Archive for the ‘Berlin’ Category

Esskultur

Mittwoch, Februar 13th, 2008

Esskultur

Ein vorsorglicher Streetartist versorgt die zweidimensionalen Kinder der Straße mit Esswerkzeugen. Hoffentlich gibt es auch was zum Futtern.

Löffel

Jetzt mit Besteck

Spatzierlust

Montag, Februar 11th, 2008

Spatzierlust ist das sicherste und erfreulichste Belusten
und fast allen anderen vorzuziehen, weil
es das Mittel hält
und nicht zu viel
noch zu wenige Bewegung mit sich bringet. …
Die Bewegung erwärmet den Leib
erwecket die zarten Geisterlein
vertreibet die groben aufsteigenden Dämpfe und entbindet den Verstand von aller Sorgenlast …

2008

Georg Philipp Harsdörffer über die Spatzierlust in seinen Frauenzimmer Gesprächsspielen
zitiert nach dem Essay Geh aus, mein Herz
(Kursorisches über den Spaziergang und seine poetische Praxis)
von Kurt Wölfel (hier)

Neubau S-Bahnhof Baumschulenweg

Samstag, Februar 9th, 2008

Nach fast rund hundert Jahren Betrieb soll der Bahnhof Baumschulenweg neu gebaut werden. Die Fassade des Haupteinganges auf der Ostseite, die der Bahnhof 1916 erhielt und die heute unter Denkmalschutz steht, bleibt dabei erhalten. Ansonsten wird der erneuerungsbedürftige Bahnhof künftig modernen Ansprüchen an Komfort, Sicherheit, Gestaltung und Leistungsfähigkeit gerecht. Rund 28 Millionen Euro werden investiert.
(Quelle)

Brücke

Am 20. Mai 1890 wurde die Station – damals noch ebenerdig – eröffnet, unter anderem auch auf Initiative des Baumschulenbesitzers Franz Späth (Station auf der Berlin-Görlitzer Eisenbahnstrecke). Sechzehn Jahre später verlegte man die Station auf einen Damm und erweiterte sie gleichzeitig um einen Bahnsteig. Weitere 10 Jahre später kam noch der dritte Bahnsteig hinzu – dieser war von seiner Bauweise her ein Seitenbahnsteig.
(Quelle)

Toteninsel

Donnerstag, Februar 7th, 2008

In Berlin gibt es 224 geöffnete und geschlossene Friedhöfe mit etwa 1176 Hektar gewidmeter Friedhofsfläche, von denen (gegenwärtig) 79 in der Denkmalliste Berlins als einzelne Gartendenkmale eingetragen sind. Dazu gehört der Friedhof Grunewald (hier einige Impressionen), der wegen seiner abgegrenzten Lage in Anspielung auf das Gemälde von Arnold Böcklin auch Toteninsel genannt wird.
Auf diesem Friedhof ist auch der Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) bestattet. Die heute fast vergessenen Theaterstücke Sudermanns feierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wahre Triumphe (hier Werke bei Gutenberg.de) und ermöglichten ihm den Aufbau einer bedeutenden Kunst- und Antikensammlung, aus der auch die Frauenbüste uf der Grabstätte stammen soll.
(Infos aus: Gartendenkmale in Berlin FRIEDHÖFE, Michael Imhof Verlag, 2008)

Porträtbüste

Löwenbrücke im Tiergarten

Mittwoch, Februar 6th, 2008

Löwenbrücke

Die denkmalgeschützte Löwenbrücke im Tiergarten ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.
Die Hängebrücke, übrigens die erste in Berlin, wurde 1838 von der Firma Borsig nach einem Entwurf von Ludwig Ferdinand Hesse gebaut. Es wurde im Wesentlichen ein Nachbau der Löwenbrücke in Sankt Petersburg von 1826. Die Petersburger Löwen stammen von dem Bildhauer Pavel Petrowitsch Sokolow, die Berliner Löwen wurden in der Werkstatt von Christian Daniel Rauch modelliert. (Quellen: hier und hier)

Das älteste Denkmal Berlins

Dienstag, Februar 5th, 2008

Nikolaus von Bernau soll am 16. August 1325 in der Marienkirche eine Predigt gehalten und die Berliner dafür gescholten haben, nicht auf die Stimme des Papstes zu hören. Vor der Kirche kam es daraufhin zu einem Aufruhr, bei dem der Propst ermordet und auf dem Neuen Markt verbrannt wurde – ob von aufgebrachten Bürgern oder bewaffneten Wachen des Markgrafen, ist historisch nicht verbürgt. Der Papst belegte daraufhin Berlin und Cölln für mehr als 20 Jahre mit dem Kirchenbann. Zur Sühne mußte ein Kreuz errichtet werden. Dieses steinerne Kreuz wurde 1335 auf dem Neuen Markt aufgestellt; 1726 wurde es an das Eingangsportal der Marienkirche versetzt, wo es heute noch zu sehen ist. Seit dem Spätmittelalter ist eine Vielzahl von Legenden um den gewaltsamen Tod des Probstes überliefert, so zum Beispiel die, daß Nikolaus von Bernau schlichtweg ermordet wurde, weil die Berliner ihm den Kirchenzehnt verweigerten. (mehr zur Marienkirche)

Kreuz

Vermutlich ist das Kreuz … das ursprüngliche und damit das älteste Denkmal Berlins, wo es aber zuerst gestanden hat, läßt sich nicht mehr feststellen; vielleicht stand es mitten auf dem Neuen Markt, vielleicht auch in der Spandauer Straße. (Quelle)

Gedenktafel

Donnerstag, Januar 31st, 2008

Gedenktafel

Diese Gedenktafel in Form eines Fallbeils (Gestaltung: Christine Weiß) wurde am 19.07.95 enthüllt und ersetzte eine Gedenktafel, die erst ein Jahr zuvor zum 50. Jahrestag des Treffens angebracht worden war.
Von den Kindern der Widerstandskämpfer war an der ersten Tafel kritisiert worden, dass auch Ernst Rambow Erwähnung fand. Dieser hatte als einziger Teilnehmer des Treffens die Verhaftungs- und Hinrichtungswelle durch die Nazis überlebt (er wurde 1945 von den Sowjets erschossen). Rambow wird als Verräter des Treffens angesehen.
(Quelle: Hübner, Holger Das Gedächtnis der Stadt – Gedenktafeln in Berlin, Argon Verlag, 1997)

Berliner Museumsportal

Mittwoch, Januar 30th, 2008

Lichtskulptur

Das ist der Hamburger Bahnhof, eines der über 180 Museen in Berlin. Wer soll da den Überblick behalten?
Kein Problem, denn es gibt jetzt das MUSEUMSPORTAL BERLIN

Skulptour Berlin

Dienstag, Januar 29th, 2008

Skulptour Berlin ist der Name einer Flickr-Gruppe, in der Fotos von Skulpturen und Denkmälern in Berlin gesammelt werden. Der Traum, sämtliche (oder fast alle) Skulpturen Berlins in einem Buch mit dem Namen des Künstlers, dem Entstehungsjahr und mit Berichten zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte darzustellen, wird sich wohl kaum verwirklichen lassen. Ein wichtiger Anfang ist mit der Website Bildhauerei in Berlin gemacht. In der Flickr-Gruppe Skulptour Berlin werden Bilder zu den Skulpturen Berlins bereitgestellt. Alle können mitmachen!
Bis heute sind 724 Fotos von ca. 500 Skulpturen in der Gruppe enthalten. Das ist ein gutes Ergebnis nach erst 8-monatiger Laufzeit.

Julius Moser

Die Skulpturengruppe Der Fischfang von Julius Moser steht auf der Hallesches-Tor-Brücke. In Skulptour Berlin erfährt man, dass nicht weit davon ein weiteres schönes Werk von Moser gibt. Auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor findet man an der Grabstätte Worpitzky das Hochrelief einer schönen Trauernden.

Schöne Trauernde

Natürlich ist die Skulptour Berlin noch längst nicht vollendet, z.B. fehlt bis jetzt die Adelbert-von-Chamisso-Büste im Monbijou-Park. Dann hätten wir zumindest alle Arbeiten von Julius Moser in Berlin. Oder fehlt noch mehr?

Das Portal am Ribbeck-Haus

Dienstag, Januar 22nd, 2008

In der Breiten Straße gibt es ein Haus, dessen Fassade noch itzt das Gepräge einer hohen Alterthümlichkeit trägt und von jeher die Aufmerksamkeit der Freunde altdeutscher Baukunst in Berlin auf sich gezogen hat. Das schrieb Samuel Heinrich Spiker schon 1833 über das Ribbeck-Haus.
Das Ribbeck-Haus von 1624 ist der älteste erhaltene Profanbau und der einzige erhaltene Spätrenaissancebau Berlins. Das Gebäude wurde für den kurfürstlichen Kammerrat und Gouverneur von Spandau Hans Georg von Ribbeck und seine Frau Katharina von Brösicke gebaut.

Portal mit Cherub

Das Rundbogenportal des Ribbeck-Hauses ist seitlich von Grotesken und den für die ausklingende Renaissance typischen knorpelartigen Ornamenten eingefasst. Zwei Cherubköpfe stützen das Gesims, welches die Namen Hans Georg v. Ribbeck und Catherina v. Brösicke sowie die Jahreszahl 1624 zeigt.
(Lit.: Pompluns GROSSES BERLIN BUCH, Haude&Spencer, 1985)