Archive for the ‘Berlin’ Category

Luther-Denkmal

Donnerstag, November 4th, 2010

Luther

1895 Neuer Markt
1895 Neuer Markt, Georg Bartels

Das Lutherdenkmal befand sich ursprünglich auf dem Neuen Markt im Marienviertel von Alt-Berlin, im heutigen Bezirk Berlin-Mitte, heute an der Nordseite der St. Marienkirche.

Nach dem Tod des Bildhauers Paul Otto (1846–1893) wurde 1893 dem Bildhauer Robert Toberentz (1849–1895) die Vollendung des Lutherdenkmals mit der dreieinhalb Meter hohen Standfigur des Reformators auf dem Neuen Markt übertragen.

Während der Kriegsjahre (1939–1945) wurden die Begleitfiguren an Sockel der Denkmalsanlage, Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen, Georg Spalatin, Caspar Cruciger, Johannes Reuchlin, Justus Jonas, Franz von Sickingen und Ulrich von Hutten, eingeschmolzen. Kurz vor Kriegsende wurde der Neue Markt durch Bomben vollständig zerstört. Die Luther-Figur blieb erhalten und wurde in der Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee aufgestellt.

Die Lutherfigur wurde 1989 anläßlich des 450. Jahrestages der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg neben der Marienkirche aufgestellt.
(Wikipedia)

1951 52 Neuer Markt
1951/52 Neuer Markt, Erich Jaros

Konzert

Donnerstag, Oktober 28th, 2010

Doppelflöte

Wende

Nun ist der Herbst schon fast zu Ende
Und ohne Wiederkehr versunken.
Ein Teil geschaffen und getrunken,
Ein Teil geliebt, ein Teil war Wende.

Und die noch kaum mein eigen war,
Die Welt der Lieder und Gedichte
Ward langsam, leicht mir wunderbar,
wird mir vielleicht gar zu Geschichte.

(Jürgen Berlin,
nach einem Gedicht von H. Hesse)

Ein Lied

Konzert

Tore

Dienstag, Oktober 26th, 2010

In der Dorotheenstraße und in der Mittelstraße (Haus des Handwerks, Eckhaus Glinkastraße) befinden sich zwei schmiedeeiserne Tore mit vielen Details, wahrscheinlich eine frühe Arbeit von Fritz Kühn.

Tür

Tür

Im Ostteil von Berlin dürfte Fritz Kühn wohl zu den bekanntesten Bildhauern der DDR gehören. In Westen ist er selbst unter ausgewiesenen Kunstkennern und Geschichtsfreunden eher unbekannt geblieben. In der amtlichen Denkmalliste von Berlin taucht sein Name und ein Werk oder ein künstlerischer Beitrag von Fritz Kühn über 15mal auf, einmal im Westen der früher geteilten Stadt, ansonsten in Ostberlin. Dabei sind gewiss nicht einmal alle seine Werke und Beiträge erfasst, die in Berliner Denkmalzusammenhängen nachweislich eine Rolle spielen, geschweige denn etliche seiner Kunstwerke im Berliner Stadtraum, denen man mittlerweile einen gewissen Denkmalwert bescheinigen möchte. Hinzu kommt eine Vielzahl von Metallarbeiten oder Fassadenentwürfen, mit denen die Werkstatt Fritz Kühn nach 1945 von Berlin-Grünau aus Kunst- und Bauvorhaben in der ganzen DDR belieferte und je später desto mehr auch in der Bundesrepublik und im westlichen Ausland Verbreitung fand. Auch deshalb möchte man als Konservator in Fritz Kühn einen der bedeutendsten Berliner Metallbildhauern des 20. Jahrhunderts überhaupt und eine der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte sehen.
(mehr hier von J. Haspel)

Tür

Alltagspraktisch aber fühlen sich Fritz Kühns direkte Erben, beansprucht vom eigenen täglichen Überlebenskampf auf dem Kunstmarkt, heillos überfordert mit dem Nachlass [Fritz Kühns], der ein Museum füllen könnte. Zu allererst steht ein Werkverzeichnis aus, bisher wurde nur die Fotografie von der Berlinischen Galerie publiziert.
(Metallzauberer – Geschichte einer Künstlerfamilie, I. Ruthe)

Parkplatzkünstler

Donnerstag, Oktober 21st, 2010

Autofahrer sind Künstler, wenn sie denn mal ihr Auto stehen lassen. Hier drei Werke von einem Berliner Parkplatz.

Random Streetart 2

Random Streetart 3

Random Streetart 1

Über den Zufall in der Kunst (Anja Frank, Jens Wiese)

… heute bin ich an einem Ort gewesen, wo die Aschenmänner den Müll hinbringen. Donnerwetter, war das schön … unter anderem kaputte Straßenlaternen, verrostet und verbogen … diese Sammlung ausgedienter Eimer, Körbe, Kessel, Soldatenkochgeschirre, Ölkannen, Draht, Ofenrohre!
(Vincent van Gogh)

Bild

Die Kapelle am Wegesrand

Mittwoch, Oktober 20th, 2010

Die Kapelle

Ein paar Ecken weiter hat eine andere Fachbesucherin der Modestadt (man erkennt sie gleich an ihren etwas zu schicken, zu neuen Klamotten – und natürlich ihren Blicken) was Schönes entdeckt. Das wird sich sicher gut machen in ihrem Blog: Straßenmode im ganz wörtlichen Sinn präsentiert sich ihr in der Ackerstraße. Künstler aus dem Schokoladen-Haus haben für die alte Oststraßenlaterne einen Lampenschirm gebastelt. Er ist aus lilafarbenem Stoff mit Mustern drauf. Unten hängen Bommeln dran.

Aus der Straßenlaterne ist eine überdimensionale Nachttischlampe geworden. Wie ein Menetekel dräut sie über Mitte, denn dem Schokoladen und dem benachbarten Club der polnischen Versager, der einst von der Torstraße hierher umgezogen war, drohen im August die Räumung. Dann werden in der Ackerstraße zwar nachts die Bürgersteige noch nicht hochgeklappt, denn es bietet hier auch das Muschi Obermaier seine nächtlichen Dienste an. Neuerdings wirbt die Absturzdisse mit dem Slogan „Die Kapelle am Wegesrand“ für sich.

Schokoladen

Sonne geht unter

Noch ist Mitte nicht verloren.
(aus: Am Wegesrand des Chics in der taz)

Der Kirschdieb

Montag, Oktober 18th, 2010

Kirschdieb
Fassadenbild in Weissensee von Skip Pahler, 1986

Der Kirschdieb

An einem frühen Morgen, lange vor Hahnenschrei
Wurde ich geweckt durch ein Pfeifen und ging zum Fenster
Auf meinem Kirschbaum – Dämmerung füllte den Garten –
Saß ein junger Mann mit geflickter Hose
Und pflückte lustig meine Kirschen. Mich sehend
Nickte er mir zu, mit beiden Händen
Holte er die Kirschen von den Zweigen in seine Taschen.
Noch eine ganze Zeitlang, als ich wieder in meiner Bettstatt lag
Hörte ich sein lustiges kleines Lied pfeifen.

(Bertolt Brecht, 1938)

Ich auch

Hofkünstler und Weltmann

Samstag, Oktober 16th, 2010

Christian Daniel Rauch
Friedrich Drake, Christian Daniel Rauch

Krankheit und Tod von Christian Daniel Rauch

An berühmten Persönlichkeiten interessieren die Nachwelt vorrangig bleibende Leistungen und bemerkenswerte Vorkommnisse aus dem Leben. Hingegen werden Krankheiten und vor allem die zum Tod führenden meistens ausgeblendet – ausgenommen solche, um die es Spekulationen, Legenden oder von der Normalität weit abweichende, neugierig machende Vorgänge gibt. Medizinhistoriker schließen aus gut dokumentierten Krankheitsverläufen auf den Stand der zeitgenössischen, praktisch angewandten Medizin. Ebenso lassen sich mitunter aus Krankheitsverläufen nicht zu unterschätzende Einflüsse auf Entscheidungen und Verhalten einer Persönlichkeit ableiten.

AvH
Christian Daniel Rauch, Alexander von Humboldt

So schrieb Humboldt 1836 an Rauch: »Sie, verehrter Freund, sind seit meines Bruders Tod mir die erfreulichste, anmutigste Erscheinung in dieser mir verödeten Welt.«
Hofkünstler und Weltmann

Wir sind umgezogen!

Dienstag, Oktober 12th, 2010

Dom

Umzug

Umzug

Erst geht Engels, dann Marx. Die beiden Vordenker des Sozialismus verlassen ihren angestammten Sockel zwischen Spree und Spandauer Straße, um Platz zu machen für die Bauarbeiten der U-Bahnlinie 5. Auf der anderen Spreeseite wächst die Humboldt-Box in die Höhe, und die Temporäre Kunsthalle wird abgebaut. Die alte Berliner Mitte verändert erneut ihr Gesicht.

Umzug

Im nächsten Jahr soll auf dem Marx-Engels-Forum die Baulogistik für den Schildvortrieb eingerichtet werden. Das Verrücken von Engels und Marx – jeweils zwei Tonnen schwer – an die Spandauer Straße sei im Vergleich zu den gesamten Bauarbeiten „eine Fingerübung“, sagt BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Auch in Bezug auf die Kosten: Das Weg- und Zurücktragen der Figuren kostet 600 000 Euro. Ob es für Marx und Engels nach sieben Jahren überhaupt ein Zurück geben wird, ist nicht sicher. Einige Politiker wie Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) liebäugeln mit einer Bebauung der östlichen Spreeseite nach historischem Vorbild. Damals begann hier die alte Berliner Bürgerstadt, kleinteilig bebaut, als Gegenpart zum preußischen Residenzschloss.
(mehr hier)

Knitting in Public

Mittwoch, Oktober 6th, 2010

Das Oma- und Öko-Image von Handarbeiten vergangener Jahre ist passé.

Kalt in Berlin

Vor allem geht es … um die Kreativität: Denn auch die Dinge, die man strickt, sind neu. Oder kann sich jemand an gestrickte Insekten, Dinosaurier, Früchte und Gemüse, Süßigkeiten, Eiskugeln, Blüten und Blumensträuße, sogar Christbaumkugeln erinnern? Ganz zu schweigen von gestrickter Graffitikunst -ja, auch die hat es schon gegeben … Da wurden unter dem Schlagwort Urban Knitting Laternenmasten, Litfass-Säulen, Fahrradständer oder anderes städtisches Mobiliar mit wollenen Hüllen versehen.
(mehr hier)

Herbst tröstet

Montag, September 27th, 2010

Nass

Sommer

Von allen Jahreszeiten ist
Der Sommer mir die schwerste.
Was habe ich denn nur vermißt?
Herbst tröstet dann für’s erste.

Im August mit seinen schweren Feldern
werden Sternschnuppen geboren
Über Ostseewellen und dichten Wäldern,
Aber ich fühle mich verloren.

Weil ich so oft alleine bin
In diesen Tagen mit ihrer Hitze?
Die, die ich mag, wo sind die hin?
Ich suche Rausch und schwitze.

Bringt dann September Linderung
Und goldener Oktober dasselbe,
Und der Tage merkliche Minderung,
Sehne ich mich an die Elbe.

(Jürgen Berlin)

Im Wedding