Archive for the ‘Public Art’ Category

Gedankengang

Sonntag, März 16th, 2008

Prisma

Lichtobjekt von Nils-R. Schultze (Gedankengang Adlershof)

Anselmus und Serpentina

Donnerstag, März 13th, 2008

Sperling
E.T.A. Hoffmann von Carin Kreuzberg, Gendarmenmarkt

Da fing es an zu flüstern und zu lispeln, und es war, als ertönten die Blüten wie aufgehangene Kristallglöckchen. Anselmus horchte und horchte. Da wurde, er wußte selbst nicht wie, das Gelispel und Geflüster und Geklingel zu leisen halbverwehten Worten:

»Zwischendurch – zwischenein – zwischen Zweigen, zwischen schwellenden Blüten, schwingen, schlängeln, schlingen wir uns – Schwesterlein – Schwesterlein, schwinge dich im Schimmer – schnell, schnell herauf – herab – Abendsonne schießt Strahlen, zischelt der Abendwind – raschelt der Tau – Blüten singen – rühren wir Zünglein, singen wir mit Blüten und Zweigen – Sterne bald glänzen – müssen herab zwischendurch, zwischenein schlängeln, schlingen, schwingen wir uns Schwesterlein.« –

So ging es fort in Sinne verwirrender Rede. Der Student Anselmus dachte: »Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.« – Aber in dem Augenblick ertönte es über seinem Haupte wie ein Dreiklang heller Kristallglocken; er schaute hinauf und erblickte drei in grünem Gold erglänzende Schlänglein, die sich um die Zweige gewickelt hatten und die Köpfchen der Abendsonne entgegenstreckten.
(aus: E.T.A. Hoffmann Der goldene Topf)

Römischer Mann

Mittwoch, März 12th, 2008

Römischer Mann

Hermann Blumenthal
Großer Stehender 1936/37
im Vorhof des Kolbe-Museums

Zu Ruhm war dieser Bildhauer seinerzeit durch Darstellungen menschlicher Aktfiguren gelangt, in denen sich eine konstruktivistische Motivik mit psychologisierenden Momenten verbindet. In seinen Werken verschmolzen Anregungen der deutschen und französischen Moderne, ohne daß expressionistisches Pathos oder klassizistische Kühle zu ihren Merkmalen gehören würden. Nicht zu Unrecht wird häufig auf eine künstlerische Verwandtschaft mit Wilhelm Lehmbruck hingewiesen.
(aus einer Rezension von G. Brüne zu
J. Gabler (Hrsg.)
Sternengucker. Hermann Blumenthal und seine Zeit, Berlin 2006)

The Violence of the Real

Montag, März 10th, 2008

Ich wusste gar nicht, dass Francis Bacon auch Fassaden gestaltet hat …

Bröckelnde Fassade
Fassade in der Kreuzbergstraße

Atropos

Sonntag, März 9th, 2008

Auf dem Alten Kirchhof Schöneberg befindet sich das Wandgrab der Familie des Berliner Porträtmalers und Bildhauers Fritz Hummel (1828-1905). Das Grab ist mit einem klassizistischem Tondo von Julius Franz (1824-1887) geschmückt.

Schicksalsgöttin

In der bildenden Kunst werden die Schicksalsgöttinnen als Spinnerinnen des Lebensfadens dargestellt. Die erste, Klotho, spinnt den Lebensfaden, die zweite Lachesis, erhält ihn, während die dritte, Atropos, die Unabwendbare, ihn durchschneidet und damit das Lebensende des Menschen bestimmt.

Air Borne

Mittwoch, März 5th, 2008

Brummkreisel

Air Borne – Fünfzehn rote Ellipsoide erzählen in Klang und Text von diesem Ort und seiner Vergangenheit (z.B. vom Flugplatz Johannisthal).

Aerodynamischer Park

Alfred Hrdlicka

Mittwoch, Februar 27th, 2008

Heute: 80. Geburtstag von Alfred Hrdlicka

H: Schon in meinen frühen Jahren war ich – wie soll ich sagen – schwierig. Jung, sehr muskulös und, was weiß ich, sehr seltsam.

Hrdlicka
Der Tod des Demonstranten, 1971

B: Sie sind doch eigentlich ganz nett, Herr Hrdlicka. Wieso waren Sie denn immer so undiplomatisch?
H: Na, weil es meiner Karriere genutzt hat! Ich muss ganz offen reden: Meine Karriere besteht aus Widersprüchen. Schauen Sie, ich war so überrascht bei der Eröffnung meiner Ausstellung im Jänner in Schwäbisch Hall, weil ich gar nicht mehr gewusst habe, dass ich so viel Monumentales gemacht habe! Sie werden dort feststellen, dass ich schon ein wüstes Kaliber gewesen bin. Denn ich kann zeichnen wie ein Affe! Die Kunst besteht auch aus Können. Für mein Können kann ich mich rühmen.
(aus einem Interview in der Berliner Zeitung)

Streetart in Öl

Dienstag, Februar 26th, 2008

Über 70 Ölgemälde hat Niko bereits im Freien aufgehängt. Mit seiner Kunst will der Einunddreißigjährige der Streetart-Szene frische Impulse geben.
(Ein Interview mit Niko in der Süddeutschen Zeitung)

Niko 2007

Schöner Eingang

Du musst nicht denken

Schöne

Uhlmanns Schaschlik

Montag, Februar 25th, 2008

Hans Uhlmann

Natürlich war ganz Berlin baff, als an der Bismarckstraße in den Jahren 1959 bis 1961 Fritz Bornemanns Neubau der Deutschen Oper in die Höhe wuchs. Nichts da von repräsentativen Schmetter-Portalen. Kein Säulenluxus. Die jahrhundertelang geübte architektonische Erhabenheit machte sich aus dem Staube. Das neue Haus schien sich gleichsam mit dem Rücken gegen die „Große Oper“ zu stellen. Das war Berlins Opernpublikum nicht gewohnt. Natürlich wollte es liebend gern demokratisch sein, aber irgendwie sollte das Haus schließlich auch zu den Abendkleidern passen, die man seit langem daheim in den Schränken verwahrte und die auf ihren großen Auftritt warteten.

Faustgroße Kieselsteine, dicht an dicht in Beton gebettet. Eine Stirnwand von eher abweisendem Charakter. Und dann noch das Schlimmste: dieser überdimensionale schwarze, stählerne „Schaschlik-Spieß“, den Hans Uhlmann geformt und 20 Meter hoch vor dem Haus hatte aufrichten dürfen. Er wurde lauthals verflucht. Aber so war es fast jeder künstlerischen Außerordentlichkeit seit jeher gegangen. Wie die Neue Musik schließlich Zeit braucht, sich an sie zu gewöhnen, so auch Architektur und bildende Kunst.
(Quelle Berliner Morgenpost)

JR – Face to Face

Donnerstag, Februar 21st, 2008

Check Point Charlie

Berlin Wall Trail

Face to Face

JR fotografierte mit einem 28-mm-Objektiv grimassenschneidende Menschen aus Israel und Palästina. Diese Fotos klebte er als Großplakate in Haifa, Tel Aviv, Jericho, Hebron, Ramallah und Jerusalem. Menschen, die im Leben scheinbar verfeindet sind, stehen sich von Angesicht zu Angesicht auf den Plakaten gegenüber. Die Grimassen dienen als heitere Geste der Verständigung.
Nun sind diese Plakate auch in Berlin in der Nähe des ehemaligen Checkpoint Charlie zu sehen.
(Infos aus: Kai Jakob Streetart in Berlin, Jaron Verlag, 2008)