Skulpturen von Bärbel Dieckmann im Museum Neukölln
Archive for the ‘Ausstellungen’ Category
Die Rückkehr des Minotaurus
Sonntag, Januar 20th, 2013Max Frisinger
Samstag, Januar 19th, 2013Max Frisinger bei CFA – eine wunderbare Entdeckung
In der Berliner Galerie CFA stehen auf weißen Sockeln silbrig schimmernde Gussteile, durch die vom Heizkraftwerk oder von Öfen in Kellern einst wohlige Wärme in Berliner Wohnungen und Büros geleitet wurde. Eine gute Tonne Schrott ergaben diese alten Heizkörper aus Abrisshäusern und dem Sanierungsgeschehen. Man muss die Fantasie nicht allzu sehr bemühen, um in den bearbeiteten Fragmenten Gebilde zu sehen: monströse oder ulkige Figuren, Gerippe, Köpfe, die dann jäh zum Störfall mit Drohpotenzial werden, mit surreal-poetischem oder auch militantem Ausdruck.
(mehr hier bei Ingeborg Ruthe in der Berliner Zeitung)
Erster Preis
Mittwoch, Januar 16th, 2013Patricia Piccinini
Sonntag, Januar 13th, 2013Zauber des Aktmodells
Samstag, Januar 12th, 2013Künstler wie Georg Kolbe und seine Bildhauerkollegen stellten überwiegend nackte Menschen dar. Die Modelle, die sie zu diesen Kunstwerken anregten, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Der an sich schon geheimnisvolle Akt des künstlerischen Schaffens war für Außenstehende nochmals anregender, wenn man wusste, dass es dabei um die Auseinandersetzung mit einem nackten Menschen geht. Fotografische Dokumente aus diesem Zusammenhang, die durchaus rar sind, werden präsentiert; hinzu kommen schriftliche Zeugnisse, in denen Modelle von ihrer Tätigkeit berichten.
(Zauber des Aktmodells im Georg-Kolbe Museum)
In Zsofia Bans Abendschule – Fibel für Erwachsene ist eine wunderbare Geschichte vom Verhältnis Edouard Manets zu seinem Modell Victorine Meurent. Unbedingt besorgen und lesen! Köstlich!
Erinnerung: Victorine liegt auf dem Kanapee und schaut. Sie schaut, das kann diese kleine Frau. Dieses Frauchen. Dieses Weib. Diese Victorine Meurent, eventuell Meurend oder Meurand, wer weiß das bei so einer, wie sie genau heißt, obwohl, was rede ich da, ich werde auch ständig durcheinandergebracht mit dem Aas Monet (warum ändert der nicht seinen Namen und verschwindet von der Erdoberfläche?).
Worauf Victorine wie eine Furie aus dem Gras hochfuhr und sich sämtliche Kleider vom Leib riss, während sie, so laut, dass der ganze Park davon echote, brüllte: „Na komm, du Abschaum, mal mich, da hast du dein verfluchtes Licht!“ … Worauf sie sich, nackt wie sie war, wieder ins Gras plumpsen ließ, zwischen die beiden verblüfften Männer.
Nichts für für Leute mit Eibohphobie
Freitag, Januar 11th, 2013Der Eingangsbereich der aktuellen Ausstellung im me Collectors Room wird von einem Palindrom erleuchtet:
In girum imus nocte et consumimur igni.
Das ist eine Arbeit von Cerith Wyn Evans aus dem Jahr 1997.
In girum imus nocte et consumimur igni (Wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verschlungen)
Palindrom? Gut erklärt in der Kamelopedia.
High expectations
Donnerstag, Januar 10th, 2013Humboldt, Krokodil & Polke – Die Olbricht Collection
You recently made a sculpture of a frightened little boy called High Expectations. Why is this youthful image important to you?
Dragset: We may be getting more sentimental with age and reassessing our childhood in some way.
Elmgreen: There are such high expectations on the coming generations. They’re growing up in a completely different scenario than we did, because everyone is talking about the world going under due to global warming and how we have to stop Western consumer habits.
Dragset: At the same time, they have this incredible pressure to be individualist and stand out. Everything is like a talent show nowadays, even if you’re on Facebook or other social media, you have to act as if you’re a celebrity and everything you do has to be interesting.
(mehr hier)
Hockender Maler
Mittwoch, Januar 9th, 2013Zeitgleich mit dem Erscheinen eines Bildbandes mit gut 500 Fotografien des Berliner Malers und Bildhauers Rainer Fetting im Oktober 2012 in der Edition Braus zeigt die Galerie Deschler eine Ausstellung mit einer Auswahl aus dem umfangreichen fotografischen Werk des international bekannten Künstlers. Dieses wird damit zum ersten Mal in diesem Umfang einem weiteren Publikum zugänglich gemacht.
… und im Keller der Galerie hockt ein Maler.
Lieber ne Glatze als jar keene Haaare
Montag, Januar 7th, 2013Diese Berliner Spruchweisheit und viele andere kann man im Regine-Hildebrandt-Park entschlüsseln.
Auf dem Weg nach unten (oder nach oben) in den Park begegnen dem Besucher einige wie hingewehte Edelstahl-Metallbänder, die rätselhafte Wörter enthalten. Ausgestanzte und wild durcheinander purzelnde Buchstaben bilden jeweils einen lockeren Spruch, wie er von Regine Hildebrandt stammen könnte (mehr zum Park hier).
Das Ziel unseres Kunstspaziergangs war eine Ausstellung in der Pyramide:
Vom Paris-Urteil zum Kassandra-Ruf
Antike Mythen in der Bildenden Kunst der DDR.
In der Ausstellung war auch das Bild von Uwe Pfeifer Auf dem Wege aus dem Jahr 1987. Was für ein Wiedersehen! Die letzte Begegnung mit diesem Bild hatte ich auf X. Kunstaustellung der DDR 1987/88 in Dresden.
Pfeifer zitiert Persönlichkeiten, die zum Selbstverständnis der DDR gehören: J.R. Becher und H. Eisler …, B. Brecht …, Ch. Wolf, das NS-Opfer, … und der frühromantische Maler C. D. Friedrich als Sinnträger kulturell-künstlerischer Traditionspflege im Osten Deutschlands. (aus dem Katalog der Ausstellung)
Nur noch bis zum 3. Februar wird im Museum Weimar die Ausstellung „Abschied von Ikarus. Bildwelten in der DDR – neu gesehen.“ gezeigt. Auch hier im Titel ein antiker Mythos.
Im Park steht ein Vierkantbalken, auf dem senkrecht auf jeder Seite ein Herzenswunsch von Regine Hildebrandt (und den meisten Bürgern dieses Landes) in vier Sprachen aufmontiert ist: „Möge Frieden auf Erden sein.“
Visions of Modernity
Montag, Januar 7th, 2013Scheiden tut weh: Die Guggenheim Stiftung verabschiedet sich aus Berlin mit einer Ausstellung von Meisterwerken der Moderne aus ihrer Sammlung. Künftig führt die Deutsche Bank ihre Kunsthalle Unter den Linden in Eigenregie weiter.
Nur noch bis zum 17. Februar!
Hier eine Auswahl von Ausstellungsberichten in den Neuen Kunstspaziergängen.
Die kleine phantastische Erzählung von Nina Katerli heißt Prochor. Prochor ist ein Elefant in einem sowjetischen Zoo, der außerhalb der Öffnungszeiten Ausgang bekommt. Er klopft mit dem Rüssel an eine Fensterscheibe, ein Mädchen kommt aus dem Mietshaus und geht mit Prochor in der Stadt spazieren. Niemand beachtet die beiden, alle haben wirklich anderes zu tun. Im Zoo ist der Elefant die Sensation. Kaum hat man Eintritt bezahlt, drängelt man sich als erstes zum Elefantengehege, um dieses erstaunliche Tier aus fernen Ländern zu bewundern.
Ich wundere mich, dass sich am Eingang der Deutschen Guggenheim keine Warteschlangen bilden. Wann sieht man schon mal Bilder von Picasso, Matisse, Monet, Delaunay, Kandinsky, van Gogh, Chagall, Modigliani und anderen in einer kleinen, feinen Ausstellung versammelt. Sobald eine Ausstellung nicht als EVENT angekündigt wird, kann sich der Kunstspaziergänger freuen. Dann ist er manchmal ganz allein mit den Elefanten.
In den 70er, 80er Jahren erschien in der DDR im Verlag Volk und Welt eine schwarze Reihe mit einem bunten internationalen belletristischen Programm. Die Hefte der Reihe Spektrum waren begehrt. Ich habe einige, aber noch nicht alle gelesen. Jetzt sind mir die phantastischen Erzählungen Nina Katerlis in die Hände gefallen: Die Kollektion des Doktor Emile, Heft 184 aus dem Jahr 1984.


















