Archive for the ‘JWD’ Category

Sammlung Falckenberg

Donnerstag, Februar 6th, 2020

Endlich! Bei meinen vielen Hamburg-Aufenthalten habe ich es immer wieder versucht, die Sammlung Falckenberg in den Phoenix-Hallen in Harburg zu besichtigen. Jetzt hat es endlich geklappt. Aktuell ist die Ausstellung Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg zu sehen. Ich konnte an einer Sammlungsführung mit Zugang zum Schiebelager und den Meese-Räumen teilnehmen.

Falckenberg 04
Im Schiebelager

Jon Kessler (*1957 Yonkers, USA)
The Palace at 4 A.M., 2005/07
Bilder aus Magazinen, Büchern und dem Internet bilden zusammen mit rund 180 Röhrenmonitoren, kleinteiligen kinetischen Apparaturen sowie kilometerweise Draht und Kabel eine spektakuläre Kulisse. Alles und jede*r wird zum Objekt der Überwachung und Gegenstand der Installation. Die Invasion des Iraks, den Sturz Saddam Husseins, aber auch die verheerenden Auswirkungen des Hurrikans Katrina und das danach herrschende administrative Chaos bringt Jon Kessler in The Palace at 4 A.M. in Zusammenhang mit der Politik des »Kriegs gegen den Terror«, den die Bush-Administration nach dem Attentat des 11. September 2001 ausrief. Herzstück der Arbeit ist One Hour Photo. Die Apparatur überträgt Postkartenansichten der Twin Tower auf Monitore im Raum. Ausgeworfen werden Bilder von bebenden Türmen, die an die TV-Bilder des Attentats erinnern. Andernorts finden sich Live-Bilder von einer Kamera, die Kessler auf dem Dach des Sammlungsgebäudes befestigen ließ. Sie ist zur nicht weit entfernt liegenden Marienstraße ausgerichtet, in der einer der Terroristen wohnte, und verankert Kesslers Arbeit inhaltlich auch auf konkreter geografischer Ebene mit dem Ausstellungsort. Wie Menschen unter dem Regime globaler Unterhaltung und imperialer Politik zurechtkommen, ist das vielleicht drängendste Problem, das Kessler hier aufwirft.
(Text von Isabel Abele)

Falckenberg 17

Falckenberg 01

Falckenberg 15

Jonathan Meese (*1970, Tokyo, Japan)
La Chambre secrète de BALTHYS par Jonathan Meese, 2001
Der Vaterraum (Daddy), 2000
Die Ordensburg »Mishimoendk« (Toecutters Mütze), 2000
Das Werk des Künstlers Jonathan Meese umfasst Malerei, Collage, Zeichnung, Text, Installation, Skulptur, Performance und Bühnenbild. Der Künstler setzt sich darin zumeist mit deutscher Geschichte, Heldensagen und Mythen sowie seiner These der Diktatur der Kunst auseinander. Überfiguren aus Literatur, Philosophie und den Künsten wie Hegel, Wagner, Nietzsche, Hagen von Tronje sind bei Meese omnipräsent, dienen ihm als imaginäre. Daneben reihen sich Persönlichkeiten der Popkultur genauso wie Diktatoren der Weltgeschichte ein – auch der Künstler selbst setzt sich in endloser Wiederholung ins Bild.
Was bei Jonathan Meese einst als adoleszente Raumkoje mit Messie-Charakter begann (Ahoi de Angst, 1998), findet in den mit unzähligen Materialien und Referenzebenen bestückten, begehbaren Environments des Künstlers einen Höhepunkt. Hierfür stehen die sogenannten Meese-Räume der Sammlung Falckenberg, ein wuchernder Komplex aus mehreren Raumsystemen. 2001 widmete Meese dem umstrittenen Maler Balthasar Klossowski de Rola, genannt Balthus eine ganze Bilderserie, die in dieser metaphorischen Wohnung des Künstlers aufgeht. Das Zentrum des Ensembles bildet das Chambre secrète de BALTHYS par Jonathan Meese, eine Art Salon, der von dem 2001 entstandenen Gemälde Schach dem Balthys (Saalmüde Balthys) gekrönt wird, den gealterten Balthus beim Schachspiel mit seinem Bruder und Schriftsteller Pierre Klossowski zeigend. Nur wenige Schritte weiter geraten wir beim Gang durch die Räume in den Vaterraum, ein nicht weniger komplexer Organismus, der gespickt ist mit assoziationsreichen, biografischen Dokumenten und Erinnerungen des Vaters des Sammlers Harald Falckenberg. Sachlich wirkt dagegen der schwere Schreibtisch mit Telefon. Einige Stufen tiefer trifft man schließlich auf Die Ordensburg »Mishimoend« (Toecutters Mütze). Bezeichnet ist damit eine Installation aus Waschbecken und Spinden, die wie Schreine Personen wie Fritz Lang, Nero, Hitler, Alex DeLarge oder Caligula gewidmet sind und den Bogen zum früheren, ersten Ausstellungsort der Sammlung spannen: Dem Pump Haus, aus dem heraus Die Ordensburg entstand, als Meese für eine Ausstellung dort das bestehende Mobiliar des Gebäudes direkt mit einbezog. Die Meese-Räume bilden somit den Kosmos Jonathan Meese nicht nur in all seinen Facetten ab. Sie führen auch zurück zu den Anfängen der Sammlung Falckenberg.
(Text von Isabel Abele)

Falckenberg 12

Falckenberg 11

Falckenberg 08<

Zitronenjette

Dienstag, Februar 4th, 2020

Zitronenjette

Ein Denkmal in Form einer Bronze-Plastik des Bildhauers Hansjörg Wagner in der Ludwig-Erhard-Straße erinnert an die Zitronenjette. Auf der Gedenktafel steht in Plattdeutsch:
„Dien Leben wer suur as de Zitroonen, sall sick dat Erinnern an di lohnen? Dien Schiksol wiest op all de Lüüd, for de dat Glück het gor keen Tiet.“
(In Hochdeutsch: „Dein Leben war sauer wie die Zitronen, soll sich das Erinnern an dich lohnen? Dein Schicksal weist auf all die Leute, für die das Glück hat gar keine Zeit“)
Der Finger von Zitronenjette am Denkmal ist blank gerieben, denn ihn anzufassen soll Glück bringen.
(Wikipedia)

Jettes Finger

An der Alster

Montag, Februar 3rd, 2020

Seit vierzig Jahren richtet Lawrence Weiner rätselhafte Botschaften an alle Welt. Seit dem 22. Juli [2004] wendet sich der Künstler mit einem seiner Werke an die Passanten auf den beiden Jungfernstiegen an der Alster in Hamburg:

Lawrence Weiner

Unübersehbar, aber zwanglos wartet die Botschaft Weiners darauf, die Passanten in ihre Phantasie zu entführen. Läßt man sich darauf ein, könnte im ziel- und zwecklosen Lesen ein Gedankenspiel mit möglichen Bedeutungen und Assoziationen beginnen. Es wäre möglich, daß das Unbestimmte der Worte und das Unbewußte über ihre Umgebung unwillkürlich in eine besondere Bewußtheit von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, Erleben, Erinnern und Erwarten versetzt. Die Freiheit der Gedanken hätte sich einen Augenblick in unserem Tag erstritten.

Ein Weiner für Hamburg von Michel Liebelt
(Artikel beginnt auf S. 47)

Spaziergänge in Mailand (8) – Parco Sempione

Freitag, Januar 17th, 2020

M141 Parco Sempione
Chiosco Scultura (Giorgio Amelio Roccamonte, 1973)

Spaziergänge in Mailand (7) – Le Repos

Sonntag, Januar 12th, 2020

In Brera und der Pinakothek waren schon viele – aber nur wenige kennen den Botanischen Garten des alten Viertels. Versteckt in den verwinkelten Gassen, ist er nicht leicht zu finden.

Le Repos

Im Orto Botanico fanden wir Ruhe.

Spaziergänge in Mailand (6) – Antipodean stories

Samstag, Januar 11th, 2020

Australia. Antipodean stories im PAC

M068 PAC Ausstellung
Kindred (Patricia Piccinini, 2018)

Reception (2016-19)
Reception (Callum Morton, 2016-19)

Spaziergänge in Mailand (5) – PAC

Mittwoch, Januar 8th, 2020

M059 PAC

PAC – Der Pavillon für zeitgenössische Kunst ist schon von außen sehenswert und, wenn man sich dann entschließt die Ausstellung anzusehen, braucht man – und das ist wirklich selten bei kulturellen Einrichtungen in Mailand – nicht anzustehen.

M063 PAC

M060 PAC

I Sette Savi
Die sieben Weisen (Fausto Melotti, 1981)

Spaziergänge in Mailand (4) – Entdeckungen

Dienstag, Januar 7th, 2020

Im Vorgarten der Fondazione Patrimonio Ca’Grande in der Via Francesco Sforza befinden sich freistehende Reliefs:

M051 Relief im Garten

M050 Relief im Garten

M049 Relief im Garten

M048 Relief im Garten

M047 Relief im Garten

Spaziergänge in Mailand (3) – Rondanini-Pieta

Montag, Januar 6th, 2020

M045 Castello Sforzesco

M044 Michelangelo
Ausstellung zu Michelangelos Rondanini-Pieta im Castello Sforzesco

[Wenige Tage vor seinem Tode arbeitete Michelangelo immer noch.] Am 12. Februar 1564 arbeitete der 88-Jährige den ganzen Tag stehend an seiner Pieta. Am 14. bekam er Fieber. … Erst zwei Tage vor seinem Tode willigte er ein, sich ins Bett zu legen. Bei vollem Bewusstsein diktierte er sein Testament im Kreise seiner Freunde und seiner Angehörigen. … Dann ging er hinüber.
Es war an einem Freitag im Februar gegen fünf Uhr nachmittags. Der Tag ging zur Neige.
… letzter Tag
Des Lebens, der erste, der den Frieden bringt.

(aus: Das Leben Michelangelos (Romain Rolland))

Spaziergänge in Mailand (2) – Igor Mitoraj

Samstag, Januar 4th, 2020

M019 Igor Mitoraj 4

Auf dem Platz vor St. Maria del Carmine steht eine Skulptur von Igor Mitoraj.

M016 Igor Mitoraj 1

Mitorajs Skulpturen sahen wir schon in Berlin und in Krakau.