„Lost Island“ (von Karsten Konrad) erinnert an das 1971 – 1973 von Gerhard Lehmann, Rüdiger Plaethe und Ulrich Müther gebaute Ahornblatt, das als Großkantine des DDR-Bauministeriums und gesellschaftliches Zentrum für das mit Hochhäusern damals neu gestaltete Wohngebiet der Fischerinsel in Berlin-Mitte entstand. Trotz Denkmalschutz wurde das Gebäude im Sommer 2000 abgerissen.
Archive for the ‘Ausstellungen’ Category
Lost Island
Montag, Dezember 20th, 2010SOMA
Sonntag, Dezember 19th, 2010Rentiere und die Glücksdroge
Von Rentieren, Menschen, Mäusen und Fliegen
Die Wirkung von Fliegenpilzextrakt auf Fliegen:
Nach 10 – 15 Minuten rasche Flügelschläge; dann geht die Gebrauchsfähigkeit der Flügel verloren, die Gehfähigkeit (!) bleibt länger erhalten. Schließlich tritt ein scheinbarer Tod ein. Wenn das aktive Material nicht zu hoch konzentriert ist, erholen sich die Fliegen nach 50 Stunden wieder.
(aus: Michael, Henning, Kreisel Handbuch für Pilzfreunde, 1. Band, VEB Gustav Fischer Verlag, 1983
The Full Body Project
Sonntag, Dezember 12th, 2010Die Emerson-Gallery zeigt noch bis zum 15. Januar 2011 „The Full Body Project“ von Leonard Nimoy
With these new images, I am now hearing different words. Sometimes „beautiful,“ but with a different sub-text. I hear comments, which lead to questions. The questions lead to discussions—about beauty, social acceptability, plastic surgery, our culture and health. In these pictures these women are proudly wearing their own skin. They respect themselves and I hope that my images convey that to others.
(Leonard Nimoy)
Hortus conclusus
Mittwoch, Dezember 8th, 2010Irgendwann war ich drin – im Garten der Neuen Nationalgalerie, aber wann?

Wilhelm Loth, 1968-70

Henri Laurens, 1948
In der Kunstzeitung 172/Dezember 2010 schreibt Inge Ahrens über diesen verschlossenen Garten.
Einen intimen Kunstraum mit Bäumen und Solitärsträuchern hatte sich Architekt Mies van der Rohe erhofft, als der Garten 1968 zusammen mit dem Museum eröffnet wurde. Kunst (14 Skulpturen), Natur und Architektur geben sich im Garten ein Stelldichein. Ein wundervoller Ort, wenn er denn betreten werden könnte!
Die Tür zum Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie ist seit mehr als 20 Jahren grundsätzlich verschlossen. Früher wurde die Tür zum Garten beliebig geöffnet, jetzt geschieht das nur, wenn sich Außen- und Innenklima einig sind. So einen Termin muss ich einmal abgepasst haben, als ich die Skulpturen fotografieren konnte.
Irgendwann soll es eine Sanierung geben, die einen Zugang zum Skulpturengarten gewährleistet. Man steckt in der Findungsphase. Drei bis vier Jahre wird man wohl noch warten müssen, bis der Museumsbesucher die Kunst im Garten so richtig genießen kann.

Marino Marini, 1963
Absalon
Sonntag, Dezember 5th, 2010Die Retrospektive des israelischen Künstlers Absalon in den Berliner Kunst-Werken unterstreicht dessen kühle Faszination für grundlegende Lebensnotwendigkeiten wie Schlaf, Hygiene, Nahrung und Arbeit.
(hier)
Die Cellules entstehen ab 1991 als Modelle und Prototypen. Reduziert auf ein striktes, geometrisches Formenvokabular, sind sie vollständig aus Holz, Karton und Gips gefertigt und ausschließlich in neutralem Weiß gehalten. Formal erinnern die Zellen an die architektonische Moderne – Le Corbusier, Bauhaus, de Stijl oder russischer Konstruktivismus – in ihrer bedingungslosen Abstraktion zeugen sie allerdings weniger von einer utopischen Dimension. Es sind stattdessen heterotopische Räume, die Absalon mit der Absicht, selbst darin zu leben, in sechs Metropolen – Paris, Zürich, New York, Tel Aviv, Frankfurt am Main und Tokio – aufstellen wollte, um seine eigene physische Existenz mit dem gesellschaftlichen Corpus zu konfrontieren: „Sie sind keine Lösungen für Isolation. Sie sind gemacht, um das Soziale zu leben.“ (Absalon)
(hier)
Rund um die Berlinische Galerie
Samstag, Dezember 4th, 2010Aktuell in der Berlinischen Galerie:
- Nan Goldin. Berlin Work
- Arno Fischer. Fotografien 1953 – 2006 (Hannah-Höch-Preis 2010)
- Emil Otto Hoppé. Fotografien 1925-1929
- Susanne Kriemann. GASAG Kunstpreis 2010
Begas – Monumente für das Kaiserreich
Samstag, November 27th, 2010Ausstellung im Deutschen Historischen Museum
Der Bildhauer Reinhold Begas (1831-1911) hat die Kunst des Wilhelminischen Kaiserreiches und die künstlerische Ausgestaltung Berlins als Hauptstadt des neuen Reiches geprägt. Kaiser Wilhelm II. schätzte seinen Stil und erteilte ihm zahlreiche große Aufträge. Viele seiner Denkmale sind vom Krieg vernichtet worden oder einer politisch bedingten Bildzerstörung anheim gefallen – so das von der DDR vollständig geschleifte Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. vor dem Berliner Stadtschloss.
Entgegen seiner Bedeutung zu Lebzeiten verlor sich Begas’ Spur in der Kunstgeschichte nach seinem Tod 1911 weitgehend. Zahlreiche Werke des Bildhauers – darunter der Neptunbrunnen in der Nähe der Marienkirche, das Schillerdenkmal vor dem Schauspielhaus und die Alexander von Humboldt-Sitzfigur vor der Universität – sind im ganzen Stadtbereich Berlins präsent, werden aber nicht mehr auf Reinhold Begas bezogen.
(hier)
Dabei war Reinhold Begas einer der bekanntesten und produktivsten Bildhauer des Kaiserreichs. Sein Gesicht prangte auf Kaffee- und Zigarren-Werbung, und die „Berliner Illustrierte“ feierte ihn 1898 als „bedeutendsten Deutschen des ausgehenden Jahrhunderts“. Zum Verhängnis wurde dem Hofkünstler seine Nähe zu den Hohenzollern. Seine Großskulpturen wurden im 20. Jahrhundert aus unterschiedlichsten ideologischen Gründen vernichtet, verschoben oder verändert.
(hier)
Unter der Sonne Microcosmi
Freitag, November 26th, 2010Carlfriedrich Claus zum 80. Geburtstag

Skizze: Psychoneuro-logisches Wahrnehmungskonstruieren, 1986
Ohne Sehnsucht ist das Werk von Carlfriedrich Claus undenkbar. Die Fähigkeit zum Staunen und der Wunsch nach Erkenntnis gehören dazu. Die Studien des Universalgelehrten aus Annaberg im Erzgebirge – der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag begangen hätte – reichen von mystisch-religiösen über philosophische bis hin zu sprach- und naturwissenschaftlichen Schriften.
(hier)
Welt aus SCHRIFT als Bild
Sonntag, November 21st, 2010Berlin a la Mode
Mittwoch, November 17th, 2010Stil und Rhythmus einer Stadt in CHB
Ein Mann steht am Morgen und am späten Nachmittag stundenlang vor dem U- und S-Bahnhof Friedrichstraße, um die Passanten fotografisch festzuhalten, die seinen Sinn auf irgendeine Weise ansprechen. Er ist mit einer professionellen Ausrüstung unterwegs, Stativ, Lampen und mehrere Kameras. Er wartet geduldig den richtigen Moment ab, wie Henri Cartier-Bresson und bereits viele andere vor ihm. Németh konstruiert ungewollt Geschichten. Anhand von Lebenssituationen vermutet man Lebenswege und Schicksale auf seinen Bildern. Bei der Betrachtung seiner Fotografien wird die menschliche Vielfalt und Tiefe bewusst – und die Oberflächlichkeit, zu der wir beim Passieren einer Straße notgedrungen gezwungen sind, wird offensichtlich. Dániel Németh ist privat nicht der Mensch der vielen Worte. Er erzählt keine Stories über seine Bekannten oder Arbeitskollegen. Wir wissen auch nach dem zweimonatigen Studienaufenthalt in Berlin nur das über ihn, was er für uns fotografiert hat. Er sublimiert höchstwahrscheinlich seine ganze Empathie für seine Artgenossen in diese von ihm ausgesuchten Momente, die er mit großer Bravour festhält und uns in dieser Ausstellung freilegt.
























