Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Taste MOMEnts

Freitag, Juni 20th, 2008

Glühmahl

Die durch Europa wandernde Ausstellung der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design (MOME) setzt sich in ihrer originellen Inszenierung aus Arbeiten progressiver Designer aus Ungarn zusammen. Sie zeigt die Werke der neuen Professionellen in Form eines unkonventionellen Design-Festmahls, und präsentiert so das kreative Potenzial, mit dem sich Ungarn der zeitgenössischen Design-Kultur beiträgt.

Taste MOMEnts ist die zweite Ausstellung der im April 2008 eröffneten Moholy-Nagy Galerie des Collegium Hungaricum Berlin: ein neuer Treffpunkt für zeitgenössische Kunst und Kultur in Berlins historischer Mitte.

Collegium Hungaricum

Im Dezember kam Togay als neuer Direktor des ungarischen Kulturinstituts nach Berlin und bezog den soeben fertiggestellten Neubau Peter Schwegers, einen weißen Kubus im Bauhaus-Stil mit großen Fensterflächen. Vor einigen Wochen folgte Baksa-Soós, die der Direktor mit der Führung der neuen Moholy-Nagy-Galerie betraute. „Es ist eines meiner Hauptziele, die ungarische Gegenwartskunst gebührend zu zeigen. Sie ist in Berlin noch viel zu wenig bekannt“, erklärt Togay. Diesem Zweck widmete er eine ganze Etage, einen eleganten weißen Raum mit spektakulären Blicken in die Stadt. Der Namensgeber, der am Bauhaus lehrte und dessen Ideen nach Amerika trug, steht für Ungarns Beitrag zur internationalen Avantgarde und soll programmatisch für ein grenzüberschreitendes Kunstverständnis stehen.
(hier)

Prost

Freitag, Juni 20th, 2008

Zum Wohl
Galerie Thomas Schulte mit einer Installation von Bernhard Martin

»Ich versuche, Zustände darzustellen«, sagt der Maler. Trunkenheit etwa. Da kommen Stile, Ornamentik, Gegenstände zusammen, die sich nicht vertragen, Figuren, die sich gegenseitig die Show stehlen, und leise flüstert alles: »Prost!«
(über Bernhard Martin in der Zeit)

Käthe-Kollwitz-Preis 2008

Freitag, Juni 13th, 2008

Experten
Gustav Kluge, Grünwaldkonferenz, Teamportrait V (Detail)

Der in Hamburg und Karlsruhe lebende Maler und Grafiker Gustav Kluge erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2008.
Die Preisverleihung verbindet die Akademie mit einer Ausstellung von 55 Ölbildern Kluges.

Zaubergarten

Mittwoch, Juni 11th, 2008

Zaubergarten
Innenhof AdK Hanseatenweg

Im Zaubergarten der Schrift
die Berliner Sammlung Kalligraphie
Eine Austellung der AdK
Hanseatenweg, 16.5.-22.6.2008

Benn Berlin
Gottfried Benn Berlin, kalligraphisch umgesetzt von Reiner Seibold, 1991

Jeder kennt die schwierigen Anfänge, die oft weniger schönen Kindheitserinnerungen ans Schönschreiben. An verkrampfte Hände und Schweiß auf der Stirn. Vielleicht lagen ja die waagerechten Balken des E eher schief. Oder die Aufstiegslinien beim M krakelten sich ungeschickt, eher wellig nach oben. Oder das O hatte den Bauch nie an der richtigen Stelle. Die beiden P und D ließen sich beim Lesen kaum unterscheiden, weil der Rundungsansatz irgendwo landete. Nur selten dort, wo er hin sollte, nie da, wo es Sinn machte. In der Ausstellung nun beweisen die Meister ihres Faches, so Werner Schneider, Irmgard Horlbeck-Kappler, Denise Lach oder Tom Perkins, dass beim Schreiben manchmal gerade dann neuer Sinn entsteht, wenn die Schrift nicht ideal gelingt, sondern individuell bleibt, und eher aussieht wie ein Bild.
(Thea Herold in der Berliner Zeitung: hier)

Phrasen über Phrasen

Freitag, Juni 6th, 2008

Wenn Materie zu Immateriellem führt und die Tatsächlichkeit das Objekt übersteigt, handelt es sich um einen Text über Kunst.
(Christian Demand in NZZ Folio 05/08)

Faith Matters
Subodh Gupta bei BodhiBerlin

Die meisten der Texte, die die zeitgenössische Kunstproduktion begleiten, sind derart haarsträubend verkorkst und verblasen, dass sie problemlos als ihre eigene Satire durchgehen könnten. Aufgeregt gackernd berichten sie von Arbeiten, «die auf der Grenze zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem schweben», die auf wunderbare Weise «als ­Verbindung von Geologie und Biologie fungieren», die, wie könnte es anders sein, «die ästhetisch-politischen Fragen zu kultureller Differenz und der Migration von Formen» behandeln, die selbstverständlich auf «die wichtigsten künstlerischen Avantgarden des 20. und auch des 21. Jahrhunderts» Bezug nehmen, natürlich stets «wichtige Fragen aus Architektur, Design, Philosophie und Wissenschaft» einschliessen und in ihrer Spiritualität «mehr denn je eine Verwirklichung der Gegenwart» darstellen.

Friedenspreis

Donnerstag, Juni 5th, 2008

Der renommierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den Maler und Bildhauer Anselm Kiefer. Er habe eine Bildsprache entwickelt, „die aus dem Betrachter auch einen Leser macht“, begründete der Stiftungsrat die Auszeichung für den 63-Jährigen.

Anselm Kiefer
Volkszählung (Detail) im Hamburger Bahnhof

Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins sowie Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Astrid Lindgren (1978), Siegfried Lenz (1988) und Václav Havel (1989).
Der Preis wurde erstmals im Frühjahr 1950 verliehen. Seitdem hat es wiederholt Auseinandersetzungen um die Preisträger gegeben. 1995 war das Votum für die Annemarie Schimmel umstritten, Kritiker warfen der Orientalistin mangelnde Distanz zum islamischen Fundamentalismus vor. Eine Kontroverse löste auch 1997 Günter Grass aus, als er in seiner Laudatio auf den türkischen Preisträger Yasar Kemal die deutsche Kurdenpolitik kritisierte.
(mehr hier>

BB5 – Skulpturenpark

Montag, Juni 2nd, 2008

Kunstmeile der Langeweile (Text von U. Usakowska-Wolff)

Adam ist der Vater der fünften Berlin Biennale, seine Eva heißt Elena. Obwohl die Eltern der neuesten Ausgabe der 1998 initiierten Kunstschau mit der Abkürzung bb5 Mitte bis Ende dreißig sind, sehen sie manchmal wie große etwas verschüchterte Kinder aus: Adam Szymczyk und Elena Filipovic sind das jüngste Kuratorenkultpaar, das gegenwärtig Weltruhm in der deutschen Hauptstadt genießt.

auch in Berlin kommt jetzt ein Kurator selten allein.

Thea Djordjadze
Thea Djordjaze, Falte B (Gross), 2008

Ende des vorigen Jahrhunderts ging nicht nur die Industriestadt im Zentrum des Kapitalismus, sondern auch das ganze kommunistische System in Europa unter. Das sieht man auf den kleinen Bildern rund um ein leeres Rednerpult und Stühle, die an Versammlungen des Parteibetons erinnern. Aus dem Lautsprecher strömt eine monotone männliche Stimme, die das „Kommunistische Manifest“ von Marx und Engels von 1848 liest: Es handelt sich um die Installation „Begegnung mit der Geschichte“, wie sie Mona Vatamanu (geb. 1968) und Florin Tudor (geb. 1974) aus Bukarest gemeinsam sehen und hören. Als dann der Kommunismus untergegangen war, begannen die Leute Zäune zu bauen, um sich an irgendetwas halten zu können. Die zur Abgrenzung dienenden Umzäunungen dokumentiert mit großem Fleiß und entsprechender Akribie die in Brünn und Prag lebende Katerina Šeda (geb. 1977), nur dass die Zäune vor allem in ihrem Geburtsort Líšen ein Problem sind. Ihre zweiteilige Zauninstallation „Over and Over“ kann man in Form von Skizzen und Modellen unter Dach in den Kunst-Werken, ihre Verwirklichung im Freien im Skulpturenpark sehen. Außer den Zäunen gibt es dort etliche Gegenstände wie Badewanne, Leiter und Stühle, die zu ihrer Überwindung dienen. Aus diesem Grund nehmen die Anwohner des Skulpturenparks Berlin_Zentrum an, dass sich dort eine Müllkippe befindet und entsorgen an diesem Ort verschiedene kaputte Haushaltsgeräte. Dort entstehen auch spontane Kunstwerke, zum Beispiel aus alten Reifen, blauen Müllsäcken, Ziegelsteinen oder Karton, und es ist schon recht erheiternd, wenn die Medien sie als Kreationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bb5 beschreiben und filmen.

Kletterstrecke

Kletterhilfen
Katerina Šeda, Over and Over, 2008

BB5 – Bushaltestellen

Sonntag, Mai 25th, 2008

Pedro Barateiro

Die Bushaltestelle, die Pedro Barateiro am Rand des Sklupturenparks errichtet hat, wirkt ein wenig behelfsmäßig. Eine offene Schachtel in ödem Betongrau, die an den kruden Billigfunktionalismus sozialistischer Architektur erinnert. Irritierend sind eine hölzerne Sitzbank und ein Ausstellungsdisplay, dem Wartende eine kleine, vom Künstler speziell für dieses Projekt erstellte Broschüre entnehmen können. Eine zweite Bushaltestelle in eher avantgardistischer Formgebung errichtete Barateiro vor der Neuen Nationalgalerie.
Vorbild für beide Konstruktionen sind sowjetische Bushaltestellen, die der Künstler auf Fotografien von Christopher Herwig entdeckt hat.

Haltestelle

Halle am Wasser

Sonntag, Mai 25th, 2008

Die Halle am Wasser (Invalidenstraße 50/51 hinter dem Hamburger Bahnhof) wird seit Anfang Mai von einigen erstklassigen Galerien genutzt.

Halle am Wasser

Loock Galerie
Jarmuschek und Partner
Andersen’s Wohnung
BodhiBerlin
Frisch

Wir bei Loock
Spiegelung bei Loock in einem Plexiglasgebilde von Natalia Stachon

BB5 – Neue Nationalgalerie

Freitag, Mai 23rd, 2008

Faust

Viele der sogenannten Rundgänge an den Kunshochschulen sind spannender als das, was diese fünfte berlin biennale zu bieten hat.
 …
 Auch der vor der [Neuen Nationalgalerie] platzierte graphische, nämlich flache Witz, wohl als Skulptur prononciert, jene ärmliche, gleichwohl in Übergröße produzierte Solidaritätsfaust zeugt von hohler Geste.
(Karlheinz Schmid in der Kunstzeitung 141/Mai 2008)

Das erinnert mich noch an eine andere Faust fernab der Biennale. In Motzen gibt es neue Skulpturen.

Zeus