Die Grabstätte von Johanna Stegen auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde in Berlin

Das Porträtmedaillon ist von Albert Moritz Wolff
Die Grabstätte von Johanna Stegen auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde in Berlin

Das Porträtmedaillon ist von Albert Moritz Wolff
LORIS (seit 2007) ist ein Projekt von derzeit elf KünstlerInnen aus Berlin: Sophie Aigner, Oliver Dignal, Paulina Gimpel, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Werner Huthmacher, Ulrike Kolb, Oliver Krebs, Anne Metzen und Nina Wiesnagrotzki.
In der Gartenskulptur blüht der Käse.
Ab den Sechzigerjahren verwendete Dieter Roth Lebensmittel als Material für seine Bilder und Objekte. Sein Werk „Staple Cheese (A Race)“, das aus Koffern voller Käse bestand, sorgte 1970 in Los Angeles für einen Skandal; die Galeristin musste sich wegen Gesundheitsgefährdung vor Gericht verantworten. Auf dem Bild zu sehen ist ein Teil einer weiteren, weniger geruchsintensiven Installation von Dieter Roth aus dem Jahr 1970: „Käse Multiple“.
Eines von Dieter Roths Schlüsselwerken sollte schließlich seine „Gartenskulptur“ werden. Anfänglich handelte es sich hierbei nur um ein Selbstporträt, ironisch auf James Joyce bezogen, dessen Roman „A portrait of the artist as a young man“ Roth außerordentlich kitschig fand. Er entwarf daraufhin 1968 „A portrait of the artist as Vogelfutterbüste“ – eine Schokoladenskulptur mit Vogelfutterbeimischungen und einem Anflugbrett, die in einem Kölner Garten aufgestellt wurde. Hier sollten die Vögel als „Mitarbeiter“ tätig werden und mit ihrem Gepicke die Büste mitgestalten.
Um diesen Kern herum begann das Werk immer weiter zu wuchern: Zeichnungen, Vorarbeiten und Skizzen zu dem Projekt wurden im Garten mitaufgestellt und der Witterung ausgesetzt. Ausgewaschene Farbe wurde aufgefangen, in Weckgläsern eingekocht – und zu einem weiteren Bestandteil der Gartenskulptur gemacht. Als der Gartenbesitzer wegzog, kam das Werk an einen neuen Standort und wurde um allerhand Hasenapplikationen erweitert – aus Holz, Plüsch, Schokolade, und sogar eine Zeit lang durch einen echten Hasen in einem Hasenstall. Über Jahre wuchs die Gartenskulptur weiter an, bis sie zu einem 20 Meter langen Gebilde geworden war, in das unter anderem Fernseher integriert waren, die Videos von den Veränderungen, Umzügen und Umbauten zeigten.
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Geschichten einer Sammlung. 1933 – 1945.
In der Neuen Galerie des Hamburger Bahnhofs

Paul McCarthy, Saloon Theater, 1995 – 1999, 2008 Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection
Schätze im Hamburger Bahnhof
Als vor 10 Jahren die Sammlung Flick nach Berlin kam, da gabs Proteste. War nicht die Kunst mit dem Erbe des alten Flick-Konzerns gekauft worden, also auch mit Gewinnen aus Zwangsarbeit im Krieg? Inzwischen aber, so scheint es, hat Berlin seinen Frieden mit der Sammlung gemacht. Keine Proteste mehr, statt dessen die Erkenntnis, daß Berlin Flick eine der bedeutensten zeitgenössischen Kunstsammlungen weltweit verdankt. Ein Teil davon ist jetzt im Hamburger Bahnhof zu sehen. Die Ausstellung wurde am Freitag eröffnet.

Lortzing im Tiergarten (Gustav Eberlein, 1906)
Das 1859 von den Mitgliedern des Herzöglichen Hoftheaters zu Braunschweig gestiftete Grabdenkmal für den Sänger und Komponisten Albert Lortzing (1801-1851) und seine Frau Rosine, geb. Ahles (1799-1854), ein Sandsteinpfeiler mit Bildnistondo, Maßwerk und Krabbenbesatz, war bis zur Errichtung des Standbildes im Tiergarten 1906 das einzige Denkmal für den Schöpfer volkstümlicher Opern in Berlin. Der gotische Stil des, möglicherweise von den Bildhauern Dähne und Wittmann unter Einbeziehung einer bronzenen Kopie eines von Ludwig Schwanthaler geschaffenen Portraits Lortzings verfertigten Monuments, soll das nationale Element im Wirken Lortzings verdeutlichen, denn die Gotik galt den Romantikern als deutscher Nationalstil. Das Grabmal wurde laut rückseitig angebrachter Inschrift 1927 restauriert.
2001 konnte anhand historischer Fotos die bekrönende Fiale mit dem Krabbenbesatz nachgeschaffen werden.
(Jörg Kuhn in: Gartendenkmale in Berlin – Friedhöfe, Imhof Verlag, 2008)
An jedem Flyer, der über ein entlaufenes Tier informierte, musste sie stehen bleiben. Addiert ergab das im Monat bestimmt einige hundert Schweigeminuten vor Baumstämmen, Hausmauern, Säulen und Ampelmasten. Schlecht ausgedruckte, viel zu kleine Bilder von Hunden und Katzen. Einmal war es sogar ein als zierIich und sanftmütig bezeichneter Hase. Was geschah eigentlich, wenn das vermisste Wesen gefunden wurde? Ging man dann die Straßen ab und entfernte die Flyer? Wahrscheinlich. Aber vielleicht konnte man, indem man die kausale Folge umkehrte und die Flyer einfach so einsammelte, das Universum iibertölpeln und es dazu bringen, das verlorene Tier zurückzugeben.
(aus: Clemens J. Setz Die Stunde zwischen Frau und Gitarre)
Dirk Braeckman in der Galerie Thomas Fischer
Bevor eine Fotografie sich offenbart, hat sie mehrere Stufen absoluter Dunkelheit durchlebt. Darunter der schwarze Behälter, in dem das noch nicht entwickelte Negativ aufbewahrt wird, das lichtundurchlässige Kameragehäuse und zu guter Letzt die nasse Dunkelheit der Entwicklungsdose. Nur ein kurzer Lichteinbruch unterbricht diesen Weg von einem lichtdichten Container in den nächsten: Jener Sekundenbruchteil, in dem der Auslöser betätigt wird und gleißendes Licht in das Innere der Kamera eindringt. Dieser Lichteinfall wirkt wie ein Feuer innerhalb der Kamera, brennt er doch das Bild auf den Film als wäre es ein Brenneisen, das ein Rind markiert. Ein schmerzlicher Moment des Erwachens; einer, den Braeckmans düstere Bilder verdrängen, scheinen sie sich doch zurückzusehnen nach der Zeit makellosen Dunkels, dem sie jäh entrissen wurden.
(aus dem Pressetext)
Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das beispiellose Schaffenswerk von Herb Ritts, der als einer der bedeutendsten Fashion-, Porträt- und Celebrity-Fotografen der Geschichte gilt.