Archive for the ‘Public Art’ Category

Am goldenen Buddhabrunnen

Freitag, Oktober 24th, 2008

Buddha

Am goldenen Buddhabrunnen bleibt Senta stehen und betrachtet ihn. Thomas steht auf der anderen Seite. Senta tritt auf die Umfassung des Wasserbeckens und hält die Hand in einen der von vielen kleinen Löwenmäulern ausgespienen Wasserstrahlen. Der Brunnen hat die Form eines rundlichen Kegels und ist gekrönt von einer athletischen nackten Frau im Lotossitz, deren rechte Hand geöffnet auf dem rechten Knie liegt, während die linke zierlich aufgestellt ist. Die linke Hand wehrt also ab, die rechte lädt ein. Am unteren Rand ist der Kegel, auf dem Frau Buddha sitzt, von den Büsten kleiner nackter Weiblein umgürtet.

Thomas         Schön, nicht?
Senta            (schaut ihn abschätzig an). Ja.
Thomas        Ist wahrscheinlich eine Fruchtbarkeitsgöttin.
Senta            (mißmutig) Sieht ganz danach aus.
Thomas        Gehen wir noch ein Stück?
Senta            Von mir aus.

(aus: Iris Hanika Treffen sich zwei)

Steinerne Tiere im Tierpark

Samstag, Oktober 18th, 2008

Ich habe mich immer gewundert, warum es gerade im Tierpark oder im Zoologischen Garten so viele Tierskulpturen gibt.  Jetzt ist es klar: Für die Kinder!

Esel

Ziegenbock

Skulpturen im Tierpark in der Skulptour

Ingeborg Hunzinger

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

Jüngling

Frau und Mann

Paar

Mit beiden Händen stützt sich Ingeborg Hunzinger auf ihren Krückstock und starrt wütend die halbfertige Tonfigur an. Eine lebensgroße Skulptur von Rosa Luxemburg, das sollte die Krönung ihres Lebenswerkes werden. Doch die 93-jährige Künstlerin ist nicht zufrieden: Die Füße sind ihrer Meinung nach zu groß, die Schultern zu breit. „So ein dickes Ei, furchtbar!“ Sie sticht mit einem spitzen Messer in den Ton, der Körper soll schlanker werden. Schließlich sei Rosa sehr eitel gewesen. Einen breiten Hut will sie ihr noch modellieren und das Kleid später mit Blumen bemalen.
Die Künstlerin kramt ein vergilbtes Bild der Revolutionärin hervor und betrachtet es aufmerksam: „Rosa ist mein Schwarm, sie war eine tolle Frau.“ Luxemburg habe für eine gerechtere Welt gekämpft und sei für ihre Idee gestorben. Von der Notwendigkeit einer sozialistischen Veränderung der Gesellschaft ist auch Hunzinger überzeugt. Als 17-Jährige trat sie in die Kommunistische Partei ein, sie wollte die Ursachen von Armut und Elend bekämpfen – ein Ansatz, der bis heute ihre Kunst prägt.
(aus dem Tagesspiegel vom 15.04.2008; mehr hier)

Immer ein Querkopf (Die Zeit, 29/1999)

Hugenotten-Pelikan

Montag, September 29th, 2008

Hugenottenpelikan
Michael Klein, 1994

An die Unterzeichnung des Potsdamer Edikts am 29. Oktober 1685 erinnert dieses Gedenkzeichen vor dem ehemaligen Hospitalgelände der Französischen Kirche in Gestalt eines Pelikans. Mit dem sogenannten Toleranz-Edikt fanden damals mehr als 5000 Hugenotten, die als protestantische Christen in Frankreich zu Fremden und Verfolgten geworden waren, eine neue Heimat in Berlin. Unter dem Sinnbild des Pelikans, der in Zeiten größter Not seine Jungen mit dem eigenen Herzblut nährt, betreuten sie ihre Kranken, Waisen und Alten.
(hier)

Pelikan

Aus orientalischen Quellen stammt die Vorstellung des Physiologus, der Pelikan opfere sich für seine Jungen, «er gehe völlig auf in der Liebe zu seinen Kindern. Wenn er die Jungen hervorgebracht hat, dann picken diese, sobald sie nur ein wenig zunehmen, ihren Eltern ins Gesicht.» (gut beobachtet: Die Jungen holen sich das Futter aus den Schnabelsäcken der Eltern.) «Die Eltern aber hacken zurück und töten sie. Nachher jedoch tut es ihnen leid.»
(Neuer Physiologus)

StreeTreeArt

Freitag, September 26th, 2008

StreeTreeArt

Acht Bäume im Stadtteil Prenzlauer Berg werden in den kommenden Wochen künstlerisch mit Farbe verziert. Die mit Tapetenmuster weiß bemalten Bäume markieren drei Straßenbahnübergänge an der Wisbyer Straße, sagte Ideengeberin Josefine Günschel. Das kunstvolle Bemalen sei ein deutschlandweit einmaliges Projekt, sagte die Künstlerin. Mit dem Muster solle an den ehemaligen Wohngebietscharakter der Wisbyer Straße erinnert werden, der wegen des starken Verkehrs nicht mehr existiere. Die vielbefahrene Straße trenne die Menschen auf beiden Straßenseiten voneinander. Günschel engagiert sich seit Jahren für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum.
(hier)

TreeArt

Kunstwettbewerb Wisbyer Straße

Brunnen der Generationen

Dienstag, September 23rd, 2008

Brunnen der Generationen

Brunnen der Generationen

Brunnen der Generationen

Brunnen der Generationen von Rolf Biebl, 1990

Was ist für Sie der Reiz am öffentlichen Raum?

Der öffentliche Raum ist das Gegenteil jeder elitären Kunststrategie. Man muß als Künstler etwas suchen, mit dem man sich den Leuten nähern kann. Das ist ganz wichtig und für mich die eigentliche Herausforderung: daß Menschen, die mit Kunst sonst vielleicht nichts zu tun haben, mit Kunst in Berührung kommen. Und daß jemand, der sich in der Kunst auskennt, trotzdem einen Zugang findet. Diese Zwischenstufe hat mich immer besonders interessiert. Wenn mir das gelingt, habe ich ein gutes Gefühl.
Ich versuche, im öffentlichen Raum auf die Menschen zuzugehen. In meinem Atelier, bei freien Arbeiten arbeite ich anders. Da bin ich der einzige Betrachter, dort denke ich an mich und eine Art Forschung zu Ausdrucksformen der Bildhauerei, die es noch nicht gab. Da sind also Figuren, deren Körper ausgefüllt sind, wo Verhältnisse gegeneinander ausgespielt sind, Volumina gegeneinander stehen. Das ist mein persönliches Forschungsprojekt, im öffentlichen Raum aber ist das zweitrangig.
(Interview mit Rolf Biebl)

Amazone zu Pferde

Montag, September 22nd, 2008

Oft wurde die griechische Bezeichnung „Amazone“ auf a-mazos (brustlos) zurückgeführt. Denn die Amazonen sollen ihren kleinen Töchtern – laut einigen späteren Quellen – die rechte Brust ausgebrannt haben, damit diese später den Bogen ungehindert abschießen konnten. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Amazonen über der rechten Brust ein Lederdreieck trugen, welches die Brust flach drückte. Damit konnte die Sehne des Bogens ungehindert gespannt werden. Dies erweckte den Eindruck von „Einbrüstigen“.
Allerdings wurden Amazonen in den griechischen Darstellungen gewöhnlich mit zwei Brüsten wiedergegeben. Die Herleitung von a-mazos wird in der Forschung daher mittlerweile überwiegend abgelehnt und ist nicht die einzige vorgeschlagene mögliche Deutung des Namens.
So wird der Name zum Beispiel auch von a-mazas (brotlos) hergeleitet. Es ist überliefert, dass der Verzehr von Brot bei den kaukasischen Amazonen als verweichlicht galt. Deshalb bekamen nur ihre männlichen Sklaven Brot, während die kämpferischen Frauen eiweiß- und vitaminreiche Kost wie Fisch, Früchte und Fleisch bevorzugten.
(Wikipedia)

Amazone
Louis Tuaillon, Vergrößerung einer Bronze von 1895; aufgestellt 1905

Für die zeitgenössische Kritik war die Amazone (eine Bronze, 85 cm groß) die Überraschung der großen Berliner Kunstausstellung von 1895. Erst nach Meldeschluss gelangte das Werk des bis dahin kaum bekannten Tuaillon unter die Exponate.

Richtig populär wurde die Arbeit aber erst durch die Aufstellung der im Auftrag Kaiser Wilhelms II. ausgeführten überlebensgroßen Wiederholung im Tiergarten.

Sowjetisches Ehrenmal

Sonntag, September 21st, 2008

Soldat

Die durchgehende Achse im Tiergarten, die am Kemperplatz beginnt und an der Straße des 17. Juni endet, erinnert an die frühere Siegesallee, die man 1873 zusammen mit der Aufstellung der Siegessäule am damaligen Königsplatz angelegt hatte, um der siegreichen Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich zu gedenken. Die Siegesallee musste 1938-39 der monumentalen Nord-Süd-Achse weichen, die nach Plänen Albert Speers zur Prachtstraße des nationalsozialistischen Berlin ausgebaut werden sollte. Angesichts dieser Zusammenhänge verwundert es nicht, dass das erste große Sowjetische Ehrenmal nach den Zweiten Weltkrieg genau in der Achse der alten Siegesallee und damit in der Nähe des Reichstages und des Brandenburger Tors errichtet wurde.

Das Ehrenmal bildete bis 1990 eine sowjetische Enklave im britischen Sektor Berlins.
(aus: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Ortsteile Moabit, Hansaviertel und Tiergarten, Michael Imhof Verlag 2005)

Ruhende Kraft

Dienstag, September 16th, 2008

Diesen Prachtkerl haben wir doch erst vor kurzem in Lübeck gesehen, natürlich auch schlafend.

Pssst

Das Scharnhorst-Grabmal auf dem Invalidenfriedhof wurde nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel geschaffen. Das Motiv des Hochsarkophags übernahm Schinkel vom Grabmal Petrarcas. Die Fries-Szenen aus dem Leben Scharnhorsts gestaltete Friedrich Tieck. Der auf diesem Fries ruhende, 1828 modellierte Löwe geht auf einen Entwurf von Christian Daniel Rauch zurück.

Tieck3

Tieck2

Auf dem Invalidenfriedhof

Montag, September 15th, 2008

Grabstätte Hoffmann

Der königlich preußische Generalmajor a.D. und Ritter des Ordens Pour le Merite, Max Hoffmann (1869 – 1927), hatte an der Schlacht von Tannenberg teilgenommen und wirkte als Chef des Generalstabes Ober-Ost im Dezember 1917 als Leiter der Waffenstillstandsverhandlungen von Brest-Litowsk. 1927 starb er in Berchtesgaden. Sein Freund und politischer Weggenosse, der Bildhauer Arnold Rechberg (1879 – 1947), erwarb eine Grabstätte auf dem Invalidenfriedhof und bezahlte eine Ruhefrist bis zum Jahr 2100. Für Hoffmann wählte er als Grabschmuck seine bereits 1906 als Gipsmodell öffentlich präsentierte und 1929 von der Gießerei H. Noack in Berlin in Bronze gegossene Jünglingsfigur aus.
(aus: Gartendenkmale in Berlin – Friedhöfe, Michael Imhof Verlag, 2008)