Friedrich Heinrich Julius Wilhelm Dieckerhoff wurde am 18. Oktober 1835 in Lichtendorf bei Schwerte geboren. Er besuchte die Schule in Schwerte und studierte anschliessend an der Tierarzneischule in Berlin. Seit 1870 war er Lehrer an der Tierarzneischule und von 1892 bis 1895 sowie 1898 bis 1900 war er Rektor der Institution.
Dieckerhoff wurde während seiner Zeit in Berlin einer der bekanntesten und brerühmtesten Tierärzte. Eine bronzene Porträtbüste von Dieckerhoff schuf 1906 Prof. Ernst Herter. Sie steht im Innenhof der Tierarzneischule auf einer 1,50 m hohen Granitstele, in die ein Äskulapstab eingraviert ist. Er starb in Berlin am 13. Dezember 1903.
(Text hier entnommen)
Archive for the ‘Public Art’ Category
Wilhelm Dieckerhoff
Dienstag, Oktober 5th, 2010Marmor und Bronze
Donnerstag, September 30th, 2010Die Anregung zu dieser Gruppe dürfte Begas durch die Novelle „Der letzte Kentaur“ von Paul Heyse (1870) erhalten haben.
Stellt euch vor, in der goldigsten Herbstsonne kam auf der weißen staubenden Bergstraße ein riesenhafter Zentaur dahergetrabt, in einem würdevollen beschaulichen Viervierteltakt, wie der alte Schimmel, der im Wilhelm Tell mitspielt und den Landvogt in die hohle Gasse tragen muß.
…
Der hitzigste aber war der Dorfschneider, der Bräutigam der schönen Nanni. Er hatte sich zwar, als das Ungetüm herantrabte, Hals über Kopf von der Laube ins Haus geflüchtet und seinen Schatz, der sich nicht fürchtete, im Stich gelassen. Aber durchs Fenster sah er desto grimmiger mit an, wie vertraulich das Blitzmädel mit dem hohen Herrn schäkerte, seine Rosen annahm und ihn wohlgefällig betrachtete, während er sich ihren Wein schmecken ließ. Was von dem Fremden über die Brustwehr hervorragte, war wohl dazu angetan, den etwas schief gedrechselten Schneider im Hinblick auf seine eigene dürftige Person eifersüchtig zu machen. Zudem hatte ihn die Nanni, als er ihr das Unanständige ihres Betragens vorwarf, schnippisch genug abgefertigt und erwidert: sie verbitte sich’s, daß er den Fremden einen unverschämten Kerl, eine nackte Bestie, eine Staatsmähre schimpfe. Er sei manierlicher und anständiger als manche Menschen, von denen dreizehn aufs Dutzend gingen, und andere könnten froh sein, wenn sie sich weniger zu schämen brauchten, sich nackt zu zeigen.
Wilhelm Böckmann – Architekt des Berliner Zoos
Sonntag, September 26th, 2010Der am 1.8.1844 als erste derartige Einrichtung in Deutschland auf 22 ha eröffnete Zoo geht zurück auf Bemühungen des Zoologen Hinrich Lichtenstein, der zusammen mit dem Gartengestalter Peter Joseph Lenné im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. dafür die Pläne ausgearbeitet hatte. In den folgenden Jahren planten Johann Heinrich Strack sowie die Architektenbüros Ende & Böckmann (Hermann Ende, Wilhelm Böckmann) und Zaar & Vahl (Carl Zaar) mehrere Bauten.
(mehr hier)

Böckmann-Büste von Fritz Klimsch im Zoologischen Garten, vor 1914
1866/1867 gründete Wilhelm Böckmann zusammen mit Kollegen die Deutsche Bauzeitung. Der Schwerpunkt des Schaffens von Ende und Böckmann waren Villen im Berliner Stadtbezirk Tiergarten, vor allem im Diplomatenviertel. Nur wenige dieser Bauten haben den Zweiten Weltkrieg überstanden. Auch planten und begründeten sie den Bau des Potsdamer Villenviertels Neubabelsberg. Bemerkenswert waren auch die verschiedenen Bauten für den Berliner Zoo. Ende und Böckmann errichteten weltweit zahlreiche Bauten und unterhielten zeitweise sogar eine Außenstelle in Japan.
The Inner Eye
Freitag, September 24th, 2010Linien im Raum
Samstag, September 18th, 2010Habichers Skulpturen brauchen Raum und akzentuieren ihn zugleich. Vier Arbeiten hat er entlang der Wasserstraße installiert – den Anfang macht „Gegen den Strom“, das Ende markiert der U-Bahnzugang Spittelmarkt. Und obwohl ihr Material alltäglich ist, fallen die Arbeiten sofort auf: Ihre Farbgebung, meist Signalrot, macht sie zu artifiziellen Fremdkörpern. Berlins Denkmalschützern waren sie viel zu fremd für den historischen Stadtraum: Kurz vor der Fertigstellung seines Projekts untersagten sie die Installation der Arbeit „Nucleo“ (2005) auf der Grünstraßenbrücke. Was man bedauern muss, weil die Brücke ein eher unscheinbares Dasein als Fußgängerüberweg fristet. Und sie das rote Band kein bisschen in ihrer historischen Bedeutung geschmälert, sondern die Blicke (endlich) wieder einmal auf das Bauwerk gerichtet hätte. Denn das vermag Kunst im öffentlichen Raum zu leisten: Sie bleibt autonom und integriert sich dennoch ins Stadtbild.
(hier)
Depression
Dienstag, September 14th, 2010Depression
Was ist das?
Bezeichnungen sind:
Krebs der Seele;
Unterwelt;
Nachtmahrfahrt;
Dunkle Nacht der Seele;
Quälendste aller Krankheiten.Die quälendste,
gewissermaßen die Größte?
Geht es nicht kleiner?
Ältere Namen sind
Schwermut oder Melancholie.Schwierig genug,
Da wieder herauszukommen,
Bleibt es allemal.(Jürgen Berlin)

Schreiender von Richard Hess, 1975
Tore in Bewegung
Sonntag, September 5th, 2010Tore in Bewegung – Ziegelsteininstallation von Johannes Pfeiffer, 2010 Pankow
Meleagros
Mittwoch, September 1st, 2010Es gibt zwei Meleager-Statuen in Berlin. Die Künstler sind unbekannt.

Eber von Fritz Behn im Zoologischen Garten
Meleager und die Eberjagd
…
Jetzt legte Atalante einen Pfeil auf ihren Bogen und sandte ihn dem Tier in das Gebüsch nach. Das Rohr traf den Eber unter dem Ohr, und zum erstenmal rötete Blut seine Borsten. Meleager sah die Wunde zuerst und zeigte sie jubelnd seinen Gefährten: »Fürwahr, o Jungfrau«, rief er, »der Preis der Tapferkeit gebühret dir!« Da schämten sich die Männer, daß ein Weib ihnen den Sieg streitig machen sollte, und alle zumal warfen ihre Speere; aber gerade dieser Schwarm von Geschossen verhinderte die Würfe, das Tier zu treffen. Mit stolzen Worten erhob jetzt der Arkadier Ankaios die doppelte Streitaxt mit seinen beiden Händen und stellte sich, zum Hieb ausholend, auf die Zehen. Aber der Eber stieß ihm die beiden Hauer in die Weichen, ehe er den Streich vollführen konnte, und er stürzte, von Blut gebadet, mit entblößtem Gedärmen auf den Boden. Dann warf Iason seinen Speer; allein diesen lenkte der Zufall in den Leib des Keladon. Endlich schoß Meleager zwei Speere hintereinander ab. Der erste fuhr in den Boden, der zweite dem Eber mitten in den Rücken. Das Tier fing an zu toben und sich im Kreise zu drehen. Schaum und Blut quoll aus seinem Munde, Meleager versetzte ihm mit dem Jagdspieß eine neue Wunde in den Hals, und nun fuhren ihm von allen Seiten die Spieße in den Leib. Der Eber, weit auf der Erde ausgestreckt, wälzte sich sterbend in seinem Blute. Meleager stemmte seinen Fuß auf den Kopf des Getöteten, streifte mit Hilfe seines Schwertes die borstige Hülle seines Rückens vom Leibe des Tieres nieder und reichte sie mitsamt dem abgehauenen Haupte, aus dem die mächtigen Hauer hervorschimmerten, der tapferen Arkadierin Atalante.
…
(… und die ganze Geschichte steht hier bei Gustav Schwab)
Berliner Paare
Montag, August 30th, 2010Für immer?
Als stolzes Paar kamen sie her,
Liebend, vertrauend, verbunden.
Der Glanz in den Augen erscheint nicht mehr,
Die Kränkungen sind nicht verwunden.Wo und wann lief es denn schief?
Tanz der Liebe, Jahr um Jahr?
Wollten hoch hinaus und fielen tief,
Sind in der Krise, aber immer noch Paar.(Jürgen Berlin)
August
Mittwoch, August 25th, 2010„Einsamer nie als im August“,
Ich habe, bin verloren,
Suche Rausch und suche Lust,
sterbe dahin und werde geboren.Träge Nächte, mild und reich,
Wo vieles sich vereint im Glück,
Meeresrauschen, Süden, weich
sich gebend, Blick zurück.Schlaflosigkeit und Schwüle,
Flüchtiger Wünsche Häufung,
Warten auf des Nordens Kühle.
Glaube, Hoffnung, Täuschung.(Jürgen Berlin,
nach einem Gedicht von Gottfried Benn)

















