Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Auf Wiedersehen (?), Kunsthalle!

Dienstag, August 31st, 2010

Kunsthallenraum

Die Temporäre Kunsthalle Berlin hat nach Ansicht von Gerald Matt, dem Direktor der Wiener Kunsthalle, ein wichtiges Zeichen für zeitgenössische Kunst gesetzt: „Es geht um das Grundsätzliche, nämlich eine Diskussion auszulösen über die Rolle zeitgenössischer Kunst für Berlin und in Berlin.“ Das Projekt habe bewiesen, dass neben den großen „Museumstankern“ auch eine Art „Schnellboot“, mit dem man flexibel reagieren könne, für die Kunstszene der Stadt von großem Nutzen ist.
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Kunsthalle

Kunsthalle

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat grundsätzlich seinen Willen kundgetan, eine Kunsthalle in Berlin zu ermöglichen – die konkreten Umsetzungsfragen werden die Stadt aber noch eine Weile beschäftigen, naturgemäß ist die Frage des künftigen Standorts sehr umstritten. Ein weiteres Provisorium ist deswegen nicht auszuschließen, und die Pessimisten schließen schon Wetten darüber ab, was sich länger verzögern wird: der Neubau des Stadtschlosses in seiner historischen Fassade oder die Errichtung einer Kunsthalle für Berlin.
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Ursula Sax

Sonntag, August 29th, 2010

Die Berlinische Galerie zeigt das vielfältige Schaffen der Bildhauerin Ursula Sax.

Looping
Ursula Sax, Looping

Zu verstehen ist das kaum. Da präsentiert die Berlinische Galerie das Lebenswerk einer Berliner Bildhauerin – vielfältig, eindrucksvoll, selbst im fünfzigsten Jahr ihres Schaffens frisch und überzeugend. Und doch hat man von ihr noch nie gehört oder höchstens zufällig Arbeiten gesehen. Die dynamisch geschwungene Stahlskulptur „Looping“ in der Nordkurve der Avus, gleich hinter dem Messegelände, kennt in Berlin wohl jeder motorisierte Ankömmling aus dem Westen, hat sie aber eher als Stadtmobiliar abgetan, als gefällige Kunst im öffentlichen Raum.

Vorstellung
Ursula Sax (rechts neben Jörn Merkert und Mercedes Vostell), Extremadura Okt. 2007

Die zweite prägende Kraft im Werk stellt Hans Uhlmann dar. Die Einkreisung des Raums, die Bändigung auseinanderstrebender Kräfte, die der Berliner Bildhauer machtvoll in Stahl zwang, erprobte die junge Künstlerin im ihr gewohnten Material. Statt mit Metall arbeitete sie mit Holz, statt mit dem Schweißgerät mit Fugen und Zapfen. Das Archaische stählerner Skulpturen verflüchtigt sich bei ihr, ein spielerisches Moment, ja Bewegung kommt hinein. Plötzlich ist das fliegende Haar von Sambatänzerinnen in einer Figurengruppe zu erkennen, die fortschreitende Silhouette des Duchamp’schen „Aktes, eine Treppe hinabsteigend“ oder der kollektive Flügelschlag von Zugvögeln. Die Reihenfotografie eines Eward Muybridge erscheint umgesetzt in die dritte Dimension. Der Besucher soll selbst die Skulptur in Bewegung versetzen, einen Drehmechanismus betätigen, sodass er das Auf und Ab der Flügel real vor sich hat.
(Zitate aus dem Tagesspiegel von Nicola Kuhn, mehr hier)

Vogelflug
Vogelflug, 1975

Schon unterwegs?

Samstag, August 28th, 2010

Lange Nacht der Museen,
wie wäre es z.B. mit der klassizistischen Skulpturensammlung in der Friedrichwerderschen Kirche ?

Johann Gottfried Schadow
Johann Gottfried Schadow von Hugo Hagen, 1869

Prinzessinnen
Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow, 1795

Treibsand

Freitag, August 27th, 2010

Die wegen ihrer NS-Symbole bekannte Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Mariendorf öffnet ab 21. August als temporäre Kunsthalle. Zu sehen seien Werke von sieben modernen Künstlern, die den Kirchenraum kommentieren und sich so im weitesten Sinne mit der NS-Zeit auseinandersetzen, sagte Horst Pfander von der Stadtentwicklungsgesellschaft Stattbau am 12. August in Berlin.
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Treibsand1
SOOKI Koeppel

Treibsand
Ute Faber

Hartung-Himmel in Antibes

Samstag, August 14th, 2010

Hartung-Himmel

Diese Ausstellung mit dem verheißungsvollen Titel „Vom Esprit der Gesten“ ist etwas Besonderes. Sie erlaubt, ja, sie verlangt Ruhe, Vertiefung, auch Vergleiche. Also taugt sie nicht zum rasanten Event, obwohl es um Weltkunst geht. Es ist nicht zu befürchten, dass die Massen den Grafiksaal mit diesen Gesten auf Papier stürmen, davor Schlange stehen, sich gar wie eine Paketschnur um das Kupferstichkabinett am Kulturforum wickeln, wie vor Tagen noch der Frida-Kahlo-Bilder wegen um den Gropius-Bau.
(mehr hier bei I. Ruthe in der Berliner Zeitung)

Hartung 2

Hartung

Parallel zur Ausstellung in Berlin wird die Fondation Hartung-Bergman das von Rainer Michael Mason erarbeitete Online-Werkverzeichnis der Druckgraphik Hartungs zur allgemeinen Nutzung freischalten.

Bacchantin auf Panther

Sonntag, August 8th, 2010

Bacchantin

1844 präsentierte Erdmann Theodor Kalide den Entwurf der mit einem Panther scherzenden Bacchantin, der für Schadow das „Verwegene“ streifte. Die lebensgroße, scheinbar willkürlich organisierte Marmorgruppe vollzog vier Jahre später den endgültigen Bruch mit der Schultradition. Die auf dem Tier ausgestreckte, in üppiger Leibesfülle ausgestreckte Frau und beider trunkenes Spiel stießen auf heftigste Ablehnung: Der künstlerische Coup, die naturalistisch-barockisierende Überwindung der zahmen idealisierenden Konvention, zog den Ruin des Urhebers nach sich.
(aus Katalog: Ethos und Pathos – Die Berliner Bildhauerschule, 1990)

Panther

Im Naturkundemuseum

Samstag, August 7th, 2010

Flugsaurier

Keine Kunstspaziergänge? Stattdessen ins Naturkundemuseum? Jack ist schuld 😉

Jack mit Dino 6

Vom Esprit der Gesten

Mittwoch, August 4th, 2010

Vom Esprit der Gesten

Hans Hartung im Kupferstichkabinett

Der Malstil, den [Hartung] prägte und in dem er sein ganzes Leben lang malte, mag auf dem schnelllebigen Kunstmarkt der vergangenen Jahre ein wenig in den Hintergrund gerückt sein. Aber Hans Hartung (1904-1989) ist immer noch der wichtigste Vertreter des Informel, der großen Geste der gegenstandslosen Malerei.
(mehr hier)

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Die Fotos sind nicht in der Ausstellung im Kupferstichkabinett gemacht worden, sondern während unseres Besuchs auf Hartungs Anwesen in Antibes.

Durch Pubertät zum Erfolg

Dienstag, August 3rd, 2010

Aktuell ist [in der Villa Schöningen] die vom Hamburger Sammler Harald Falckenberg kuratierte Schau „Wahrheit ist Arbeit“ zu sehen, die Werke von Martin Kippenberger, Werner Büttner, Georg Herold und Albert Oehlen versammelt.

Frosch

Etwa Martin Kippenbergers geschnitzte Skulptur des ans Büßerkreuz genagelten Froschs, eine inzwischen zwanzig Jahre alte Arbeit, die nichts von ihrer Provokation verloren hat. Der Künstler gab ihr auch einen Titel mit gewaltigem Nachhall: „Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus: Der Gesichtsausdruck beim Nageln“. Postwendend gab es in Potsdam einige Beschwerden. „Das interessiert mich nicht, ich berufe mich auf die Freiheit der Kunst,“ lacht Falckenberg und freut sich, dass seine Idee aufgegangen ist. „Ich wollte eine rotzfreche Ausstellung machen und sehen, ob diese Arbeiten heute noch genauso stark wirken. Und ja, sie sind so spannend wie damals.“ Es ist halt ein Kreuz mit diesem Frosch am Kreuz. Wo er auch auftaucht, stiftet er Unruhe.

Der Kontakt

Im nächsten Raum hängt eine Serie von 66 pornografischen Zeichnungen, die Kippenberger und Oehlen auf einer gemeinsamen Reise im Jahr 1986 in einem Hotelzimmer in Rio de Janeiro angefertigt haben.
(mehr hier von Michael Lutz in der Berliner Zeitung)

easy come

Who knows tomorrow (IV)

Montag, August 2nd, 2010

Who knows
Pascale Marthine Tayou

Tayou empfängt die Besucher der Neuen Nationalgalerie auf der Eingangsterrasse mit einer Installation aus Flaggen der afrikanischen Union. Die Farben Grün, Gelb und Rot, die man in wechselnden Konfigurationen quer durch den afrikanischen Kontinent findet, dominieren einen Sommer lang die Ikone der modernen Architektur in Berlin und repräsentieren dabei Afrika in seiner offiziellen Vielfalt und Größe. Einen entscheidenden Teil der Installation machen mehrere lebensgroße, polychrome Skulpturen aus, die von afrikanischen „kolonen“ Plastiken inspiriert sind – figürlichen Porträts afrikanischer Künstler, die Europäer während der Kolonialzeit darstellen.
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