
Berliner Dom am 18. Dezember 2019
Im Jahre 2008 wurde das Domkreuz erneuert.
Das alte Kuppelkreuz findet man jetzt auf dem Evangelischen Domfriedhof in der Liesenstraße.

Berliner Dom am 18. Dezember 2019
Im Jahre 2008 wurde das Domkreuz erneuert.
Das alte Kuppelkreuz findet man jetzt auf dem Evangelischen Domfriedhof in der Liesenstraße.
Plötzlich erscheint dieser Friedhof (Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde) sehr groß. … Hier liegen mindestens drei berühmte Stenographen. Auf dem Dom-Friedhof Max Bäckler (1856-1924), der den Verband Stolze-Schrey leitete; nicht weit entfernt davon Wilhelm Stolze (1798- 1867), nach dessen System 1897 die Stolze-Schrey Kurzschrift entstand. Auf dem Französischen Friedhof liegt der französische Beitrag zur deutschen Stenographie: Leopold A. F. Arends (1817-1882), ein Privatgelehrter, der ein vokalbezogenes System ersann. Dankbare Schüler, so steht es in Langschrift auf dem Stein, haben ihm eine Porträtbüste auf sein Grab gesetzt. Aber die eine in Arends Stenographie geschriebene Zeile, wer kann sie entziffern? Sie wird wohl etwas Günstiges über den Erfinder enthalten.
(Heinz Knobloch, 1981)
Auf dem Postament mit dem Spruch „Das Echte ist das Wahre“ in Kurzschrift steht eine von Alexander Calandrelli geschaffene, neobarocke Büste von Arends. Die Büste wurde nach 1990 gestohlen, fand aber über einen Trödelmarkt den Weg in die Französisch-Reformierte Gemeinde zurück.
Das Grab von Heinrich Roller befindet sich auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee. Die Schreibende stammt von Heinrich Pohlmann.
Im Jahre 2001 fand in der Galerie Körnerpark die Ausstellung SCHATTENWELTEN zur Kulturgeschichte des Schattens statt.

Porträt des Künstlers als sein Schatten
Wegbegleiter sind [Hans Jürgen von der Wense] in der Landschaft deutlich zuwider: Als er einmal „in Istrien auf den Monte Nevoso steigend dort einen Gesellen fand, der sich anschloß“, wurde er – wie er bekennt – „eifersüchtig bis zur Mordlust“: „Ich habe ihn verstoßen“, sagt er – wohl auch, damit die unausweichliche Unterhaltung mit sich selbst, also der Verfertigung der Gedanken beim Wandern, nichts im Wege liege. Als reale Begleitung duldet der Solist allenfalls seinen Schatten.
(in Kunstforum März/April 2020, Die Neuentdeckung des anarchischen Wanderers Hans Jürgen von der Wende)
Schlagschatten
Kochen mit Daniel Spoerri
Vielleicht ist Kochen von Kunstmachen gar nicht so verschieden. Es geht um die richtigen Zutaten, die richtige Assemblage, den richtigen Moment. Darin ist Daniel Spoerri ein Meister. Bei seinen abenteuerlichen Assemblagen stehen Teil (Objekt) und Ganzes (Kunstwerk) nicht in einem hierarchischen oder rationalen Verhältnis zueinander, sondern sind magisch miteinander verbunden. Kunst ist wie Essen ein transitorisches Phänomen, sie entsteht durch die Magie des Augenblicks.
(Kunstmachen ist wie Kochen – Susanna Koeberle in der NZZ)
Ein knieendes Engelpaar von Josef Limburg flankiert den Eingang des Alten Domfriedhofs St. Hedwig.
1912 entstanden die beiden großen knienden Engel für die monumentale Grabanlage des Bergrates Pieler in Ruda in Oberschlesien. Limburg fertigte zwei Kopien dieses Engelspaares an. Das Paar für das neu erbaute Krematorium in Wilmersdorf befindet sich heute auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig.
Anfang Oktober war ich im Brücke-Museum. Dort ist eine wunderbare Ausstellung mit bemalten Leinwänden von Vivian Suter im Dialog mit den Bildern von Brücke-Künstlern.
Aktuell ist das Brücke-Museum trotz schlüssigem Hygienekonzept geschlossen. Als ich die Ausstellung besuchte, waren noch drei weitere Besucher da. Nun, bis zur Wiedereröffnung kann ich mich wenigstens in meiner Bibliothek mit den deutschen Expressionisten und Karl Schmidt-Rottluff beschäftigen.
Normalerweise verliert der sonst so farbenprächtige Körnerpark zum Ende des Sommers seine Leuchtkraft, wenn der pink blühende Oleander und die grünen Palmen von der Terrasse vor der Galerie weggeräumt werden.
Aber was ist dieses Jahr schon normal? Zum ersten Mal im Herbst geben eigens für die Gartenanlage geschaffene Kunstwerke dem Körnerpark seine farbenfrohe Pracht zurück. Inspiriert von der opulenten Ornamentik dieser neobarocken Oase gestalteten die Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov dekorative, mit phantasievollen historischen Motiven bemalte Blumenvasen, welche die Plätze der Pflanzenkübel auf der vorderen Balustrade einnehmen. Die bauchigen Silhouetten spielen mit der Wahrnehmung und bewegen sich geradezu tanzend in unterschiedliche Richtungen. Indem diese geschwungenen, porzellanähnlichen Vasen den Eindruck erwecken, miteinander zu kommunizieren, schaffen sie es, die Besucher*innen des Körnerparks in eine magisch-träumerische Stimmung zu versetzen.