Der Entwurf für die Bauplastik am deutschen und Französischen Dom stammt von Christian Bernhard Rode. Die Giebelfelder zeigen Szenen aus dem Leben Christi, Jesus und die Samariterin, die Bergpredigt und der Gang nach Emmaus. Sie wurden vom Stuckateur Föhr geschaffen.
(aus: Denkmale in Berlin Ortsteil Mitte, Michael Imhof Verlag, 2003)
Archive for the ‘Public Art’ Category
Französischer Dom, Gendarmenmarkt
Sonntag, Februar 17th, 2008Skulpturenpark Berlin_Zentrum
Freitag, Februar 15th, 2008Am Sonntag, den 17. Februar werden die nächsten Kunstwerke im Skulpturenpark Berlin_Zentrum vorgestellt. Ich war vorab schon einmal dort und habe die noch nicht ganz fertige Arbeit The Empty Dwelling, the Vain Tower and the Mad Colonist von Kai Schiemenz fotografiert.
Im vergangenen Jahr war das Shrunken Theatre von Schiemenz bei Fahnemann Projects zu sehen.
Kai Schiemenz (*1966 in Erfurt, lebt in Berlin) greift in seiner spiralförmigen Architekturskulptur The Empty Dwelling, The Vain Tower and the Mad Colonist die mehrdeutige Gegenwart auf, die das Gelände des Skulpturenparks ausmacht. Vom einzigen Hügel des Parks ragt seine aus Sperrholz und Dachlatten gebaute dreidimensionale Form in die Höhe. Entwachsen aus den realen, historischen Fundamentresten des Ortes erscheint sie wie ein Amalgam aus konstruktivistischer Funktionalität und poststrukturalistischer Mega-Struktur, für dessen Bau das Diktum “form follows function” nicht immer maßstäblich gewesen sein wird.
Ähnlich wie in früheren Arbeiten von Schiemenz funktioniert die Anlage gleichermaßen als Monument, das abgeschieden auf dem großen Feld steht und als Pavillon, den man über eine lange Treppe betritt und der Ausblicke bietet. In monumentaler Passivität stellt sich das Objekt als Skulptur dar, die kontemplativ angeschaut werden möchte. Zugleich eröffnet es als Aussichtsplattform die Kommunikation mit seiner Umgebung und produziert selbst neue Ansichten und Bilder.
Jedoch vermittelt Schiemenz’ Form auch die Idee einer utopischen Inanspruchnahme des urbanen Raums. Platziert auf dem Gelände der ehemaligen Mauer bezieht sie als mad colonist trotzig Stellung vor der anstehenden urbanen Erneuerung.
(Text hier entnommen)
Kleistherme auf dem Kreuzberg
Donnerstag, Februar 14th, 2008Die Kleistherme gehört zu den um 1899 im Viktoriapark aufgestellten Skulpturen, die Dichter der Befreiungskriege darstellen. Karl Pracht (*1866 – ?) schuf die Porträtbüste des preußischen Dichters Heinrich von Kleist (1777–1811), der ein Manuskriptblatt in der linken Hand hält und die rechte Hand mit dem Gänsekiel sinnierend am Kinn hält. Der Körper scheint aus dem Sockel herauszuwachsen, auf dem Lorbeerzweige, Mohnblumen und eine sich darum windende Schlange dargestellt sind – der Mohn als Sinnbild für den frühen Tod des Dichters. 1989 wurde das Original aus Marmor im Hof der Leibniz-Oberschule aufgestellt, im Viktoriapark befindet sich ein weißgestrichener Aluminium-Abguss.
(Quelle)
Man kann nur hoffen, dass in der Leibnitz-Oberschule respektvoller mit dem empfindsamen Genie umgegangen wird. Der alugegossene Kleist im Viktoriapark muss allerhand Mißachtung ertragen (z.B. 2002, 2008)
Im vergangenen Jahr erschienen zwei Biografien über den preußischen Unglücksraben Kleist. Hier eine ausfühliche Rezension von Hermann Kurzke:
Die Pathologisierung unseres gesamten Lebens nimmt zu. Immer schmaler wird, zwischen den Abgründen des Krankseins zur Linken und zur Rechten, der Grat für die sogenannte Normalität, und die Frage stellt sich immer drängender, ob nicht auch die werte Normalität eine spezifische Form von Verrücktheit ist – eben jene Abartigkeit, die sich den Zwängen der Gesellschaft unterwirft, anstatt sich ihnen durch Krankheit zu entziehen.
Jemanden wie Heinrich von Kleist würde man heute in die Psychiatrie stecken. Schon als Kind sei er, so ist es überliefert, ein nicht zu dämpfender Feuergeist gewesen – man hätte ihm heute das Zappelphilippsyndrom zugeschrieben, und Pillen gegen ADHS hätte er bekommen, um den krassen Wechsel zwischen Hyperaktivität und Depressivität ins Flussbett der Gewöhnlichkeit hineinzudämmen. Aber könnten wir dann dieses grandiose dichterische Werk bewundern?
Toteninsel
Donnerstag, Februar 7th, 2008In Berlin gibt es 224 geöffnete und geschlossene Friedhöfe mit etwa 1176 Hektar gewidmeter Friedhofsfläche, von denen (gegenwärtig) 79 in der Denkmalliste Berlins als einzelne Gartendenkmale eingetragen sind. Dazu gehört der Friedhof Grunewald (hier einige Impressionen), der wegen seiner abgegrenzten Lage in Anspielung auf das Gemälde von Arnold Böcklin auch Toteninsel genannt wird.
Auf diesem Friedhof ist auch der Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) bestattet. Die heute fast vergessenen Theaterstücke Sudermanns feierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wahre Triumphe (hier Werke bei Gutenberg.de) und ermöglichten ihm den Aufbau einer bedeutenden Kunst- und Antikensammlung, aus der auch die Frauenbüste uf der Grabstätte stammen soll.
(Infos aus: Gartendenkmale in Berlin FRIEDHÖFE, Michael Imhof Verlag, 2008)
Löwenbrücke im Tiergarten
Mittwoch, Februar 6th, 2008Die denkmalgeschützte Löwenbrücke im Tiergarten ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.
Die Hängebrücke, übrigens die erste in Berlin, wurde 1838 von der Firma Borsig nach einem Entwurf von Ludwig Ferdinand Hesse gebaut. Es wurde im Wesentlichen ein Nachbau der Löwenbrücke in Sankt Petersburg von 1826. Die Petersburger Löwen stammen von dem Bildhauer Pavel Petrowitsch Sokolow, die Berliner Löwen wurden in der Werkstatt von Christian Daniel Rauch modelliert. (Quellen: hier und hier)
Zilleball 1927
Sonntag, Februar 3rd, 2008Da fuhren die Sechstausend zum Zilleball im Sportpalast vor. Eine ganze Stadt, die sich aus Übermut für eine Nacht in Fetzen und Lumpen warf, der Kurfürstendamm in das Gewand der Ackerstraße, die wohlsituierte Brieftasche in den zerschlissenen Rock des letzten Elends.
Aber draußen, am Eingang, durch die Zäune lugend, stark frierend, standen die wirklichen Zilletypen. ( … )
Durch ihr Spalier mußte der Meister Heinrich Zille hindurch, als er nach 1 Uhr, den Kragen hochgeschlagen, das Milieu des Sportpalastes verließ. Seine Modelle erkannten ihn nicht – aber ihm genÜgte die eine Sekunde des Vorbeigehens an der Hundertschaft der hungernden Krüppel und kessen Raben, um sie alle, alle zu sehen und ihrer aller Schicksal zu erkennen. Das hängte sich in seine Gedanken und machte seine Schritte schwer, als er langsam und nachdenklich seiner Mansarde zustrebte. Und er dachte bei sich: »Alles schön und gut, aber ein Zilleball war es nicht. (…) Es ist ja auch gar nicht wahr, daß ich ein Humorist bin. In den Lustigen Blättern sind meine Bilder bloß deshalb erschienen, weil kein anderer als der wackere Dr. Eysler den Mut hatte, sie zu bringen. In Wahrheit waren sie ja zum Weinen statt zum Lachen gemacht. (…) Wenn ich zu bestimmen hätte, wo mein Denkmal hinkäme, möchte ich es lieber vor dem Zentralarbeitsnachweis als auf einem Ball im Sportpalast haben.«
(Peter Sachse im Berliner Journal, Nummer 155, 1927)
Nun, ein Arbeitsamt gibt es da nicht, aber im Nikolaiviertel steht seit einigen Wochen die Skulptur eines sehr schlanken Heinrich Zille. Die Skulptur wurde von Torsten Stegmann anlässlich des 150. Geburtstages von Zille geschaffen.
Es gibt gegenwärtig einige Ausstellungen zu Zilles Ehren in Berlin, letztens sahen wir auch einige Arbeiten in der Galerie Leo.Coppi.
Kunst am Heizkraftwerk
Donnerstag, Januar 31st, 2008Skulptour Berlin
Dienstag, Januar 29th, 2008Skulptour Berlin ist der Name einer Flickr-Gruppe, in der Fotos von Skulpturen und Denkmälern in Berlin gesammelt werden. Der Traum, sämtliche (oder fast alle) Skulpturen Berlins in einem Buch mit dem Namen des Künstlers, dem Entstehungsjahr und mit Berichten zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte darzustellen, wird sich wohl kaum verwirklichen lassen. Ein wichtiger Anfang ist mit der Website Bildhauerei in Berlin gemacht. In der Flickr-Gruppe Skulptour Berlin werden Bilder zu den Skulpturen Berlins bereitgestellt. Alle können mitmachen!
Bis heute sind 724 Fotos von ca. 500 Skulpturen in der Gruppe enthalten. Das ist ein gutes Ergebnis nach erst 8-monatiger Laufzeit.
Die Skulpturengruppe Der Fischfang von Julius Moser steht auf der Hallesches-Tor-Brücke. In Skulptour Berlin erfährt man, dass nicht weit davon ein weiteres schönes Werk von Moser gibt. Auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor findet man an der Grabstätte Worpitzky das Hochrelief einer schönen Trauernden.
Natürlich ist die Skulptour Berlin noch längst nicht vollendet, z.B. fehlt bis jetzt die Adelbert-von-Chamisso-Büste im Monbijou-Park. Dann hätten wir zumindest alle Arbeiten von Julius Moser in Berlin. Oder fehlt noch mehr?
BLU
Sonntag, Januar 27th, 2008Bei der letzten Ausgabe der Backjumps (The live Issue #3) im letzten Jahr entstanden wieder einige Fassadenarbeiten,
darunter diese Arbeit von BLU
Antibiographische Anmerkung:
BLU ist das Pseudonym eines italienischen Künstlers. Wenn er es nur könnte, würde er auf einen Namen verzichten.
Sein Leben ist nebensächlich.
(steht so im Backjumps-Katalog)
Das ist eine Arbeit, die BLU für Backjumps in Berlin gemacht hat: Walking.
Rokkoko-Engel
Donnerstag, Januar 24th, 2008Eines der schönsten Grabdenkmäler des Rokkoko in Berlin ist das für den Schiffsbaumeister Johann Friederick Koepjohann (1717-1792) und seine Frau Maria Elisabeth (1722-1776) um 1776 errichtete, 3,30 m hohe Sandsteinmonument auf dem Friedhof an der Sophienkirche in Mitte.
Anlässlich der Feier zum 200. Gründungstages der Koepjohann-Stiftung wurde die Grabstätte 1992 umfassend restauriert.
(Infos aus: Gartendenkmale in Berlin FRIEDHÖFE, Michael Imhof Verlag, 2008)












