Posts Tagged ‘„Meine Bibliothek“’

Immer am Bücherregal entlang (12)

Sonntag, Juni 21st, 2020

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Helga Schubert über „Malgründe“ von Johannes Helm, 1978

Aktuelle Meldung:
Bachmannpreis 2020 für Helga Schubert für den Text Vom Aufstehen

Immer am Bücherregal entlang (11)

Donnerstag, Mai 21st, 2020

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Ein graphischer Zyklus von Wieland Förster in Franz Fühmanns „Kirke und Odysseus“

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Wer sie nicht kennt, darf den Titel des Briefwechsels Fühmann-Förster auch auf sich beziehen: „Nun lesen Sie mal schön!“ Eine erste Auswahl von Fühmann-Briefen erschien 1994 bei Hinstorff, die Korrespondenz mit Christa Wolf 1995 bei Aufbau, und die mit Grieshaber und Margarete Hannsmann bei Hinstorff 2000. Für sein Werk- und Kunstverständnis ist diejenige mit dem acht Jahre jüngeren Bildhauer Wieland Förster am aufschlussreichsten. Ihr Herausgeber, der Berliner Germanist Roland Berbig, berichtet von den regelmäßigen Silvestertreffen der beiden, bei denen im Atelier des Künstlers eine Bilanz gezogen wurde, die nicht öffentlich ausgesprochen werden konnte. Dazu gehörten nicht nur Fühmanns Alkohol- und Eheprobleme oder das für beide werkrelevante Thema Erotik und Sexualität, sondern auch, so Fühmann an Silvester 1978, „unser alter Disput“, ob man sich „systemimmanent“ verhalten solle oder aktiv oppositionell.

Immer am Bücherregal entlang (10)

Mittwoch, Mai 20th, 2020

Franz Fühmann in meinem Bücherregal:

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Illustrationen von Clemens Gröszer in DIE SCHATTEN von Franz Fühmann

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Immer am Bücherregal entlang (5)

Dienstag, April 14th, 2020

CFCBücher

Stadtguerillero
Carlfriedrich Claus (Stadtguerillero, 1971)

ich suche ja in der Struktur der Landschaft immer wieder nach etwas anderem, wenn ich einmal – wie selten! – draussen bin. Ich schlage sie da gedanklich immer auf, sozusagen; sehne mich nach der Widerspiegelung grosser Weite, gegliederter Rätselschrift der schauernden Existenz, nach der Ferne der Nähe. Und nach der geheimen Spur starker Existenzmeister der Vergangenheit in der Gegenwart. Paracelsus etwa: Aus all diesen Verquickungen, Durchbrüchen, geistigen Ausbrüchen schält sich, hinzukommend, etwas wie ein Grundriss einer künftigen Metropole. Der die dann umentfremdete (jetzt noch stark entfremdete) Landschaft, in der ich aus Zufall und Gewohnheit lebe, als Detail eingegliedert ist. […] Ich nehme eben gerade nicht das „Heimatliche“, „Traute“ in Haus, Strasse, Wald wahr, sondern viel mehr das Unheimliche, Unerlöste, das Ächzen im Gebälk; das Heimatlos-Suchende ist es, dem ich mich verbunden habe; gerade weil und obwohl ich derart „sesshaft“ erscheine, bin ich es nicht. Ich gebrauche mein Milieu, diese Negation zu meinem Wesen, als dialektisch steuerbar zum Prozess meiner Experimente.
(Carlfriedrich Claus, Tagebuchnotiz 3.8.1963)

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Immer am Bücherregal entlang (4)

Montag, April 13th, 2020

Kunst des Spazierens

Der Spaziergang
Albrecht Dürer, Der Spaziergang

„Sie gehen wohl immerfort spazieren?“
„Spazieren! Da legen ie so einen verächtlichen Ton hinein! Als wenn es etwas Schöneres gäbe! – Es liegt so was wirklich Planloses in dem Wort!“
(Arthur Schnitzler in Anatol)

Spaziergangsliteratur

Plötzlicher Halt (Robert Walser)
Peripateticism in Robert Walser
Der Spaziergang (Hölderlin)
I am just walking (Matt Green in New York)
Wenn Spaziergänge zum Kunstwerk werden …
Promenierend kapieren

Immer am Bücherregal entlang (3)

Samstag, April 11th, 2020

Tolstoi

Gegenwärtig blättere ich in den Tagebüchern von Lew Tolstoi.

Tolstoi

In der Insel-Bücherei Nr. 871 „Russische Graphik des 20. Jahrhunderts“ ist ein Bildnis von Lew Tolstoi von L. O. Pasternak (Kaltnadelradierung, 1906) enthalten.

Leonid Pasternak war einer der ersten russischen Maler, der sich Post-Impressionist nannte. Im Russland der 1880er und 1890er Jahre war das noch neu und erregte Aufmerksamkeit. Leonid war auch ein Mitglied der Peredwischniki und der russischen Künstlervereinigung Mir Iskusstwa. Er war ein Freund von Lew Tolstoi, verbrachte mehrere Monate in Jasnaja Poljana und malte diverse Porträts des großen Schriftstellers, illustrierte auch seine Romane Krieg und Frieden und Auferstehung. Für seine Illustrationen der Romane Tolstois wurde ihm auf der Weltausstellung in Paris (1900) eine Medaille verliehen.

Leonid Pasternak (1862– 1945) ist der Vater des Schriftstellers Boris Pasternak.

Immer am Bücherregal entlang (2)

Donnerstag, April 9th, 2020

Museo Vostell Malpartida

Dort steht der Katalog vom Museo Vostell in Malpartida.

Museo Vostell

Im September 2007 waren wir mit dem Förderverein der Berlinischen Galerie in Malpartida, schöne Erinnerungen.

MIG kaputt - Störche bleiben

Hof

Pianounfall

Leonardo

Voaex

Immer am Bücherregal entlang (1)

Samstag, April 4th, 2020

Der Schrei

Ich hatte ein paar Tage in Oslo verbracht und war an einem regnerischen Tag vom Bahnhof über einige arabisch anmutende Straßenzüge mit Dutzenden Frisörsalons und Läden von Zuckerbäckern, die ihre Süßigkeiten zu kleinen Moscheen auftürmten, zum Munch-Museum gegangen. …
In [einem] Ausstellungsraum hing unter dem Gemälde, das Munch vom mürrischen Henrik Ibsen gemalt hatte, das Porträt eines Mannes mit ungesunder bleicher Gesichtsfarbe, farblosen braunen Haaren, einem ebensolchen Vollbart, verschreckt aufgerissenen Augen und einer an der Unterlippe klebenden Zigarette …, und aus dem Titel erfuhr ich zu meiner Überraschung, dass es sich um den polnischen Schriftsteller Stanislaw Przybyszewski handelte.
(Karl-Markus Gauß, Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer, Zsolnay, 2019)