Archive for the ‘JWD’ Category

Unterwegs im Ruhrgebiet (7)

Samstag, April 24th, 2010

Bunter Vogel ist zurück (hier)

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Staunen

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Der Brunnen ist eine Gemeinschaftsarbeit von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Niki de Saint Phalle schuf das vogelähnliche Fabelwesen, an das sich eine weibliche Figur klammert. Mit ausgebreiteten Armen aufrecht stehend, verkörpert er das uralte mit dem Vogel verbundene Symbol des Himmels. … Es steht auf einem von Jean Tinguely entworfenen Sockel.

Unterwegs im Ruhrgebiet (6)

Donnerstag, April 22nd, 2010

In Duisburg gibt es ein Kunstblog.

Thron
Thron von Karl Ehlers, 1961

Hartung1
Thronoi von Karl Hartung, 1958/59

... der Liebe
„… der Liebe“ von Ansgar Nierhoff, 2003

Unterwegs im Ruhrgebiet (5)

Mittwoch, April 21st, 2010

Steile Lagerung
Steile Lagerung, Max Kratz, 1989

Liebe Freunde der Kunst im öffentlichen Raum,
vergangene Woche waren Gabi und ich eine Woche in Sachen RUHR2010 unterwegs.
Irgendwann werden hier alle Fotos zu sehen sein. In den Kunstspaziergängen werden einige Kurzberichte erscheinen. Immer mal wieder anklicken!

Wir waren in Essen, in Duisburg, in Marl und in Mülheim an der Ruhr. Mehr war beim besten Willen in den paar Tagen (12. – 17. April einschließlich An- und Abreise) nicht zu schaffen. Es gab viel zu sehen, zu bestaunen und einiges Verwunderliches. Es sind über 50 Städte, die „Essen für das Ruhrgebiet“ als Kulturhauptstadt unterstützen. Wir hatten manchmal den Eindruck, dass man noch ein, zwei Jahre gebraucht hätte, um den touristischen Andrang gerecht werden zu können. Die Hauptbahnhöfe in Essen und Duisburg werden gegenwärtig umgestaltet. Gerade in Essen sieht es nicht so aus, dass man demnächst fertig werden würde. Der See im Zentrum von Marl ist abgelassen. Die Uferzonen werden neu gestaltet. Es wird sicher sehr schön werden, das ist aber kein Trost für uns. Wir glaubten, anlässlich Ruhr2010 sind die beteiligten Städte auf Empfang eingerichtet. Enttäuschend war der sogenannte Skulpturenwald in der Zeche Zollverein. Wir mögen die Skulpturen Rückriems, aber dieses Stückchen Wald war total vermüllt. Eine Zumutung, dort spazieren zu gehen. Im Duisburger Lehmbruck-Museum (ein wunderbares Museum) sagte man uns, dass der Katalog der Lehmbruck-Skulpturen vergriffen sei und man nicht wisse, wann eine neue Auflage erscheinen wird. Das in der Kulturhauptstadt Europas! Genug gemeckert!

Gleich am ersten Tag besuchten wir den Moltkeplatz in Essen (Vielen Dank für den netten Empfang, Frau und Herr Wagenitz!). Natürlich waren wir im schönsten Museum der Welt und in der Zeche Zollverein. Viele Skulpturen in Essen kannten wir schon von den Bildern von Herrn Pilger. Da gab es einige Déjà-vu-Erlebnisse dank unserer Mailing-Group.
In Duisburg waren wir im Lehmbruck-Museum (großartig!) und dem dazugehörigen Park mit vielen interessanten Skulpturen und im Museum Küppersmühle mit den aktuell stattfindenden Metzeleien. Noch Fragen?

In Marl kann man herrlich wandeln. Viele Skulpturenfunde sind überraschend. Wir haben bestimmt nicht alle gesehen (es gab leider auch keinen Plan, den man in die Hand hätte nehmen können). Wir haben Vostells Schildkröte gefunden (zu den Vostell-Arbeiten haben wir ein besonderes Verhältnis, seit wir in seinem Museum in Extremadura/Spanien waren und auch Gelegenheit hatten, sein dortiges Wohnhaus zu besuchen).

La Tortuga
La Tortuga, Wolf Vostell, 1987

In Mülheim waren wir schon etwas kunstmüde. Die Kraft reichte noch zu einer kleinen Wanderung am Ruhrufer und zu einer Besichtigung der weltgrößten begehbaren Camera Obscura.
Eine Sache noch. Thomas, Du fragtest letztens nach Arbeiten von Norbert Radermacher. Ich bin im Kantpark von Duisburg beinahe über eine seiner Arbeiten gestolpert. Ein Bild dazu findest Du hier.

Wir werden diese Mail auch in den Kunstspaziergängen veröffentlichen. Vielleicht findet sich dann noch der ein oder andere Interessierte an Kunst im öffentlichen Raum und nimmt an unserer Public_Art_Group teil.

Viele Spaziergangsgrüße
Gabi und Michael

Unterwegs im Ruhrgebiet (4)

Dienstag, April 20th, 2010

Wir können es nicht lassen. Neben den vielen, großen klassischen und modernen Skulpturen im öffentlichen Raum suchen wir immer auch das kleine Spaziergangs-Aha-Erlebnis. Streetart in Duisburg?! In einer Nebenstraße fanden wir auf dem Pflaster diesen spannend geformten Kringel. Erst dachten wir an Zufall, dann wurden es aber zu viele: ca. 20 Kringel, jeweils in einem Abstand von ungefähr 5 bis 20 Metern; jeder Kringel locker aus dem Handgelenk geschleudert. Schön.

Kringel

Dann fanden wir noch eine Arbeit von Norbert Radermacher im Duisburger Kant-Park. Der Pfosten ist zwar schon zu musealen Ehren gekommen (ein kleines Schild weist darauf hin, siehe hier unter Nr. 32), aber man muss sich schon noch wundern können, um Radermachers kleine Kunststücke im Stadtbild als künstlerische Interventionen wahrzunehmen.

Posten

Unterwegs im Ruhrgebiet (3)

Montag, April 19th, 2010

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Wilhelm Lehmbruck, Die Kniende, Kant-Park Duisburg vor dem Lehmbruck-Museum

„Junge, dat Teil gefällt mir, sieht spitze aus, echt“, lobte Jupp die Skulptur. „Weisse, Bildhauerei is ja die Königsdisziplin der Künste. Bei allem andern kannse tricksen, nur nich bei ner Skulptur. Die packse an un weiß sofort, Mann, dat issen Arsch oda nich.“
(aus: Marc Degens, Romanmanuskript, Auszug in SZ Nr. 88, 17./18. April 2010)

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Die berühmteste Skulptur Lehmbrucks Die Kniende entstand im Jahre 1911. Die Skulptur wurde in den zwanziger Jahren im Duisburger Tonhallengarten aufgestellt und erregte damals das Schamgefühl der Duisburger Bevölkerung. Eine Lokalzeitung rief zu jener Zeit dazu auf, das als unsittliches „Schandmal“ bezeichnete Kunstwerk gewaltsam zu beseitigen. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1927 beschädigten vier junge Kaufleute die Skulptur schwer. Das Regime der Nationalsozialisten brandmarkte die Skulptur als entartete Kunst. (hier)

Unterwegs im Ruhrgebiet (2)

Sonntag, April 18th, 2010

David ist jetzt ein Duisburger.

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Der „David“ wird Duisburger! Die 9 Meter hohe, leuchtend kolorierte Fassung der berühmten Skulptur Michelangelos sorgt seit ihrer Realisierung 2006 für großes Aufsehen. Nach Stationen vor dem Kölner Museum Ludwig und dem Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf kommt Feldmanns David nun dauerhaft nach Duisburg. Vor dem LehmbruckMuseum begrüßt er ab April 2010 die Besucher in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone.

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Unterwegs im Ruhrgebiet (1)

Samstag, April 17th, 2010

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Ganz große Geister (Thomas Schütte, 1998 – 2004) gibt es in Essen.

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Der Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte (55) erhält den diesjährigen Kunstpreis der Stadt Düsseldorf. Das gab Oberbürgermeister Dirk Elbers am Donnerstag (15. April) bei einer Feierstunde in Berlin bekannt. Schütte erhält die mit 55 000 Euro dotierte Auszeichnung zum Auftakt der Quadriennale am 10. September in Düsseldorf. Der gebürtige Oldenburger, der unter anderem bei Gerhard Richter studierte, gilt als ein ungewöhnlich vielseitiger Künstler. Er war mehrfach an der documenta beteiligt. Bei der Kunstbiennale Venedig wurde er 2005 mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler der Ausstellung geehrt. Schütte lebt und arbeitet in Düsseldorf.
(dpa/lnw, mehr hier)

Geister5

Rund um die 53. Biennale Venedig (IX und Schluss)

Montag, Oktober 19th, 2009

Schaufenster

Es ist hinterher zum Kugeln, aber ich bin in der Scuola Grande di San Rocco vor lauter Staunen nicht auf die Idee gekommen zu fotografieren, doch die Bilder Tintorettos muss man wirklich vor Ort gesehen haben.

Was die Bilder betrifft, die es enthält, ist [die Scuola Grande di San Rocco] eines der kostbarsten Gebäude in Italien; ich meine Gebäude, die zur Zeit ihrer Errichtung mit einer Reihenfolge von Gemälden dekoriert wurden, und diese noch in ihrer ursprünglichen Anordnung aufweisen. Es kann wohl kaum eine Frage darüber herrschen, dass die drei bedeutendsten Bauwerke dieser Art in Italien die Sixtinische Kapelle, der Campo Santo in Pisa und die Scuola di San Rocco in Venedig sind; die erste von Michelangelo gemalt; die zweite con Orcagna, Benozzo Gozzoli, Pietro Laureati und anderen Künstlern, deren Werke eben so selten wie kostbar sind; und die dritte von Tintoretto.
(mehr hier und hier einige Bilder)

Rund um die 53. Biennale Venedig (VIII)

Sonntag, Oktober 18th, 2009

Peggy-Guggenheim-Collection

Peggy Guggenheim

Im Jahr 1948 erhielt Guggenheim die Einladung, ihre Kunstsammlung auf der Biennale von Venedig auszustellen. Sie wurde im griechischen Pavillon, der wegen des Bürgerkriegs leerstand, präsentiert. Im selben Jahr hatte sie den unvollendeten Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande mit Garten aus dem 18. Jahrhundert erworben und umbauen lassen. Seit 1949 nutzte sie ihn zugleich als Wohnung und als gelegentlichen Ausstellungsraum ihrer Sammlung, der bereits ab 1951 in den Sommermonaten der Öffentlichkeit zugänglich war.

Peggy Guggenheim verstarb 1979. Ihr Grab und das Grab ihrer geliebten Hunde, Lhasa-Dogs, befinden sich auf dem Gelände des Museumgartens (später Nasher Sculpture Garden genannt) in Venedig. In den Räumen des Palazzo ist seit 1980 das Museum Peggy Guggenheim Collection untergebracht, das weiterhin ihre Sammlung ausstellt.
(mehr zu Peggy Guggenheim: Wikipedia)

Changing

Notizen

Rund um die 53. Biennale Venedig (VII)

Freitag, Oktober 16th, 2009

Andrea Palladio,
hier: Villa Almerico Capra, genannt „La Rotonda„, 1566 bis 1591 in Vicenza

La Rotonda

Heute besuchte ich das eine halbe Stunde von der Stadt auf einer angenehmen Höhe liegende Prachthaus, die Rotonda genannt. Es ist ein viereckiges Gebäude, das einen runden, von oben erleuchteten Saal in sich schließt. Von allen vier Seiten steigt man auf breiten Treppen hinan und gelangt jedesmal in eine Vorhalle, die von sechs korinthischen Säulen gebildet wird. Vielleicht hat die Baukunst ihren Luxus niemals höher getrieben. Der Raum, den die Treppen und Vorhallen einnehmen, ist viel größer als der des Hauses selbst; denn jede einzelne Seite würde als Ansicht eines Tempels befriedigen.
(Goethe, Italienische Reise)

Zacken aus der Krone

Die Villen und Paläste Andrea Palladios wurden zum Inbegriff der gebauten Sehnsuchtnach Süden.
(G. Beltramini Palladio Lebensspuren)

Blick zum Ausgang