Archive for the ‘Berlin’ Category

Zahnlücken

Montag, September 28th, 2009

Zahnlücken

Der Zahn
Barthold Heinrich Brockes

Um grössre Schmerzen zu vermeiden,
Entschloß ich mich, daß mir ein Zahn,
Der mir bishero weh gethan,
Würd ausgebrochen, zu erleiden.

Weil aber die Natur bey starken Gliedern
(So ich dem Schöpfer nie durch Dank kann gnug erwiedern)
Auch starke Zähne mir verliehen;
So schien es erst, als ob, ihn auszuziehen
Der kluge Carpser selbst, der an Geschicklichkeit
Kaum seines gleichen kennt, sich etwas scheut’;  allein,
Weil ich darauf bestund, war er dazu bereit.

Ich nahm mir vor, die strenge Pein,
Ohn’ alles Zucken, sonder Schreyn
Beherzt und standhaft auszustehen.

Er setzte drauf den Pelican,
Den ich vorhero wohl besehen,
Mit Kraft und Vorsicht an.

Wir hielten uns im Anfang beyde gut:
Er brach; ich hielte fest, noch fester doch der Zahn.
Er knackt’, ich wiche nicht. Doch endlich war mein Muth
Noch eher, als der Zahn, gebrochen.
Es riß ein gräßliches Gekrach,
Wodurch des ganzen Hauptes Knochen
Zu spalten schien, ein kurz doch kläglich Ach
Mir aus der Brust. Die feurig wilde Pein,
Der bittre Schmerz, durchdrang so Fleisch als Bein,
Dieß splittert, jenes riß, jedoch, zu meinem Leide,
Kein einzigs ganz entzwey;
Der Sehnen Zähigkeit band sie noch alle beyde.

Allein,
Mit welcher Lust nahm ich, bey aller Pein,
Den Ursprung meiner Qual, den nunmehr losen Zahn
Aus Carpsers blutgen Händen an!

(weiter geht es hier bei Zeno.org)

Kirchhof an der Sophienkirche

Donnerstag, September 10th, 2009

Sophienkirche

Leopold von Ranke

Das Porträtmedaillon am Grabmal von Leopold von Ranke wurde nach einem Modell von Johann Friedrich Drake geschaffen.

Ankündigung

Mittwoch, September 9th, 2009

Die Siegessäule wird nach dem Silvesterfest 2009 eingerüstet und für 4,3 Millionen Euro saniert.

Siegessäule

Sie ist ganz schön in die Jahre gekommen, auch wenn man es ihr von Weitem nicht gleich anmerkt. Ihr Make-up sieht sozusagen nicht mehr so frisch aus und das Kleid glänzt auch nicht mehr so schön. Trotzdem gibt sich Viktoria seit Jahrzehnten standhaft, sogar einen Sprengstoffanschlag hat sie fast unbeschadet überstanden. Inzwischen ist es allerdings höchste Zeit für eine Runderneuerung. Womöglich aus Respekt vor der Siegesgöttin wird die gut acht Meter hohe Figur auf der Siegessäule im kommenden Jahr zwar sichtbar bleiben, der Schaft unter ihr wird allerdings hinter Planen verschwinden.
(Uwe Aulich in der Berliner Zeitung, hier)

Bronze-Kandelaber am Reichstag

Dienstag, September 1st, 2009

Kandelaber 1

Herstellungsjahr: 1899
Entwurf: August Vogel (hier Reliefs von Vogel am Rathaus Charlottenburg)
Guss und Ziselierung: Firma Paul Stotz, Stuttgart
Aufstellung am Reichstag: 1901 (nach Restaurierung 2000)

Kandelaber 2

Kandelaber 3

Jungbauern am Moritzplatz

Samstag, August 29th, 2009

Prinzessinnengarten

Prinzessinnengärten

Schon vor Jahren hat Robert die Idee einer urbanen Landwirtschaft von einer Kubareise mit nach Berlin gebracht. In Städten wie Havanna oder Santiago wird dort schon seit längerer Zeit erfolgreich die so genannte agricultura urbana betrieben. Dabei handelt es sich nicht allein um Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Stadt. Die gemeinsame Bewirtschaftung städtischer Freiflächen verwandelt diese Orte zugleich in urbane Lebens- und Arbeitsräume. Hier halten die Nachbarn ihr Schwätzchen, die Erwachsenen geben ihr Wissen an Kinder weiter, man entspannt sich bei einer Tasse Kaffee aus der Thermoskanne.

Garten

Moltke-Brücke

Donnerstag, August 27th, 2009

Moltke-Brücke

Charite

Greif den Fernsehturm

Der von bedeutenden Künstlern der Wilhelminischen Ära entworfene Bild- und Skulpturenschmuck der Brücke nimmt Bezug auf die militärischen Leistungen von Moltke.

Die Flusspfeiler beidseitig des mittleren Bogens tragen von Johannes Boese stammende Allegorien. Eine über Büchern und Landkarten sitzende Eule steht dabei für die Weisheit des Feldherren und ein sich über Trophäen erhebender preußischer Adler für den unter Moltkes militärischer Verantwortung errungenen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870–1871.

Die Schlusssteine der drei Flussbögen tragen von Karl Begas geschaffene, mit Lorbeerkränzen bekrönte Porträtköpfe. Auf dem mittleren Brückenbogen finden sich auf beiden Seiten Porträts von Moltke. Diese werden auf den anschließenden Bögen stromabwärts flankiert von den Köpfen Gebhard Leberecht von Blüchers (links) und Georg von Derfflingers (rechts). Stromaufwärts erscheinen die Köpfe von Caesar und Athene. Die Flankierung durch Feldherren versteht sich als Verweis auf die militärische Tradition, in die man von Moltke stellte,  Athene deutet auf seine Weisheit hin.
(mehr hier)

Bengel Berlin

Mittwoch, August 26th, 2009

Bunker

Eine Stadt wie Berlin ist ein ungezogener, frecher, intelligenter Bengel, bejahend, was ihm so passt, und wegwerfend, wessen er überdrüssig geworden ist.
(Robert Walser)

Eis- und Imbißeck

Leichtathletik-WM Berlin 2009

Sonntag, August 23rd, 2009

Marathon der Frauen

Von wegen wir hätten nichts für sportliche Aktivitäten übrig! Heute haben wir uns ganz genüßlich den Marathon der Frauen bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft angeschaut. Es waren mehr als 100000 Zuschauer an der Strecke. Bei uns war es relativ ruhig.

Berliner Bären

Freitag, August 21st, 2009

Anlauf-Bär

thmlamp war fleißig. Er hat eine ganze Sammlung von Berliner Bärenskulpturen in die Flickr-Gruppe Skulptour gestellt.
Hier hatte ich schon mal etwas zum Berliner Wappentier.

Tiere in Berlin

Graffitibox Summer Jam 2009

Samstag, August 8th, 2009

Berlin ist zur Graffiti-Hauptstadt geworden. … Inzwischen ziehen Berliner Graffiti Besucher aus aller Welt an. Darum wird es auch beim HipHop-Festival „Graffitibox Summer Jam“ am Ostbahnhof gehen, zu dem am Wochenende 4000 Gäste, darunter auch 200 Graffiti-Sprüher aus aller Welt erwartet werden. Es ist ein wichtiges Ereignis für den Tourismus, für die Stadt als Zentrum der Jugendkultur. Es ist auch ein Großereignis für die Polizei. Sie hat ihre Kontrollen in dieser Woche verstärkt, hat Betreiber von Farbenläden vor Diebstahl gewarnt. Es ist ein Zeichen, wie widersprüchlich der Umgang mit Graffiti ist.
(S. Renefanz in der Berliner Zeitung: mehr hier)

Klassisch

So konstruktivistisch wird es sicher nicht zugehen beim Festival. Ich bin gespannt, was demnächst außerhalb des YAAM an neuer Streetart in Berlin zu entdecken sein wird.