Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Mona Hatoum

Sonntag, August 1st, 2010

Käthe Kollwitz-Preis für Mona Hatoum

Mona Hatoum

Die Akademie der Künste in Berlin verleiht den mit 12000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis 2010 an die libanesische Künstlerin Mona Hatoum. Die Jury würdige damit Hatoums „vielfältiges und umfassendes Werk, in dem der zwischen Gewalt, Macht und Verletzlichkeit stehende Mensch den zentralen Bezugspunkt einnimmt“, sagte der Direktor der Sektion Bildende Kunst, Robert Kudielka.
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Kunst aus Rumänien

Samstag, Juli 31st, 2010

Ciprian Muresan im Neuen Berliner Kunstverein

Getroffen

Um die Vergangenheit in der Diktatur, die neuen Desillusionen in der schwer machbaren Demokratie und die Verwerfungen in seiner Kunst aufscheinen zu lassen, konfrontiert der junge Muresan unbekümmert Elemente der visuellen Popkultur mit nationalen Klischees. Und er greift auf berühmte Werke der modernen Kunstgeschichte zurück. So liegt im NBK-Saal eine obskure hyperrealistische Skulptur. Mit ihr zitiert der junge Rumäne den berühmten italienischen Bildhauer Maurozio Cattelan: dessen von der katholischen Kirche Ende der Neunzigerjahre verdammte Wachsfigur des wie von Gottes Hand durch einen Meteoriten zu Boden gestreckten Papst Johannes Paul II. Die gotteslästerliche Wirkung ist auch bei Muresan die gleiche – es ist Kritik an der Kirche, deren Oberhaupt nicht fortschrittlich entscheiden konnte. Nur ist bei Muresan der heilige, zwischen Menschlichkeit und Dogmen eingezwängte Mann ein anderer. Es ist der verstorbene Patriarch Teoctist der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Der alte Mann trägt Ornat, aber statt der weißen Mitra eine weiße Popenmütze. Und seine Schuhe sind ärmlich, alt, abgelatscht. Er war das Oberhaupt einer zwischen den Systemen verbrauchten, armen, altmodischen Kirche, die den Menschen nur wenig helfen konnte, es in der globalisierten Welt erst recht nicht kann.
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Schnüffeln

Körpernah

Freitag, Juli 30th, 2010

Wenn draußen die Sonne glüht und jeder nur an Wasser, Strand und Schatten denkt, wenn einem jedes Kleidungsstück lästig am Leib klebt, dann ist die Nacktheit das Kunstthema der Stunde.
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Körpernah

Ausstellung „Körpernah Akte/Nudes“ in der Tammen Galerie

Bruno Gironcoli

Dienstag, Juli 27th, 2010

CFA Classics: Bruno Gironcoli

Giron1

Giron3

Für Ausstellungsmacher war er vor allem seit den 90er Jahren auch ein Transportproblem. Bruno Gironcolis gewaltige Skulpturen und Assemblagen der Spätzeit mit einer Höhe bis zu sieben Metern ließen sich nur mit äußerster Mühe in die gewünschten Lokalitäten verfrachten. Der Nachfolger Fritz Wotrubas in der Meisterklasse der Wiener Akademie wusste nach seinem Auszug aus dem republikeigenen Atelier buchstäblich nicht, wohin mit seinem Riesenœuvre.Gleich zwei durch Privatinitiative entstandene Institutionen nahmen schließlich die Schätze auf: der „Gironcoli-Kristall“ auf der Wiener Donauplatte und das „Gironcoli-Museum“ im Park des oststeirischen Schlosses Herberstein.
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Ein Körper, zwei Seelen
Ein Körper, zwei Seelen, 2001 im Park der Villa Schöningen

Durstbewegtes Mobile

Samstag, Juli 24th, 2010

Ein Mobile von Jan Christensen in der Galerie c/o Gerhardsen Gerner

Mobile

Wir hatten keine Chance. Das sich im perfekten Gleichgewicht befindliche Mobile wurde durch die Entnahme von zwei Flaschen Bier empfindlich gestört. Schnell ausgetrunken und nach einer Flasche gesucht, die die Balance wieder herstellt. Nee, trotzdem auch nach der dritten, vierten, fünften Flasche – vorher war es besser. Irgendwann war klar, das Mobile ist erst wieder im Idealzustand, wenn alle Flaschen getrunken wären. Warum kommen denn keine weiteren Galeriebesucher? Teilen macht Spaß. Die Galerie liegt einfach zu abseits … andererseits, wenn die nachmittäglichen Besucher der Bar 25 wüssten, dass es hier umsonst Bier gibt. Gut, dass wir zu zweit waren. Irgendwann war es geschafft. Das Mobile hat sich beruhigt, und wir die Balance verloren. Mit einem Lächeln verließen wir die Galerie. Interaktive Kunst mögen wir.

lächeln

Who knows tomorrow (III)

Freitag, Juli 23rd, 2010

Who knows tomorrow
Yinka Shonibare MBE in der Friedrichwerderschen Kirche

Scramble for Africa 4

Scramble for Africa 1

Scramble for Africa 2

Scramble for Africa 3

Wuchernde Skulptur

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

seine holzskulpturen fressen sich parasitär in die räume, um sich ihrer zu bemächtigen. alles im raum ist verschoben in dieser form, die so krakelig alles vereinnahmt, sich ihren weg bahnt, selbstbewusst, zielstrebig und unaufhaltsam. die form markiert hier eine eigene sprache, wird auf einmal zum beherrscher und bestimmer, alles ist auf einmal form, der raum ist verändert, selbst organisch geworden.
(Nicola Graef)

Holzskulpturen fressen sich parasitär in die Räume

Dennis Feddersen in der Galerie Koal

1. Kreuzberg Biennale

Samstag, Juli 17th, 2010

Eine Biennale reicht nicht in Berlin, fand der Künstler Tjorg Douglas Beer und organisierte gemeinsam mit der Kuratorin Anna Catharina Gebbers und anderen Mitstreitern aus der hauptstädischen Kunstszene die Berlin Kreuzberg Biennale.
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Dresdener1

Dresdener3

1st Berlin Kreuzberg Biennale for Contemporary Art

Bei der Kreuzberg Biennale gibt es keinen zentralen Ort. Dafür kann man bei einem Spaziergang durch die Straßen um so Erstaunlicheres und Aberwitziges entdecken. In einem Fachgeschäft für Aquarien laufen Tierfilme von Christoph Schlingensief. In einem Spätkaufladen flimmert auf einem alten TV-Gerät – gut platziert neben dem großen Jägermeisterschild – „Die Jagd“ des Konzeptkünstlers Christian Jankowski. Der Künstler tritt selbst auf mit Pfeil und Bogen bewaffnet, um Tiefkühlhähnchen in einem Supermarkt zu erlegen.
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Bruce Nauman im Hamburger Bahnhof

Dienstag, Juli 13th, 2010

Zur Dream Passage: hier

Fragment1

Fragment2

… das Bruce Nauman Lesebuch, das extra zur Werkschau in Eigenregie des Hamburger-Bahnhof-Teams zusammengestellt wurde. Die unumgänglichen Begriffe des Naumanschen Oeuvres (etwa Clown, Folter, Kontrolle, Körper, Sprache, Stuhl, Überwachung und Zirkularität) werden in ca. zweiseitigen Kurzessays von den Kuratoren vorgestellt und dann mittels Auszügen aus weiterreichender Literatur in andere Zusammenhänge gestellt.
Immer wiederkehrende Autoren sind hier Elias Canetti (Masse und Macht), Michel Foucault, Gilles Deleuze, Hannah Arendt oder Sigmund Freud. Man könnte hier beinahe von simulierten, textuellen „Erfahrungsräumen“ sprechen.
(Dieter Wenk)

Reihe

6. Berlin Biennale (BB6 – 3)

Samstag, Juli 10th, 2010

P1

The places I’m looking for, my dear, are utopian places and I don’t know how to make them real
(Petrit Halilaj, 2010 in den Kunstwerken zur 6. Berlin Biennale)

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Petrit Halilaj baut sein Elternhaus wieder auf
Und was geschieht derweil in den Kunst-Werken? Petrit Halilaj floh als Kind vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland: Jetzt hat er die Negativform seines Elternhauses in Prishtina, das zerstört wurde, als Holzkonstruktion in den großen Ausstellungsraum der Kunst-Werke geschachtelt. Halilaj belebt seine Kindheitserinnerung, Hühner staksen herum, verbreiten ihre Gerüche. Eine Etage höher bleibt ein White Cube frisch gestrichen und unangetastet. Von dort lässt sich aus dem Fenster beobachten, wie sich die Balken des Hauses ihren Weg aus dem Gebäude bahnen.
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