Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Ein Tag in Cottbus (2)

Montag, Juli 21st, 2008

dkw

Bis zum letzten Jahr befand sich das Domizil des Museums in der Cottbuser Innenstadt, eine schon zu DDR-Zeiten eingeführte Adresse. 1977 wurde das heutige Museum für moderne Kunst als Abteilung des Bezirksmuseums Cottbus ins Leben gerufen. Nach der Wende firmierte es unter dem Namen Brandenburgische Kunstsammlungen. Der Umzug an den östlichen Innenstadtrand sorgt nun dafür, dass die rund 100.000 Einwohner zählende Metropole der Niederlausitz sich nominell mit einem neuen Kunstmuseum schmücken kann: Kunstmuseum Dieselkraftwerk oder kurz dkw heißt es nun.
Und in der Tat, das neue Gebäude macht das Museum zum veritablen Kunsttempel, ähnlich wie das bei der Tate Modern in London geschah, auch wenn die Dimensionen in Cottbus wesentlich kleiner ausfallen. Dennoch: Das dezent mit einigen expressionistischen Schmuckformen versehene Backsteingebäude von 1928 sieht mit seinem Campanile einer Kirche ähnlicher als einem Industriebau.
(mehr in der taz)

Tür
Eingangstüren von Paco Knöller

Aktuelle Ausstellung: [Märkischer] Sand

Neben landschaftlichen Motiven – zwischen Küste, Einöde, Tagebau und Baustelle – gilt dem Sand als Malstoff Beachtung, ebenso interessiert aber seine Anwendung bei Objekten, in der Aktionskunst und in der Land Art. So zieht sich der kunsthistorische Faden von den vereinzelten Darstellungen Carl Blechens und Walter Leistikows zu Malern wie Max Beckmann, Willy Baumeister und Emil Schumacher und von dort bis in die Gegenwart, wofür Namen wie Günther Uecker und Bernd Koberling stehen. Es finden sich die unterschiedlichsten Verwendungsformen in Materialbild, Objekt und Installation, wie bei Hermann Glöckner, Günther Hornig und Erika Stürmer-Alex, oder bei Nikolaus Lang und Hannes Forster. Aber auch Fotografen gingen dem nach, angefangen von Heinrich Zille, über Albert Renger-Patzsch und Fritz Kühn bis zu Positionen in der aktuellen Kunst, vertreten durch Peter Riedlinger und Maria Sewcz.

Sandkreis
Sandkreise von Günther Uecker

Meister der Grautöne

Montag, Juli 14th, 2008

Sugimoto

Hiroshi Sugomoto in der Neuen Nationalgalerie

Schimmelreiterland
Das ist keine Seelandschaft (seascape) von Sugimoto,
aber ein Nordseebild ist ja auch ganz stimmungsvoll (und sogar in Farbe).

Seascapes
Eines Nachts in New York im Jahr 1980, während einer … meiner inneren Frage-Antwort-Sitzungen, fragte ich mich: „Kann jemand heute einen Schauplatz genau so sehen, wie ein urzeitlicher Mensch ihn gesehen haben mag?“ … Obwohl das Land ständig seine Form ändert, ist das Meer unveränderlich, dachte ich. So begannen meine Reisen zurück durch die Zeit zu den antiken Meeren der Welt.
H. Sugimoto

Private/Corporate

Sonntag, Juli 13th, 2008

Trophy 9/71
Trophy 9/71 von Eckhard Schene, 1971

Eine Ausstellung im Haus Huth:
Private/Corporate V

Wenn der Künstler schlechte Laune hat, lässt er der Skulptur die Luft ab.

Trophy 9/71 entstand nach einem längeren Zeitraum exakter Planung. Die einzelnen Teile wurden industriell gefertigt und von einem Handwerksbetrieb nach Schenes Vorgaben weiterbearbeitet. Auf einem rechteckigen, lackierten Hohlkörper sind im gleichen Abstand drei quadratische Körper mit der Längsseite montiert, in deren Zwischenräumen zwei Luftkissen in der Größe der Quadrate plaziert sind. Das PVC der Kissen lässt Lichtspiegelungen … zu, gibt den Blick auf den umschlossenen Innenraum sowie den dahinter liegenden Körper frei. Durch Veränderung der Luftmenge kann der Künstler auf vorgegebene äußere Bedingungen wie Licht, Farben oder Umgebung reagieren, aber auch persönliche Stimmungen visualisieren.
(Friederike Nympius im Katalog)

Fortune Cookie

Donnerstag, Juli 10th, 2008

The Great Wall

The Bruce High Quality Foundation
presents
The Great Wall

Glückskeks

The Bruce High Quality Foundation is a radical corporate-conglomerate-collective located in Brooklyn and elsewhere.
Professional Problems. Amateur Solutions.

Im Tierstall

Mittwoch, Juli 9th, 2008

7hours Haus 19 Tierstall

Haus 19

Claudia Shneider mit Clanger

Ladybottle

armer Elefant

Trockenbau

Dienstag, Juli 8th, 2008

Trockenbau von Dieter Lutsch bei Jarmuschek+Partner

Einem Begriff aus dem Bauwesen folgend, der raum-begrenzende Konstruktionen und Installationsweisen bezeichnet, ist „Trockenbau“ eine Auseinandersetzung mit Erwartung, Form und Neugier und kehrt gleichzeitig die ursprüngliche Bedeutung des Wortes um, indem sie zur Öffnung und zur vollen Wahrnehmung des Raumes führt.

Treppe

„Trockenbau“ ist eine Vollplastik aus aufeinandergestapelten Holzpaletten. Kontra jeder musealen Schwellenangst muss sie berührt und belaufen werden. Die Begehung, die Interaktion mit der Plastik führt den Betrachter selbst zum Begreifen und damit zum Entdecken des Raumes. Betritt man die Plastik wandelt sie sich augenblicklich in eine raum-offenbarende Installation. Sie fängt bereits ausserhalb des eigentlichen Zentrums, noch vor den Galerieräumen an, und dieser rote Teppich der Arte Povera lockt unwiderstehlich als Einladung, dem Pfad zu folgen und den hybriden Turm zu Babel im Inneren der Galerie zu erklimmen.

Escher

35 Seiten Dieter Lutsch bei der Produzentengalerie Stedefreund

Stapel
Trockenbau in Adlershof

Abgründe

Sonntag, Juli 6th, 2008

Blick von der Bastion Kronprinz
Blick von der Bastion Kronprinz (in den Abgrund)

In der Zitadelle Spandau tun sich Abgründe auf:
HR Giger,
Horst Janssen,
Guido Sieber.
Was für eine Zusammenstellung!

Abgründe
Ausstellungsplakat mit einem Bild von HR Giger

Man bleibt sich treu auf der Zitadelle Spandau. Auch die aktuelle Ausstellung Abgründe beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen (phantastischem) Realismus und Surrealismus am Beispiel dreier Künstler aus unterschiedlichen Generationen. Nach Giorgio de Chirico, Edgar Ende, Ernst Fuchs, Johannes Grützke und Paul Wunderlich – um die wichtigsten zu nennen – werden nun Arbeiten des Schweizer Oscar-Preisträgers HR Giger, des deutschen Zeichners Horst Janssen und des Berliner Malers Guido Sieber gegenüber gestellt.
Die von Christian Melzer ausgewählten Arbeiten aller drei Künstler setzen sich mit dem Thema Abgründe auseinander und davon gibt es viele, seien es menschliche oder gar ästhetische: da werden Grausamkeiten gezeigt!
(mehr hier)

Richard Long

Samstag, Juli 5th, 2008

Richard Long in einer Einzelausstellung bei Haunch of Venison Berlin

Dänische Flusskiesel und Schlamm aus dem Avon

Er läuft. Seine Kunst ist Gehen. Sie handelt von Zeit und Raum. Mit dem Material, das er auf seinen Wanderungen findet, mit Steinen, Schlamm und Asche, mit Stöcken und mit Wasser hinterlässt Richard Long Zeichen.
(J. Schärli in: R. Long „My art is the nature of things“
du756 Zeitschrift für Kultur, Mai 2005)

Halbkreis

Zwei große halbkreisförmige Arbeiten – eine Skulptur aus dänischen Flusskieseln und eine Wandzeichnung mit Schlamm aus dem River Avon in Bristol – bilden das Fundament der Berliner Ausstellung.
(aus dem Ausstellungsflyer)

Woher kommen die Materialien für Ihre Arbeit?
Das Treibholz habe ich an den Ufern des Severn aufgelesen, und auch der Schlamm stammt aus diesem Fluss. Man kann mit ein wenig Schlamm und viel Wasser, große Bilder schaffen – wieder mein Interesse an den praktischen Dingen. Und an dem Ort, an dem ich noch immer lebe und an dem ich noch immer Wanderungen unternehme. Was aber nicht heißt, dass ich jeden Luxus ablehne: Manchmal nehmen mich auch Leute im Privatjet mit. Für mich macht es die Mischung: An einem Tag schlafe ich unter einem Felsen in den Bergen oder in einer Hecke am Straßenrand, am nächsten Tag im Adlon. Wobei mein biografischer Hintergrund eher in den Jugendherbergen der Nachkriegszeit liegt, die ja auch mit idealistischen bis sozialistischen Lebensentwürfen verbunden waren. Teil meiner Arbeit ist auch die englische Tradition eines öffentlichen Wegerechts, weswegen meine Arbeit so in Amerika nicht entstanden wäre. Es gibt dort viele Orte, an denen man fürs Betreten erschossen werden könnte. Auch was die Auswahl des Schuhwerks angeht, schätze ich Vielfalt: Früher bin ich mit denselben ausgemusterten Armeestiefeln durch Schottland gewandert oder habe den Kilimanjaro bestiegen – inzwischen habe ich drei verschiedene Paare.
(das vollständige Interview hier)

Treibholz mit Fingerabdrücken

Unbekümmert, aber nicht gleichgültig

Freitag, Juli 4th, 2008

Gropius-Bau

Unbekümmert, aber nicht gleichgültig
ist der Titel einer Man Ray Ausstellung im Martin-Gropius-Bau (hier einige Fotos aus der Ausstellung). Der Ausstellungstitel ist geliehen – und zwar von der Inschrift auf Man Rays Grab in Paris, Montparnasse: unconcerned but not indifferent steht darauf.

In New York City hatte zwischen 1911 und 1920 [Man Rays] Karriere begonnen. Ray, der mit bürgerlichem Namen Emmanuel Rudnitzky hieß, experimentierte mit Malerei, mit Kollagen, Assemblagen und Fotografie. Sein Freund Marcel Duchamp hatte ihn zu unkonventionellen Ausdrucksformen angeregt. Einmal hängte Ray einen kaputten Lampenschirm erst spiralförmig in seinem Atelier auf und gab ihn dann als Objekt in eine Ausstellung. Dort wurde das Werk vom Hausmeister für Abfall gehalten und zerstört.
Glücklichere Aufnahme fanden Man Rays Kunstbemühungen in Paris, wohin er Duchamp 1921 gefolgt war. Fast unmittelbar nach seiner Ankunft machte er Furore, anfangs mit Werk- und Künstlerfotos, bald mit Porträts und Modeaufnahmen, und schnell auch mit seinen „Rayografien“, die ohne Kamera durch Lichteinfluss auf Fotopapier entstanden.
(mehr hier im Spiegel)

Filme von Man Ray im UbuWeb

Expressionale

Sonntag, Juni 29th, 2008

Meister des Expressionismus in einer Ausstellung am Potsdamer Platz

Orpheus
Orpheus an der Philharmonie, Gerhard Marcks

Maler im Atelier
Im Atelier, Rolf Händler