Eine Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam
FEAST
Dezember 29th, 2025Nach dem weihnachtlichen Festmahl in Hamburg besuchten wir
Olaf Brzeskis FEAST
im Gerhard Marcks Haus in Bremen
Der Ausstellungstitel „Feast“ fasst zentrale Aspekte des Werks von Brzeski zusammen: Augenweide, Bewirtung, Schwelgen, Feiern, Festmahl. Ein Begriff, der die Fülle, Sinnlichkeit und Vielseitigkeit dieser Präsentation auf den Punkt bringt: ein visuelles Festmahl.
Among Ripples and Folds
Dezember 18th, 2025Archie Rand
Dezember 9th, 2025SONS
Archie Rand bei Contemporary Fine Arts
In der neuen Serie Sons (2018–2024) bezieht sich Rand auf Francisco de Zurbaráns barocke Gemälde Jakob und seine zwölf Söhne, die er auf radikale Weise neu interpretiert. Statt die biblischen Stammväter selbst darzustellen, malt Rand ihre Träume – surreale Szenen voller Ritter, Dinosaurier, Cowgirls und urbaner Helden, die aus den Bildwelten amerikanischer Nachkriegscomics zu stammen scheinen.
Es braucht keine große Vorstellungskraft, um zu erkennen, dass diese zwölf Söhne zugleich Aspekte eines einzigen Sohnes sind: jenes von Ruth und Sidney Rand 1949 in Brooklyn, New York, geborenen Kindes. Diese von Soldaten, Rittern und Cowboys bevölkerten Gemälde – und mitunter auch von zechenden Großstädtern, die einem Mad Magazine-Cartoon entstiegen sein könnten – öffnen den Blick in die phantasiehafte Bilderwelt eines Kindes der amerikanischen Nachkriegskultur.
(hier)
ARCHIE RAND in conversation with Barry Schwabsky
(The Brooklyn Rail)
Spree Park Art Space
November 28th, 2025Ein kleiner Spaziergang vom S-Bahnhof Baumschulenweg zum Spreepark und zurück.
Vor einigen Jahren, das war im Februar 2017, bin ich den Uferweg von Baumschulenweg nach Treptow schon einmal gelaufen.
Der Spree Park Art Space soll 2027 eröffnet werden, aber die „Zukunft ist jetzt“ und deshalb gucken wir schon einmal, z.B. auf die Riesenradbaustelle.
Das Riesenrad wird leicht gedreht am bekannten Standort wiederaufgebaut. Dabei wird ein Großteil der Bauteile des Rads, das im Jahr 1989 zum 40. Jahrestag der DDR eröffnet wurde, wiederverwendet. Die neuen Gondeln sind rund und erinnern gestalterisch an die noch ältere Riesenradkonstruktion von 1969. Unter den Füßen des wiederaufgebauten Riesenrads hat sich die Landschaft verschoben. Es balanciert zwischen dem inzwischen brachgefallenen ehemaligen Wasserbecken und neu hinzugefügten Elementen. Das Riesenrad ist im Aufbau radikal verändert und wird durch die enge Zusammenarbeit mit den Ingenieur*innen nur noch einseitig von vier der ehemals acht Hauptstützen getragen. Die übrige Last wird durch Abspannseile aufgefangen: Das Riesenrad hängt buchstäblich in der Luft. Es ist ein starkes und widersprüchliches Zeichen, das die Künstler setzen und sich damit auf die jahrzehntelange Geschichte und Verwandlung des Parks beziehen.
Im schon vollständig wiederhergestellten Eierhäusschen werden Ausstellungen durchgeführt, aktuell: Im Gespräch mit Geistern.

Annemirl Bauer, Tanzende in Berlin, 1973
Wohnkomplex
November 14th, 2025
Grauzone – sieben Wohnblöcke im Modellformat (Markus Drapier, 2015)

Kaufhalle (Christian Thoelke, 2020)

Kinderfasching im Neubauviertel (Uwe Pfeifer, 1976)
Und zum Kaffee in der Cafébar des Minsk:
Chemnitzer Platte – Der Keks zum Plattenbau
Der Beitrag zur Chemnitzer Platte ist der digitalen Plattform zur Ostmoderne CHEMNITZ OSTMODERN entnommen. Unbedingt hineinschauen.
Kazuko Miyamoto
November 7th, 2025Es war ein schrittweiser Prozess, der kulturell und persönlich motiviert war und die Künstlerin von der objektorientierten Praxis zur Arbeit mit leichten und vergänglichen Materialien führte. Im Jahr 1972 begann Miyamoto mit Baumwollfäden zu experimentieren, die sie mit Nägeln an der Wand befestigte. Ihre ortsspezifischen Interventionen hatten eine zweidimensionale Qualität. Im ersten, noch einfachen Versuch verliefen die Fäden parallel zueinander – sie folgten den Mörtellinien der Ziegelwand im Atelier der Künstlerin.
Als Miyamoto das Atelier an der Lower East Side, in dem die erste Fadenkonstruktion entstanden war, aufgeben musste, vertiefte ihr sich verändernder Lebensstil den Bruch mit der objektzentrierten Kunst. Dieses Ereignis hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass sie sich von der Malerei ab- und unbeständigen Materialien wie Faden und Nägeln zuwandte.
Die Wandgewebe wurden ständig komplexer und vermochten so auch, visuell stärker zu überzeugen. Zugleich eroberten sie die dritte Dimension, denn sie verliefen nun zwischen Nägeln an der Wand und im Boden. Dichte Bündel paralleler Linien erzeugten schwer bestimmbare Figuren, die ein Volumen irgendwo zwischen den Raumgrenzen besetzten.
(Luca Cerizza in: Daimler Art Collection – Conceptual Tendencies 1960s to Today II)
Lange wurde Kazuko Miyamoto übersehen – jetzt wird die US-japanische Künstlerin endlich als wichtige Minimalistin und Feminismus-Vorreiterin wiederentdeckt.
Festival of Future Nows 2025
November 2nd, 2025
ZStV (Rike Horb, 2025)
Die Skulptur ZStV besteht aus in Stahl gewickelten Ziegeln. Rike Horb kombiniert in ihrem Versuchsfeld Bewehrungsstahl mit NF-Steinen zu einem fiktiven Baustoff und spielt dabei mit der Idee der Hybridbauweise. Der Titel der Arbeit steht für „Ziegelstahlverbund“ und reiht sich in die Bezeichnungen herkömmlicher Verbundbauweisen ein. Die Arbeit inspiriert dazu, über baukulturelles Erbe, Funktionalität und Dringlichkeit nachhaltiger Bauweisen nachzudenken.

Lachen ist verdächtig (Fabian Knecht, 2022 – ongoing)
Fabian Knecht verhüllt die Südostseite der Neuen Nationalgalerie mit einem rund 60 Meter breiten, farbintensiven Netz. Es setzt sich aus rund 120 handgeknüpften Tarnnetzen zusammen, die von der ukrainischen Zivilbevölkerung aus Kleidungsstücken und Alltagstextilien gefertigt wurden. Die Netze unterscheiden sich in Material, Struktur, Dichte, Farben und Mustern. Im Krieg verdecken sie Angriffsziele. In Zusammenarbeit mit ukrainischen Hilfsorganisator:innen, mit denen Knecht seit der vollständigen russischen Invasion 2022 regelmäßig vor Ort arbeitet, werden diese textilen Tarnungen durch professionelle Netze ersetzt. Vom Dach des Gebäudes herabhängend, verweist das überdimensionale Werk nun auf die Zerstörung ziviler Infrastruktur, von Museen und Kulturgütern. Es macht eine in der Ukraine allgegenwärtige, aber sonst kaum bekannte Praxis sichtbar und steht für die Wichtigkeit gemeinsamen Handelns und die Bedeutung von zivilem Widerstand.

Nest (Euan Williams und Diana Thieme, 2025)
Nest besteht aus unzähligen aufeinandergestapelten roten Vogelkäfigen, die sich zu windenden Strukturen auftürmen. Die Skulptur von Euan Williams und Diana Thieme entstand aus sechs Jahren Kinderwunschbehandlung und vier Jahren Elternschaft. Die Käfige wirken fragil, als könnten sie jeden Moment zusammenbrechen. Sie erinnern an freudige Verbindungen, aber auch an Gefangenschaft und den Wunsch nach Freiheit. Gleichzeitig verweisen sie auf ein persönliches Schicksal: auf Zellen, die sich verbinden oder auch nicht, auf einen Organismus, der langsam wächst. Das Konstrukt steht für die Herausforderung, Kinder zu begleiten und ihnen ein glückliches Leben zu ermöglichen.
2014 kam ich zufällig beim ersten Festival of Future Nows an der Neuen Nationalgalerie vorbei, 2017 fand das Festival im Hamburger Bahnhof statt.
Immer am Bücherregal entlang (24)
Oktober 28th, 2025OUT of the BOX
75 Jahre Archiv der AdK

Die Archivboxen des Grafikers und Verlegers Klaus Staeck

Collage für das Romanprojekt „Im Berg“ von Franz Fühmann
Auch ein Bergwerk: das Franz-Fühmann-Archiv in der Akademie der Künste
HERBST
Oktober 12th, 202510 Jahre lang hat Ruprecht von Kaufmann keine Werke mehr in Berlin gezeigt. Im Herbst kehrt er zurück.
Das Haus am Lützowplatz (HaL) zeigt als Partner der Berlin Art Week 2025 die Einzelausstellung HERBST von Ruprecht von Kaufmann. Speziell für die Räume des Kunstvereins konzipiert, umfasst sie bis auf eine Ausnahme ausschließlich Arbeiten, die seit Ende 2024 entstanden sind. Unter Bezugnahme auf Werke von Otto Dix (1891-1969) verschränkt von Kaufmann unsere Gegenwart mit den politischen und gesellschaftlichen Phänomenen der Weimarer Republik vor einhundert Jahren. Die Parallelen sind zahlreich und oft beunruhigend: Erneut befinden wir uns in einer Zeit großer Umbrüche, geprägt von wirtschaftlichen und politischen Krisen, dem Wiedererstarken rechtspopulistischer Kräfte und einer wachsenden Bedrohung durch einen Krieg in Europa. Ruprecht von Kaufmann malt unsere Gesellschaft am Rande einer neuen Zeit.
Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
Im Moment mit Otto Dix. Ich habe mit den Arbeiten, die ich für das Haus am Lützowplatz gemalt habe, einen sehr intensiven imaginären Dialog mit Dix über seine Bilder, seine Welt und seine Weltsicht geführt und ich hätte mich gerne einmal in Wirklichkeit mit ihm unterhalten.
Erinnerung: Ruprecht von Kaufmann 2014 im Georg-Kolbe-Museum































