Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Dani Karavan

Montag, März 24th, 2008

Dani Karavan Retrospektive im Martin-Gropius-Bau

blockierter Eingang

Dani Karavan – Website
Grundgesetz 49 am Jakob-Kaiser-Haus
Passagen Karavans Hommage an Walter Benjamin

Zu Karavans bekanntesten Arbeiten gehört die Hommage an Walter Benjamin, 1990 im katalanischen Grenzort Portbou realisiert. Mit einer Folge von Treppen, steinigen Wegen und abstürzenden Blicken hinunter zum Meer übersetzt sie die Erinnerung an den Philosophen, der sich hier auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben nahm, in eine fließende Erzählung, in der die Landschaft selbst zum Darsteller der Ausweglosigkeit wird. (taz)

Maaloth in Köln

Olivenbaum
Entwurzelter Lebensbaum im Foyer des Martin-Gropius-Baus

Matthias Grünewald

Samstag, März 22nd, 2008

Matthias Grünewald im Kupferstichkabinett
Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt mehr als die Hälfe aller Grünewald-Zeichnungen. Dank großzügiger Leihgaben aus Europa und den USA ist es jetzt erstmals gelungen, beinahe alle erhaltenen grafischen Arbeiten des Renaissancekünstlers an einem Ort zusammenzubringen. Insgesamt akzeptiert die Forschung heute 36 grafische Werke as eigenhändig, 35 sind in der Ausstellung versammelt.
(steht z.B. hier)

Grünewald

Als „mhaler adder wasserkunstmacher“, als Maler oder Wasserbauingenieur wird Matthias Grünewald in der offiziellen Mitteilung über seinen Tod 1528 in Halle bezeichnet. Tatsächlich hat er über weite Strecken seines Lebens beide Funktionen bekleidet: Als Hofkünstler der Mainzer Erzbischöfe war er zugleich für die Erneuerung der Brunnenwinde auf der Burg Klopp und den Einbau eines Kamins im Aschaffenburger Schloss zuständig, und an seinem letzten Wirkungsort Halle wurde er mit der Sanierung des maroden Wasserturms an der Gerbersaale betraut.

Die Kunstgeschichte hat die Berufstätigkeit Grünewalds lange Zeit als Nebensache behandelt und sich lieber auf die lichten Farbenspiele seiner Kreuzigungen, Verkündigungs- und Auferstehungsbilder konzentriert. Dass das ein Versäumnis war, hat schon der verdienstvolle Aufsatz von Hanns Hubach im Katalog der Karlsruher Grünewald-Schau im letzten Jahr gezeigt. In der Ausstellung von Grünewalds zeichnerischem Gesamtwerk, die das Berliner Kupferstichkabinett seit vergangener Woche präsentiert, kann man nun noch deutlicher sehen, wie sehr dieser Jahrhundertkünstler auch ein Mann des technischen Blicks, wie stark das überwältigende Pathos seiner Malerei von seinem handwerklichen Können geprägt ist.
(A. Kilb in der FAZ)

Johannes unter dem Kreuz
Johannes unter dem Kreuz, vor 1528

Im Gegensatz zur Proportion als einem Regelsystem beharrt Grünewald auf der Beobachtung, die ihn wie auf eine Entdeckungsreise über die dargestellte Figur schickt. Deutlich wird dies zum Beispiel in der Partie des Mundes, der selbst fast im Profil zu sehen ist, während die dahinter sichtbare Wange eine stärkere Drehung des Gesichtes zum Betrachter angibt.
(G. Seelig im Handbuch zur Sammlung des Kupferstichkabinetts)

Rudolf Valenta

Samstag, März 8th, 2008

Eine Werkschau von Rudolf Valenta im Haus am Kleistpark

Werkschau

Valenta steht in der Tradition des klassischen Konstruktivismus, wie ihn das Bauhaus begann und Künstler wie Malewitsch, Kupka, Hölzel, Mondrian sie betrieben. Valenta deutet diese Tradition aber auf ganz eigene Weise aus. Auch er befreit die Bildwelt vom Ballast der realistischen Dinge, Horizontale und Vertikale schneiden sich im rechten Winkel, bilden Rechtecke. Auch er malt die strengen Formungen aus in Primärfarben, er wechselt zwischen Fläche und Skulptur, zwischen Leinwand, Papier und Bildhauermaterialien. Und auch seine Formungen, die Kuben, Quadrate, Winkel und Achsen, die Diagonalen und Schraubentürme wollen das Universelle. Außerdem nichts nachahmen, sondern ganz für sich stehen.
(in: Die Poesie des rechten Winkels von I. Ruthe)

Coole Frauen

Samstag, Februar 23rd, 2008

GLAMOUR!
Das Girl wird feine Dame (Fotostrecke im STERN)
Frauendarstellungen in der späten Weimarer Republik
Georg-Kolbe-Museum

Kolbe-Museum

Die schillernde, elegante Mode und die Film- und Modefotografie der Zeit um 1930 gelten bis heute als Inbegriff des „Glamours“. Mondäne Filmdiven, Mannequins von unnahbarer Ausstrahlung, vornehme Frauen in der Großstadt – die „Dame“ löste in den späten Zwanziger Jahren das „Girl“ als gängigsten Frauentypus der Zeit ab. Viele Frauen orientierten sich an dem, was ihnen in Modezeitschriften und auf Kinoleinwänden begegnete. Und mit dem femininen Stil, den sie dort sahen, veränderte sich auch ihr eigenes Aussehen: Es entstand eine neue Mode, die auch Einfluss auf die Kunst nahm. Das Georg-Kolbe-Museum widmet sich nun in einer Ausstellung der Frauendarstellung in der späten Weimarer Republik. Werke unter anderem von Willi Baumeister, Ernesto de Fiori, Lieselotte Friedlaender, George Hoyningen-Huene, Lotte Jacobi, Willy Jaeckel, Leo von König, Lotte Laserstein, Tamara de Lempicka, Jeanne Mammen, Nikolaus Sagrekow, Christian Schad, Rudolf Schlichter und Yva werden dabei den Zeitstil zwischen 1928 und 1933 anschaulich machen.
(mehr hier)

6 in der Musenstube

Mittwoch, Februar 20th, 2008

/NOkia# – eine Ausstellung von 6.de in der Musenstube
(Streetart und PC-Technik, Wandbehang und Bildschirme)

Sexde

Hereinspaziert Kunstgucker und Kulturspaziergänger! [NKS: Kunstspaziergänger sind sicher auch willkommen :-)]
Monatlich wechselnd werden in der Musenstuben-Galerie vornehmlich Künstler und Zeichner des Reuterkiez ausstellen.
Es wird zu Vernissagen und andren Veranstaltungen eingeladen, wobei neben dem Kunstbeguck ergänzend musisches Kulturprogramm läuft, wie Lesungen und Musikdarbietung.

Temporäre Kunsthalle Berlin

Mittwoch, Februar 20th, 2008

Am 1. September soll es soweit sein. Auf dem Schlossplatz wird es eine temporäre Kunsthalle White Cube Berlin geben, damit endlich auch die Kunst, die aktuell in Berlin entsteht, für uns Kunstspaziergänger zugänglich wird.

Baustelle

In der Architektur Galerie Berlin (Karl-Marx-Allee 96) werden Vorschläge von acht in Berlin lebenden Künstlern zur Außenbespielung der Halle vorgestellt.

Galerie Crone

Dienstag, Februar 19th, 2008

Zuletzt sahen wir eine Arbeit von Rosemarie Trockel in Münster (hier eine Zusammenstellung der Arbeiten auf der Skulptur Projekt Münster).  Da war Trockel weniger wild als andere .

Weniger wild als andere

In der Galerie Crone (Kochstr. 60) findet gegenwärtig (noch bis zum 25. April) eine Trockelausstellung statt.

Trockel bleibt sich treu: Alles wirkt wie rasch aus dem Ärmel geschüttelt, aber leicht ist hier nichts. Viel von dieser Kunst ist karg wie Knäckebrot [NKS: Trockel eben :-)]; dieses aber ist so komplex zusammengemischt, das man lange daran kauen muss, um einigermaßen zu begreifen, nach was es eigentlich schmeckt.

Angestachel zur „Werkschlüsselsuche“ durch diese Rezension waren wir am Wochenende in der Galerie, aber leider waren viele Werke für eine andere Ausstellung ausgeliehen. Müssen wir eben später noch einmal hin.
Entschädigt wurden wir durch ein Gemälde von Ena Swansea im hinteren Raum; Ena Swansea – eine Entdeckung.

Ena Swansea in der Galerie Crone

Mailart

Samstag, Februar 16th, 2008

Künstler lebt ihr im eigenen Land – bleibt am besten unbekannt! (R. Rehfeldt)

Robert Rehfeldt – Versuch einer Annäherung
in der galerie parterre

Robert Rehfeldt (1931-1993) war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bewusst aus Österreich in die sowjetische Besatzungszone gezogen, um als Künstler am Aufbau einer sozialistischen Ordnung mitzuwirken. Von Ostberlin aus studierte er an der Westberliner Hochschule für Bildende Künste bei Alexander Camaro, Wolfgang Hoffmann und Ernst Fritsch. Seit 1953 arbeitete Rehfeldt als Graphiker, Pressezeichner und Bildjournalist, seit 1963 war er als freischaffender Künstler in Berlin tätig. Rehfeldts Ostberliner Atelier fungierte gleichsam als Archiv und Informationsbüro zur westlichen Kunst, wodurch er zum wichtigen Multiplikator westlicher Kunstentwicklungen wurde. Entscheidende Bedeutung erlangte Rehfeldt als Mailartist.

Mailart

Als der Fluxusbazillus die DDR befiel (I. Ruthe in der Berliner Zeitung)

Skulpturenpark Berlin_Zentrum

Freitag, Februar 15th, 2008

Am Sonntag, den 17. Februar werden die nächsten Kunstwerke im Skulpturenpark Berlin_Zentrum vorgestellt. Ich war vorab schon einmal dort und habe die noch nicht ganz fertige Arbeit The Empty Dwelling, the Vain Tower and the Mad Colonist von Kai Schiemenz fotografiert.
Im vergangenen Jahr war das Shrunken Theatre von Schiemenz bei Fahnemann Projects zu sehen.

Empty dwelling

Kai Schiemenz (*1966 in Erfurt, lebt in Berlin) greift in seiner spiralförmigen Architekturskulptur The Empty Dwelling, The Vain Tower and the Mad Colonist die mehrdeutige Gegenwart auf, die das Gelände des Skulpturenparks ausmacht. Vom einzigen Hügel des Parks ragt seine aus Sperrholz und Dachlatten gebaute dreidimensionale Form in die Höhe. Entwachsen aus den realen, historischen Fundamentresten des Ortes erscheint sie wie ein Amalgam aus konstruktivistischer Funktionalität und poststrukturalistischer Mega-Struktur, für dessen Bau das Diktum “form follows function” nicht immer maßstäblich gewesen sein wird.
Ähnlich wie in früheren Arbeiten von Schiemenz funktioniert die Anlage gleichermaßen als Monument, das abgeschieden auf dem großen Feld steht und als Pavillon, den man über eine lange Treppe betritt und der Ausblicke bietet. In monumentaler Passivität stellt sich das Objekt als Skulptur dar, die kontemplativ angeschaut werden möchte. Zugleich eröffnet es als Aussichtsplattform die Kommunikation mit seiner Umgebung und produziert selbst neue Ansichten und Bilder.
Jedoch vermittelt Schiemenz’ Form auch die Idee einer utopischen Inanspruchnahme des urbanen Raums. Platziert auf dem Gelände der ehemaligen Mauer bezieht sie als mad colonist trotzig Stellung vor der anstehenden urbanen Erneuerung.
(Text hier entnommen)

Jonathan Meese

Dienstag, Februar 12th, 2008

Contemporary Fine Arts zeigt anlässlich des Geburtstags von Jonathan Meese (23. Januar 1970) neue Arbeiten des Künstlers.

Wächter

Hitler, Porno, Revolution: Jonathan Meese ist der Meister der krawalligen Kunst (ein Fragebogen im SPIEGEL)

artnet-Interview mit Meese

Alain Bieber: Gab es in Deinem Leben einen Punkt, an dem Du gesagt hast: „Ich will Künstler werden?“

Jonathan Meese: Ja, mit 22. Ich lief mit meiner Mutter durch Hamburg und meine Mutter fragte mich: „Jonathan, du hast heute Geburtstag. Was willst du haben?“ Und ich habe lange nachgedacht und gesagt: „Ich will einen Block. Einen Papierblock und Stifte.“ Das war für mich der Punkt, der Tag, der Stichtag. Ich habe mich davor nie für Kunst interessiert. Nie.

ZEITinterview mit Meese