Nur durch das Fenster zu erreichen.
Archive for the ‘Berlin’ Category
Balkon Nr. 25
Mittwoch, Mai 21st, 2008Mit Storm im Urlaub – Berlin
Montag, Mai 19th, 2008Während eines Vormittagsspaziergangs im Berliner Tiergarten und einem Gespräch darüber „wie feine Lyrik eigentlich sein müsse“, verspürten Fontane und Storm Lust auf ein gutes Frühstück.

Global Stone Project im Tiergarten
Fontane lädt den Freund in seine nahe gelegene Wohnung ein, Storm jedoch entscheidet sich für Kranzler, das vornehme Restaurant unter den Linden. „Ich bekenne“, schreibt Fontane, „daß ich ein wenig erschrak. Storm war wie geschaffen für einen Tiergartenspaziergang an dichtbelaubten Stellen, aber für Kranzler …
Ich seh ihn noch deutlich vor mir. Er trug leinene Beinkleider und leinene Weste von jenem sonderbaren Stoff, der wie gelbe Seide glänzt und sehr leicht furchtbare Falten schlägt, darüber ein grünes Röckchen, Reisehut und Schal … Storm trug ihn um den Hals herum, trotzdem hing er noch in zwei Schrippen vorn herunter, in einer kurzen und in einer ganz langen. An jeder fand sich eine Puschel, die hin und her pendelte. So marschierten wir die Linden herunter, bis an die berühmte Ecke.“
(aus Fontanes Erinnerungen „Von Zwanzig bis Dreißig„)
Rast
Montag, April 14th, 2008Regelmäßige Kunstspaziergänge werden erst am 19. Mai wieder aufgenommen. Bis dahin wird es aus verschiedenen Gründen nur sporadisch Neuigkeiten geben.
Am Alexanderplatz gibt es Versuche, die den früher üblichen intimen, persönlichen Charakter von Telefonaten wieder herzustellen. Dämpfende Vorhänge sollen das Mithören verhindern und gleichzeitig den Aufenthalt in den Telefonboxen zu einem anheimelnden Erlebnis machen.
Transportable, über dem Kopf zu tragende Vorhänge für Handynutzer befinden sich noch in der Testphase.
Bazon Brock
Donnerstag, April 10th, 2008Künstlername der Person (persona= Maske) Bazon Brock, bürgerlicher Name Jürgen. Seit seinem 21. Lebensjahr versteht sich Brock als öffentliche und exemplarische Figur,als Alltagsinszenator, als Dramaturg der Lebenswelt, als GeistTäter und Schausteller, der als Beispielgeber in die Rolle des Dichters, Denkers, Performers, Künstlers oder Philosophen schlüpft. Die Person Bazon Brock ist als lebendes Werk des Autors Jürgen Brock eine Kunstfigur, ein ästhetisches Produkt, versehen mit einer zufallseliminierenden Biographie.
Frühling in Berlin
Sonntag, April 6th, 2008Er hält darfor / daß der Frühling
so rächt die Zeit zum Libben ist
(Arno Holz
Lyrisches Porträt aus dem 17. Jahrhundert)
…
Filorindgen /
lihbstes Kindgen /
dein wie Goldt gewundner Zopff
bringt mich deto ümb den Kopff.
Ich schau dich / waß ich kan /
mit steiffen Augen an:
du bist so süß / so klein /
du Turttel-Täubelein!
Alles ist an dir geründet /
wordrauff sich mein Vergnügen gründet;
worhin man dir auch blikkt /
man ist durchauß erqwikkt.
…
Otto Nagel
Donnerstag, April 3rd, 2008Das ist der Rote Salon im Palais am Festungsgraben. Im Palais findet gegenwärtig eine vom Mitte Museum, dem Freundeskreis Otto Nagel e.V. und der Akademie der Künste getragene Otto-Nagel-Ausstellung statt.
Neben Nagels Bildern sind eine Reihe sehr interessanter Dokumente zu sehen, insbesondere auch zu seinem Wirken als Präsident der Deutschen Akademie der Künste in den Jahren 1956 bis 1962.
Mit pikant aktueller Anmutung liest man Nagels Post an Partei- und Regierungs-Obrigkeiten, in denen er sich gegen den Abriss des Potsdamer Stadtschlosses oder der Schinkelschen Bauakademie stemmt. Für die Wiedererrichtung der Quadriga auf dem Brandenburger Tor sucht er die Kooperation mit Hans Scharoun, dem Präsidenten der Westberliner Akademie-Gegengründung. Zu ihm und seiner Institution unterhält er ungeachtet der spannungsgeladenen politischen Großwetterlage kollegiale Kontakte. Ein Brief von 1960 drückt besorgte Umsicht aus, „weitere Zusammenarbeit nicht (zu) verbauen, damit unser gutes Verhältnis nicht ein Opfer des kalten Krieges wird.“
Den Gralshütern und Alleslenkern ist dieser versöhnlerische „Genosse Künstler“ längst suspekt, für die geplante Ausrichtung auf eine „sozialistische Akademie“ nicht mehr zu gebrauchen. Es war beschlossene Sache: der unbotmäßige Nagel, der sich im Januar 1961 in einem Brief an den stellvertretenden Kulturminister klassenkämpferische Briefmodelle für den Umgang mit „West-Leuten“ verbittet, soll gehen. Der Dogmatiker Alexander Abusch hat Nagel im Januar 1962 das Verdikt zu überbringen und rapportiert an „die Führung“: „Ich habe ihm gesagt, dass er in Ehren ausscheiden soll .“
(aus: Volker Müller Der gesamtdeutsche Genosse Künstler)
Heiligers Planck
Dienstag, April 1st, 2008Mommsen: „Ich habe fast 60 Jahre auf dich gewartet.“
Planck: „Nachdem man mich beleidigt hat (von wegen Gespenst im Schlafanzug), habe ich mich erst einmal ein paar Jährchen nach Zeuthen zurückgezogen.“
Weder schön noch typisch für die Zeit … wie das Max-Planck-Denkmal nach Zeuthen kam (Text: D. Hoffmann im Königs Wusterhausener Heimatkalender, 2002).
Obwohl Heiligers Planck nun nicht mehr in Zeuthen ist, Kunstwerke bei DESY in Zeuthen (Interner Bericht, 2005) ist lesenswert.
Die Humboldts vor der Uni
Montag, März 31st, 2008
Wilhelm von Humboldt (Martin Paul Otto, 1883)
1876 fand zur skulpturalen Gestaltung des Eingangs zur Humboldt-Universität ein Wettbewerb statt. Dazu waren fünf Künstler eingeladen. Martin Paul Otto war nicht darunter, aber er reichte trotzdem einen Entwurf für ein Wilhelm-von-Humboldt-Denkmal ein und gewann.
Reinhold Begas musste sich bei seinem Entwurf für das Alexander-von-Humboldt-Denkmal am Werk von Otto orientieren, obwohl sein eigener Wettbewerbsbeitrag eine ganz andere Komposition vorgesehen hatte.
Alle Sockelreliefs, auch die bei Alexander von Humboldt, sind von Martin Paul Otto.
George Rickey
Dienstag, März 25th, 2008Wenn alles klappt, ist ein Mobile ein Stück Poesie, das vor Lebensfreude tanzt und überrascht.
A. Calder
For Lines in a T, Martin-Gropius-Bau
Kinetische Kunst von George Rickey

Rickeys Rotierende Quadrate in Münster
Weinmeisterstraße
Donnerstag, März 20th, 2008Weinmeister Stohse war sicher nicht erfreut als sich nach und nach durch seinen Garten ein Trampelpfad bildete. Es war dann nur ein kleiner Trost, dass sich dieser Pfad zur Gasse weitete und schließlich seit 1699 Weinmeistergasse genannt wurde.
Heute ist daraus die Weinmeisterstraße (mit U-Bahnhof) geworden. Das Direktoratsgebäude des ehemaligen Sophiengymnasiums wurde 1867 von Carl Adolf Ferdinand Gerstenberg gebaut. Manche nennen dieses Haus heute Weinmeisterhaus, obwohl Meister Stohse dort sicher niemals gewohnt hat.
Oben, unter dem Hauptgesims – leider auf dem Bild nur schwach zu erkennen – (hole ich irgendwann nach), befindet sich ein breites als Scraffitomalerei ausgeführtes Friesband von Max Lohde. Die antikisierende Bildfolge bezieht sich auf die Bildungsinhalte und die Unterrichtsfächer des Gymnasiums.








