Nach dem Regen ging Natalie in der Nachbarschaft Schnecken suchen. Unweit ihrer Wohnung fand sie ein paar, die auf dem Gehsteig unterwegs waren, langsam wie Kometen. Sie pflückte sie und setzte sie unter einige Büsche. Den Schnecken schrumpften darüber die Fühlerantennen ein, ihr Kopf wurde rund und blind, sie duckten sich zurück in ihre Häuser. lm Grunde war ein solches Verpflanztwerden vollkommen unverständlich, nichts in ihrer Natur konnte sie darauf vorbereiten. Zuerst war man hier, dann plötzlich da, ein Glitch, ein Sprung-Fehler in der Zeit. Natalie fragte sich, ob es prinzipiell möglich war, einer Schnecke eine Wohltat zu erweisen, die diese als solche wahrnehmen und auch mit dem Spender in Verbindung bringen würde. Wahrscheinlich nicht. Sie hatten nicht viel mit uns zu tun. Natalie bedankte sich bei den Schnecken, von denen manche sich unter dem tropfenden Buschblätterdach schon wieder zu entfalten begannen, und kehrte nach Hause zurück.
(Clemens J. Setz, aus: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre)
Fliegende Schnecke
Januar 12th, 2016Das stimmt!
Januar 10th, 2016Stille Nacht
Dezember 21st, 2015BALAGAN
Dezember 20th, 2015„Balagan!!!” sagt man auf russisch, um eine Farce, eine schöne Bescherung, das gottloseste aller Durcheinander zu beschreiben – und das mit größter Begeisterung. „Balagan!!!“ ist auch der Titel einer großen Ausstellung (kuratiert von David Elliott), die dazu einlädt, eine allzu bekannte Welt zu entdecken, in der Chaos und Missherrschaft sowie die daraus resultierende Sozialkomödie gnadenlos ausgestellt werden. Gezeigt werden über 150 Arbeiten von 65 Künstlern aus 15 Ländern des ehemaligen Ostblocks, die eins gemein haben: Sie sind aus dem Versuch der Künstler hervorgegangen, ihr Wissen und ihre Erlebnisse mit dem Wunsch nach einer neuen, hoffentlich besseren Zukunft für Leben und Kunst überein zu bringen.
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Victor Ash
Dezember 19th, 2015Victor Ash jetzt auch im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit
May the roof over your head be always strong
Zeichnungen in der Galerie Alte Schule Adlershof
Dezember 18th, 2015Super Ego
Dezember 17th, 2015Toni Schmale in der NGBK
In der Ausstellung in der NGBK werden vorwiegend Skulpturen gezeigt. Die Objekte aus Beton und Stahl wurden von der Künstlerin präzise bearbeitet, ihre Oberflächen auf Hochglanz poliert oder lackiert. Während frühere Arbeiten direkter auf Körper, Körperteile oder Körperlichkeit verweisen, sind die bildhauerischen Werke Schmales in der Ausführung etwas abstrakter und kühler, transportieren jedoch ebenso radikal geschlechterpolitische Utopien und queere Identitäten, nicht zuletzt auch über die Titel. Arbeiten wie „hafenperle“, deren Elemente an eine Hantelbank und an Rudergeräte erinnern sowie weitere Werke aus der Serie „fuhrpark. was das / der neue gefährt sein kann“ projizieren auf unterschiedlichen Ebenen Bilder von körperlicher Verausgabung. Die Werke suggerieren den Besucher_innen eine Einladung zur Interaktion, provozieren eine physische Assoziation mit Sportgeräten oder Sexspielzeug, aber auch ein Abtasten-Wollen der perfekt bearbeiteten Oberflächen – eine Verführung, der es zu widerstehen gilt.
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Ich, Menzel
Dezember 13th, 2015Geboren vor 200 Jahren in Breslau (Schlesien), kam Menzel mit 15 Jahren nach Berlin, wo er zeit seines Lebens blieb. Hier wurde er zum Chronisten seiner Stadt, indem er mit Pinsel, Feder oder Zeichenstift Orte und Menschen in mal staatstragenden, mal leisen und persönlichen Bildern festhielt: in Gemälden, Druckgrafiken, Zeichnungen und Skizzen.
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Büste Menzels von Reinhold Begas
Eine Ausstellung zum 200. Geburtstag Adolph Menzels im Märkischen Museum
Der Münchner Verlag C.H. Beck legt pünktlich eine neue Menzel-Monografie vor, die das Zeug zum Standardwerk hat. Autor ist der Berliner Kunsthistoriker Werner Busch, ein Spezialist für die Malerei des 19. Jahrhunderts. Er scheut nicht vor der Frage zurück, welche Auswirkungen Menzels Kleinwüchsigkeit auf seine Kunst gehabt haben mag, beziehungsweise wie Menzel dieses Manko kompensierte.
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