Archive for the ‘JWD’ Category

dOCUMENTA #13 (2)

Dienstag, August 14th, 2012

Die Fremden
Die Fremden in Kassel

Die Fremden
Die Fremden in Lübeck

Das habe ich auf der Hinreise und am Abend im Hotel notiert:

Heute geht es nun wirklich los. Der Spaß fängt schon in der Regionalbahn an.

Eine Zugbegleiterin beschwert sich am Handy bei einem Kollegen, dass ein neues Programm aufgespielt worden wäre. Jetzt würden nur noch die Zugverbindungen angezeigt und nicht mehr die Begrüßungs-und Verabschiedungstexte. Die müsse man jetzt aus dem Kopp hersagen.

In der Ecke sitzt ein pummeliger Teenager. Das Telefon meldet sich mit einem hammermäßigen Heavy-Metal-Sound der frühen 70er Jahre. Wer hätte das gedacht? Ich ordnete diesen Musikstil bisher alten dickbäuchigen bärtigen Männern zu. Das wäre doch einmal ein Untersuchungsgegenstand: Typklassifikation anhand von Klingeltönen. Es sind ja nicht alles solche Weicheier wie ich, die ihre Wesensart im Vibrationsalarm verstecken. Gleich sind wir in Wolfsburg.

Karasek hat ein Witzbuch, also ein Buch über Witze, geschrieben, so lese ich in einem Tweet. Ein Beispielwitz geht so: Ein älterer Herr beklagt sich beim Arzt, dass er nach sexuellen Aktivitäten immer ein Pfeifen im Ohr vernehme. „Ja, erwarten sie in ihrem Alter etwa Standing Ovations?“, meint der Doktor. Als Beispiel für blasphemische Witze gibt Karasek den Nagelwitz über den Gesichtsausdruck von Jesus und Casanova wieder. Den kennen wir gut als Titel von Kippenbergers gekreuzigtem Frosch. Kippenberger war auf der Documenta IX und X vertreten. Jetzt sind wir in Braunschweig.

Vor etwas mehr als einer Woche bin ich hier ausgestiegen. Das war dienstlich. Der Zug war genauso voll wie heute. Kassel-Wilhelmshöhe müssen wir raus. Das Hotel ist in Bahnhofsnähe. Besser kann es nicht klappen: Zug fährt minimal verspätet in Kassel-Wilhelmshöhe ein, wir raus aus dem Abteil und rein ins Hotelzimmer. Wir bekommen ein schönes Erkerzimmer mit weitem Blick. Guter Service: Die Getränke in der Minibar sind kostenfrei (und es sind auch welche drin, sogar ein Bier) und es gibt eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr für uns beide bis zur Abreise. Wir laufen natürlich ins Zentrum von Kassel.

Unterwegs suchen wir etwas Passendes zum Mittagessen, aber wie immer: alles ist aus mindestens einem Grund nicht richtig geeignet, um uns glücklich zu machen. Bis wir Lohmanns Kneipe sehen. Das passt! Das dOCUMENTA-Begleitbuch ist gekauft. Heute abend machen wir uns schlau und morgen geht es los. Gabi hat ihre kalligrafischen Fähigkeiten in einer Galerie mit chinesischer Kunst ausprobieren dürfen und bei Tino Sehgal waren wir auch schon.
Ich muss jetzt aufhören. Das dOCUMENTA-Begleitbuch wartet darauf gefragt zu werden, wo es morgen hingeht.

documenta12

dOCUMENTA #13 (1)

Montag, August 13th, 2012

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Im Fridericianum zieht es wie bei uns im Keller. Vor einer Woche sprengte ein Gewitterguss das Fallrohr und eine Fontäne ergoss sich direkt ins geöffnete Kellerfenster. Das Wasser ist abgepumpt, der textile Bodenbelag ausgewrungen und weggeschmissen. Die Feuchtigkeit wird mit Ventilatoren bekämpft.

Im Fridericianum sind die großen Eingangsräume leer, die Ventilatoren hat man versteckt. Eine Überschwemmung durch ein Hochwasser der Fulda kann ausgeschlossen werden. Wir waren den ganzen Tag in der Karlsaue unterwegs. Dort war es trocken.

Eigentlich sollte unser Documenta-Rundgang im Fridericianum beginnen, aber die Warteschlange kunstbeflissener Wochenendausflügler schreckte uns ab. Erst am Abend konnten wir ohne Anstehen hinein, zu müde, um noch aufnahmefähig zu sein. Die Ryan Ganders Zugluft haben wir trotzdem bemerkt. Den von Ceal Floyer zurechtgestutzten Songfetzen durften wir als Ohrwurm mit ins Hotel nehmen.

documenta01

Die Documenta stellt ihr Programm vor. Die erste Performance der Weltkunstschau: Ceal Floyer beißt in einer fünfminütigen Performance ihre Fingernägel ab. (hier)

Ryan Gander heißt der Windmacher, ein britischer Künstler, der im Hinterhof des Museums große Gebläse installieren ließ. Er träumt von einer Kunst, die nicht zu sehen, nicht zu greifen ist und die doch machtvoll an ihm saugt. Die ihn erfasst und behutsam mit sich trägt. Es ist die Art von Kunst, von der auch diese Documenta träumt: Sie hofft auf eine stille Kraft, die uns verwandeln möge. (hier)

Zurück aus dem Urlaub (X): Ernst Julius Otto

Samstag, Juni 23rd, 2012

Julius-Otto-Denkmal

Denkmal für Julius Otto

Ernst Julius Otto war ein bedeutender Musiker, der von 1828 bis 1875 den Dresdner Kreuzchor leitete. Das ursprüngliche Denkmal von Gustav Kietz wurde 1886 enthüllt. Kietz war ein Schüler des Bildhauers Ernst Rietschel. 1942 wurden die Bronzeteile des Denkmals zu militärischen Zwecken eingeschmolzen.

Niklas Klotz hat das Denkmal nachempfunden, dabei orientierte er sich an historischen Vorlagen von Gustav Kietz (1824-1908) sowie an noch vorhandenen Gipsabgüssen und er fügte der ursprünglichen Gruppe als zeitgenössischen Kommentar eine neue Figur hinzu – den Jungen in Blau.

Fontane-Apotheke

Montag, Juni 18th, 2012

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 als Sohn des Apothekers Louis Henry Fontane (1796–1867) und Emilie Fontane, geb. Labry (1797–1869) in Neuruppin geboren.

Theodor Fontane lebte bis zum siebten Lebensjahr in Neuruppin. Sein Vater veräußerte die in der Mitte der Stadt gelegene Apotheke wegen seiner Spielschulden und erwarb nach Tilgung der Schulden in Swinemünde eine kleinere Apotheke, weshalb die Familie das brandenburgische Neuruppin verließ.

Fontane Apotheke

Nun endlich in die Fontane-Apotheke. Nein, dies ist alles umgebaut, mein Herr, nichts mehr wie einst, da wo der Laden ist, da lief früher eine Durchfahrt, da können Sies am Boden noch sehen, mein Herr – natürlich, da laufen ja noch die Fahrtspuren durch die Apotheke ins Offizin. Nein, auch alles Mobiliar ist renoviert, mein Herr, es ist nichts mehr da, vielleicht hat die Chefin noch dieses oder jenes Stück, aber jetzt hat sie Trauer, ihr Mann ist vor kurzem gestorben. –
Nun, da will ich nicht stören, und auf der Straße bin ich darob froh: was für einen Sinn um alles in der Welt soll es denn haben, dem Leser mitzuteilen: Ich habe einen Stuhl gesehen, einen Rohrstuhl, das Modell hat Schinkel entworfen, und Fontane hat als Kind drauf gesessen! Quatsch.
(Franz Fühmann, 18. November 1967)

Zurück aus dem Urlaub (IX): Ernst-Rietschel-Denkmal

Montag, Juni 4th, 2012

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Das Denkmal für Ernst Rietschel auf den Brühlschen Terassen in Dresden ist von Johannes Schilling.

Zurück aus dem Urlaub (VIII): Bernardo Bellotto

Montag, Mai 28th, 2012

Bellotto
Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke

In der ersten Dresdner Zeit (1747–1758) perfektionierte Bellotto die Kenntnisse, die er in seiner Ausbildungszeit und während seiner Reisen durch Italien erworben hatte. Er ergänzte sein Können durch das Studium der holländischen Kunst in der kurfürstlichen Sammlung und wandte es in der Anfertigung mehrerer Vedutenzyklen in königlichem Auftrag an. Ein Hauptzyklus von 14 Dresdner Ansichten, der sich noch heute in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befindet, entstand bis 1754.
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Zurück aus dem Urlaub (VII): Lilienstein-Blicke

Sonntag, Mai 27th, 2012

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Ebenheit

Der Lilienstein ist einer der markantesten Berge in der Sächsischen Schweiz in Sachsen. Der Lilienstein ist der einzige rechtselbische Tafelberg und stellt das Symbol des Nationalparks Sächsische Schweiz dar.

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Bad Schandau

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Kurort Rathen

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Zurück aus dem Urlaub (VI): Holzschliff

Mittwoch, Mai 23rd, 2012

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Friedrich-Gottlob-Keller-Büste von Joachim Stenker, 1951

In Kellers handschriftlichen Aufzeichnungen, die er in Form eines Ideenbüchleins führte, findet sich 1841/42 die Idee „Papier zu fertigen, von Holzfasern, welche durch Friction erzeugt werden“. Bei der Umsetzung dieser Idee erinnerte er sich an Wespennester, die aus eingespeichelten Holzfaserstoffen bestehen. Ende 1843 gelang Keller aus einer Mischung von fein geschliffenen Holz und Lumpen die Papierherstellung.
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Zurück aus dem Urlaub (V): König: Sächs: Triangulirung

Sonntag, Mai 20th, 2012

Station Zschirnstein

Königlich-Sächsische Triangulation

In den Jahren 1862 bis 1890 wurde das damalige sächsische Staatsgebiet vermessen. Dafür war es notwendig, trigonometrische Punkte im Gelände zu errichten. Sie bildeten Eckpunkte von Dreiecken, die mit Hilfe von trigonometrischen Formeln Entfernungsmessungen zuließen, wenn wenigstens eine Grundlinie und zwei Winkel bekannt waren. Die Winkel wurden mit Theodoliten gemessen, als definierte Basis diente die 8,9 km lange Großenhainer Grundlinie. Diese überstrich in gerader Linie das Gelände von Quersa über Großenhain nach Kleinraschütz und wurde bis auf einige Millimeter genau manuell vermessen.
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Zurück aus dem Urlaub (IV): Goldener Reiter

Mittwoch, Mai 16th, 2012

Goldener Reiter

Die Statue zeigt August als römischen Caesar mit Rüstung in nordöstlicher Richtung zum polnischen Königreich auf einem sich aufrichtenden Lipizzanerhengst reitend.

Von 1732 bis 1734 wurde das Reiterstandbild von Ludwig Wiedemann in Kupfer getrieben und feuervergoldet. Die Grundsteinlegung für den von Longuelune entworfenen Sockel erfolgte 1735, und am 26. November 1736 wurde das Denkmal enthüllt.
(Wikipedia)