Unser Kunstspaziergang ist heute ins Wasser gefallen.
Archive for the ‘Berlin’ Category
Regen
Samstag, Juli 14th, 2012Fahrradstadt Berlin
Montag, Juli 9th, 2012Lesen
Freitag, Juni 29th, 2012Zum 80. Geburtstag des großen Ratschlägers Ror Wolf werden wir mit einem Horrorroman beschenkt.
Lesen. Das Lesen bietet einen unerschöpflichen Quell von Unterhaltung und Bildung und ist das Mittel, die Langeweile, die Kalamität der vornehmen Welt, zu verscheuchen. Für das Familienleben empfiehlt es sich, abendliche Lesestunden festzusetzen und über das Gelesene mit Ernst zu diskutieren. Das ist ungemein anregend, erweitert den geistigen Horizont, erstickt die Sucht nach dem Wirtshausbesuch und den Hang zu allerlei Allotria. Freilich kommt es sehr darauf an, was gelesen wird. – In der Wahl der Lektüre moderner Schriften sei man sehr vorsichtig. Schriften, die nicht zu denken geben, halte man fern, wähle solche, die zugleich das Wissen bereichern, den Charakter läutern und stählen, den Geschmack veredeln, gesunde Gesinnungen zum Ausdruck bringen und einflößen. Im Bett zu lesen ist keine gute Gewohnheit, auf alle Fälle darf nur eine wirklich gute, in keiner Weise aufregende Lektüre in Betracht kommen. Man gehe auch nie in den Kleidern zu Bett, es vermindert die Schlaftiefe. Auch vergrabe man den Kopf nicht zu tief in den Kissen und liege überhaupt möglichst, wie oben beschrieben, unparfümiert.
(aus: Raoul Tranchirers vielseitiger großer Ratschläger für alle Fälle der Welt – Ror Wolf, Schöffling & Co., 1999)
Rudolf Lorenzen
Dienstag, Juni 26th, 2012Gebrauchskunst, schöne Bilder und Verse, zweckfreie Malerei: Kreuzberg in seiner Spielfreude, Schlamperei, Kauzigkeit und Kunstfertigkeit – kein Schwabing, kein Montmartre darf es je werden, Kreuzberg darf nicht überschwemmt werden vom Tourismus, dessen nivellierendes Spezifikum schon immer war, die Originale zu vertreiben und Bizarres einzuebnen in eine Wüstenei, die allenfalls noch originell zu nennen ist.
(Rudolf Lorenzen, 1970
in: Dichterlesungen in Kreuzberg
in: Die Hustenmary)
Gehwegschäden
Montag, Juni 25th, 2012Vom Swinger Club ins Wettbüro, dann in die Absturzkneipe: In „Gehwegschäden“ jagt Helmut Kuhn durch den prekarisierten Teil der Hauptstadt. Sein Roman verneigt sich vor „Berlin Alexanderplatz“ und liest sich ebenso witzig wie rasant.
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St. Michael-Kirchhof, Neukölln
Dienstag, Juni 19th, 2012Der Kirchhof der St.-Michael-Gemeinde entstand in den Jahren 1863 bis 1895 in mehreren Etappen auf einer Fläche von 21.537 m² geometrisch entlang einer zentralen Allee mit Eichen und Linden sowie drei Rondellen. Im vorderen Rondell steht ein dominantes Kruzifix.
Die Kapelle des Kirchhofs an der Straße von einem unbekannten Architekten im spätromantischen Stil stammt aus dem Jahr 1884. … In einer Nische im Eingangsbereich fällt eine beeindruckende Skulptur des Erzengels Michael in den Blick.
Tilted Donut Wedge with Two Balls
Dienstag, Juni 12th, 2012Reichtagspräsidentenpalais
Mittwoch, April 25th, 2012Das Reichstagspräsidentenpalais wurde von Paul Wallot, dem Architekten des Reichstagsgebäudes, entworfen und zwischen 1899 und 1904 auf dem einzigen noch unbebauten Grundstück in dessen unmittelbarer Nähe errichtet.
Doch als der letzte demokratische Reichstagspräsident Paul Löbe 1933 sein Amt an Hermann Göring abgeben mußte, verwaiste das Haus, weil Göring das Palais nicht als Wohnung nutzen wollte. Das Palais wurde zunehmend zweckentfremdet: als Außenstelle der Reichstagsbibliothek. Die parlamentarische Büchersammlung hatte sich im ebenfalls zweckentfremdeten Reichstag im Lauf der dreißiger Jahre über das ganze Riesenhaus ausgebreitet. Initiator dieser Parlaments-Umnutzung war der seit 1928 amtierende Bibliotheksdirektor und Historiker Eugen Fischer-Baling. Obwohl dessen eigene Schriften – kritische Werke über die Kriegsschuld und die Dolchstoß-Legende – den Bücherverbrennungen zum Opfer fielen, konnte er im Herzen des Nazi-Terrors die wichtigste politische Bibliothek Deutschlands mit sämtlichen verbotenen Schriften aufbauen, die zuletzt eine halbe Million Bände umfaßte. Doch in den letzten Kriegstagen verbrannte die Büchersammlung fast vollständig.
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Temporäre Installationen
Dienstag, April 24th, 2012Wir sehen … die temporären Installationen, die ganz unabsichtlich geschaffen werden, wenn Motorräder unter Regenhauben am Straßenrand oder auf Bürgersteigen parken; Skulpturen, die wie kauernde Wesen von einem fremden Planeten aussehen.
(David Wagner – Welche Farbe hat Berlin, Verbrecher-Verlag 2011)
Stentor
Sonntag, April 22nd, 2012Stentor ist ein griechischer Trojakämpfer, dessen gewaltige Stimme der von 50 Männern gleichkommt. In seiner Gestalt hält Hera den Griechen eine Standpauke (Hom. Il. 5,784-792). Selbst tritt Stentor nirgends auf. Diese “Lücke” wurde von der antiken Exegese durch gelehrte Spekulationen ergänzt (schol. AbT Hom. Il. 5,785): Er mußte sein Leben lassen, weil er Hermes zum Wettstreit im Schreien herausgefordert hatte.
(hier)

Der Rufer, Gerhard Marcks, 1966
Endlich war es eine besondre Folge dieser Eigenschaft des Hermes als Götterherold, daß man eine starke Stimme und ein unverwüstliches Gedächtniß gleichfalls von ihm ableitete. Daher jene Fabel vom Aethalides, dem Herolde der Argonauten, welcher sein Gedächtniß auch in der Unterwelt nicht verlor, und die vom Stentor, welcher sich mit Hermes in einen Wettkampf des lauten Ausrufs eingelassen habe und darüber habe sterben müssen.
(hier)























