Archive for the ‘Berlin’ Category

Jüdischer Friedhof Weißensee

Donnerstag, Januar 1st, 2009

Der Jüdische Friedhof Weissensee hat eine Größe von etwa 42 ha und über 115.000 Grabstellen.

Jüdischer Friedhof Weissensee

Abstützung

Der Friedhof spiegelt in besonderer Weise die Geschichte der Juden in Deutschland wider. Diese suchten einerseits gesellschaftliche Anerkennung und wollten andererseits ihre Traditionen bewahren. Auf traditionellen jüdischen Friedhöfen wird die Gleichheit der Menschen im Tode durch gleich hohe, schmucklose Grabsteine symbolisiert. In Weißensee übernehmen assimilierte Juden während der wilhelminischen Ära die auf deutschen Friedhöfen übliche, überladene Gestaltung. Daher finden sich hier traditionelle, schlichte Grabsteine neben prachtvollen Grabdenkmalen.

Grabstätte Israel

Die Grabstelle für den 1895 verstorbenen Konfektionär Moritz Israel wird durch ein prachtvoll gestaltetes schmiedeeisernes Gitter begrenzt. Die Grabstätte wurde 1998 restauriert.

Literatur:
Gartendenkmale in Berlin – Friedhöfe
Michael Imhof Verlag, 2008

Balkon Nr. 27

Dienstag, Dezember 23rd, 2008

Balkon Nr. 27

Meister Floh

Dienstag, Dezember 23rd, 2008

Meister Floh

Meister Floh
Ein Märchen in sieben Abenteuern
E.T.A. Hoffmann

Wie schon erwähnt, war die Kreatur kaum eine Spanne lang; in dem Vogelkopf staken ein Paar runde glänzende Augen, und aus dem Sperlingsschnabel starrte noch ein langes spitzes Ding wie ein dünnes Rapier hervor, dicht über dem Schnabel streckten sich zwei Hörner aus der Stirne. Der Hals begann dicht unter dem Kopf auch vogelartig, wurde aber immer dicker, so daß er ohne Unterbrechung der Form zum unförmlichen Leibe wuchs, der beinahe die Gestalt einer Haselnuß hatte und mit dunkelbraunen Schuppen bedeckt schien, wie der Armadillo. Das Wunderlichste und Seltsamste war aber wohl die Gestaltung der Arme und Beine. Die ersteren hatten zwei Gelenke und wurzelten in den beiden Backen der Kreatur dicht bei dem Schnabel. Gleich unter diesen Armen befand sich ein Paar Füße und denn weiterhin noch ein Paar, beide zweigelenkig, wie die Arme. Diese letzten Füße schienen aber diejenigen zu sein, auf deren Tüchtigkeit die Kreatur sich eigentlich verließ, denn außerdem daß diese Füße merklich länger und stärker waren als die andern, so trug die Kreatur auch an denselben sehr schöne goldne Stiefel mit diamantnen Sporen.

Fabelhafter Einkauf

Samstag, Dezember 20th, 2008

Wächter über dem Seiteneingang des Kaufhaus des Westens in der Ansbacher Straße.

Tiere gibt es

Ritt

Liste der Fabelwesen

Die vier Elemente

Donnerstag, Dezember 18th, 2008

Rabenfries

Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf

Feuer

Wasser

Vier Elemente Lehre:
Alles Sein besteht aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Erde

Ehemaliges Viktoria-Luise-Lyzeum, 1903/04 von Otto Herrnring erbaut. Eklektizistischer hausteinverkleideter Bau, vorherrschend romanisierender und orientalischer Zierrat. Dreiflügelanlage auf dem rückwärtigen Grundstück; niedrigeres ehemaliges Lehrerinnenseminar an der städtebaulich wirksamen Ecke zur Uhlandstraße.
(Schulgebäude in Charlottenburg-Wilmersdorf)

Luft

Brüderstraße

Freitag, Dezember 12th, 2008

11-12

Das ist das Eingangsportal eines weiteren bemerkenswerten Hauses in der Brüderstraße. In der Brüderstr. 11/12 befindet sich die Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund.

Das Gebäude wurde 1905 als Kontor der Berlinischen Feuer-Versicherungs-Anstalt von den Architekten Reimer & Körte errichtet. Bis 1989 war hier die Staatliche Versicherung der DDR untergebracht. Nach der Wiedervereinigung erwarb der Freistaat Sachsen die Immobilie vom Bund. Die Renovierungs- und Umbauarbeiten für 11,25 Mio. Euro begannen im August 1998, am 15. März 2000 eröffnete Sachsen seine Landesvertretung. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Die Vorderseite ist mit barockähnlichem Sandstein-Dekor verkleidet, das Anklänge an den Jugendstil aufweist. Der Innenhof ist überdacht.

Schöne Bäuerin

Zweifel

Montag, Dezember 8th, 2008

ZWEIFEL
Lars Ramberg, Installation 2005 auf dem vergehenden Palast der Republik

Der Palast ist weg, der Stadtschlosswettbewerb ist entschieden, die Zweifel bleiben.

Wie genial Rambergs Installation war, zeigt sich jetzt. Die ZWEIFEL-Buchstaben sind weg, der Zweifel aber scheint zuzunehmen. Live in einer Ausstellung Unter den Linden und virtuell im Internet (www.berliner-zeitung.de) ist jetzt zu betrachten, was geschieht, wenn die Demokratie nicht nur Bauherr, sondern Architekt sein will, wenn die Hauptstadt der Kreativen die Kreativität von Architekten und Baukünstlern aus aller Welt zwischen drei vorgegebene Fassaden einzwängt wie in einen Schraubstock.
(aus: Plädoyer für den Zweifel
Thomas Rogalla in der Berliner Zeitung)

Schlossplatz

Die Gedenktafeln am Nicolaihaus

Dienstag, Dezember 2nd, 2008

„Der Buchhändler Christoph Friedrich Nicolai – bewundert viel und viel gescholten – hat [im Haus Brüderstr. 13] allerlei Kluges und leider noch weit mehr pedantisch Dummes geschrieben und verlegt, und im Sommer 1811 sang hier der zwanzigjährige Bergakademiker Theodor Körner seine Lieder. Erinnerungstafeln schmücken die Front des Hauses, und die Stadt Berlin, die sie gestiftet, unterscheidet mit feiner Dialektik den Dichter vom Philister: Dieser ,wohnte und wirkte‘, jener ,weilte und dichtete‘ hier.“
Das schrieb mein berlinischer Wegbereiter Adolf Heilborn vor 50 Jahren in seiner „Reise nach Berlin“.
Seitdem sind weitere Gedenktafeln hinzugekommen. Für Christian Gottfried Körner, Minna Körner, geb. Stock -Theodors Eltern – und für die Malerin Dora Stock (Minnas Schwester), die 1815 bis 1828 hier wohnten, sowie für Elisa von der Recke und August Tiedge (1814/15 im Hause). Am 11. Dezember 1958, dem 200. Geburtstag des Maurermeisters, Musikprofessors und Duzfreund Goethes, Carl Friedrich Zelter, wurde eine fünfte Gedenktafel angebracht. Zelter war nämlich oft Gast in dem aus der Zeit des ersten Preußenkönigs stammenden Hause, das er 1787 für den neuen Besitzer Nicolai umgebaut hatte.

So steht es in „Pomplun’s Grosses Berlin Buch“. Inzwischen gibt es noch eine sechste Gedenktafel für Ludwig Jonas, dem Prediger an der Nikolaikirche.

Carl Friedrich Zelter

Theodor Körner

Dora Stock

Friedrich Nicolai

Elisa von der Recke

Ludwig Jonas

Im Märkischen Dichtergarten gibt es ein interessantes, von Günter de Bruyn herausgegebenes Büchlein zu Friedrich Nicolai. Darin Nicolais Roman Vertraute Briefe und die Goethe-Parodie Freuden des jungen Werthers.
Sehr schön auch die von de Bruyn zusammengestellten zeitgenössischen Nicolai-Schmähungen, darunter Goethes Antwort:

Freuden des jungen Werthers

Ein junger Mensch, ich weiß nicht,
Starb einst an der Hypochondrie
Und ward dann auch begraben.
Da kam ein schöner Geist herbei,
der hatte seinen Stuhlgang frei,
Wie’s denn so Leute haben.
Der setzt notdürftig sich aufs Grab
Und legte da sein Häuflein ab,
Beschaute freundlich seinen Dreck,
Ging wohl eratmet wieder weg
Und sprach zu sich bedächtiglich:
„Der gute Mensch, wie hat er sich verdorben!
Hätt‘ er geschissen so wie ich,
Er wäre nicht gestorben!“

Galgenhaus

Sonntag, November 30th, 2008

Der Kopf über dem Eingangsportal des Wohnhauses Brüderstraße 10 sieht zwar recht gefährlich aus, hat aber offensichtlich nichts mit dem Spitznamen des Hauses zu tun. Das wird doch nicht etwa Herr Kammerrat von Happe sein, der dieses Gebäude 1688 errichten ließ?

Bärtiger

Das Haus wird auch Galgenhaus genannt.

Im Hause des Ministers von Happe wurde ein silberner Löffel vermisst. Ein junges Dienstmädchen, zu dessen Pflichten es gehörte, den Tisch zu decken und Besteck und Geschirr abzuwaschen, kam in den Verdacht, ihn gestohlen zu haben. Da niemand sonst mit dem Besteck zu tun gehabt hatte, und der Löffel, auf den der Minister großen Wert legte, sich nicht wieder anfand, wurde das Mädchen des Diebstahls beschuldigt und zum Tode durch Erhängen verurteilt. Der Minister bat noch, man möge den Galgen zur Abschreckung vor seinem Hause errichten, damit nicht noch andere Bedienstete auf den Gedanken kämen, ihm etwas zu stehlen. Und so geschah es. Obwohl das arme Mädchen seine Unschuld beschwor, wurde es gehängt.
Kurze Zeit nach der Urteilsvollstreckung fand man den Löffel im Stall. Eine Elster mochte ihn dorthin verschleppt haben. Von diesem Tage an umlagerte eine Schar von Nachbarn und Neugierigen das Haus. Man hatte bemerkt, dass das Loch, in das der Galgenpfahl eingerammt worden war, sich nicht zuschütten ließ. Der Minister befahl, die Stelle zu pflastern, aber jeden Morgen klaffte das Loch von neuem. Das Haus kam so sehr in Verruf – man nannte es nur noch das ‚Galgenhaus‘ -, dass es dem Minister dort nicht mehr gefiel. Er verkaufte es und zog woanders hin.
(hier gibt es etwas zum wahren Kern der Geschichte)

eloquent

Fisch
Details des Schmuckgitters am Hauseingang

Weihnachtsmarkt

Freitag, November 28th, 2008

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt 1806
Dieser für Berlin so festliche Markt wird in der Breitenstraße und am Schloßplatze abgehalten, und steht gewöhnlich vom 12 Dec. bis einige Tage nach Neujahr. Hier findet man dann nicht allein sehr viele Kinderspielsachen und Eßwaaren, sondern auch viele Geräthschaften und Sachen für Erwachsene, und täglich vom frühen Morgen bis zum späten Abend eine unzählbare Menschen-Menge. Die angegebene Gegend wird ganz mit Buden besetzt, und im Jahr 1805 zählte man deren 303, außer vielen kleinen Krämen auf einzelnen Tischen und in Körben. Auch findet man um diese Zeit die Läden anderwärts wohnender Kaufleute, Conditoren ec. auf das einladendste ausgeschmückt und oft mit wirklichen Kunstsachen versehen. Alle diese ermangeln nicht, sich durch Zeitungen bekannt zu machen, und ihre vorräthigen Kunst- und andere Waaren anzuzeigen.
(aus dem Berlin-Lexicon 1806 von Gädicke)

Weihnachtsmärkte in Berlin 2008