Archive for the ‘Ausstellungen’ Category

Ausweitung der Kampfzone

Sonntag, Februar 2nd, 2014

Die Ausweitung der Kampfzone heißt die letzte Schau der Neuen Nationalgalerie vor dem Umbau, Kunst aus der Sammlung zwischen 1968 und 2000.

Reine Vernunft
Reine Vernunft, hier im Hamburger Bahnhof (2008)

Ein Raum ist der Küchenarbeit von Anna und Bernard Blume gewidmet. Einen Kochversuch war es wert. Die Küche ist sauber geblieben, alles strahlend weiß wie es sich für ältere Herrschaften gehört, aber nach dem Malheur mit den Kartoffeln sind sie doch lieber ins Restaurant gegangen.

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Stötzer zum 75. Geburtstag, Ausstellung in der Landesvertretung Brandenburg in Berlin, 2006

In der Abteilung „Penis und Vagina“ hält sich ein steinerner Akt die Augen zu. Werner Stötzer hätte sich bestimmt darüber amüsiert, seine Schöne bei den Autoperforationsartisten und bei Paul McCarthys Genitalienskulpturen zu treffen.

Überfall

Samstag, Februar 1st, 2014

Ein Überfall. Die Gefahrenzonen in Berlin sind allgemein bekannt, werden aber nicht veröffentlicht. Bei dem gezeigten Raub im Plänterwald geht es um Neid auf Markenware während einer Berliner Modewoche; der Räuber klaut einen Überzieher. Der Vorgang ist gut dokumentiert in dem von Rainer Kirsch und Hans Ticha herausgegebenen Kriminalbericht.

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Bei Läkemäkers findet eine Ausstellung zum Werk von Hans Ticha statt. In dem kleinen Ausstellungsraum hängen gerade einmal zwei Bilder. Das ist enttäuschend, erwarteten wir doch eine Retrospektive. Im Hinterzimmer stehen mindestens 50 Gemälde aneinandergelehnt an den Wänden, grafische Arbeiten verstecken sich in Schubläden. Vielleicht findet sich doch einmal ein größerer Ausstellungsraum für diesen großartigen Illustrator und Popartisten.

Ticha

Übrigens, zur Feier der Ausweitung der Kampfzone tanzen auch Tichas Soldaten.

Der Besucher … wird mit so mancher Neuerwerbung überrascht. Hans Ticha etwa, der im Osten die Propagandakunst aufs Korn nahm und marschierende Soldaten poppig gelb als Pappkameraden zeigt.

KFC

Freitag, Januar 31st, 2014

Via Dolorosa

Via Dolorosa

Märtyrer

Via Dolorosa von Deborah Sengl bei deschler.[ ]

Objektivierung des Körpers

Donnerstag, Januar 30th, 2014

Porträtfotografie in Brasilien 1869/2013

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Eustaquio Neves, Porträts aus der Serie „Objetizacao do Corpo“, 1999/2000

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Liebeslied

Ich will wissen, wenn du glücklich bist,
Ich will wissen, geht’s dir gut?
Ich will immer wissen, was grad‘ ist,
Freude, Schwäche, Zorn, Kraft, Mut?

Ich würd‘ immer deine Leiden teilen,
Käme immer zu dir her.
Würde immer wieder zu dir eilen,
Schwämme zu dir über’s Meer.

Hoffen will ich, ich will glauben,
Ich bin der Mann, die Frau bist du.
Spür‘ den Glanz in deinen Augen,
I sing a lovesong to you.

(Jürgen Berlin)

Arkadien

Montag, Januar 27th, 2014

Man muss sich bei der Kälte früher als sonst entscheiden, ob man den sonntäglichen Kunstspaziergang unternimmt oder doch besser zu Hause bleibt. Das Ankleiden dauert. Wir sind knapp dran, die Bahn wartet nicht.
Auf der Bahnhofstraße kommen uns von der Polizei begleitete und beschützte Demonstranten entgegen – in Königs Wusterhausen! am Sonntag! Werden wir ohne Verzögerungen vorbei kommen? Von Weitem ist nicht zu erkennen, worum es bei der Demo geht. Vorbeilaufend erkennen wir die kubanische Flagge, dann Thälmann-Fahnen mit DKP-Aufschrift. Es sind ungefähr 50 sprachlose, mit Schals und Mützen Vermummte, die leise durch die Kälte ziehen. Sie haben keine Botschaft für uns, an den Stolpersteinen haben sie Rosen hinterlassen.
Die Regionalbahn war tatsächlich wieder pünktlich.

Spandau sorgt sich um die Berliner Sprachkultur. Im U-Bahntunnel werden an einem Verkaufsstand Schrippen für 12 Cent verkauft. Dort steht wirklich „Schrippen“, das habe ich ewig nicht geschrieben gesehen und dann noch dieser Preis. Eine Schrippe für zehn (andere) Einheiten kaufte ich vor über 25 Jahren zum letzten Mal.

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In der Zitadelle scheint die Sonne. Das tut den Skulpturen der Siegesallee gut, müssen sie doch wirklich noch einen Winter im Freien überstehen, bis das geplante Museum der politisch ausgesonderten Skulpturen fertig wird.

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In der Ausstellung „Begegnungen in Arkadien. Maler auf Ischia um 1950“ werden Bilder von Eduard Bargheer, Werner Gilles, Hermann Poll und Max Pfeiffer Watenphul gezeigt, die in der Nachkriegszeit in Italien ihr ganz persönliches Arkadien fanden. Sieht man diese Bilder, wird Italien automatisch in die Liste der potenziellen Urlaubsziele für dieses Jahr aufgenommen. Ischia kennen wir aber schon.

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Mittagessen im Spandower Zollhaus. Wir sind die einzigen Gäste, es ist gut geheizt. Innerlich helfen wir mit Glühwein nach. Wir nehmen alle Arten von angebotenen Rouladen, Kohl- und Rinderroulade.

Lens-Based Sculpture

Sonntag, Januar 26th, 2014

LENS-BASED SCULPTURE

Heute ist es richtig kalt, minus 10 Grad, trotzdem ist die Regionalbahn pünktlich. Es fällt in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres auf, Verspätungen sind die Ausnahme. Trotzdem habe ich mich gestern über die deutsche Bahn geärgert. Wir fahren demnächst einen Tag nach Hamburg. Dafür habe ich letzte Woche per Internet die Fahrkarten gekauft und zwei Tage später kommt mit der Post ein Gutschein über 10 €, den man im folgenden Monat beim Fahrkartenkauf einlösen kann. Das passiert nun schon zum dritten Mal, kurz nach einem Interneteinkauf von Fahrkarten flattert ein Gutschein ins Haus, den man nicht mehr gebrauchen kann. Dank Internet weiß die Bahn, wann sie großzügig sein kann.

In der Akademie der Künste am Hanseatenweg wurde eine inspirierende Ausstellung eröffnet: lens-based sculpture – Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie. Ich hätte gern einen Katalog mitgenommen, aber der erscheint erst am 20. Februar.

Die Fähigkeit der Fotografie zur Dislokation der Dinge, zum visuellen Transport von Landschaften, Gebäuden und Monumenten, die sich realiter nicht bewegen lassen, gehörte von Anfang an zu den als sensationell empfundenen Leistungen der neuen Kulturtechnik.
(Herbert Molderings)

Schatten

Das Festhalten eines Schattenwurfs ist eine der ältesten Formen des für die Fotografie charakteristischen indexikalischen Bildprinzips, bei dem ein mit dem Objekt existentiell verbundenes Bild aufgezeichnet wird.
(Herbert Molderings)

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Christian Tagliavini

Freitag, Januar 24th, 2014

Christian Tagliavini
Donna Clotilde

Christian Tagliavini (aus der Serie 1503, Werke nach der Art des Bronzino) in der Galerie CWC

Paul McCarthy

Mittwoch, Januar 22nd, 2014

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„Michael Jackson and Bubbles“ von Paul McCarthy in der Ausstellung Body Pressure im Hamburger Bahnhof.

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Kunst zweier Metropolen

Montag, Januar 20th, 2014

Die Ausstellung
WIEN – BERLIN
Kunst zweier Metropolen

ist nur noch bis zum 27. Januar geöffnet!

Wien - Berlin

Ich brauche einen Augenarzt (Herbert Ploberger – Selbstbildnis mit ophtalmologischen Lehrmodellen), das kann doch nicht wahr sein. Es ist Sonntag morgen, 11.30 Uhr und an der Kasse in der Berlinischen Galerie hat sich eine Schlange gebildet. Aber heute machen wir nicht auf dem Absatz kehrt, denn nächstes Wochenende schließt die Ausstellung „WIEN – BERLIN Kunst zweier Metropolen“.

Gestern abend haben wir abgestimmt, recht frühzeitig loszugehen, um dem Gedränge vor den Bildern zu entgehen. Das frühe Aufstehen hat geklappt, die Regionalbahn hielt sich an den Fahrplan und wir standen tatsächlich früh wie nie auf dem Buchstabenfeld von Kühn Malvezzi. Trotzdem, in der Ausstellung war ein freier ungestörter Blick auf die Bilder kaum möglich.

Zum Glück ist der Katalog sehr informativ und gut gestaltet, da kann man zu Hause noch einmal ganz in Ruhe durch die Ausstellung schlendern.

Vor der Berlinischen Galerie

Die Szymanski-Arbeit Flucht aus der Zeit ist jetzt tatsächlich geflohen. Dort, wo die Skulptur den Kopfstand probte, stehen jetzt umzäunte Hecken.

Lawrence Carroll

Samstag, Januar 18th, 2014

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Lawrence Carroll ist ein Romantiker aus dem radikalen Geist einer „armen“ kargen Kunst. Entscheidendes verbindet ihn mit der Arte povera: die Materialität, die prozessuale Vorgehensweise und der Raumbezug. Aber Carroll bleibt dabei ganz ein Künstler der Farbe, ein Maler. Seine Domäne sind die Nuancen, mit denen er den lichthellen Monochromien atmosphärische Stimmungen entlockt. Sie stecken voller Farbbrechungen, die je nach Beleuchtung heller oder dunkler changieren.

Mit seinen sechsundfünfzig Jahren gehört er einer jüngeren Generation an als jene Künstler, auf die er sich bezieht und die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unsere Sehgewohnheiten revolutionierten – Rauschenberg, Jasper Johns, Tàpies, Manzoni oder Ryman. Das erlaubt ihm eine Freiheit und jenen poetischen Blick, der seine ebenso sperrige wie sensible monochrome Malerei prägt und ihr eine sehr eigene Handschrift verleiht. Carrolls „Paintings“ und Combine-Paintings sind meist kastenförmige Farbraumkörper, die die Wand strukturieren.

„Es regnet, ist grau – es ist wunderbar“, schreibt er aus Venedig und gibt damit etwas von der dunstig verhangenen Stimmung seiner nuancenreichen monochromen Malerei wieder, die dort entsteht.
(mehr hier)

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Jetzt ist Lawrence Carroll in der Buchmann Galerie zu sehen.