Fliegende Schnecke

Januar 12th, 2016

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Nach dem Regen ging Natalie in der Nachbarschaft Schnecken suchen. Unweit ihrer Wohnung fand sie ein paar, die auf dem Gehsteig unterwegs waren, langsam wie Kometen. Sie pflückte sie und setzte sie unter einige Büsche. Den Schnecken schrumpften darüber die Fühlerantennen ein, ihr Kopf wurde rund und blind, sie duckten sich zurück in ihre Häuser. lm Grunde war ein solches Verpflanztwerden vollkommen unverständlich, nichts in ihrer Natur konnte sie darauf vorbereiten. Zuerst war man hier, dann plötzlich da, ein Glitch, ein Sprung-Fehler in der Zeit. Natalie fragte sich, ob es prinzipiell möglich war, einer Schnecke eine Wohltat zu erweisen, die diese als solche wahrnehmen und auch mit dem Spender in Verbindung bringen würde. Wahrscheinlich nicht. Sie hatten nicht viel mit uns zu tun. Natalie bedankte sich bei den Schnecken, von denen manche sich unter dem tropfenden Buschblätterdach schon wieder zu entfalten begannen, und kehrte nach Hause zurück.
(Clemens J. Setz, aus: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre)

Jahreswechsel in Apulien (1)

Januar 12th, 2016

Unser einwöchiger Winterurlaub beginnt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir über Silvester verreisen, aber diesmal geht es in eine Gegend, in der das Wetter nicht unbedingt sommerlich warm sein muss. Es wird hoffentlich nicht so schlimm werden, dass Handschuhe nötig werden. Die haben wir nämlich nicht eingepackt. Die Wetterprognose für Bari sagt Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad voraus. Ich kenne Leute, die nennen das Badewetter.

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Eingecheckt haben wir gestern abend, das Gepäck sind wir schnell losgeworden, die Sicherheitsleute hatten nichts zu meckern – wir sind ready for boarding!

Nachdem wir „Das brandneue Testament“ gesehen haben, kennen wir viele göttliche Regeln. Eben wurde Regel Nr. 5231 auf mich angewendet.
Göttliche Regel Nr. 5231:
Immer wenn jemand kurz vor Abflug auf die Toilette muss, wird durch das Reinigungspersonal der Zugang gesperrt.

Verglichen mit jedem anderen Flughafen der Welt werden die Berliner Flughäfen zu Provinzbahnhöfen. Kaum sind wir in Bari gelandet, ist unser Gepäck ausgeladen. Der Weg zum Zug nach Bari ist idiotensicher beschildert. Beim Ticketkauf unterstützt uns freundliches Servicepersonal. Wir sind begeistert.

Das Apartment ist in Ordnung. Die Vermieterin begrüßt uns in lustig dahinfließendem Italienisch. Die Worte verstehen wir nicht, uns ist die Gestik genug. Irgenwann gucken wir gar zu ungläubig, da fällt ihr ein, dass sie eine passende App zum Umgang mit den Touristen hat. Sie quatscht in ihr Smartphone, der Text wird automatisch ins Deutsche übersetzt und dann vom Telefon stotternd aufgesagt. Die Gesten haben wir besser verstanden.

Das Viertel machte nicht gerade einen interessanten Eindruck, aber zu Fuß und allein durch eine unbekannte Stadt zu streifen war gar kein übles Gefühl.
(Murakami in „Kafka am Strand“)

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Bei unserem ersten Bummel durch die Stadt suchen wir einen Supermarkt, leider ohne Erfolg. Die Dinger verstecken sich immer am Anfang unserer Aufenthalte in noch fremden Städten. Am zweiten oder dritten Tag merken wir dann, dass wir nur um die andere Ecke hätten gehen müssen.

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Das stimmt!

Januar 10th, 2016

Schön ist es hier

Auch 2016 werden wir wieder viele Kunstspaziergänge unternehmen und hier darüber berichten. Morgen geht es los mit einem Rückblick auf unsere kleine Silvesterreise nach Apulien!

Stille Nacht

Dezember 21st, 2015

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Wenn das so ist, melde ich mich erst einmal für 3 Wochen ab.
Wir treffen uns hier Mitte Januar wieder. Dann gibt es wieder frische Kunstspaziergänge

BALAGAN

Dezember 20th, 2015

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„Balagan!!!” sagt man auf russisch, um eine Farce, eine schöne Bescherung, das gottloseste aller Durcheinander zu beschreiben – und das mit größter Begeisterung. „Balagan!!!“ ist auch der Titel einer großen Ausstellung (kuratiert von David Elliott), die dazu einlädt, eine allzu bekannte Welt zu entdecken, in der Chaos und Missherrschaft sowie die daraus resultierende Sozialkomödie gnadenlos ausgestellt werden. Gezeigt werden über 150 Arbeiten von 65 Künstlern aus 15 Ländern des ehemaligen Ostblocks, die eins gemein haben: Sie sind aus dem Versuch der Künstler hervorgegangen, ihr Wissen und ihre Erlebnisse mit dem Wunsch nach einer neuen, hoffentlich besseren Zukunft für Leben und Kunst überein zu bringen.
(mehr hier)

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Inverso Mundus

Victor Ash

Dezember 19th, 2015

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Astronaut

Victor Ash jetzt auch im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit
May the roof over your head be always strong

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Zeichnungen in der Galerie Alte Schule Adlershof

Dezember 18th, 2015

Galerie

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jahr-aus-
gezeichnet

Apulien
Apulien (Gudrun Kühne, 2013)

Super Ego

Dezember 17th, 2015

Toni Schmale 5

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Toni Schmale in der NGBK

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In der Ausstellung in der NGBK werden vorwiegend Skulpturen gezeigt. Die Objekte aus Beton und Stahl wurden von der Künstlerin präzise bearbeitet, ihre Oberflächen auf Hochglanz poliert oder lackiert. Während frühere Arbeiten direkter auf Körper, Körperteile oder Körperlichkeit verweisen, sind die bildhauerischen Werke Schmales in der Ausführung etwas abstrakter und kühler, transportieren jedoch ebenso radikal geschlechterpolitische Utopien und queere Identitäten, nicht zuletzt auch über die Titel. Arbeiten wie „hafenperle“, deren Elemente an eine Hantelbank und an Rudergeräte erinnern sowie weitere Werke aus der Serie „fuhrpark. was das / der neue gefährt sein kann“ projizieren auf unterschiedlichen Ebenen Bilder von körperlicher Verausgabung. Die Werke suggerieren den Besucher_innen eine Einladung zur Interaktion, provozieren eine physische Assoziation mit Sportgeräten oder Sexspielzeug, aber auch ein Abtasten-Wollen der perfekt bearbeiteten Oberflächen – eine Verführung, der es zu widerstehen gilt.
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Ich, Menzel

Dezember 13th, 2015

Geboren vor 200 Jahren in Breslau (Schlesien), kam Menzel mit 15 Jahren nach Berlin, wo er zeit seines Lebens blieb. Hier wurde er zum Chronisten seiner Stadt, indem er mit Pinsel, Feder oder Zeichenstift Orte und Menschen in mal staatstragenden, mal leisen und persönlichen Bildern festhielt: in Gemälden, Druckgrafiken, Zeichnungen und Skizzen.
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Menzel
Büste Menzels von Reinhold Begas

Eine Ausstellung zum 200. Geburtstag Adolph Menzels im Märkischen Museum

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Der Münchner Verlag C.H. Beck legt pünktlich eine neue Menzel-Monografie vor, die das Zeug zum Standardwerk hat. Autor ist der Berliner Kunsthistoriker Werner Busch, ein Spezialist für die Malerei des 19. Jahrhunderts. Er scheut nicht vor der Frage zurück, welche Auswirkungen Menzels Kleinwüchsigkeit auf seine Kunst gehabt haben mag, beziehungsweise wie Menzel dieses Manko kompensierte.
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Vom Vergehen

Dezember 12th, 2015

Vom Vergehen

Reflexionen über die Zeitlichkeit