Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Sommer der Umarmung

Freitag, April 17th, 2009

Lichtspiele
Emilia Nicolova-Bayer, Umarmung, Terracotta

So ändern sich die Zeiten. Emilia Nicolova-Bayers Skulptur „Umarmung“ fand vermutlich in den 80er Jahren ihren Platz im öffentlichen Raum. Nach der Wende und der Privatisierung der Baulücke an der Torstraße nahe dem Rosenthaler Platz geriet sie in den Dunstkreis eines italienischen Restaurants und wurde buchstäblich immer weiter an den Rand gedrängt, bis die inzwischen mit reichlich Graffiti versehene Skulptur nun vorübergehend Asyl im Hof der Torstraße 111 gefunden hat. Dort wird sie nun Bezugspunkt einer Ausstellungsreihe und damit die Aufmerksamkeit der Besucher auf ein vergessenes Kapitel Berliner Kunst lenken: auf Arbeiten im Stadtraum, die niemand mehr kennt.
(mehr hier in der Zitty)

Kenno Apatrida

Donnerstag, April 16th, 2009

Ein fast unbekannter Künstler ist mit einem Werk von mystischer Aura zu entdecken. 17 Jahre lang hat der Südamerikaner, der sich Kenno Apatrida nennt, im Berliner Untergrund aus Zivilisationsmüll ein Werk von wuchernder Lebendigkeit und tiefgründiger Symbolik geschaffen. Die Galerie Wilde gibt ihm seinen ersten Auftritt in der etablierten Kunstszene der Hauptstadt und macht zudem auch mit seinem spukhaften Atelier in einer leer stehenden Brauerei bekannt.
(mehr hier von Günter Kowa im ART-Kunstmagazin)

Exhumation

Es ist nun nicht ausgeschlossen, dass der Künstler Kenno an der Schwelle zum Durchbruch steht. Wie ein Jean-Michel Basquiat, dessen Schicksal ihm erspart bleiben möge, aber auch wie die Akteure der Street Art, die die Illegalität zu einer neuen Kunstform beflügelte. Kennos Werk wächst auf dem Boden materieller und geistiger Entbehrung. Dass sich die Umstände ändern könnten, ist möglich, jedoch – sagt er – deutet sich für ihn auch in seiner Kunst seit längerem ein Wandel an. Es wird ein neues Stadium geben. Zu besichtigen ist jetzt erst einmal das grandiose Werk eines Unbekannten und Verborgenen, ein Phänomen, das mit Berlin viel, mit der Kunstszene der Metropole dagegen (noch) nichts zu tun hat.

Pictopia

Sonntag, April 12th, 2009

Lichteinfall

Festival neuer Figurenwelten im Haus der Kulturen der Welt

Vereinfachte, auf das Wesentliche reduzierte Figurendarstellungen revolutionieren seit der Jahrtausendwende unsere visuelle Kultur. Piktogramme mit lebendigen Zügen erfahren explosionsartige Verbreitung in digitalen Medien, Werbung und Kunst. So genanntes Character Design remixt und samplet spielerisch so unterschiedliche Quellen wie Pop- Kultur, Folklore, Markenlogo und Comic, ohne sich einem dieser Genres eindeutig zuordnen zu lassen.

Pictopia

Interview mit den Kuratoren Peter Thaler und Lars Denicke

Berlin-Bilder aus 100 Jahren

Donnerstag, April 2nd, 2009

Eine Führung durch das Depot der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie

Salomon
Erich Salomon

Zille
Heinrich Zille

Fotorealismus

Mittwoch, März 25th, 2009

Guggenheim

Picturing America
Photorealism in the 1970s

Ein ungeschriebenes Gesetz im Kunsthochschulalltag besagt, dass sich die Studenten gegen ihre Lehrer auflehnen müssen. Denn erst in der Revolte gegen akademische Traditionen kristallisierten sich die Wege der Moderne heraus. So waren die französische Freiluftmalerei und der Realismus nur denkbar durch den Widerstand gegen den etablierten Salonklassizismus eines Ingres. Doch nicht jede Auflehnung gegen die herrschende Meinung führt automatisch in die Avantgarde.

Das Deutsche Guggenheim in Berlin präsentiert nun mit der opulenten Ausstellung „Picturing America“ eine Gruppe von Nischenkünstlern, die eigentlich alles richtig gemacht haben – und scheinbar doch alles falsch. Denn Realismus stand, einhundert Jahre nachdem er Avantgarde geworden war, nicht mehr besonders hoch im Kurs. Mit ihren fotorealistischen Gemälden leisteten sich Künstler wie Don Eddy, Richard Estes, Audrey Flack, Chuck Close, Robert Bechtle oder Tom Blackwell in cooler Gelassenheit einen veritablen Affront gegen das Art Establishment der späten 60er- und 70er-Jahre: Sie kopierten, malten Fotos ab, betrieben ungeniert Mimesis – und darauf stand die Strafe missachtet, verunglimpft oder wenigstens totgeschwiegen zu werden.
(mehr hier von M. Woeller in der taz)

Jenssen am Waldsee

Freitag, März 20th, 2009

Jenssen 

Die Jenssen-Ausstellung war schon im vergangenen Jahr. Im Garten am Haus am Waldsee steht aber noch diese Arbeit.

Olav Christopher Jenssen ist einer der bedeutendsten Künstler Nordeuropas. Er war Teilnehmer der documenta IX, 1992, und hatte 2003 eine große Retrospektive im Kunstmuseum Bonn. Seit Mitte der 1980er Jahre lebt und arbeitet er in Berlin.

Adam Saks

Sonntag, März 15th, 2009

Adam Saks

Adam Saks in der Bourouina Gallery

Wie manch sich in fantastischen Ausschmückungen ergehender Landvermesser ist Adam Saks ei großer Bildermesser. Mit ausufernder Begeisterung lässt er sich durch Reiseberichte, exotische Naturalienkabinette, Heraldik- und Emblematakompendien, billige Comics oder Tätowiermagazine treiben, ja, er hat sogar selbst eine beachtliche Sammlung nautischer und militärischer Devotionalien zusammengetragen.
(Weiter im Essay von Christian Malycha im Katalog. Text ist nicht online, da muss man schon hingehen. Noch bis zum 21. März)

Banyan

Samstag, März 14th, 2009

Islands + Ghettos
Über territoriale Segregation in den Städten des 21. Jahrhunderts
Eine Ausstellung in der NGBK

Banyan
Banyan, 2008 – Silke Wagner; Beate Anspach

Silke Wagner befasst sich in ihren Projekten mit der Sichtbarmachung gesellschaftlich unterrepräsentierter Gruppen. Der Banyan ist ein traditioneller indischer Baum, der in Sharjah auf dem Rolla Square – einem der wenigen noch öffentlichen Plätze am Persischen Golf – vorkommt. Den dort lebenden Gastarbeitern bietet der Platz einen Ort des Zusammentreffens und Austausches. Die Blätter des Bonsai-Banyas sind mit indischen Ornamenten verziert und tragen die Namen der Arbeiter, mit denen Wagner und Anspach gesprochen haben.

Im Atelier

Freitag, März 13th, 2009

Atelierbesuch bei Fritz Balthaus

Balthaus

Marked Space – Unmarked Space, 2003/2004
Ergebnis eingeladener Wettbewerb Außenraumgestaltung Berlinische Galerie

Der Museumseingang wird von einem weißen Wandgefüge gebildet – zur Alten Jakobstraße hin eine freistehende Wand von 11 x 5 Metern, über dem eigentlichen Eingangsbereich ein offener Museumsraum – das die Proportionen und Dimensionen der riesigen Museumshalle erahnen lässt, die hinter dem Bürogebäude und dem Vorbau versteckt liegt. Die Proportionen der sichtbaren Architekturteile sind von einem Raster abgeleitet, der nur noch im Grundriss erkennbar wird. Auf dieser Grundlage hat der Künstler die Außenhaut des gesamten Museumsgebäudes als leuchtend weiß im Wechsel mit neutralgrauen Streifen markiert. Dies wird besonders gut auf der Rückseite des Museums erkennbar, die so dem Fußgänger von der Oranienstraße her schon von weitem den Ort des Museums signalisiert.

Berlinische Galerie

Heidestraße

Donnerstag, März 12th, 2009

Events are a discourse

Heidestraße – wie das klingt? Nach blühenden Landschaften, lila und lieblich. Tatsächlich führt die Straße, die am Berliner Hauptbahnhof beginnt und sich bis in den Wedding erstreckt, durch ein Stadtquartier, das noch fehlt. Nach dem Schloss wartet hier eine viel größere, womöglich spannendere Bauaufgabe. Brachland also weitgehend, grau und unwirtlich, wäre da nicht die Kunst, die in der urbanen Wüste wacker Blüten treibt.
(Adrea Hilgenstock in der Kunstzeitung 3/2009 zur blühenden Galerienszene an der Heidestraße)

zerknüllt

We will win

Vogelhäusschen