hier im Garten ist noch manches, wie’s ehedem war. Allerhand Neubauten entstanden, aber die Einfassung blieb, und die hohen Platanen im Hintergrunde, die über die Mauer hinweg mit den draußen stehenden Bäumen Zwiesprach halten, sind noch lebendige Zeugen aus den friderizianischen Tagen her. Vor allem existiert noch der »Tempel« selbst. Aber freilich, es sind keine Säulen mehr, die das Kuppeldach tragen, sondern ein solides Mauerwerk mit Tür und Fenstern ist an ihre Stelle getreten und bildet ein mäßig großes Rundzimmer, das eben ausreicht zu einem Souper zu sechs.
Ein Landhaus in Zermützel
Sonntag, Juni 10th, 2012
Landhaus Möller (Hans Scharoun, 1937/38)

Kunsthändler Ferdinand Möller, porträtiert von seiner Frau Maria Möller-Garny
Pylades & Orestes
Mittwoch, Mai 30th, 2012Freundschaftstempel im Park Sanssouci
Eine Apotheose der Wilhelmine von Bayreuth bedeutet ihre Darstellung als überlebensgroße Sitzstatue in einer Rundbogennische an der rückwärtigen schmalen Wandfläche. Ihr nackter Fuß ruht auf einem vierbeinigen Schemel und lädt nach dem Vorbild antiker Götterstatuen zur Verehrung ein. Das Haupt neigt sich huldvoll dem Betrachter zu, das auf dem Schoß ruhende Buch steht als Attribut für die Beschützerin der Wissenschaften. Die Statue stammt aus der Werkstatt der Bildhauerbrüder Johann David und Johann Lorenz Wilhelm Räntz. Als Vorlage für die Figur aus Marmor diente ein Gemälde des Porträt- und Hofmalers Antoine Pesne.
(hier)
Orest war Agamemnons und der Klytämnestra Sohn, ein berühmter Held der griechischen Tragiker. Als Agamemnon aus dem trojanischen Kriege zurückkehrte, wurde er von seiner treulosen Gattin und ihrem Verbündeten, Aegisthos, ermordet. Auch Orest würde ein gleiches Schicksal erfahren haben, hätte nicht Elektra, seine Schwester, ihn gerettet, und mit seinem Aufseher zu Strophios, dem Könige zu Phokis, gesandt, welcher sein Oheim war. Bald einte das Band der zärtlichsten und innigsten Freundschaft ihn mit Pylades, dem Sohne seines Oheims.
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Herakles & Philoktetes
Dienstag, Mai 29th, 2012Freundschaftstempel im Park Sanssouci
Philoktetes (Philoktet), Sohn von Poias und Gefährte von Herakles, setzte endlich den Scheiterhaufen auf dem Berg Oite (Öta) in Brand, auf dem der von Schmerzen gequälte Herakles sich verbrennen lassen wollte, den aber niemand anzünden wollte. Dafür übergab Herakles ihm vom Scheiterhaufen herab seinen Bogen und die unüberwindlichen Pfeile.
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Euryalos & Nisos
Samstag, Mai 26th, 2012Freundschaftstempel im Park Sanssouci
Unter dem troianischen Heere befanden sich zwei kühne Jünglinge: Nisos und Euryalos. Nisos, ein Sohn des Hyrtalos, einer der besten Speerwerfer und Pfeilschützen, hatte sich aus dem Idagebirge an den auswandernden Helden angeschlossen. Euryalos war der schönste unter allen teukrischen Knaben, und der erste Flaum der Jugend sproßte ihm um die Wangen. Beide waren durch die innigste Freundschaft verbunden, stürzten sich immer zusammen in die Schlacht und hüteten auch jetzt eines der Tore, nebeneinander Wache haltend.
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