Archive for the ‘Berlin’ Category
Der Engel kommt zurück
Freitag, Februar 24th, 2012Balkon Nr. 39
Donnerstag, Februar 23rd, 2012Balkone sind Einfallstore ins Heimische.
Leider kann man nicht durch fremde Wohnungen spazieren. August würde gern einige Tage lang nichts anderes tun, durch eine nach der anderen. Wie ließe sich das anstellen? Ein paarmal geht er zu Besichtigungsterminen, die er in der Zeitung findet, aber das ist nichts. Stattdessen nimmt er verstohlen Einblicke ins Private, späht durch Scheiben in Erdgeschoss und Hochparterrezimmer. Manchmal stehen Puppen am Fenster, gucken nach draußen, wie eingesperrte Kinder, vielleicht sollen sie, durch gespenstischen Gegenblick, neugierige Glotzer bannen. Auch Balkone sind solche Einfallstore ins Heimische, es gibt Kunstgärtchen und Bonsaiplantagen, Urwälder und Wucherungen; Abstellbalkone unter Taubennetzen, vollgepackt mit Flaschen, Kisten, ausrangierten Möbeln; auf einem Balkon stehen ein Strandkorb und ein Schlitten nebeneinander. Einmal gewährt ein Parterrebalkon August eine, wie ihm scheint, intime Einsicht: Eine Frau gießt die Blumen in den Kästen, doch im Ablauf dieser Tätigkeit zeigt sich ein Bruch, die Frau gießt die Blumen nicht in einer Linie durch, sondern erst von rechts bis kurz vor die Mitte, dann von links bis kurz vor die Mitte, und die Mitte zuletzt; die routinierten, wie tausendmal geübten Bewegungen sprechen gegen einen Zufall, und so ist August, als habe er soeben eine Art von Widerstand gesehen, Widerstand konserviert in ewigem Frost.
(aus: Albrecht Selge wach Rowohlt, 2011)
Versöhnungstür am Berliner Dom
Mittwoch, Februar 22nd, 2012Andreas-Gymnasium in der Koppenstraße
Montag, Februar 20th, 2012Bauplastiken am Andreas-Gymnasium
In der Amtszeit des Stadtbaurats Hermann Blankenstein zwischen 1872 und 1896 entstanden jedes Jahr, jeweils etwa für 1000 Schüler, durchschnittlich acht Schulen. In Friedrichshain wurden insgesamt 17 Schulen während seiner 24jährigen Amtszeit gebaut.
…
Den vielen Schulbauten kamen nicht zuletzt auch wichtige hygienische Funktionen zu. Ihre Brausebäder entschärften die sanitären Mängel in den primitiven Wohnungen der Mietshäuser.
Unter Ludwig Hoffmann gab es in Friedrichshain eine zweite Phase des Schulbaus. Inmitten der Arbeiterquartiere hatten die Bauten des Stadtbaurats einen höchst ungewöhnlichen Charakter. Ausschmückungen durch kleinteilige Bauplastiken, die der fabulösen Vorstellungswelt des Kindes entsprachen, ließ er vorzugsweise von Josef Rauch oder von den Münchener Bildhauern Ignatius Taschner und Georg Wrba anfertigen.
(aus: Baudenkmale in Berlin – Bezirk Friedrichshain, Mai 1996)
Moritzplatz
Sonntag, Februar 19th, 2012Warum stehe ich auf dem Moritzplatz? Ach ja, wir haben uns hier verabredet, heute zu dritt, im Niemandsland, am Nicht-Ort, am Rande des großen Kreisverkehrs. Ein einsames blaues U steht auf der runden Wiese in seiner Mitte. Der Moritzplatz hat noch immer mehr Lücken als Bebauung. Schwer vorstellbar, daß er vor dem Krieg einmal der belebteste Platz in Kreuzberg war.
Ich stehe in der Sonne und schaue auf die ehemalige Bechstein-Fabrik. Klaviere werden in dem Waschbetonpalast keine mehr gebaut. Mir gefallen die getönten Fensterbänder, bald soll dort umgebaut werden und ein Kreativkaufhaus einziehen.
(David Wagner in „Welche Farbe hat Berlin“, Verbrecher Verlag)
Tympana am Neuen Museum
Mittwoch, Januar 25th, 2012Das westliche Tympanon „Die Kunst unterweist Industrie und Kunstgewerbe“ stammt von August Kiss.
Das östliche Tympanon ist von Friedrich Drake (Stuck-Antrage-Technik).
Schadowhaus – Rekonstruktion und Restaurierung
Samstag, Januar 21st, 2012Nach dem Umbau 1851 gesellte sich dann noch ein Relief mit dem Porträt Johann Gottfried Schadows hinzu, welches von Hermann Schievelbein geschaffen und mittig im zweiten Geschoss angebracht wurde.
(hier)
Friedrich der Große
Donnerstag, Januar 12th, 2012Schwierige Tage
Mittwoch, Januar 11th, 2012Schwierige Tage
Tage aushalten, die schwierig sind.
Man hat nichts vor,
Nichts geschieht, nichts beginnt.
Man tut dies oder das,
Kann es genausogut lassen.
Im Nichtstun sich üben.
Gedrückte Stimmung,
Fischen im Trüben.
Schwer zu fassen.Sitzen und lesen
Bis die Lider sinken.
Man legt sich kurz nieder.
Betätigt sich sportlich,
Um frisch geduscht wieder
Einen frischen Kaffee zu trinken.
Fasten und meditieren.
Schwierige Tage. Aushalten.
Einfach, weil sie sind.(Jürgen Berlin)























