Kunstspaziergänge – München und Umgebung (10)

Juni 22nd, 2016

Sorolla in der Kunsthalle München

Mit seinem unverwechselbaren Stil, der sich durch kompositorische Kraft, eine sichere, lockere Pinselschrift und eine außergewöhnliche Farbigkeit auszeichnet, trug er zur Entwicklung eines Naturalismus bei, der den Glanz und die Lichthaltigkeit des Impressionismus mit der zeichnerischen Sicherheit, der kompositorischen Festigkeit und der malerischen Eleganz der alten Meister, etwa der von Diego Velasquez, vereint.
(Blanca Pons-Sorolla im Katalog zur Ausstellung)

Sorolla Katalog

Zu versuchen, etwas zu begreifen, ist unermesslich anstrengender als verwirrt zu bleiben. Bloß geben wir das häufig nicht zu. Sind wir in einem Museum, loben wir erst mal alles, was nicht Wand ist, und manchmal auch die Wand.
(Saša Stanišic in „Mo und ich für die Dauer der Reise“ in „Fallensteller“, Luchterhand 2016)

In der Sorolla-Ausstellung sind wir zum Glück nicht auf uns allein gestellt. Bis zum Schluss haben wir es nicht glauben wollen, aber Frau Thiel war wirklich nur für uns da (Vielen Dank noch einmal an die großzügigen Spender). Ihre Führung und ihre Begeisterung für die Malerei Sorollas ist ansteckend. Natürlich haben wir den Katalog gekauft, um die vielen Hinweise zu Sorollas Maltechnik (Sorollismo) in Ruhe nachvollziehen zu können.
Ich habe es befürchtet, eine Kunstreise heckt die nächste. In Madrid gibt es das „Museo Sorolla“ und in New York „The Hispanic Sciety of America“ mit Sorolla satt.
Kein Museum in Deutschland besitzt einen Sorolla, dabei bewies Hugo von Tschudi durchaus Gespür, als er schon 1896 und dann noch 1902 jeweils ein Sorolla-Gemälde für die Nationalgalerie in Berlin erwarb. Diese Werke wurden aber schon 1929 von Ludwig Justi wieder verkauft, um Mittel für den Ankauf eines van Gogh zu erhalten. Hätte man damals diesen Verkauf nicht zugelassen, würden heute in jedem deutschen Wartezimmer Sorollas statt van Goghs hängen. Unsere persönliche Fachfrau weist uns auf eine Besonderheit in der Malweise von Sorolla hin. Kurz bevor er ein Werk vollendete, ging Sorolla ein, zwei Schritte zurück, überlegte kurz, sättigte den Pinsel noch einmal, für dieses Bild zum letzten Mal mit leuchtender Farbe und fügte dann blitzschnell noch vier, fünf Punkte oder einige kurze Striche hinzu.

Sorolla Ende eines Arbeitstages 1900

Ach, und dann sind da noch die Ohren des Fischers am „Ende eines Arbeitstages“, die schönsten, in kräftigem Rot leuchtenden Ohren der Kunstgeschichte.

Auch das „Ende eines Arbeitstages. Jávea“ sehen wir wohl durch eine touristische Brille, wenn im Hintergrund der beiden Fischer, die ihre Jolle an Land ziehen, die Steilküste im Abendlicht glüht und das Meer nur so im Auge prickelt vor saftigen Blau- und Gelbtönen.
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Kunstspaziergänge in München und Umgebung (9)

Juni 21st, 2016

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Die Irrenden. Europäische Defigurationen.
Eine Performance von bankleer.

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Kunstspaziergänge in München und Umgebung (8)

Juni 21st, 2016

I am Thyrsis of Etna
Cy Twombly im Hamburger Bahnhof

Im Museum Brandhorst entdecken wir Cy Twombly neu. Allein diese Ausstellung wäre die Münchenreise wert gewesen. Der Lepanto-Raum ist umwerfend. Gabi und ich können jetzt das Glücksmoment einer Französin nachvollziehen, die eines der wandfüllenden Werke von Cy Twombly küssen musste. Die Entfernung des Lippenstifts kostete 4500 Euro.

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Der Autor des „Don Quijote“, Miguel de Cervantes, der auf einem der genuesischen Schiffe Dienst tat, beschreibt die Schlacht von Lepanto in seiner Dramatik und mythenbildenden Kraft: „Kaum ist einer dort gefallen, so nimmt ein anderer seinen Platz ein, und stürzt auch dieser ins Meer, das auf ihn als der Tod lauert mit all der Rüstung, so folgt ihm ein anderer, ohne nur dem Sterbenden Zeit zum Sterben zu lassen.“ Cervantes selbst, dem eine Kugel die linke Hand zerschmettert hatte, nannte sich seitdem stolz „el manco de Lepanto“, den „Krüppel von Lepanto“.
(aus: Cy Twombly – Lepanto.
Ein Beitrag zur Eröffnung des Museums Brandhorst
von Carla Schulz-Hoffmann)

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Kunstspaziergänge in München und Umgebung (7)

Juni 17th, 2016

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Traurige Julia am Marienplatz (Bronze, Nero Constantini, 1974)

Kunstspaziergänge in München und Umgebung (6)

Juni 16th, 2016

Denkmal für Kurt Eisner

Denkmal für Kurt Eisner

Denkmal für Kurt Eisner

Freistaat der Amnesie – Zum geplanten Kurt-Eisner-Denkmal (taz, 28.07.08)

Kunstspaziergänge in München und Umgebung (5)

Juni 15th, 2016

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Im Alten Botanischen Garten

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Der Neptunbrunnen von Joseph Wackerle

Nachdem 1914 der Neue Botanische Garten vor den damaligen Toren Münchens in Nymphenburg angelegt worden war, wurde der Alte Botanische Garten 1937 nach einer Skizze von Paul Ludwig Troost sowie Plänen des Architekten Oswald Bieber und des Bildhauers Joseph Wackerle zu einem Park umgestaltet; dabei entstand der Neptunbrunnen in der Mitte der Anlage und ein Kaffeehaus in historisierendem Stil, das heutige Park Café. Außerdem wurde ein kleines Ausstellungsgebäude, der Kunstpavillon, errichtet. Es wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, später von Münchner Künstlern in Selbsthilfe wieder aufgebaut.

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Die Reliefs am Kunstpavillon

Apulien im Mai (9)

Juni 10th, 2016

Monopoli 326

Monopoli 327

Walking around the port you will see an extraordinary bas-relief along the castle walls. These artistic stones tell the story of a tragic event which made headlines around the world. The tragic journey of the Greek ferry boat “Heleanna” and the rescue mission by the fishermen of Monopoli.
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Kommunale Galerien in Berlin (2)

Juni 9th, 2016

Auf dem Weg ins TEMPELHOF MUSEUM

Wir steigen in Tempelhof ein. Die U-Bahn nach Alt-Mariendorf ist ziemlich voll. Ein Mann telefoniert lautstark. Bei der letzte Station vor Alt-Mariendorf wird unser Waggon leer, auch der Schreihals ist ausgestiegen. Wir sind allein. Ruhe. Plötzlich bestätigt eine Frau direkt hinter uns sitzend sehr laut, dass wir nun allein im Waggon seien. Endlich Stille, sie hasse dieses laute Gequatsche.

[Die künstlerische Arbeit von Maria und Natalia Petschatnikov] basiert auf einer subjektiven Interpretation der Realität. Das scheinbar Unwichtige, Nebensächliche, Zufällige hat als Spiegelung sozialer und historischer Tendenzen größte Bedeutung für ihr Werk. Mit Fantasie, Witz und Hintergründlichkeit werden dem Alltag überraschend neue Perspektiven entlockt. Aus gewöhnlichen Dingen werden außergewöhnliche Arrangements mit neuen Bedeutungsschichten.
(aus der Presseinformation)

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Galerie im Tempelhof Museum

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Collecting the City
Eine Installation von Maria und Natalia Petschatnikov

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Märkisches Ufer

Juni 6th, 2016

Zwischen Jannowitz- und Roßstraßenbrücke verläuft am südlichen Ufer der Spree und des Spreekanals die Straße Märkisches Ufer. Sie ist Ende des 17. Jahrhunderts entstanden, hieß zunächst Neukölln am Wasser und war neben der Wallstraße eine der beiden Hauptstraßen der Vorstadt.
(Denkmaltopographie Berlin Ortsteil Mitte, Michael Imhof Verlag)

Anna mit Heimatland

Karyatiden
Märkisches Ufer 12

Das Ermelerhaus in der Breiten Straße 11 war eines der wenigen erhalten gebliebenen Patrizierhäuser Alt-Berlins im historischen Stadtteil Alt-Cölln. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde 1966/1967 abgetragen. Auf dem Grundstück Märkisches Ufer Nr. 10 im historischen Stadtviertel Neukölln am Wasser entstand 1968/1969 sein gleichnamiger, denkmalgeschützter Neubau unter Verwendung von charakteristischen Bauelementen.

Ermeler-Haus um 1900
Ermeler-Haus um 1900 in der Breiten Straße

Szenen aus der Welt des Tabakhandels
Ermeler-Haus, Märkisches Ufer 10

Boot

gesperrt

DMY – ODYSSEE 2016

Juni 5th, 2016

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International Design Festival Berlin.

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2016_06_05 01

Cee Cee Lessons

ICH BIN EIN GROSSER FREUND VON FEHLERN UND MAKELN. ES GIBT KAUM ETWAS SCHÖNERES, ALS DIE INDIVIDUELLE PATINA HERAUSZUKITZELN UND EIN MATERIAL RICHTIG HERAUSZUFORDERN.
(Rainer Spehl in Lesson 3)