
Butt im Berliner Lustgarten

Butt im geheimen Garten
Der Betriebsbahnhof Schöneweide wurde umbenannt. Es ist jetzt der S-Bahnhof Johannisthal.
Doch wer dort aussteigt, hat keine Chance, ins anliegende Johannisthal zu gelangen. Der Zugang über eine marode Fußgängerbrücke ist versperrt.
Beckers Eltern waren Juden; sein Vater Max Becker, geborener Mieczyslaw Bekker (1900–1972), arbeitete als Angestellter und später als Prokurist in einer Textilfabrik. Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wurde Jurek Becker zusammen mit seinen Eltern ins Ghetto von Lodz deportiert. 1944 kam er mit seiner Mutter, Anette Bekker, zunächst in das KZ Ravensbrück und später nach Sachsenhausen bzw. ins KZ-Außenlager Königs Wusterhausen.
Seit dem 13. August 1967 steht auf einem der beiden Türme des ehemaligen Flakbunkers im Humboldthain eine elf Meter hohe Stahlskulptur. Zwei stelenartige Metallteile verbreitern sich in der Mitte, laufen an den Enden spitz zu und scheinen sich zu berühren. Ein offener Ring hält das Ensemble zusammen. Die Witwe des 1998 verstorbenen Bielefelder Malers und Bildhauers Arnold Schatz kann sich gut an diese Arbeit erinnern. „Sie symbolisiert die geteilte Stadt Berlin, der Metallreifen um die beiden Stelen sollte die Hoffnung auf Wiedervereinigung ausdrücken.“ Die Plastik war ein Geschenk an den damaligen Regierenden Bürgermeister Willy Brandt. Abends wurde sie angestrahlt – ein Luxus, den es nicht mehr gibt. Wer heute den 85 Meter hohen Bunkerberg erklimmt, steht zwischen graffitibeschmierten Wänden, liest auf einer Tafel „Mahnmal der Einheit Deutschlands“ und genießt eine Fernsicht … Die andere Seite der Stadt sieht man vor lauter Baumgrün nicht: 43-jähriges Wachstum zauberte den Osten weg. Das Gebüsch ist höher als der Fernsehturm.
(Tagesspiegel, Deutsche Einheit in Stein und Eisen)
Vor dem Haupteingang des Zeughauses stehen vier Skulpturen von Guillaume Hulot, Allegorien von Mechanik, Geometrie, Arithmetik und Ballistik
Die Putte bei der Allegorie der Geometrie erläutert den Satz des Pythagoras und hat einen Umkreis um ein Dreieck gezeichnet.
Die auffälligste Begräbnisstätte des Waldfriedhofs Oberschöneweide ist das Grab der Familie Rathenau, das der Architekt Alfred Messel im Jahr 1903 entworfen hatte. Die rechteckige Anlage aus rustiziertem Kalkstein in Formen des zyklopischen Jugendstils trägt am gegiebelten Eingang überlebensgroße Figuren aus dem Atelier des Bildhauers Hermann Hahn.
Beerdigt sind hier neben Erich Rathenau (1871–1903), der als erster technischer Leiter im Kabelwerk Oberspree wirkte und bei einer Reise nach Ägypten verstorben war, Emil Rathenau († 1915) und seine Frau Mathilde Rathenau († 1926). Das Grab von Walther Rathenau, der 1922 ermordet wurde und sich einen Namen als Industrieller, Schriftsteller und Politiker gemacht hatte, ist als Berliner Ehrengrab gekennzeichnet und mit einer Gedenktafel versehen.

Berliner Dom am 18. Dezember 2019
Im Jahre 2008 wurde das Domkreuz erneuert.
Das alte Kuppelkreuz findet man jetzt auf dem Evangelischen Domfriedhof in der Liesenstraße.
Plötzlich erscheint dieser Friedhof (Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde) sehr groß. … Hier liegen mindestens drei berühmte Stenographen. Auf dem Dom-Friedhof Max Bäckler (1856-1924), der den Verband Stolze-Schrey leitete; nicht weit entfernt davon Wilhelm Stolze (1798- 1867), nach dessen System 1897 die Stolze-Schrey Kurzschrift entstand. Auf dem Französischen Friedhof liegt der französische Beitrag zur deutschen Stenographie: Leopold A. F. Arends (1817-1882), ein Privatgelehrter, der ein vokalbezogenes System ersann. Dankbare Schüler, so steht es in Langschrift auf dem Stein, haben ihm eine Porträtbüste auf sein Grab gesetzt. Aber die eine in Arends Stenographie geschriebene Zeile, wer kann sie entziffern? Sie wird wohl etwas Günstiges über den Erfinder enthalten.
(Heinz Knobloch, 1981)
Auf dem Postament mit dem Spruch „Das Echte ist das Wahre“ in Kurzschrift steht eine von Alexander Calandrelli geschaffene, neobarocke Büste von Arends. Die Büste wurde nach 1990 gestohlen, fand aber über einen Trödelmarkt den Weg in die Französisch-Reformierte Gemeinde zurück.
Das Grab von Heinrich Roller befindet sich auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee. Die Schreibende stammt von Heinrich Pohlmann.
Kochen mit Daniel Spoerri
Vielleicht ist Kochen von Kunstmachen gar nicht so verschieden. Es geht um die richtigen Zutaten, die richtige Assemblage, den richtigen Moment. Darin ist Daniel Spoerri ein Meister. Bei seinen abenteuerlichen Assemblagen stehen Teil (Objekt) und Ganzes (Kunstwerk) nicht in einem hierarchischen oder rationalen Verhältnis zueinander, sondern sind magisch miteinander verbunden. Kunst ist wie Essen ein transitorisches Phänomen, sie entsteht durch die Magie des Augenblicks.
(Kunstmachen ist wie Kochen – Susanna Koeberle in der NZZ)