Archive for the ‘Berlin’ Category

Philharmonie

Dienstag, Dezember 7th, 2010

Dachskulptur
Dachskulptur von Hans Uhlmann

Anfangs heftig umstritten, heute unumstritten eines der Wahrzeichen Berlins: die Philharmonie von Hans Scharoun. 1956 gewann der Architekt mit seinem Entwurf den Wettbewerb für den Neubau eines Konzertsaals für das Berliner Philharmonische Orchester. Sein modernes, visionäres Konzept erregte aber auch viele Gemüter. Es galt, den Bau (1960-1963) gegen viele Widerstände durchzusetzen. Mittlerweile ist der Konzertsaal mit seiner einzigartigen Architektur und Akustik Vorbild für viele andere Konzertsäle auf der ganzen Welt.
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Phil1

Phil3

Balkon Nr. 34

Montag, Dezember 6th, 2010

Berliner Balkon

Berliner Balkonkultur

Josef Garbaty

Freitag, Dezember 3rd, 2010

Mit einem Kunstwerk wird seit dem 29.06.2002 der Zigarettenfabrikant Josef Garbáty geehrt, dessen soziales Engagement über sein Wirken als Unternehmer hinaus unvergessen blieb.

Josef Garbáty wurde 1851 geboren. Seine erste Zigarettenfabrik eröffnete er 1890 an der Schönhauser Allee. Die Erfolgsmarke hieß: Königin von Saba. 1906 siedelte sich die Firma in der Hadlichstraße in Pankow an. Sechs Jahre später entstand ein weiteres Fabrikgebäude an der Berliner Straße. Garbátys Unternehmensführung zeichnete sich vor allem durch soziales Engagement gegenüber seinen Angestellten aus. Neun Jahre vor der staatlichen Arbeitslosenversicherung, 1918, waren die 1000 Angestellten bereits arbeistlosenversichert. Ab 1908 wurden Frühstück und Mittag in der Kantine angeboten. Darüberhinaus unterstützte Garbáty die Gemeinde Rosenthal sowie das Jüdische Waisenhaus mit Geldspenden. Im Zuge der Arisierung musste die Zigarettenfabrik 1938 verkauft werden. Josef Garbáty starb 1939 in Pankow.
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GARBATY
Garbaty-Denkzeichen von Susanne Ahner, 2002

Garbaty in Pankow

Minerva und Mars

Donnerstag, Dezember 2nd, 2010

Minerva

So ist >Minerva die verwundende und die heilende, die zerstörende und die bildende; eben die Göttin, welche am Waffengetümmel und an der tobenden Feldschlacht sich ergötzt, lehrt auch die Menschen die Kunst, zu weben und aus den Oliven das Öl zu pressen.

Auch war sie [Minerva] gleich der Juno eifersüchtig, daß Venus den goldnen Apfel als den Preis der Schönheit aus Paris‘ Hand erhielt. Sie ruhte gleich der Juno nicht eher, bis Troja in Flammen stand, des Priamus Geschlecht vertilgt und ihre Rache befriedigt war.

Mars

Als er [Mars] selbst im Treffen vor Troja, mit Hilfe der Minerva, von dem tapfern Diomedes verwundet wurde, so brüllte er wie zehntausend Mann im Schlachtgetümmel, und Furcht und Entsetzen kam die Trojaner und Griechen an, als sie den ehernen Kriegsgott brüllen hörten. Dieser aber schien dem Diomed wie nächtliches Dunkel, das vor dem Sturme hergeht, als er in Wolken gehüllt zum Himmel aufstieg.

Und als er nun hier beim Jupiter sich beklagte, so schalt ihn dieser mit zürnenden Worten: »Belästige mich nicht mit deinen Klagen, Unbeständiger, der du mir der verhaßteste unter allen Göttern bist, die den Olymp bewohnen. Denn du hast nur Gefallen an Krieg und Streit; in dir wohnt ganz die Gemütsart deiner Mutter; und wärst du der Sohn eines andern Gottes und nicht mein Sohn, so lägst du längst schon tiefer, als Uranos‘ Söhne liegen.«
(Text aus der Götterlehre von Karl Philipp Moritz)

Satz des Pythagoras

Dienstag, November 30th, 2010

Die Putte präsentiert eine Schriftrolle mit geometrischen Zeichnungen. Oben ist der Satz von Pythagoras dargestellt. Unten sieht man ein Dreieck mit Umkreis. Verbindet man die Ecken des Dreiecks mit dem Umkreismittelpunkt, ergeben sich gleichschenklige Dreiecke.

Geometrie-Knabe

Wenige mathematische Sätze genießen denselben Bekanntheitsgrad wie der Satz des Pythagoras. Als die Republik Nicaragua 1971 „die zehn mathematischen Gleichungen, die das Antlitz der Erde verändert haben“, als Motto für eine Briefmarkenserie wählte, zierte der Satz des Pythagoras die zweite Marke der Reihe
(die erste zeigte „1 + 1 = 2“).
(aus: Mario Livio „Ist Gott ein Mathematiker?“,
C.H. Beck 2010)

Nach dem Familienleben

Montag, November 29th, 2010

Familie
Skulpturengruppe auf dem Dach des Magazins der Staatsoper (Französische Straße)

Nach dem Familienleben

Ich hatte keinen Plan
Für die Zeit nach dem Familienleben.
Meinte: Das Wesentliche ist getan,
Was sollte es denn noch geben?
Ich wollte die Kinder noch immer begleiten,
Wähnte mich auf Bergen und am Meer.
Daß sie längst schneller und sicherer schreiten,
Merkte ich erst hinterher.

So rutschte ich weg, in dunkle Gefilde.
Es war doch eh alles beliebig.
Sich aus dem Sumpf ziehn, in diesem Bilde
Am eigenen Schopf, schien unergiebig.
Leben begründen, indem man was schreibt?
Jemandem kleine Freuden bereiten?
Was kommt, was geht, was bleibt?
Geburt und Tod und Wechsel der Jahreszeiten.

(Jürgen Berlin)

Gewühl

Berliner Rathaus

Donnerstag, November 25th, 2010

Altes Berliner Rathaus
Altes Berliner Rathaus mit verkürztem Turm

Das alte Rathaus steht der U-Bahn im Weg

Spektakuläre archäologische Funde in Mitte drohen den geplanten Weiterbau der Linie 5 zu verzögern
„Das Rathaus war nach der Nikolai- und der Marienkirche das größte Gebäude im mittelalterlichen Berlin“, sagte [der Landeskonservator] Haspel. „Es war ein monumentaler repräsentativer Kommunalbau“ – ungewöhnlich für die Stadt, die sonst meist eher ärmlich gewirkt haben musste. Einige Längswände wurden bereits im 13. Jahrhundert gemauert, berichtete Grabungsleiter Michael Hofmann. Bestens erhalten sind auch die Reste von Backsteinpfeilern aus dem 14. Jahrhundert, die ein eindrucksvolles Kreuzgewölbe trugen und die Halle in Längsrichtung gliederten.
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Rotes Rathaus

Webcams vom Berliner Rathaus

Berliner Rathaus
seit 1448 Oderberger- (später König-)/Ecke Spandauer Straße,
ab 1555 Zumauerung und Aufstockung der Gerichtslaube,
ab 1695 Ergänzungsbau, neuer Turm,
ab 1710 weiterer Flügelanbau,
ab 1720 Verwaltungszentrum von Gesamt-Berlin,
ab 1820 an- und Umbauten,
ab 1840 Abriss Turmstumpf,
ab 1865 Neubau Rotes Rathaus.
(aus: Ute Laur-Ernst, Die Stadt Berlin in der Druckgrafik, Lukas Verlag)

Grau in grau

Samstag, November 20th, 2010

verputzt

Der Berlinische November ist sicher die schlechteste Jahreszeit, um sich Architektur anzusehen. Vor allem dann, wenn das berüchtigte Berliner Grau herrscht, jenes alle Kontraste, jede Schattenwirkung, jede Lebendigkeit noch aus den geschwollensten Barock-Fassaden herausfilternde Bewölkungslicht. Wenn dazu noch Nieselregen kommt… Andererseits herrscht Berliner November oft von Oktober bis April. Die Architektur sollte also mit solchen Lichteffekten rechnen. Und doch gibt es derzeit eine regelrechte Architekten-Modefarbe Grau. Will da jemand auch noch das letzte Stück Heiterkeit aus dem Stadtbild ausgrauen?
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HdKdW

Ihr lebt in Berlin! Diese Stadt besteht aus Schmutz, Steinen und Beton, aus lauter grauem Zeug. Umso schöner ist da ein Straßenbaum. Und zwar auch ohne Laub: mit tausendfältig grauem Stamm, übellaunigen Nebelkrähen in der Krone und mit Wurzeln, die sich in den Hundepinkelmatsch krallen. Wollt Ihr den auch anmalen?
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Schlüterstraße

Moderne unterm Berliner Trottoir

Donnerstag, November 11th, 2010

Neptunbrunnen

Moderne im Schutt

In anderen europäischen Großstädten treffen Archäologen nur ausnahmsweise auf Fundschichten aus dem zwanzigsten Jahrhundert. In Berlin ist diese Begegnung beinahe die Regel: Wo immer in der Mitte der Stadt gegraben wird, öffnet sich die Pandorabüchse der deutschen Geschichte.

Gut sechzehntausend Stücke, darunter Hauptwerke des deutschen Expressionismus, verzeichnete die 1937 erstellte Liste „entarteter“ Kunst. Viele davon gelten als verloren. Elf von ihnen hat die Berliner Erde jetzt unter abenteuerlichen Umständen freigegeben. Unsere Antike, das sieht man, ist nicht weit. Sie liegt direkt unter dem Trottoir.
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Nächstes Jahr wird’s noch kälter

Samstag, November 6th, 2010

Es war eine Hommage an Alfred Döblin – und eine originelle Werbung für ein ansonsten eher hässliches Haus: Zehn Jahre lang zierten große Buchstaben die Fassade des Hochhauses Alexanderplatz 6. Sie ergaben ein Zitat aus Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Nun verschwinden die Lettern. Viele Buchstaben sind im Lauf der Jahre verblasst. Einzelne fehlen schon seit Längerem. Eine Sanierung ist zu aufwendig. Dafür müssten die Fassadenteile abmontiert, neue Lettern im Siebdruckverfahren aufgetragen und die Fassadenteile wieder montiert werden. (hier)

Fassadela

Fassadel

Fassadem

Wiedersehen