Archive for the ‘Berlin’ Category

Schöne Antwort

Dienstag, Januar 11th, 2011

Frage:

Mitten in Berlin, am sogenannten Spreedreieck, steht ein Gebäude von überwältigender Hässlichkeit. Keiner wollte es so. Trotzdem wurde es gebaut. Wie konnte das geschehen?
(hier)

Hochhaus und Tränenpalast

U-Bahnhof

Antwort schön hässlich (Lesen!) von wirres.net:

jetzt frage ich mich, was macht eigentlich eine stadt aus? schönheit? muss eine stadt, müssen die gebäude einer stadt schön sein, um einer stadt zu dienen? heidelberg ist schön, freiburg auch und tübingen glaube ich auch. aber sind das städte, oder pittoreske provinzkäffer?
ist es nicht vielleicht so, dass die attraktivität einer stadt mit deren hässlichkeit steigt? oder moderater gefragt: kann einer gut funktionierenden stadt hässlichkeit überhaupt etwas anhaben? new york ist, wie berlin, abgrundtief hässlich. und trotzdem liebt jeder diese beiden städte. oder genauer, jeder hass-liebt beide städte. eine richtig gute stadt wird ständig beschimpft.

Hochhaus an der Friedrichstraße

Musikhotel

Montag, Januar 10th, 2011

Osthafen3

nhow
Unübersehbar ist das markante Gebäude an der Spree, das vom deutsch-russischen Architekten Sergei Tchoban entworfen wurde. Klare Linien, eine Klinker- und Edelstahlfassade sowie ein 36 Meter über dem Flussufer schwebender Gebäudeteil bestimmen das äußere Erscheinungsbild.

Osthafen

Was hat Sie zu Ihrem Entwurf des Hotels nhow am Berliner Osthafen inspiriert, Herr Tchoban?
Von den industriellen Denkmälern am Osthafen wie Kranbauten, Gleisen und Mauerwerkshallen war ich sehr beeindruckt. Eine moderne skulpturale Antwort auf diesen ersten Eindruck habe ich mit der kranartigen Konsole des neuen Hotels sowie reliefartigen Mauerwerkswänden und der wasserspiegelnden Untersicht der Konsole formuliert.
(hier)

Balkon Nr. 35

Samstag, Januar 8th, 2011

Berliner Balkon

Auf dem Dach

Donnerstag, Januar 6th, 2011

Postfuhramt

Postfuhramt

Figurengruppen auf dem Dach des Postfuhramts
(und so sieht blauer Himmel aus, lange nicht gesehen)

Viktoria-Theater

Sonntag, Januar 2nd, 2011

[Im Viktoria-Theater] wurde 1881 Richard Wagners „Der Ring der Nibelungen“ erstmalig in Berlin zyklisch aufgeführt. Das Gastspiel unter der Leitung von Angelo Neumann brachte das Kunststück fertig, vom 5. bis 29. Mai den Ring viermal (!) als Zyklus aufzuführen. Das geschah nicht etwa im Opernhaus Unter den Linden, sondern im Victoria-Theater in der Münzstraße, im Arme-Leute-Viertel. Zum ersten Zyklus erschienen Richard und Cosima Wagner, Franz Liszt und Hans von Bülow, der Dirigent und Kritiker der „Vossischen Zeitung“ als Nachfolger von Ludwig Rellstab. Hinzugefügt sei, dass sich die Berliner Likörfabrik Kahlbaum um die Aufführung des Ringes verdient gemacht hat. Sie ließ eine Dampfleitung von ihrem Betriebsgelände zur Bühne verlegen, damit etwa in der „Walküre“ zur rechten Zeit Dämpfe das Szenenbild bereicherten.
(mehr hier)

Victoria-Theater
Streetart-Hinweis auf das Viktoria-Theater in der Rosa-Luxemburg-Straße. Das Theater war allerdings laut Wikipedia in der Münzstraße 20. Das ist zwischen der Max-Beer- und der Alten Schönhausener Straße.

Das 1859 eröffnete Victoria-Theater an der Münzstraße 20 in Berlin-Mitte war ein einzigartiges architektonisches Experiment, indem es ein Sommer- und ein Wintertheater (d. h. einen auf die Seiten hin offenen und einen geschlossenen Zuschauerraum) mit dazwischen liegender gemeinsamer Bühne in sich vereinte. Der Zuschauerraum des Wintertheaters hatte drei Ränge mit Galerie und insgesamt 1400 Plätze. Der gesamte Raum konnte auch zu Tanzbällen dienen.

Das Theater wurde von dem Impresario und Schauspieler Rudolf Cerf geplant und eröffnet, nachdem er vom Wallner-Theater abgegangen war. Erbaut wurde es von dem Berliner Theaterbaumeister Eduard Titz, nach Plänen von Carl Ferdinand Langhans. Erste Pläne, die dem Theater eine Art Einkaufszentrum und einen Konzertsaal vorlagern sollten, wurden aus Kostengründen nicht verwirklicht.

August Conradi war Kapellmeister, und Schauspieler und Sänger wie Hermann Hendrichs, Charlotte Wolter oder Anna Müller-Lincke wirkten hier. Auf diesem Theater wurden Ausstattungsstücke nach Pariser Vorbild, Opern und Frühformen der Revue gegeben. Seit den 1870er Jahren wurde das Sommertheater nur noch als Hinterbühne genutzt. Nachdem aufgrund baulicher Veränderungen die doppelte Bespielbarkeit in Sommer und Winter nicht mehr möglich war, konnte sich das Theater nicht weiterhin durchsetzen. Es wurde 1891 geschlossen und abgerissen.
(Wikipedia)

Maggi-Haus

Samstag, Dezember 18th, 2010

102104

Zu den Unternehmen, die sich im östlichen Lützowviertel niederließen, zählt die 1897 in Singen gegründete Maggi GmbH, die 1911 das Maggi-Haus an der Lützowstraße 102-104 bezog. Der von R. Schubring 1910 entworfene, für damalige Verhältnisse riesige Baukomplex erstreckt sich mit Seitenflügeln und Quergebäuden weit in das Hinterland hinein.

Kentaur

Nixe

Königskolonnaden

Freitag, Dezember 17th, 2010

Königsbrücke um 1790
Königsbrücke mit Kolonnaden, um 1790

Die Königskolonnaden wurden 1777-80 als architektonische Einheit mit der über den Festungsgraben führenden Königsbrücke errichtet. Die nach Plänen des Architekten Carl von Gontard erbauten beiden 52 Meter langen Hallen wurden aus gelbem Seehausener Sandstein errichtet. Der reiche plastische Schmuck stammt von Wilhelm Christian Meyer und Johann Wilhelm Schultze. Die eingeschossigen Wandelhallen dienten als Fußgängerpassage und beherbergten eine Reihe von Läden. Der Abriss der Königsbrücke um 1875 führte zur Zerstörung dieses klassizistischen Ensembles aus Brücke und Kolonnaden, so dass die Kolonnaden nur noch als Torso übrig blieben, der nach der Errichtung der Halle des Bahnhofs Alexanderplatz und die Bebauung mit mehrstöckigen Häusern kaum noch sichtbar war. Bereits seit 1882 gab es daher immer wieder Überlegungen, die Königskolonnaden an einen anderen Standort zu versetzen. Nach jahrelangen Diskussionen mussten die Kolonnaden der Errichtung des Warenhauses Wertheim und der damit einhergehenden Verbreiterung der Königstraße weichen und wurden 1910-11 in den damals neu angelegten Heinrich-von-Kleist-Park nach Schöneberg versetzt. Am neuen Standort an der Potsdamer Straße wurden sie auf das geplante Kammergericht ausgerichtet. Die Königskolonnaden gehören heute zu den bedeutendsten Berliner Bauwerken aus der Übergangszeit vom Rokoko zum Klassizismus.
(hier)

Merkur
Wilhelm Christian Meyer, Merkur (1777-80)

Merkur, Hermes (Mythologie), griechisch Hermes, ein Sohn des Zeus und der Maja, die ihn in einer Höhle des Berges Kyllene gebar. Kaum zur Welt gekommen, entschlüpfte er der Wiege, ging nach Pierien und stahl dem Apollon die Rinderheerden. Um nicht entdeckt zu werden, legte er die Sandalen verkehrt an, oder trieb die Rinder rückwärts und ging selbst so. Unterwegs fand er die Schale einer Schildkröte, spannte die zusammengedrehten Därme von geschlachteten Rindern darauf und wurde so der Erfinder der Lyra. Apollon, die List des Götterknaben entdeckend, beklagte sich bei Maja; diese aber zeigte nach der Wiege, wo Merkur wieder in den Windeln schlief. Hierauf klagte Apollon bei Zeus, versöhnte sich jedoch, als ihm Merkur die Lyra abtrat, und ließ ihm dafür die Rinder. Auch die Syrinx erfand Merkur, indem er sich aus dem Rohr Pfeifen schnitt, und die Heerden weidete. In dieser Eigenschaft ist Merkur Hirtengott, Naturgottheit.
(So und mehr steht es im Damen Conversations Lexikon von 1834)

Figur

Figur

Weihnachtsmarkt

Dienstag, Dezember 14th, 2010

Schinkel und der Weihnachtsmann
Schinkelplatz, 2010

Christmarkt
Breite Straße, 1796

Weihnachtsmarkt. Dieser für Berlin so festliche Markt wird in der Breitenstraße und am Schloßplatze abgehalten, und steht gewöhnlich vom 12 Dec. bis einige Tage nach Neujahr. Hier findet man … täglich vom frühen Morgen bis zum späten Abend eine unzählbare Menschen-Menge. Die angegebene Gegend wird ganz mit Buden besetzt, und im Jahr 1805 zählte man deren 303, außer vielen kleinen Krämen auf einzelnen Tische und in Körben.
(aus dem Berlin-Lexicon von Johann Christian Gädicke, 1806)

Gesichter

Montag, Dezember 13th, 2010

Habe ich es schon gesagt? Ich lerne sehen. Ja, ich fange an. Es geht noch schlecht. Aber ich will meine Zeit ausnutzen.

Mädchenkopf

Daß es mir zum Beispiel niemals zum Bewußtsein gekommen ist, wieviel Gesichter es gibt. Es gibt eine Menge Menschen, aber noch viel mehr Gesichter, denn jeder hat mehrere. Da sind Leute, die tragen ein Gesicht jahrelang, natürlich nutzt es sich ab, es wird schmutzig, es bricht in den Falten, es weitet sich aus wie Handschuhe, die man auf der Reise getragen hat. Das sind sparsame, einfache Leute; sie wechseln es nicht, sie lassen es nicht einmal reinigen. Es sei gut genug, behaupten sie, und wer kann ihnen das Gegenteil nachweisen? Nun fragt es sich freilich, da sie mehrere Gesichter haben, was tun sie mit den andern? Sie heben sie auf. Ihre Kinder sollen sie tragen. Aber es kommt auch vor, daß ihre Hunde damit ausgehen. Weshalb auch nicht? Gesicht ist Gesicht.

Mit Ersatzstücken

Andere Leute setzen unheimlich schnell ihre Gesichter auf, eins nach dem andern, und tragen sie ab. Es scheint ihnen zuerst, sie hätten für immer, aber sie sind kaum vierzig; da ist schon das letzte. Das hat natürlich seine Tragik. Sie sind nicht gewohnt, Gesichter zu schonen, ihr letztes ist in acht Tagen durch, hat Löcher, ist an vielen Stellen dünn wie Papier, und da kommt dann nach und nach die Unterlage heraus, das Nichtgesicht, und sie gehen damit herum.

Nase

Aber die Frau, die Frau: sie war ganz in sich hineingefallen, vornüber in ihre Hände. Es war an der Ecke rue Notre-Dame-des-Champs. Ich fing an, leise zu gehen, sowie ich sie gesehen hatte. Wenn arme Leute nachdenken, soll man sie nicht stören. Vielleicht fällt es ihnen doch ein.

Nachdenklich

Die Straße war zu leer, ihre Leere langweilte sich und zog mir den Schritt unter den Füßen weg und klappte mit ihm herum, drüben und da, wie mit einem Holzschuh. Die Frau erschrak und hob sich aus sich ab, zu schnell, zu heftig, so daß das Gesicht in den zwei Händen blieb. Ich konnte es darin liegen sehen, seine hohle Form. Es kostete mich unbeschreibliche Anstrengung, bei diesen Händen zu bleiben und nicht zu schauen, was sich aus ihnen abgerissen hatte. Mir graute, ein Gesicht von innen zu sehen, aber ich fürchtete mich doch noch viel mehr vor dem bloßen wunden Kopf ohne Gesicht.
(aus: Rainer Maria Rilke Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge)

Köpfe

Grabstätte Wilicenus-Finzelberg

Freitag, Dezember 10th, 2010

WF3

WF1

WF2

Die Architektur des aus hellgrauem Muschelkalk und Granit gefügten Wandgrabes gliedert sich in drei Achsen. Ein gerundeter Giebel erhöht die Mittelnische, in die eine trauernde Frauenfigur aus Bronze eingestellt ist. Die 1910 von Lilli Wislicenus-Fincelberg geschaffene Plasik ist in antikisierender Manier verhüllt. … Der Kopf mit dem schönen Antlitz ist zur verwitterten Grabinschrift für ihren Ehemann Hans Wislicenus geneigt. Leicht gebeugt reicht die Trauernde mit der rechten Hand eine Rose.
Erste Beisetzung war der Historienmaler Hermann Wislicenus. Die für ihre Porträtplastiken bekannte Künstlerin ist ebenfalls hier beigesetzt.
(aus: Gartendenkmale in Berlin FRIEDHÖFE Michael Imhof Verlag, 2008)