Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Istanbul next wave

Sonntag, November 29th, 2009

Zeitgenössische Kunst aus Istanbul – gleich dreimal in Berlin.
Heute waren wir im Martin-Gropius-Bau:
Istanbul Modern Berlin
Arbeiten von 1928 bis 2008 aus den Sammlungen des Istanbul Modern.

Auf der Künstlerliste war uns nur Ayse Erkmen ein Begriff.

Flavin und Erkmen
(Installation von Ayse Erkmen im Hamburger Bahnhof, 2008 – diese Arbeit ist nicht in der aktuellen Ausstellung.)

Neue Prächtigkeit

Sonntag, November 22nd, 2009

Neue Prächtigkeit

Das gab es also auch im alten West-Berlin. Wie im falschen Film müssen sich die Studenten der TU beim Betreten ihrer Lichthof-Galerie fühlen. Die jungen Leute, momentan mit dem Hochschulstreik befasst, schauen hoch zu Bildern, die aus einer anderen Welt zu kommen scheinen und ostentativ unzeitgemäß sind: allesamt bizarr figürlich, dabei maltechnisch so perfekt, dass man nicht weiß, welcher Quelle sie entsprungen sein könnten, den Alten Meistern oder dem Sozialistischen Realismus.

NP1

Vier Maler mischten ab 1973 den sogenannten guten Geschmack auf. Johannes Grützke und Matthias Koeppel, Manfred Bluth und Karlheinz Ziegler traten auf, selbstredend mit Manifest, das sie verlasen und als Flugblatt unter die Zuhörer warfen. „Die Schule der Neuen Prächtigkeit schwimmt als rettendes Floß auf dem Meer der allumfassenden Kläglichkeit“, hieß es. Dann folgte eine Aufzählung der Kläglichkeiten: armselige Stadtplanung, mehrheitsgläubige Demokratie, verkrachte Tischlerei, stotternde Literatur und „karierte“ Malerei. „Rettet Euch aus der Kläglichkeit: Werdet Schüler der Neuen Prächtigkeit!“, lautete der Appell.
(mehr von Ingeborg Ruthe: hier)

Berlin 89/09

Donnerstag, November 19th, 2009

Mit „Berlin 89/09“ zeigt die Berlinische Galerie, die oft im Schatten der größeren Museen steht, dass sie in der Lage wäre, all das zu leisten, was man vernünftiger Weise von einer ständigen Kunsthalle erwarten könnte. Sie lehrt selbst abgebrühte Städter, Berlin wieder mit verliebten Augen zu betrachten und daran zu denken, dass es in erster Linie Künstler sind, die der Stadt Schönheit verleihen.
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 8.10.09

Kunst zwischen Spurensuche und Utopie
in der Berlinischen Galerie

BGalerie

„Ich will gleich meine Begeisterung ungebremst mitteilen: Diese Ausstellung ist der leichtfüßigste und gleichzeitig tiefsinnigste Kommentar zum Ende der DDR, zum Fall der Mauer. (…) Die Ausstellung 89/09 bietet mit jeder gezeigten Arbeit einen originellen, meist witzigen, nie leichtsinnigen Gedanken an.“
Margit Miosga, RBB Kulturradio Berlin, 18.9.09

Backjumps is back

Montag, November 16th, 2009

Backjumps
Urbane Kommunikation und Ästhetik
Volume 4 / #1

Denker

Es ist wieder soweit! Bisher fand sie nur alle zwei Jahre statt, die BACKJUMPS-Ausstellung im Bethanien in Berlin-Kreuzberg. “Urbane Kommunikation und Ästhetik – Volume 4/#1? verspricht nun zweimal im Jahr ein neues Format!
Mit: Brad Downey/Matthias Wermke & Mischa Leinkauf/Pigenius Cave/RZM (Ritsche Koch, Zasd und Christian Marien).
(mehr hier und hier)

Denker

FALLMAUERFALL | 61 – 89 – 09

Sonntag, November 15th, 2009

Grenzüberscheitungen und Grenzerfahrungen im Spiegel der Kunst
Ephraimpalais vom 6.11.09 bis 7.2.10

Hödicke
K. H. Hödicke, Martin-Gropius-Bau, 1977 (Bild ist nicht in der Ausstellung)

… und im Hintergrund, wie eine Stecknadel von Claes Oldenburg, der Ostberliner Fernsehturm.
(J. Merkert im Katalog K.H. Hödicke, 1988 Berlinische Galerie)

Blau ist er nicht, K.H. Hödickes Himmel über Berlin. Schwarzgrau und schwer breitet er sich aus … Seit der Künstler 1957 in Berlin landete, hat er die Stadt, diese Trutzburg, studiert: im Staub, in den Klauen der Siegermächte, bis heute, im glänzenden Griff des Geldes.
Um seinen Atelierturm in der Dessauer Straße, die Mauer zum Greifen nah, war alles abrasiert, frei der Blick auf das Brandenburger Tor, den Reichstag, den Potsdamer Platz. „Wüste Gobi“ nennt er das einstige Brachland im Herzen Berlins, über „das Tauben und Krähen zogen“ bis Baukräne wie metallische Gespenster kamen, um Glastürme zu errichten.
(mehr hier)

Baselitz in CFA

Freitag, November 13th, 2009

Ein grober Baselitz bewundert den Fernsehturm

Georg Baselitz – Dr. Freud und andere Musik
(Endlich einmal ein Pressetext, der sich zu lesen lohnt.)

„Wo zwischen all diesen Verweisen [in ihren Bildern] stecken Dr.Freud und die Psychoanalyse, Herr Baselitz?“
„Ja, um die geht es hier natürlich nicht! Das interessiert mich ja gar nicht! Die Freud’schen Themen sind natürlich drin in den Bildern, immanent, in den Kindheitsprägungen, der Künstlerprägung, der Menschenprägung. Im Defekt, den wir alle in uns tragen.“
„Auch Sie?“
„Selbstverständlich habe auch ich eine Meise, wie jeder anständige Künstler. Der Dix hatte natürlich auch ne Meise und der Lucian Freud, der ja ein Enkel vom Sigmund ist, in Berlin geboren 1922. Und als Maler ist man natürlich in der Position, dass man sich fragen muss, wie geh’ ich mit der Meise um, wie drück ich sie aus, ohne irre zu werden?“

ART BRANDENBURG

Sonntag, November 8th, 2009

ART Brandenburg

Die 3. Brandenburgische Künstlermesse ART BRANDENBURG fand in der Metropolis Halle im Filmpark Babelsberg statt.

Über Essen und Religion

Freitag, November 6th, 2009

Koscher & Co. – Eine Ausstellung im Jüdischen Museum

Eine Ausstellung bittet zu Tisch! Und der ist im Jüdischen Museum Berlin reich gedeckt: »Koscher & Co. Über Essen und Religion« spannt den Bogen von den uralten Kulturen Mesopotamiens bis in die unmittelbare Gegenwart der jüdischen Küche. Die Kaschrut, das jüdische Speisegesetz, und alles, was mit Essen im Judentum bis zum heutigen Tag zu tun hat, ist Thema der Ausstellung. Zugleich sucht sie den Vergleich mit anderen Weltreligionen, vor allem mit Christentum, Islam und Hinduismus.

Koscher & Co.
Titelblatt des Katalogs zur Ausstellung (Inhaltsverzeichnis)

Jakobs Kampf
Alexandre Louis Leloir – Jakobs Kampf mit dem Engel, 1865

Bei seinem Kampf mit dem Engel bekam Erzvater Jakob einen Schlag auf den Ischiasnerv, auch Hüftnerv genannt. Das jüdische Verbot, die Fleischteile zu verzehren, die mit diesem Nerv in Berührung kommen, ist von dieser Bibelstelle abgeleitet. Gläubige Juden verzichten daher auf das gesamte hintere Viertel des Tieres.

Erzeugung zweidimensionaler Ereignisse im Raum

Mittwoch, November 4th, 2009

Fleck

Igor Eskinija spielt in der Galerie Brose-Eiermann mit unserer Wahrnehmung.

Jörg Bach

Dienstag, November 3rd, 2009

Jörg Bach

Jörg Bach in der Galerie Tammen

Stahlblech wird mit irritierender Selbstverständlichkeit zweckentfremdet, von seinen Nutzbarkeitsvorstellungen befreit und in seiner eigenästhetischen Wertigkeit zur Geltung gebracht. Jörg Bach durchbricht mit der Formgebung und Oberflächenbehandlung seiner Plastiken die funktionale Strenge, technoide Kühle und artifizielle Leblosigkeit des gewählten Werkstoffs und verleiht dem an sich statischen Material eine spielerische Leichtigkeit und organisch-dynamische Ausdruckskraft. Mit der radikalen Materialbeschränkung hat sich Jörg Bach die Möglichkeit zu einem uneingeschränkt klaren, formalen Ausdrucksreichtum in seinen seriellen Werkreihen geschaffen. Es gelingt ihm dabei, ein zentrales Thema in der Bildhauerei des zwanzigsten Jahrhunderts auf eigenständige Weise anzugehen: die Auseinandersetzung mit dem Raum. Jörg Bachs Kunst spricht von einer Auseinandersetzung mit Positiv- und Negativformen, mit dem Verhältnis von Innen und Außen, von Hülle und Kern, von Volumen, Hohl- und Umraum, von Masse und deren Raumdurchdringung.
(Stefanie Dathe)